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Experten-Ratgeber zum Mieten von Solaranlagen: Vertragsbeziehungen, Mietmodelle und Anbieter

Was versteht man unter dem Mieten einer Solaranlage? Wie mietet man eine Solaranlage und bei wem? Zu welchen Konditionen vermieten die Anbieter und was muss ich zum Mietvertrag wissen? Lohnt sich das Mieten einer Solaranlage überhaupt?

Eine neue Solarstromanlage (Photovoltaik-Anlage, kurz: PV-Anlage) kostet heute Pi mal Daumen zwischen 12 und 14 Tausend Euro. In dem Preis sind die Anlage selbst mit 6 bis 8 Tausend Euro, der Wechselrichter mit etwa 2 Tausend Euro, weitere Komponenten sowie der Aufwand und das Material zur Montage (etwa 1,8 Tausend Euro) plus die laufenden Kosten enthalten. Ein Batzen Geld, den sich nicht jeder Hausdachbesitzer leisten kann, der gerne Strom mit einer solchen Anlage erzeugen möchte. Für solche Fälle gibt es die Möglichkeit, eine Solaranlage zu mieten. Wir erklären Ihnen in diesem Artikel, wie das „Solaranlage-mieten“ funktioniert und warum es sich bei einer stetig sinkenden Einspeisevergütung wirtschaftlich sogar eher lohnt, als das altbewährte Konzept „PV-Dach mieten“.

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Solaranlagen-Miete im Vergleich zur Dach-Vermietung

Seit Jahren schon ist es gängig, sich in Ermangelung eines eigenen ein fremdes Dach zu mieten, auf dem dann eine Photovoltaik-Anlage installiert und betrieben wird. Das Vermieten bringt dem Vermieter des Dachs üblicherweise einen Anteil zwischen vier und sechs Prozent am Jahresertrag der Anlage ein. So weit, so gut - es gibt sogar Börsen wie die sogenannte Solardachbörse, wo sich Dacheigentümer und Investoren suchen und finden, um gemeinsame PV-Sache zu machen. Mit der stetig sinkenden Einspeisevergütung, die man bekommt, wenn man überschüssigen, selbst erzeugten Solarstrom ins öffentliche Netz einspeist, wird das Vermieten des Dachs allerdings zunehmend unlukrativer.

Während die Investoren mittlerweile beim Kauf der PV-Anlagen mit sinkenden Preisen rechnen können, da die Anlagentechnik insgesamt günstiger geworden ist und wohl auch weiterhin wird, hat der Dachvermieter nix von den Kostenminderungen für die PV-Technik. Eine über Jahrzehnte per Mietvertrag besiegelte Bindung des Dacheigentümers an den Fremdinvestor ist nicht mehr wirklich lohnenswert.

Andersrum gedreht, könnte jedoch wieder ein Schuh, sprich: lohnenswertes Investment, draus werden: Dann nämlich, wenn nicht das eigene Photovoltaik-Dach vermietet wird, sondern man eine Solaranlage mietet. So würde man ebenfalls nicht investieren müssen und man profitiert von den Solarerträgen durch eine zunehmend wirtschaftlich lukrativere Deckung des Eigenbedarfs.

Vergütungsmodelle für das Mieten von Solaranlagen

Konkret würde das Ganze dann so ablaufen: Der Dachbesitzer wird durch das Mieten einer Solaranlage vom passiven Vermieter seiner Dachfläche zum aktiven Nutzer einer darauf installierten PV-Anlage und Bezieher/ Verbraucher des von ihr erzeugten Solarstroms.

Das heißt, Vermieter und Mieter im zugehörigen Vertrag ändern sich: Der Dachbesitzer, einst potentieller Dachvermieter, wird bei diesem Konzept zum Anlagenmieter, während der Investor vom Dachmieter zum Anlagenvermieter und -betreiber wird. Das Ziel des Ganzen ist dann nicht mehr die Renditemaximierung des Investors und eine zusätzliche Einkommensquelle für den Dachvermieter, sondern vornehmlich die solarleistungsabhängige Stromkostenminderung des Anlagenmieters.

Realisieren lässt sich das mit einer Solarstromanlage zur Überschusseinspeisung, die entsprechende Zähler hat, um den Eigenstromverbrauch und die eingespeisten Überschüsse, also die Netzeinspeisung, zu erfassen. Wichtig: Der eigens erzeugte Solarstrom wird unter der Bedingung, dass Angebot und Nachfrage gleichzeitig bestehen, in den Haushalt eingespeist, so dass der Hausbesitzer, der zugleich Mieter der Solaranlage ist, seine Stromkosten über die übliche Vertragslaufzeit von zwanzig Jahren senken kann.

Dabei gilt: Je höher die Preise für Haushaltsstrom aus dem Netz werden, desto mehr Stromkosten kann der unter dem Solardach wohnende Stromverbraucher dank des Eigenverbrauchs seines mit der gemieteten Anlage selbst erzeugten Stroms sparen. Zudem erhält der Anlagenmieter die volle EEG-Vergütung für die Einspeisung des restlichen Solarstroms. Die eingespeiste Strommenge entspricht dann der Differenz aus den produzierten Kilowattstunden Solarstrom und dem Eigenverbrauch.

Und was hat der Anlagenvermieter davon? Er zahlt also keine Dachmiete mehr, sondern erhält vom Anlagenmieter eine Art Nutzungsentgelt - eine klassische Miete. Die Anlagenmiete entspricht dann in der Regel einer Art Leasing, bei dem die monatliche Miete über die gesamte Mietlaufzeit gerechnet die Investitions-, Wartungs- und Finanzierungskosten sowie einen Gewinn für den Vermieter beinhaltet. Je nach Mietmodell und Anbieter geht die Anlage automatisch nach Ablauf der Mietzeit in das Eigentum des Mieters über oder es muss ein bei Abschluss des Mietvertrags definierter Abschlag gezahlt werden. Häufig beläuft sich dieser aber nur auf einen obligatorischen Euro.

Tabelle 1: Beispiele für die Mietpreise einer Solaranlage bei den MEP Werken
Anzahl Module Anlagen-Leistung Benötigte Dachfläche Monatliche Miete (brutto)
8 2,0 kWp 13,2 m2 49,00 Euro
10 2,5 kWp 16,4 m2 58,31 Euro
12 3,0 kWp 19,7 m2 70,21 Euro
14 3,5 kWp 23,0 m2 82,11 Euro
16 4,0 kWp 26,2 m2 94,01 Euro
18 4,5 kWp 29,5 m2 105,91 Euro
20 5,0 kWp 32,8 m2 113,05 Euro
22 5,5 kWp 36,1 m2 124,95 Euro
24 6,0 kWp 39,4 m2 136,85 Euro
26 6,5 kWp 42,6 m2 141,61 Euro
28 7,0 kWp 45,9 m2 153,51 Euro
30 7,5 kWp 49,2 m2 165,41 Euro
32 8,0 kWp 52,5 m2 177,31 Euro
34 8,5 kWp 55,8 m2 184,45 Euro
36 9,0 kWp 59,0 m2 196,35 Euro
38 9,5 kWp 62,3 m2 208,25 Euro

Seltener kommt es vor, dass zwischen Mieter und Vermieter die Verwertung des Solarstroms so aufgeteilt wird, dass der Mieter nur Strom zum Eigenverbrauch erhält und der Vermieter den restlichen Strom selbst vermarktet bzw. ins Netz einspeist und dafür diese Erlöse erhält. Die Miete der Solaranlage reduziert sich dann um den Erlösanteil, den der Vermieter durch die Netzeinspeisung erzielt. Vorteilhaft ist hierbei, dass dem Vermieter Anreize geschaffen werden, eine wirtschaftlich leistungsstarke Solaranlage zu vermieten, die langfristig hohe Erträge erzielt.

Rechtlicher Hintergrund von Solaranlage-Mietverträgen

Das eben vorgestellte Modell, das die Vertragsparteien quasi umkehrt, beruht auf dem Anspruch auf Vergütung, der sich nach EEG § 33 Absatz 2 ergibt: Im Gesetztext heißt es dazu, dass ein Anspruch dann bestehe, „soweit die Anlagenbetreiberin, der Anlagenbetreiber oder Dritte den Strom in unmittelbarer räumlicher Nähe zur Anlage selbst verbrauchen und dies nachweisen.“

Der im Gesetz genannte Dritte wäre bezogen auf unser Modell der Mieter der Solaranlage, also der Hausbesitzer, der den Solarstrom von der gemieteten Anlage auf dem Dach seines Hauses bezieht und verbraucht. Anlagenbetreiber und Dachbesitzer sind in unserem Fall also nicht identisch – was für die Abrechnung mit dem Netzbetreiber nicht weiter problematisch sein sollte. Lediglich zu beachten ist dabei, dass der Zähler, der den Strombezug erfasst, dem Gebäude zugerechnet wird, während der Zähler für die Netzeinspeisung und der für die Eigenerzeugung zur PV-Anlage gehören.

Wichtig: Seit Einführung des EEG 2014 gibt es für alle PV-Anlagen mit einer Leistung über 10 kWp die EEG-Umlage auf selbst erzeugten und selbst verbrauchten Strom. Sie wurde als „gleitend“ eingeführt und soll ab dem kommenden Jahr 40 Prozent betragen. Trotz der Umlage lohnt sich das Mieten einer Solaranlage, wenn die Quote des Eigenstromverbrauchs, aus der die Wertschöpfung erzielt wird, hoch ist.

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Mietkonzepte für Mieter von Gebäuden

Der Landesverband Franken e.V. der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS-Franken) hat drei "Betreiberkonzepte" entwickelt, die die Grundprinzipien der Solaranlagen-Miete genauer definieren und voneinander abgrenzen.

1. Modell "Belieferung Dritter vor Ort": Bei diesem Modell installiert der Investor eine Solaranlage auf einem fremden Gebäude. Den Solarstrom nutzt der Eigentümer oder Pächter des Gebäudes. Dafür zahlt er einen vertraglich vereinbarten Lieferpreis und der Betreiber der Anlage zahlt die dafür fällige EEG-Umlage. Was an selbst erzeugten Strom über ist, speist der Haushalt ins öffentliche Netz ein, wofür es laut EEG § 51 eine Vergütung gibt.

Betreiberkonzept "Belieferung Dritter vor Ort" (Grafik: energie-experten.org in Anlehnung an DGS-Franken "Neue Chancen für die Photovoltaik 2015")
Betreiberkonzept "Belieferung Dritter vor Ort" (Grafik: energie-experten.org in Anlehnung an DGS-Franken "Neue Chancen für die Photovoltaik 2015")

2. Modell "Solaranlage mieten": Der Investor, der zugleich der Anlageneigentümer ist, vermietet dem Hauseigentümer oder -pächter die Anlage zum Eigenverbrauch. Damit wird der Stromverbraucher zum Anlagenbetreiber. Der Überschuss an PV-Strom geht’s ins Netz, dafür gibt’s die Vergütung nach EEG. Dem Anlageneigentümer zahlt der Hauseigentümer oder -pächter eine Miete (Benutzungsgebühr). Außerdem zahlt er eine geminderte EEG-Umlage für den Solarstrom.

Betreiberkonzept "Solaranlage mieten" (Grafik: energie-experten.org in Anlehnung an DGS-Franken "Neue Chancen für die Photovoltaik 2015")
Betreiberkonzept "Solaranlage mieten" (Grafik: energie-experten.org in Anlehnung an DGS-Franken "Neue Chancen für die Photovoltaik 2015")

3. Modell "Teilanlagemiete": Der Investor und Anlageneigentümer vermietet an den Eigentümer oder Pächter des Hauses einen Teil der Solaranlage zum Eigenverbrauch. Wie hoch der Anteil, der von der Anlage gemietet wird, ist, das wird festgelegt, nachdem der Eigenverbrauch kalkuliert wurde. Damit ist der Solarstromverbraucher stiller Mitbetreiber der teilweise gemieteten Anlage. Für den ins Netz eingespeisten überschüssigen Solarstrom bekommt der Hauptbetreiber der Anlage (Investor und Anlageneigentümer) die EEG-Vergütung, für den Solarstrom ist seinerseits außerdem eine geminderte EEG-Umlage zu zahlen.

Betreiberkonzept "Teilanlagemiete" (Grafik: energie-experten.org in Anlehnung an DGS-Franken "Neue Chancen für die Photovoltaik 2015")
Betreiberkonzept "Teilanlagemiete" (Grafik: energie-experten.org in Anlehnung an DGS-Franken "Neue Chancen für die Photovoltaik 2015")

Diese drei Modelle eignen sich insbesondere für gewerblich oder zu Wohnzwecken vermietete Gebäude, um den Mietern, ohne dass diese selbst in eine Solaranlage investieren müssen, günstigen Solarstrom innerhalb einer Anlagenmiete zur Verfügung zu stellen (sogenannte Mieterstrommodelle). Während bei einem einzigen Letztverbraucher jedoch lediglich nur ein (elektronischer) Zweirichtungszähler im Hausanschlusskasten installiert werden muss, gestaltet sich die Abrechnung in von mehreren Mietern bewohnten Gebäuden komplexer.

Anlagenmiete bei Gewerbeimmobilien

Um eine exakte Abrechnung zu gewährleisten, wird bei Gewerbeimmobilien die Solaranlage in mehrere Einheiten aufgeteilt, getrennt verschaltet und verkabelt. Die Solaranlage wird somit jeder Mietpartei zugeordnet, die jeweils über einen Zweirichtungszähler und einen Ertragszähler verfügen. Bei einem Mieterwechsel kann dann je nach Mieterwunsch jeweils der dem Mieter zugeordnete Teil der Solaranlage auf Volleinspeisung oder Eigenverbrauch durch den Mieter bei der Bundesnetzagentur umgemeldet werden.

Anlagenmiete bei Wohnimmobilien

Bei der Immobilien, die zu Wohnzwecken vermietet werden, eignet sich ein anderes Zählerkonzept. Dabei wird vom Gebäudeeigentümer den Mietern ein Mischstrom angeboten. Der restliche Strom wird dann vom Eigentümer zugekauft, sodass dieser quasi zum Stromlieferanten wird. Dieser rechnet dann den gesamten Strom mit dem Mieter ab. Der Strom der Solaranlage ist dann ein den Strompreis verbilligender Bestandteil. Da nach EEG §39 Abs.3 nur bei vollständiger Solarstromlieferung eine geminderte EEG-Umlage bezahlt werden darf, entfällt hier dieser Vorteil.

Anbieter und Angebote von Solaranlagen zum Mieten

Mittlerweile gibt es am deutschen Markt mehrere Anbieter, die sowohl reine Mietmodelle als auch Modelle anbieten, bei denen eine Solaranlage quasi vermietet wird, der Vermieter jedoch wie o.g. als Stromversorger auftritt. Teilweise wird auch die Miete einer Solaranlage und eine optionale Reststromversorgung angeboten.

DZ-4

DZ-4 bietet ein Mietmodell mit einer 15 jährigen Erstlaufzeit, die danach jährlich verlängert werden kann. Die monatliche Miete richtet sich bei DZ-4 nach der Anlagengröße:

  • Eine DZ-4 EASY Anlage mit 4,5 kWp kostet ab 59 Euro monatliche Brutto-Miete
  • Eine DZ-4 AUTARK Anlage mit 4,5 kWp PV-Anlage und 4,6 kWh nutzbarem Speicher kostet ab 119 Euro monatliche Brutto-Miete

DZ-4 bietet die Planung, Installation bis zur Betriebsführung und Instandhaltung inklusive Versicherung (Allgefahrenversicherung und eine Betreiberhaftpflichversicherung) über die gesamte Laufzeit als Rund-um-Sorglos-Paket ohne Service- oder Upfrontgebühr an. Ausgenommen sind lediglich die evtl. anfallenden Kosten für den Zählertausch und Kosten für besondere Verkabelungen z.B. von einem Nebengebäude zum Hauptgebäude. Ferner führt DZ-4 für jede Anlage ein Online-Monitoring durch, d.h. jede Anlage ist mit dem Internet verbunden, die Anlagen werden überwacht, die Erträge ausgewertet und ggf. Maßnahmen zur Instandsetzung, o.ä. daraus abgeleitet.

Bereits bei der Erstellung des Mietpreisangebotes wird ein bindender Kaufpreis genannt (andere Anbieter sprechen hier nur von einem „Marktpreis“, der nicht transparent ist). Der Kunde kann dann frühestens nach 10 Jahren die Solaranlage kaufen, danach besteht eine jährliche Kaufoption. Der Kaufpreis reduziert sich linear jährlich um 4%, sprich nach 25 Jahren ist der Restwert Null Euro. Dann übernimmt entweder der Kunde das System oder DZ-4 baut die Anlage auf eigene Kosten wieder ab.

MEP-Werke

Die MEP-Werke bieten die Miete einer Solaranlage ab 49 Euro (brutto) für eine 2 kWp-Anlage an. Pro 0,5 kWp erhöht sich die Miete um etwa 10 Euro. Die Mietdauer beträgt 20 Jahre. Installiert werden polykristalline Solarmodule vom Typ PoySol 255 VL. Die Wechselrichter sind vom Hersteller ABB.

Auch die MEP-Werke bieten ein Full-Service Paket mit individueller Vor-Ort-Beratung oder wahlweise Onlineberatung an, eine auf persönliche Gegebenheiten abgestimmte Planung und Montage und weitere Services wie die EVU An- und Fertigmeldung, einen angepassten Ökostromtarif, den Messstellenbetrieb (Zählertausch), ein Monitoring-System, eine Versicherung über die Allianz AG, die Solaranlagen-Wartung alle 4 Jahre, einen Reparaturservice und einen persönlichen Service mit Kundenhotline. Auch eine Stromspeicherlösung soll ab 4. Quartal 2016 in Kombination mit der Solaranlage gemietet werden können.

E.ON SolarRent

E.ON bietet mit „E.ON SolarRent“ ein individuell geplantes Pachtpaket für Unternehmen an. Die Planung der Photovoltaik-Anlage und die Vertragslaufzeit werden an die individuellen Bedürfnisse angepasst. Dabei werden die technischen Möglichkeiten am Errichtungsort und die realen Verbräuche in die Planung aufgenommen.

Die Mietdauer ist individuell planbar. Dabei ist eine Laufzeit von bis zu 18 Jahren möglich inkl. Wartungsdienstleistungen und dem optionalen Kauf der Solaranlage. E.ON spricht hier von "Langfristiger Nutzungsüberlassung bei flexiblem Eigentumsübergang am Vertragsende".

Trianel EnergieDach

Trianel bietet das EnergieDach Stadtwerken im Bereich von Vertriebslösungen als White-Label-Produkt an und richtet sich sowohl an Privat- als auch an Gewerbekunden. Diese können eine individuelle Solaranlage optional mit Stromspeicher i.d.R. über 18 Jahre vom Stadtwerk mieten. Der Solarstrom wird primär zum Eigenverbrauch genutzt und der nicht von den Kunden selbst genutzte Solarstrom in das öffentliche Stromnetz eingespeist und vergütet.

Das von Trianel über die Stadtwerke angebotene Modell ist ein Fullservice-Paket, sodass der Kunde über die Vertragslaufzeit keine Risiken bei Schäden oder Defekten tragen muss. Nach Beendigung der Vertragslaufzeit verpflichtet sich das Stadtwerk die Solaranlage kostenlos zurückzubauen. Auf Wunsch des Kunden ist auch eine Übernahme der Anlage möglich. Das konkrete Endkundenangebot sowie die individuelle Preisgestaltung liegt ausschließlich bei den Stadtwerken.

LUMINA.PV von Fronius

Mit "LUMINA.PV" von Fronius - ab Sommer 2019 in Deutschland verfügbar - kann man als Eigenheimbesitzer eine Photovoltaikanlage ohne Anschaffungskosten und auch ohne Miete allein mit den Solarerträgen finanzieren. Fronius installiert eine PV-Anlage auf dem Dach des Hausbesitzers und dieser zahlt, anstatt eine typische Miete zu zahlen, dafür nicht mehr als seine aktuellen monatlichen Stromkosten.

Die Gebühr bleibt für 10 Jahre gleich, solange läuft auch der Vertrag mit Fronius. Nach Ablauf der 10-jährigen "Miet"-Laufzeit profitiert der Anlagenbesitzer zusätzlich von der EEG-Rückvergütung, indem er immer dann Geld verdient, sobald er den selbst erzeugten Strom ins Netz einspeist.

Fronius bietet eine Erstberatung und kümmert sich um die Wartung und die Montage durch einen Experten. Zusätzlich sind durch ein Rundum-sorglos Paket 10 Jahre Garantie inkludiert. Für die Zeit, in der kein eigener Strom produziert wird, sorgt der flexible Ökostromtarif LUMINA.Strom für die Versorgung des Haushalts. Die Anlagendaten können kostenlos über das Fronius Solar.web beobachtet werden.

Tabelle 2: Überblick über Mietangebote* für Solaranlagen gestaffelt nach dem günstigsten Mietpreis pro kWp
Anbieter Miete pro Monat/ Laufzeit Produktumfang Leistungsumfang Optionen / Besonderheiten
DZ-4 GmbH ab 59€ für 4,5 kWp mit 15 jähriger Mietdauer Komplette Solaranlage optional mit Stromspeicher Planung, Installation bis zur Betriebsführung und Instandhaltung inklusive Versicherung, Online-Monitoring Kaufoption bereits nach 10 Jahren zum festgelegten Festpreis oder DZ-4 baut Anlage nach 25 Jahren kostenlos ab
Trianel z. B. ENTEGA ab 53€ für 2,6 kWp / 18 Jahre Komplette, betriebsfertige Solaranlage optional mit Lithium-Batteriespeicher Montage, Netzanschluss, Inbetriebnahme, Reparatur- und Instandhaltung, Versicherung gegen Verlust oder Beschädigung, Wartung mind. alle 4 Jahre, Monitoring und Visualisierung Privat- und Gewerbekunden
MEP Werke GmbH ab 49€ für 2 kWp als Festpreis über 20 Jahre Module, Wechselrichter, Unterkonstruktion, Solarkabel Planung, Montage, Inbetriebnahme, Versicherung, Wartung und Kundenservice Nach 20 Jahren weitermieten, kaufen oder kostenlos abbauen lassen
E.ON Energie Deutschland GmbH "E.ON Solar rent" k.A. / 8 bis 18 Jahre k.A. Planung, Aufbau, Abwicklung, Wartungsdienstleistungen sowie Versicherung Nur für kleine und mittelständische Unternehmen; Nach Mietende Kauf oder weitere Pacht. Nach 20 Jahren Kauf für 1 Euro
LUMINA.PV von Fronius Kosten in Höhe der aktuellen monatlichen Stromkosten bei 10-jähriger Vertragslaufzeit Komplette Photovoltaikanlage ohne Speicher Erstberatung, Installation, Wartung 10 Jahre konstante Mietkosten, 10 Jahre Garantie, Einnahmen durch EEG-Vergütung nach Vertragsablauf, Monitoring via Fronius Solar.web

* Für die hier dargestellten Mietkonditionen übernehmen wir keinerlei gewähr. Diese können sich jederzeit ändern und sollten immer beim Anbieter direkt angefragt werden.

Experten-Tipp: Achten Sie bei der Angabe des Mietpreises darauf, ob dieser als brutto oder netto angegeben ist. Es gibt Anbieter, die mit einer Solaranlage für 49 Euro im Monat werben, damit ist dann eine 2 kWp-Anlage gemeint und die 49 Euro sind der netto Wert.

Lohnt sich das Mieten einer Solaranlage?

Trianel bietet einen Rechner für seine Partner wie hier zB Entega an, um die Solarerträge und Einnahmen (hier Köln, Süddach mit 30° Neigung) individuell zu kalkulieren und der Miete gegenüberzustellen. (Grafik: Entega / Trianel)
Trianel bietet einen Rechner für seine Partner wie hier zB Entega an, um die Solarerträge und Einnahmen (hier Köln, Süddach mit 30° Neigung) individuell zu kalkulieren und der Miete gegenüberzustellen. (Grafik: Entega / Trianel)

Ob sich nun das Mieten einer Solaranlage lohnt, hängt von vielen Faktoren ab. Da es sich um einen fixen monatlichen Betrag handelt, ist eine Mietanlage umso wirtschaftlicher, je höher der Solarertrag und je höher der Eigenverbrauch ist. Um also ein Mietangebot finanziell beurteilen zu können, müssen der Standort der Solaranlage beurteilt werden und wie hoch der Eigenverbrauch ist. Eine Kurzeinschätzung können Sie sich über unseren Photovoltaik-Rechner einholen.

Stehen diese beiden Größen fest, kann man sich der eigentlichen Miete widmen. Hierbei ist zunächst entscheidend, wie hoch die Miete pro kWp ausfällt. Hierzu teilen Sie einfach die Miete durch die angebotene Nennleistung. So können Sie die verschiedenen Solaranlagen-Miete nach dem günstigsten Anbieter staffeln.

Dann sollten Sie sich dem Kleingedruckten widmen. Dabei ist entscheidend, ob Sie nur Strom zum Eigenverbrauch nutzen können oder auch die Erträge aus der Einspeisevergütung bekommen. Zudem sollten Sie dann die Services prüfen. Sind alle Planungs-, Montage und Wartungsleistungen sowie Versicherungen enthalten oder kommen noch weitere Kosten auf Sie zu? Dies lässt sich teilweise ohne konkretes Mietangebot nicht quantitativ fassen. Sie können Ihre oben erstellte Liste, jedoch durch qualitative Beurteilungen ergänzen.

Der letzte Punkt ist dann die Frage des Verbleibs der Anlage nach Ende der Mietdauer. Wenn Sie die Solaranlage nach Ende der Miete nicht weiternutzen möchten, so sollte klar geregelt sein, wer die Anlage "entsorgt" und wer dafür die Kosten trägt. Wird optional der Kauf der Solaranlage angeboten, sollten auch diese Modalitäten bei Abschluss eines Anlagenmietvertrages klar geregelt sein. Einige Mietanbieter bieten den Kauf für einen obligatorische Euro oder zum Restwert an. Mietdauer und Abwicklungsmodalitäten nach Ende der Mietdauer sollten sie dann finanziell bewerten und in Ihre Gesamtbewertung einfließen lassen.

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"Experten-Ratgeber zum Mieten von Solaranlagen" wurde am 22.05.2019 das letzte Mal aktualisiert.