Letzte Aktualisierung: 23.05.2022

PV Modul-Größen im Überblick

Lange Zeit waren die Größenmaße von Solarmodulen häufig je nach Hersteller und Typ recht unterschiedlich. Mit zunehmender Massenproduktion und auch Standardisierung der Produktionsverfahren glichen sich aber auch die Größe der PV-Module immer weiter an. Seit 2017 gibt es nun einen Branchenstandard, an den viele Hersteller ihre Modul-Größe anpassen, um eine einheitliche Modulinstallation auf Seiten der Montagesysteme sicherzustellen.

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Entwicklung der Solarmodul-Größe

Die Modulgrößen bzw. Modulmaße waren lange Zeit nicht einheitlich. Dies lag vornehmlich daran, dass keine Standard-Maße vorgeschrieben waren, sodass es jedem Hersteller selbst überlassen war, welche Größe seine PV-Module haben.

Standard-Solarmodule hatten bis etwa Mitte der 1990er Jahre häufig eine Größe von 1200 x 600 mm mit einer Leistung von rund 90 Watt. Da fortan größere Solarzellen (8 Zoll statt 4 Zoll) produziert wurden, änderte sich auch die PV-Modul-Größe.

Durch die zunehmende Standardisierung der Zell- und Modulherstellung haben sich aber auch die Größe der Photovoltaik-Module vereinheitlicht, da viele Hersteller aus Kostengründen in ihrer Produktion ähnliche Maschinen einsetzen. So haben u.a. die Laminatoren, in denen die Solarmodule hergestellt werden, meist eine einheitliche Größe, sodass sich bei vollautomatisierten Herstellungsstraßen die Größe der Solarmodule häufig ähneln.

Bis 2010 war die gängige Wafergröße M0 (156 x 156 mm). Danach folgte bis 2018 eine Standardgröße von M2 (156,75 x 156,75 mm). Ab 2019 war meist die Standardgröße M3 (158,75 x 158,75 mm). Im Jahr 2021 gewannen die Wafergrößen M6 (166 x 166 mm) und M10 (182 x 182 mm) immer mehr Marktanteile, wobei Letztere in Deutschland aufgrund der Vorgaben bei der maximal erlaubten Modulgröße von 2m2 auf Dachanlagen hauptsächlich für Solarparks interessant sind.

Experten-Wissen: Die allgemeine bauaufsichtliche Zulassung des Deutschen Instituts für Bautechnik (DIBT) sieht vor, dass nur Solarmodule mit einer Größe bis zwei Quadratmetern in Photovoltaik-Dachanlagen auf Dächern bis 75 Grad Neigung verbaut werden dürfen. Größere Module haben keine baurechtliche Zulassung und dürfen nicht in Dachanlagen verbaut werden. Werden größere Module ohne baurechtliche Zulassung auf dem Dach verbaut kann ein Verstoß gegen den Stand der Technik und damit Mangel vorliegen und die Gebäudehaftpflicht für einen Schaden gegen Dritte entfallen. Module für Freiflächen-Anlagen dürfen größer sein. Kollektoren für Solarthermie-Anlagen dürfen bis zu drei Quadratmeter groß sein.

Standard-Größen nach Zell-Größe

Mit Beginn der industriellen Massenfertigung von Solarmodulen wurden häufig Photovoltaik-Module mit 60 kristallinen Siliziumzellen mit quadratischen "Standardzellen M0" mit einer Kantenlänge von etwa 156 mm x 156 mm - sogenannte 6-Zoll- (6"-) Zellen - eingesetzt. Diese 60 Solarzellen wurden in 10 Reihen und 6 Spalten angeordnet, sodass sich bereits aus der Zellanordnung eine bestimmte Solarmodul-Größe ergab.

Durch die Abstände zwischen den Zellen von typischerweise 4 bis 5 mm und die Randabstände zum Rahmen von rund 2 cm von den Längsseiten und etwa 3 bis 5 cm an den kurzen Seiten ergab sich eine typische Modulgröße mit 60 Zellen von etwa 1640 x 1000 mm. Je nach der Anzahl der verbauten 6"-Zellen im Modul ergaben sich variierende PV Modul-Größen.

Tabelle 1: Beispiele für Solarmodul-Größen je nach Anzahl von 6"-Zellen
Anzahl Zellen Verteilung der Solarzellen Größe Photovoltaik-Modul
36 Zellen 4 x 9 1500 x 690 mm
48 Zellen 6 x 8 1320 x 1000 mm
54 Zellen 6 x 9 1480 x 1000 mm
60 Zellen 6 x 10 1640 x 1000 mm
72 Zellen 6 x 12 2000 x 1000 mm

Auf den M0-Wafer folgten M2-Wafer mit bereits 156,75 x 156,75 mm. M2-Wafer ergaben dann Modulmaße von 1640 bzw. 1650 x 992 mm (Länge x Breite) für ein 60-zelliges Vollzellenmodul.

Tabelle: Standard-Zell-Maße im Überblick
Wafer Maße (Länge x Breite in mm)
M12 210 x 210
M10 182 x 182
M6 166 x 166
M5 165 x 165
M4 161,7 x 161,7
M3 158,75 x 158,75
M2 156,75 x 156,75
M0 156 x 156

Ab etwa 2014 gab es auch einige M4 (161,7 mm x 161,7 mm) Wafer auf dem Markt. Im Jahr 2016 begann der Wechsel von 156mm x 156mm zu den größeren Formaten von 156,75mm x 156,75mm (M2) in der Massenproduktion.

In den Jahren 2018 bis 2019 wurde G1 (quadratischer Wafer 158,75 mm x 158,75 mm) auf den Markt gebracht und von einigen Solarzellenherstellern übernommen. Bis 2019 wurden M6-Wafer eingeführt. Das 6"-Format M2 sollte von G1 und M6 ersetzt werden.

Als Standard-Wafergröße zeichneten sich seit 2020 mittlerweile Wafer mit einem Durchmesser von 182 mm2 (M10) bzw. 210 mm2 (M12) ab.

Tabelle: Überblick über Halbzellen- und Drittelzellen Module (Stand: 2021)
Zell-Format Zellteilung Hersteller Leistungsklasse in Wp Maße in mm Zellanzahl
M10 Halbzelle Jinko 530 2230 x 1134 x 35 144 (2x72)
M10 Halbzelle Jinko 610 2411 x 1134 x 35 156 (2x78)
M10 Halbzelle JA 545 2279 x 1134 x 35 144 (2x72)
M10 Halbzelle Longi 540 2256 x 1133 x 35 144 (2x72)
M10 Halbzelle Canadian 580 2438 x 1135 x 35 144 (2x72)
M12 Drittelzelle JA 800 2219 x 1756 x 40 240 (8x30)
M12 Drittelzelle Trina 495 2187 x 1102 x 35 100 (2x50)
M12 Drittelzelle Trina 540 2384 x 1096 x 35 110 (2x55)
M12 Drittelzelle Trina 600+ 2172 x 1303 x 35 120 (2x60)
M12 Drittelzelle Risen 495 2240 x 1102 x 35 100 (2x50)
M12 Drittelzelle Risen 590 2172 x 1303 x 35 120 (2x60)

Aktuelle Standard-Größen von PV Modulen

Um die Modulinstallationen auf der Unterkonstruktion zu standardisieren, passen die Modul-Hersteller die Größen ihrer PV-Module seit 2017 nach und nach an einen gemeinsamen Branchenstandard an. Dabei geht es vornehmlich nicht um die Größe der Solarmodule, sondern um die Größe und Position der Montagebohrungen und einer damit einhergehenden Standardisierung der Rahmengrößen.

Tabelle 2: Standard-Abmessung von Solarmodulen
Modul-Typ 60 Zellen 72 Zellen
Modulgröße 1650 x 992 mm 1960 x 992 mm
Montageloch-Distanz (Lange Seite) 990 mm 1300 mm
Montageloch-Distanz (Kurze Seite) 947 mm 947 mm
Montageloch-Größe 9 x 14 mm 9 x 14 mm

Die drei chinesischen Modulhersteller JA Solar, Jinkosolar und Longi einigten sich 2021 auf Standard-Längen, Breiten und Montagelochabstände für Photovoltaik-Module, die mit 182 Millimeter messenden Wafern (M10) hergestellt werden.

Tabelle: Standardgrößen für Module mit 182 mm Wafern
Solarmodul Größe Abstand Montagelöcher
54-Zellen-Module 1.722 x 1.134 mm 1.400 mm
72-Zellen-Module 2.278 x 1.134 mm 1.400 mm
78-Zellen-Module 2.465 x 1.134 mm 400 bis 1.500 mm

Für Solarmodule, die auf dem 2019 eingeführten 210-Millimeter-Waferformat basieren, hat die China Photovoltaic Industry Association (CPIA) neue Standardgrößen für großformatige Module bekannt geben. Zu den neuen Größen zählen u.a. die Modulabmessungen, die Größe und Positionierung der Befestigungslöcher für das Montagesystem und andere Details wie die Zellabstände.

Tabelle: Standardgrößen für Halbzellen-Module (Single-Glas, gerahmt/ Doppel-Glas, gerahmt) mit 210 mm Wafern (Quelle: Trina Solar)
Anzahl der Zellen Modullänge [mm] Modulbreite [mm] Abstand der Befestigungslöcher an der langen Seite [mm]
110 2384±2 1096±2 400/1400±1
120 2172±2 1303±2 400/1400±1
132 2384±2 1303±2 400/1400±1

Photovoltaik-Module in Sondergrößen

Neben dem üblichen Standardmaß von ca. 1,65 x 1,00 m hat sich bei Solarmodulen eine Zwischengröße etabliert, die für eine optimale Dachflächenbelegung hinzugekauft werden können. Hier betragen die Modulgrößen etwa 1,35 - 1,47 x 1,00 m.

Zudem gibt es Anbieter, die spezielle Größen als auch Formen mit z. B. abgeschrägten Kanten herstellen. Ebenso können Dummy- und Lückenschlussmodule nach den örtlichen Gegebenheiten gefertigt werden, sodass eine Solaranlage die gesamte Dachfläche ausnutzt.

Sondergrößen finden Sie überdies auch bei kleinen Solar-Inselanlagen für Wohnmobile, Außenbeleuchtungen etc. Diese Solarmodulgrößen können Sie im entsprechenden Fachhandel kaufen.

Experten-Tipp: Dem Trend zu immer größeren Modulen folgend, können flexible Montagesysteme eine Reihe von Vorteilen bieten. Installateure können nicht nur das System, mit dem sie vertraut sind, für verschiedene Modulgrößen verwenden. Die Flexibilität erlaubt es auch, verschiedene Modulgrößen innerhalb eines Systems zu verwenden. Denn für eine homogene Optik sowie eine maximale Ausnutzung der Dachfläche werden heute auch Module unterschiedlicher Größe kombiniert.

Modul-Größe im Vergleich zur Leistung

In den letzten Jahren sind Module immer effizienter geworden, das heißt, sie erzeugen bei gleicher Größe mehr Solarstrom. So ist die Leistung von Solarmodulen kontinuierlich gestiegen, sodass heute eine Modulleistung von rund 400 Watt bereits als Standard gilt.

Dabei ist jedoch die Größe nicht gänzlich gleichgeblieben. Die Fläche pro Modul hat sich ein wenig vergrößert. So sind 400 Watt-Module heute häufig mit Maßen von 1,69 x 1,05 Meter rund 1,78 m2 groß.

Da jedoch die Leistung des Moduls im Verhältnis zu seiner Fläche nicht linear, sondern überproportional angestiegen ist, hat sich die benötigte Modulfläche, die benötigt wird, um 1 kW Solarleistung bereitzustellen, in den letzten Jahren kontinuierlich verkleinert.

Tabelle: Wieviele m2 Solarmodul-Fläche muss man pro 1 kW Solarleistung einplanen?
Leistung pro Modul Modul-Größe Fläche pro kW
150 Watt 1,5 m2 10,00 m2
200 Watt 1,5 m2 7,50 m2
250 Watt 1,6 m2 6,40 m2
300 Watt 1,6 m2 5,33 m2
350 Watt 1,7 m2 4,86 m2
400 Watt 1,7 m2 4,25 m2

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