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So funktioniert eine Verbundwarte

Störungen und Mengenungleichgewichte von Strom, Erdgas, Trinkwassser, Wärme und Abwasser rasch zu erkennen und zu beheben, ist seit jeher Aufgabe der Verbundwarten der Energienetzbetreiber. Durch die steigende Anzahl an Solar- und Windkraftanlagen wachsen jedoch die Herausforderungen: Angebot und Nachfrage müssen stets in Einklang stehen, sonst drohen Ausfälle. Besonders im Hinblick auf die immer „smarter“ werdenden Städte nehmen Verbundwarten eine immer wichtigere Schlüsselrolle ein.

Den Verbundwarten erfüllen eine große Koordinierungs- und Steuerungsaufgabe, die an Komplexität weiter zunimmt. Elektrische Energie muss dort zur Verfügung stehen, wo und wann diese gerade gebraucht wird. Mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien und der steten Zunahme an Elektromobilität wird diese Herausforderung weiter wachsen.

Drehen sich die Windräder auf Hochtouren und speisen alle Solarkraftwerke an sonnenreichen Tagen ein, muss der eingespeiste Strom sicher transportiert und verteilt werden. Ebenso muss ausreichend Strom zur Verfügung stehen, wenn kein Wind weht und sich die Sonne rar macht.

Damit es nicht zum Blackout kommt, wird das Netz von einer Verbundwarte genau überwacht und im Zweifel eingegriffen. Das Innere der Verbundwarte gleicht einem Cockpit. In einem Rondell aus blinkenden Computerbildschirmen sitzen die Energiedispatcher, die Wächter der Netze. Sie müssen rund um die Uhr den reibungslosen Fluss von Strom, Erdgas, Wärme und Wasser im gesamten Netz überwachen, jede Störung aufspüren, die Wärme- und Wasserversorgungen kontrollieren. Weiterhin werden noch viele Blockheizkraftwerke und Heizwerke bzw. Kesselanlagen überwacht und gesteuert. Die Bedarfe werden prognostiziert und ggf. werden die Transportkapazitäten angepasst.

Blick auf den Leitstand einer Verbundwarte der bnNETZE (Foto: badenova AG & Co. KG)
Blick auf den Leitstand einer Verbundwarte der bnNETZE (Foto: badenova AG & Co. KG)

Wenn Wetterkapriolen, wie Sturm oder Eisbruch, die Stromnetze beanspruchen oder ein Kälteeinbruch alle Erdgasvorräte aufzehrt, wird die ständige Bereitschaft alarmiert. Im Strombereich überwachen die Dispatcher Umspannwerke, Schalthäuser und unzählige Trafostationen sowie sämtliche weiteren Leitungen und Anlagen im Netz.

Ob Strom, Erdgas, Wärme oder Wasser, Abwasser: Die aktuellsten Wetterdaten stehen stets im Fokus der Aufmerksamkeit. Wird in einer kalten Nacht zu wenig Erdgas aus dem vorgelagerten Netz bezogen, muss im Zweifel teuer zusätzliche Transportkapazität nachgekauft werden, zum finanziellen Nachteil des gesamten Unternehmens. Deshalb sind erfahrene Dispatcher von höchster Wichtigkeit.

Verbundwarten bearbeiten häufig mehr als 10.000 Entstörungen pro Jahr, oft unbemerkt vom Kunden, da durch komplexe Um- oder Zuschaltungen, die Energieflüsse oft rasch wieder ins Lot gebracht werden können.

Aufgrund der Digitalisierung immer neuer Bereiche des Lebens, der Zunahme der E-Mobilität und natürlich dem weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien in der Region, nimmt die Komplexität der Aufgaben in der Verbundwarte weiter zu. Auch sind zunehmend, im Zuge der Umsetzung der EU-Gridcodes, umfangreiche Aufgaben der Datenbereitstellung und –übermittlung an vor- und nachgelagerte Netzebenen zu erbringen.

Weitere Informationen zum Stromnetz-Management

"So funktioniert eine Verbundwarte" wurde am 17.08.2018 das letzte Mal aktualisiert.