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Ratgeber: Kennwerte für den Stromverbrauch von Beleuchtungen

Etwa 10 Prozent des gesamten Stromverbrauchs im Haushalt wird für die Beleuchtung eingesetzt. Durch die richtige Lampenauswahl lässt sich der Energieverbrauch für die Beleuchtung um bis zu 85 Prozent senken.

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Gesamt-Stromverbrauch Beleuchtung

Der Stromverbrauch für die Beleuchtung hat in den letzten Jahren leicht abgenommen und nahm 2015 75 TWh (14,5 Prozent) am gesamten Netto-Stromverbrauch ein. Dies lässt sich insbesondere auf das stufenweise Auslaufen von ineffizienten Leuchtmitteln aufgrund der europäischen Ökodesign-Richtlinie zurückführen. So dürfen z. B. seit September 2009 keine matten Leuchtmittel (Glüh- und Halogenlampen) mehr in den Handel gebracht werden, klare Glühlampen liefen stufenweise aus. Die Alternativen, Kompaktleuchtstofflampen sowie zunehmend LED, sind deutlich sparsamer und zudem langlebiger.

Netto-Stromverbrauch nach Anwendungsbereichen 2015 (Grafik: "Energieeffizienz in Zahlen" - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi))
Netto-Stromverbrauch nach Anwendungsbereichen 2015 (Grafik: "Energieeffizienz in Zahlen" - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi))

Der Beleuchtungsanteil am Stromverbrauch in der Industrie ist abhängig von der Branche zwischen 2 und mehr als 20 %, im Dienstleistungssektor bis zu 50 %, im Groß- und Einzelhandel bis zu 70 %. Für die Beleuchtung in einem typischen Einfamilienhaus werden laut einer Berechnung der Stiftung Warentest rund 350 Kilowattstunden im Jahr benötigt. Dies macht rund zehn Prozent des Stromverbrauchs aus.

Energielabel zeigt Stromverbrauch

Für die meisten Lampen im Haushalt gilt die Kennzeichnungspflicht mit dem EU-Energielabel. Das Energielabel für Lampen gibt die Effizienzklasse auf einer Skala von A bis G an. Die Effizienzklasse gibt Auskunft über den Stromverbrauch der Lampe im Verhältnis zur erzeugten Helligkeit. Man rechnet bei Lampen mit einer durchschnittlichen Nutzungszeit von etwa 1000 Stunden pro Jahr. Das bedeutet, dass die Lampen zwei bis drei Stunden pro Tag eingeschaltet sind. Die beste Energieeffizienzklasse A++ erhalten Lampen mit einem besonders niedrigen Stromverbrauch. Im Vergleich zu einem Produkt der Klasse D sparen sie etwa 88 Prozent Energie.

Auch Leuchten werden seit 2014 mit dem EU-Energielabel gekennzeichnet. Hierdurch erhalten Verbraucher einen wichtigen Hinweis zur Energieeffizienz der zur Leuchte gehörenden Lampe. Auch die Kompatibilität der Leuchte mit verschiedenen Lampentypen lässt sich am EU-Label ablesen. Es gibt an, welche Energieeffizienzklasse die Lampen erreichen, die grundsätzlich für diese Leuchte benutzt werden können.

Stromverbrauch von Kompaktleuchtstofflampen

Die Leuchten, die gemeinhin als Energiesparlampen bezeichnet werden, heißen genau genommen Kompaktleuchtstofflampen. Es handelt sich um eine verkleinerte Form der stabförmigen Leuchtstofflampe, bei der das Entladungsrohr ein- oder mehrmals gebogen und in einem Steck- oder Schraubsockel zusammengeführt wird.

Leuchtstofflampen, sowohl die stabförmige also auch die neuere, kompakte Variante, weisen eine vergleichsweise hohe Lichtausbeute auf. Ihre wichtigsten Bauelemente sind der Leuchtkörper und das Vorschaltgerät.

Beim Vergleich des Stromverbrauchs von Leuchtstofflampen müssen die Vorschaltgeräte mitberücksichtigt werden. Bei einer T8-Leuchtstofflampe mit 58 Watt beträgt die Leistungsaufnahme mit einem konventionellem Vorschaltgerät insgesamt 71 Watt (58-Watt-Lampe + 13-Watt-Vorschaltgerät). Ein elektronisches Vorschaltgerät bewirkt eine Reduzierung der Leistungsaufnahme des Systems um 16 Watt auf nur noch 55 Watt.

Bis zu 80 Prozent Strom sparen Kompaktleuchtstofflampen gegenüber herkömmlichen Glühlampen, da diese nur 5 Prozent der Energie in Licht umwandeln die restlichen 95 Prozent gehen als Wärme an die Umgebung. Kompaktleuchtstofflampen sind zwar teurer, haben aber mit 10.000 Stunden eine zehnmal längere Lebensdauer.

Tabelle 1: Vergleich des Stromverbrauchs und -kosten von Glüh- und Energiesparlampen
Lumen Glühlampe Energiesparlampe Stromkostenersparnis bei 10.000 Stunden Brenndauer
300 25 Watt 5 Watt 56 Euro
480 40 Watt 7 Watt 92 Euro
720 60 Watt 12 Watt 134 Euro

Stromverbrauch von LED-Lampen

LED-Lampen bestehen aus lichtemittierenden Dioden (LED) und sind noch effizienter als Energiesparlampen. LEDs sind in der Energieeffizienzklasse A oder besser am Markt verfügbar. Sie zeichnen sich besonders durch Energieeffizienz und Langlebigkeit aus. Aufgrund des technischen Fortschritts sind sie heute im Innenraum die energieeffizienteste Wahl, gegenüber Glühbirnen verbrauchen sie bis zu 90 Prozent weniger Strom.

LED-Lampen galten früher als sehr teuer. Heute gibt es auch günstige LED in sehr guter Qualität. (Foto: energie-experten.org)
LED-Lampen galten früher als sehr teuer. Heute gibt es auch günstige LED in sehr guter Qualität. (Foto: energie-experten.org)

LEDs sind in allen handelsüblichen Formen und für alle Fassungen verfügbar. In der E27-Standardfassung sind LED-Lampen z.B. mit über 800 Lumen erhältlich. Sie können damit alte Glühlampen mit bis zu 75 Watt ersetzen. Auch dimmbare LEDs sind heute im Handel zu finden.

Tabelle 2: Vergleich des Stromverbrauchs und -kosten von Glüh- und LED-Lampen
Lumen Glühlampe LED Stromkostenersparnis bei 15.000 Stunden Brenndauer
300 25 Watt 4 Watt 88 Euro
720 60 Watt 9 Watt 214 Euro
900 75 Watt 11 Watt 269 Euro

Stromverbrauch von Halogenlampen

Halogenlampen kommen in 44 Prozent der deutschen Haushalte zum Einsatz. Als Ersatz für eine Glühlampe können effiziente Halogenlampen eine Alternative sein. Im Vergleich zur Energiesparlampe oder der LED ist die Energieeffizienz aber deutlich geringer. Halogenlampen erreichen die Energieeffizienzklasse D und besser.

Tabelle 3: Vergleich des Stromverbrauchs und -kosten von Halogen- und LED-Lampen
Lumen Halogenlampe LED Stromkostenersparnis bei 15.000 Stunden Brenndauer
270 18 Watt 3 Watt 63 Euro
420 28 Watt 5 Watt 97 Euro
630 42 Watt 8 Watt 143 Euro
795 53 Watt 10 Watt 181 Euro

Stromverbrauch selber reduzieren

Neben dem Kauf energieeffizienter Lampen ist auch die Nutzung für den Stromverbrauch der Beleuchtung entscheidend. Wird das Licht nicht gebraucht – einfach abschalten. Wer sich nicht selbst darum kümmern will, kann auch auf Bewegungs- und Präsenzmelder zurückgreifen. Zusätzlichen Komfort können z.B. automatisches Abschalten wie in vielen Treppenhäusern bieten.

Durch eine tageslichtabhängige Steuerung lässt sich gegenüber ungeregelten Systemen bis zu 75 Prozent des Stromverbrauchs der Beleuchtung sparen. Je besser das verfügbare Tageslicht genutzt wird, desto größer ist die erzielbare Einsparung beim Stromverbrauch.

In Zukunft werden im sogenannten Smart Home (intelligentes Haus) noch viele weitere Möglichkeiten bestehen, um die Beleuchtung optimal an die Bedürfnisse der Bewohner anzupassen und gleichzeitig energieeffizient zu steuern.

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"Stromverbrauch-Kennwerte von Beleuchtungen" wurde am 02.11.2017 das letzte Mal aktualisiert.