Letzte Aktualisierung: 06.07.2020

Balkon-Solaranlage: E-Technik, Vorschriften & Preise im Vergleich

Was ist ein Balkon-Solarmodul? Darf man den Strom direkt in die Steckdose einspeisen? Wieviel kWh lassen sich am Balkon produzieren? Muss ein Solarbalkon genehmigt werden? Was kostet eine Balkon-Solaranlage inklusive Montage?
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Eine Balkon-Solaranlage ist eine Mini-Version der großen Solarstrom-Anlagen (Photovoltaik), wie sie auf Dächern, an Fassaden oder auf Freiflächen montiert sind. Sie verschafft Mietern oder Besitzern von Wohnungen die Möglichkeit, auf dem Solarbalkon ihren eigenen, umweltfreundlichen Solarstrom zu erzeugen – und so Strom vom Stromversorger und die Kosten dafür zu reduzieren. Eine typische Balkon-Solaranlage besteht aus ein bis zwei Solarmodulen, die Leistungen variieren zwischen 200 und 600 Watt. Laut DGS lasse sich damit bis zu einem Fünftel des Stromverbrauchs eines deutschen Durchschnittshaushalts decken.

  • Steckbare Solar-Geräte sind kleine, eigenständige PV-Anlagen, die einfach an einer haushaltsüblichen Steckdose angeschlossen werden (besonderer Stecker / Steckdose). Auf diesem Weg speisen sie Strom direkt ins Stromnetz der Wohnung. Der Strom wird dann von den angeschlossenen und eingeschalteten Elektrogeräten verbraucht.
  • Vor der Montage am Balkon wird empfohlen, den Mietvertrag zu prüfen und den Vermieter zu fragen. Ob dieser die Montage verbieten darf, ist juristisch allerdings noch nicht behandelt.
  • Während Module auf dem Dach mehrere tausend Kilowattstunden erzeugen, sind es bei Solaranlagen am Balkon nur wenige hundert Kilowattstunden. Typischerweise haben die meisten Balkon-Solarmodule eine Leistung von 200 bis 600 Watt.
  • Strom der Balkon-Solaranlage, der nicht gleich selbst verbraucht wird, wird in das normale Stromnetz eingespeist. Wichtig zu wissen: Der Stromzähler darf nicht rückwärtslaufen. Das würde aber passieren, wenn mehr Strom eingespeist als verbraucht wird. Rechtlich sind Verbraucher auf der sicheren Seite, wenn sie einen Zähler mit Rücklaufsperre haben.
  • Ein wesentlicher Vorteil der Balkon-Anlagen besteht darin, dass sie sich unkompliziert installieren lassen und auch bei einem Umzug schnell ab- und wieder angebaut sind. Damit sind sie bislang die einzige Technologie, mit der auch Mieterinnen und Mieter wirklich selbst erneuerbare Energie für den Eigenverbrauch erzeugen können.
  • Wer ein Solargenerator auf dem Balkon installieren möchte, muss diesen bei seinem Netzbetreiber anmelden. Bisher gibt es allerdings keine einheitlichen Regelungen und Vorschriften, wie die Netzbetreiber damit umgehen müssen. Da Balkon-Anlagen am Stromnetz hängen und Strom ins Netz eingespeist wird, sind auch diese Anlagen im Marktstammdatenregister einzutragen.

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Aufbau und Funktionsweise einer typischen Balkon-Solaranlage

Eine Balkon-Solaranlage tut das, was jede andere Solarstromanlage auch macht: Sie wandelt Sonnenenergie in nutzbaren Strom um. Allerdings ist eine solche Photovoltaik-Anlage für den Solarbalkon eine Mini-Ausgabe der großen Anlagen, die landauf landab auf Dächern, an Fassaden oder auf Freiflächen installiert sind. Die auch Stecker-Solaranlage, steckerfertige Anlage oder lautmalerisch Balkon-Kraftwerk oder Guerrilla-Solaranlage genannten Minis sind fest montiert oder mobil.

Wegen des im Vergleich zu Dach, Fassade oder Freifläche geringeren Platzes auf Balkon oder Terrasse besteht eine Balkon-Solaranlage typischerweise aus „nur“ einem oder zwei Solarmodulen. Die werden so platziert, dass sie möglichst viel Sonne „empfangen“ und verarbeiten können.

Balkon-Solaranlagen kaufen Sie in der Regel als Paket: Neben den Solarmodulen stecken darin auch noch der sogenannte Modulwechselrichter, der den Solarstrom netzkonform umwandelt. Er wird in der Regel nahe den Modulen (bestenfalls an der Unterkonstruktion derselben) montiert und ist nur für diese zuständig. Sie können aber jederzeit mehrere Wechselrichter zusammenschließen, wenn Sie die Balkon-Solaranlage erweitern möchten. Zwischen Modul und Wechselrichter verlaufen Kabel mit Standardsteckern.

Das 230-Volt-Ausgangskabel des Wechselrichters lässt sich mit dem zugehörigen Schukostecker in eine beliebige Haushaltssteckdose stöpseln (Plug-in-Anlage), so dass der vom Wechselrichter umgewandelte Strom direkt ins elektrische Netz des Verbraucherhaushalts eingespeist und dort von den kleinen und großen Strom ziehenden Elektrogeräten im Haushalt verbraucht werden kann.

Expertenwissen: Der Anschluss der Balkon-Solaranlagen darf nur über eine spezielle Energiesteckvorrichtung unter Berücksichtigung der Anforderungen nach DIN VDE V 0100-551 und DIN VDE V 0100-551-1 erfolgen. Dann kann auch in vorhandene Endstromkreise eingespeist werden.

Stromzähler: So zählen werden die kWh gezählt

Sollte die Balkon-Solaranlage einmal mehr Strom liefern, als im Haus verbraucht wird, wird der Solarstrom automatisch ins öffentliche Stromnetz eingespeist.

Ältere Zähler würden in diesem Fall „rückwärts“ laufen – das ist gesetzlich verboten. Da Sie aber verpflichtet sind, ihrem Stromversorger den Betrieb einer Balkon-Solaranlage zu melden, wird dieser Ihnen einen neuen Stromzähler mit sogenannter Rücklaufsperre einbauen.

Moderne Stromzähler mit einer solchen Rücklaufsperre arbeiten saldierend. Das heißt, dass der mit der Balkon-Solaranlage erzeugte Solarstrom auf einer Phase mit dem im Haushalt verbrauchten Strom auf einer anderen Phase verrechnet wird.

Beispiel: Angenommen, Sie haben auf Phase-1 Ihres Stromnetzes Stromverbraucher mit 1.000 Watt Leistung angeschlossen. Auf Phase-3 produziert Ihre Balkon-Solaranlage 1.000 Watt Solarstrom. Dann verrechnet der Stromzähler automatisch die Phasen und zeigt in der Summe keinen Stromverbrauch an. Anders sieht es aus, wenn Sie auf der einen Phase 1.200 Watt Strom verbrauchen und auf der anderen 1.000 Watt erzeugen: Dann zählt der Stromzähler nur den Mehrverbrauch von 200 Watt.

Grundsätzlich ist es zum Verrechnen vom Stromzähler unerheblich, in welche der drei Phasen Ihres Hausnetzes die Balkon-Solaranlage Solarstrom einspeist und an welcher Phase die Verbraucher hängen.

Expertenwissen: Wer über den von der Balkon-Solaranlage erzeugten PV-Ertrag auf dem Laufenden bleiben möchte, der kann sich ein entsprechendes Messgerät kaufen, das sowohl den aktuellen Ertrag, als auch die in Summe erzeugte Strommenge sowie die Stromersparnis in Euro beziffert.

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Balkon-Solaranlagen – gängige Gerätevarianten

Auch wenn der Betrieb von Balkon-Solaranlagen erst seit 2018 mit dem Veröffentlichen einer sogenannten nationalen Vornorm DIN VDE 0100-551-1 geregelt ist, die erlaubt, Balkon-Solaranlagen mit modernem Wechselrichter zur privaten Nutzung an normale Haushaltsstromkreise anzuschließen, gibt es bereits unterschiedliche Gerätetypen, die sich in der Praxis bewährt haben. Denn in Ländern wie der Schweiz, Österreich oder Portugal ist der Betrieb schon seit Längerem unkompliziert geregelt.

  • So gibt es Solarmodule, die Sie außen an die Brüstung von Balkon oder Dachterrasse „hängen“ können. Je nach Standort geschieht das nicht nur lotgerecht, also senkrecht, sondern in einem optimalen Winkel Richtung Sonne. Den Winkel realisieren Sie mit geeigneten Halterungen und/oder Abstandshaltern.
  • Zudem gibt es Solarmodule, die sich direkt als Balkonbrüstung bzw. als Balkongeländer verbauen lassen. Die zum Beispiel Glashalteprofile aus Aluminium mit den Solarzellen montieren Sie dann am Geländerpfosten. Solche Balkongeländer mit Solar machen Ihren Balkon buchstäblich zu einem Solarbalkon.
  • Wer genug sonnenbeschienene Hauswand auf Balkon oder Terrasse hat, kann die Solarmodule auch dort festmachen.
  • Neben diesen dauerhaft platzierten Balkon-Solaranlagen gibt es mobile Geräte, die Sie je nach Sonnenstand am Himmel auf dem Balkon oder der Terrasse gen Sonne ausrichten können.

Kosten und Preise von Balkon-Solaranlagen

Preislich bewegen sich Balkon-Solaranlagen zwischen 450 und 750 Euro. Einen Überblick der Kosten und Preise für den Solarbalkon liefert die folgende Tabelle:

Tabelle: Die 20 wirtschaftlichsten Balkon-Solarmodule nach Stromgestehungskosten (Stand: April 2019)*
Balkonmodul Solar-Leistung Anlagen-Preis Kosten pro kWh
Bosswerk selfPV Komplettpaket 275Wp - EVT 275 Watt 310 Euro 6,00 Cents pro kWh
Bosswerk selfPV Komplettpaket 300Wp - EVT 300 Watt 340 Euro 6,10 Cents pro kWh
Alpha Solar & Heizungstechnik 310 W Balkonkraftwerk Winaico 310 Watt 367 Euro 6,50 Cents pro kWh
CarpeDiem Energy steckerfertige Mini-Solaranlage MK275 EVT 270 Watt 341 Euro 6,60 Cents pro kWh
Alpha Solar & Heizungstechnik 620 W Balkonkraftwerk Winaico 620 Watt 627 Euro 6,70 Cents pro kWh
Bosswerk selfPV Komplettpaket 550Wp - EVT 550 Watt 578 Euro 6,70 Cents pro kWh
Alpha Solar & Heizungstechnik 550 W Balkonkraftwerk Trina Solar 550 Watt 587 Euro 6,80 Cents pro kWh
Alpha Solar & Heizungstechnik 275 W Balkonkraftwerk Trina Solar 275 Watt 357 Euro 6,90 Cents pro kWh
CarpeDiem Energy steckerfertige Mini-Solaranlage MK300 EVT 300 Watt 381 Euro 6,90 Cents pro kWh
CarpeDiem Energy steckerfertige Mini-Solaranlage MK300 EVT FullBlack 300 Watt 381 Euro 6,90 Cents pro kWh
Bosswerk selfPV Komplettpaket 600Wp - EVT 600 Watt 638 Euro 7,00 Cents pro kWh
CarpeDiem Energy steckerfertige Mini-Solaranlage MK550 EVT 550 Watt 601 Euro 7,00 Cents pro kWh
CarpeDiem Energy steckerfertige Mini-Solaranlage MK275 SMI 270 Watt 371 Euro 7,20 Cents pro kWh
CarpeDiem Energy steckerfertige Mini-Solaranlage MK600 EVT 600 Watt 661 Euro 7,30 Cents pro kWh
CarpeDiem Energy steckerfertige Mini-Solaranlage MK600 EVT FullBlack 600 Watt 661 Euro 7,30 Cents pro kWh
Alpha Solar & Heizungstechnik 295W / 305W Balkonkraftwerk Trina Solar 295 Watt 399 Euro 7,30 Cents pro kWh
CarpeDiem Energy steckerfertige Mini-Solaranlage MK320 EVT 320 Watt 426 Euro 7,30 Cents pro kWh
Alpha Solar & Heizungstechnik 600 W Balkonkraftwerk Trina Solar 600 Watt 667 Euro 7,30 Cents pro kWh
indielux stapl-e budget 280 Watt 389 Euro 7,40 Cents pro kWh
CarpeDiem Energy steckerfertige Mini-Solaranlage MK640 EVT 640 Watt 701 Euro 7,40 Cents pro kWh

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Häufige Fragen zu Stecker-Balkon-Modulen

Welchen Stromzähler brauche ich?

Wenn das Stecker-Balkon-Modul weniger als 800 Watt leistet und die Netzrückspeisung des Solar-Gerätes geringer als 4% des Jahresstrombezugs ausfällt, ist jeder Zähler geeignet. Wenn das Balkon-Kraftwerk weniger als 800 Watt leistet und die Netzrückspeisung höher als 4% des Jahresstrombezugs ausfällt, ist ein Zähler mit Rücklaufsperre für den rechtssicheren Betrieb nötig. Ab 1000 Watt Leistung wird ein Zwei-Richtungs-Zähler nötig.

Wird der ins Netz eingespeiste Strom gezählt?

In das Stromnetz eingespeister Solarstrom vom Steckersolargerät muss nicht gezählt werden, wenn er nicht EEG vergütet wird. Grundlage bildet der EU Netzkodex 2016/631, nach dem Stromerzeugungseinrichtungen unter 800 Watt nicht signifikant sind. Mittels Zwei-Richtungszähler oder Smart Meter kann der Strom aber erfasst werden.

Wieso fließt der Solarstrom vom Modul in die Steckdose?

Die Spannung des Solarstecker-Gerätes ist leicht höher als die Netzspannung. Der Strom fließt immer von der hohen zur niedrigen Spannung. Daher fließt der eigene PV-Strom in die Steckdose in das Hausstromnetz.

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