Finden Sie jetzt Ihren Energie-Experten! 2847 registrierte Profis direkt erreichen und kostenlos vergleichen!
Jetzt lesen: So funktioniert energie-experten.org

Marktprämie für die Vermarktung von Solarstrom

Wie funktioniert das Marktprämienmodell? Wie berechnet sich die Marktprämie? Lohnt sich eine Direktvermarktung mit der Marktprämie?

Die direkte Vermarktung von Solarstrom kann durch das EEG mit dem Marktprämienmodell gefördert werden. Die Marktprämie, die die Differenz zwischen dem monatlich ermittelten durchschnittlichen Wert des Stroms und der fixen EEG-Vergütung ausgleicht, soll den Betreibern von PV-Anlagen einen Anreiz geben, in eine netz- und vermarktungsorientierte Steuerbarkeit zu investieren. Denn, gelingt es dem Betreiber der Solaranlage, seinen Solarstrom zu nachfragestärkeren Zeiten zu höheren Preisen zu verkaufen, kann mit der Marktprämie zusammen sogar ein höherer Erlös als die fixe EEG-Vergütung erzielt werden.

Preise und Angebote für Solaranlagen kostenlos vergleichen

Finden Sie jetzt Energie-Experten in Ihrer Nähe:
 

Funktion und Ziele des Marktprämienmodells

Da die durchschnittlichen Marktpreise über das Jahr gesehen schwanken und üblicherweise niedriger sind als die Einspeisevergütung, besteht für einen PV-Anlagenbetreiber in der Regel kein Anreiz, seinen Solarstrom selbst am Markt zu verkaufen. Damit die Wirtschaftlichkeit von Solaranlagen auch bei einer Direktvermarktung trotzdem weiterhin sichergestellt wird, sorgt die Marktprämie dafür, dass der Verkauf des PV-Stroms mindestens die Stromerzeugungs- und Vermarktungskosten wieder einbringt.

Vereinfacht ausgedrückt, regelt das Marktprämienmodell, dass der Anlagenbetreiber einen Erlös vom Käufer seiner Stromerzeugung sowie die Differenz zur sonst erhaltenen EEG-Vergütung vom Netzbetreiber erhält. Dadurch bleibt die Investitionssicherheit des Anlagenbetreibers gewahrt, da ihm das Vermarktungsrisiko weitgehend genommen wird. Zudem wird im Gegensatz zur gesetzlich garantierten Einspeisevergütung ein Anreiz geschaffen, den Strom der Solaranlage direkt zu vermarkten und somit schrittweise die Marktintegration von Photovoltaik-Strom zu fördern.

Erlöse über eine fixe Einspeisevergütung im Vergleich zum variablen Marktprämienmodell (Grafik: energie-experten.org)
Erlöse über eine fixe Einspeisevergütung im Vergleich zum variablen Marktprämienmodell (Grafik: energie-experten.org)

Methodik zur Berechnung der Marktprämie

Die Höhe der Marktprämie wird jeweils rückwirkend monatlich berechnet als Differenz zwischen der EEG-Vergütung für den Solarstrom der Solaranlage und einem energieträgerspezifischen Referenzmarktwert des PV-Stroms:

Formel zur Berechnung der Marktprämie

Marktprämie = fixe Einspeisevergütung – Monatsmittelwert des energieträgerspezifischen Referenzmarktpreises

Der zur Berechnung der Marktprämie notwendige energieträgerspezifische Referenzmarktwert entspricht dem monatlich an der Energiebörse zu erzielenden Mindesterlös für vermarkteten Strom. Der Referenzmarktwert ist dabei die Differenz aus dem Monatsmittelwert der gehandelten Stundenkontrakte am Spotmarkt der Leipziger Strombörse EPEX Spot SE und einer Prämie für alle mit dem Börsenhandel verbunden Vermarktungskosten als auch den Kosten für die Erstellung der Einspeiseprognosen sowie deren Abweichungen (früher Managementprämie). Die genauen Referenzwerte zur Berechnung der Marktprämie nach § 33g in Verbindung mit Anlage 4 EEG werden monatlich zentral über die Informationsplattform der deutschen Übertragungsnetzbetreiber bekannt gegeben.

Erlöspotenziale der Marktprämie für Solaranlagenbetreiber

  • Da sich die Marktprämie bei Erlösen oberhalb des Monatsmittelwerts nicht anteilig verringert, können höhere Einnahmen als die Einspeisevergütung erzielt werden.
  • Solaranlagenbetreiber, die ihren Strom entsprechend des Marktprämienmodells vermarkten, könnten Solarstrom auch am Regelenergiemarkt anbieten.
  • Mit einem Zusammenschluss von Anlagenbetreibern können u. U. gezielt höhere Erlöse in hochpreisigen Marktphasen als der allgemeine Marktpreis erzielen.
  • Steigen die Strompreise an der Börse dauerhaft an, können PV-Anlagen evtl. gewinnbringend verpachtet oder Großanlagen verkauft werden.
Erlösobergrenzen im Sinne des Marktprämienmodells* (Quelle: BSW Solar)
Inbetriebnahme abPV-Leistung bis 10 kWpPV-Leistung von 10 bis 40 kWpPV-Leistung über 40 kWp
01.04.201315,92 Cents pro kWh15,10 Cents pro kWh13,47 Cents pro kWh
01.05.201315,63 Cents pro kWh14,83 Cents pro kWh13,23 Cents pro kWh
01.06.201315,35 Cents pro kWh14,56 Cents pro kWh12,99 Cents pro kWh
01.07.201315,07 Cents pro kWh14,30 Cents pro kWh12,75 Cents pro kWh
01.08.201314,80 Cents pro kWh14,04 Cents pro kWh12,52 Cents pro kWh
01.09.201314,54 Cents pro kWh13,79 Cents pro kWh12,30 Cents pro kWh
01.10.201314,27 Cents pro kWh13,54 Cents pro kWh12,08 Cents pro kWh
01.11.201314,07 Cents pro kWh13,35 Cents pro kWh11,91 Cents pro kWh
01.12.201313,88 Cents pro kWh13,17 Cents pro kWh11,74 Cents pro kWh
01.01.201413,68 Cents pro kWh12,98 Cents pro kWh11,58 Cents pro kWh
01.02.201413,55 Cents pro kWh12,85 Cents pro kWh11,46 Cents pro kWh
01.03.201413,41 Cents pro kWh12,72 Cents pro kWh11,35 Cents pro kWh
01.04.201413,28 Cents pro kWh12,60 Cents pro kWh11,23 Cents pro kWh
01.05.201413,14 Cents pro kWh12,47 Cents pro kWh11,12 Cents pro kWh
01.06.201413,01 Cents pro kWh12,34 Cents pro kWh11,01 Cents pro kWh
01.07.201412,88 Cents pro kWh12,22 Cents pro kWh10,90 Cents pro kWh
01.08.201413,15 Cents pro kWh12,80 Cents pro kWh11,49 Cents pro kWh
01.09.201413,08 Cents pro kWh12,74 Cents pro kWh11,43 Cents pro kWh

* Für die Richtigkeit der Angaben wird keinerlei keine Gewähr übernommen.

Aktuelle Regelung der Marktprämie im EEG 2014

Das aktuelle EEG 2014 hält einige Änderungen im Bereich der Marktprämie bereit. So wurde u. a. eine verpflichtende Direktvermarktung für Betreiber neuer Solarstromanlagen mit mehr als 500 kWp installierter Leistung eingeführt. Ab 2016 gilt diese Verpflichtung auch für Anlagen ab 100 kWp. Zur Direktvermarktung wird ein Vermarkter notwendig, sofern der überschüssige Solarstrom nicht selbst verkauft werden kann.

Da die erzielbaren Erlöse an der Strombörse die Kosten einer Solarstromanlage allein nicht decken können, erhalten Photovoltaik-Betreiber zusätzlich zur Marktprämie für den Mehraufwand durch die Direktvermarktung einen Aufschlag in Höhe von 0,4 Cent pro Kilowattstunde auf die Marktprämie. Das Grünstromprivileg als auch die Managementprämie fallen im neuen EEG 2014 hingegen weg.

Zukünftige Entwicklung der gleitenden Marktprämien-Vergütung

Im August 2018 betrug die Marktprämie erstmals null Cent. Der Anlagenbetreiber erhält damit keine aus dem EEG-Konto zu zahlende gleitende Marktprämie. Dies bedeutet, die Solaranlagen hätten damit nicht das EEG-Konto belastet, sondern sich direkt über den Stromverkauf finanziert.

Der Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. (BEE) sieht im erstmaligen Auftreten einer Marktprämie in Höhe von null Cent eine historische Trendwende. Ursächlich hierfür sind zum einen die in den vergangenen Jahren deutlich gesunkenen Gestehungskosten von Erneuerbare-Energie-Anlagen. Zum anderen konnten Erneuerbare Energien besser vermarktet werden. Auch die gestiegenen Zertifikatspreise für CO2 im Europäischen Emissionshandel trugen dazu bei, weil sie die Position der Erneuerbaren gegenüber konventionellen Energien verbessern.

Der BEE schätzt, dass das, was im August 2018 im Einzelfall oder in wenigen Fällen eintraf, in den nächsten Jahren mehr und mehr Normalität werden dürfte. Experten schätzen, dass ab dem Beginn der 2020er Jahre, wenn die ersten Anlagen aus dem EEG fallen sowie die AKWs abgeschaltet sind und ein potenzieller Kohleausstieg anstehe, die Marktwerte für Photovoltaik- und Windkraftanlagen sich weiter erhöhen werden. Immer mehr Anlagen werden dann keine Marktprämie mehr erhalten, was gleichzeitig auch die EEG-Umlage entlasten wird.

Angebote für PV-Anlagen von Fachbetrieben vor Ort vergleichen

Finden Sie jetzt Energie-Experten in Ihrer Nähe:
 

Weitere Informationen zur Direktvermarktung

"Marktprämie für die Vermarktung von Solarstrom" wurde am 14.03.2016 das letzte Mal aktualisiert.