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Abwärme macht Pommes energieeffizient

Pommes und Chips sind ja bekanntlich recht ungesund. Dass aber auch die Herstellung recht energieintensiv ist, wissen wohl die wenigstens. Agrarfrost möchte das ändern und will in seiner Produktion in Oschersleben in Sachsen-Anhalt aus verschiedenen Produktionsprozessen die entstehende Abwärme zurückgewinnen, um sie zur Trocknung, Beheizung als auch zur Kälteerzeugung an anderer Stelle wieder einzusetzen.

Künftig könnten Pommes durch Wärmerückgewinnung energieeffizienter hergestellt werden. Denn das Abwärmekonzept von Agrarfrost ist auch auf andere Produzenten und Produktionsbereiche übertragbar. (Foto: energie-experten.org)

Künftig könnten Pommes durch Wärmerückgewinnung energieeffizienter hergestellt werden. Denn das Abwärmekonzept von Agrarfrost ist auch auf andere Produzenten und Produktionsbereiche übertragbar. (Foto: energie-experten.org)

Das Abwärmekonzept sieht vor, die mit Wasserdampf gesättigte Prozessabluft (der sogenannte Brüden) über einen Kondensator zurückzugewinnen. Dabei sorgt ein vorgeschalteter Turbinenwäscher für die erforderliche Sättigung des Brüden und reduziert gleichzeitig die Geruchsemissionen aus der Produktion. Der bei der durch Kühlung erfolgenden Entspannung des Hochdruckkondensats entstehende Dampf wird dann dem Niederdruckkreislauf zugeführt. Die Abwärme aus dem verbleibenden Kondensat wird über einen Wärmetauscher zurückgewonnen und in das Warmwassernetz eingespeist.

Eine intelligente Steuerung sowie eine umfangreiche hydraulische Anlagentechnik dienen dazu, die Abwärme effizient an den Stellen, an denen sie anfällt, auszukoppeln und bedarfsgerecht nach Menge und Temperatur den Wärme verbrauchenden Prozessen wieder zuzuführen. So kann innerhalb der Produktion die zurückgewonnene Prozessabwärme sowohl auf direktem thermischem Weg zur Trocknung und Beheizung als auch zur Kälteerzeugung mittels Absorptionskältemaschine für die produktionsinterne Kühlung genutzt werden.

Durch die Abwärmenutzung soll der Verbrauch an thermischer Energie um rund 46,6 Millionen Kilowattstunden sowie der Stromverbrauch um rund 632.500 Kilowattstunden pro Jahr reduziert werden. Insgesamt kann bei der Herstellung der Pommes und Chips dann jährlich Primärenergie von 47.294,5 Megawattstunden eingespart werden, was der Vermeidung von rund 13.200 Tonnen Kohlendioxidemissionen entspricht. Diese Abwärmenutzung ist auf vergleichbare Anlagen der Chips- und Pommes Frites-Produktion, aber auch auf andere Unternehmen in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie übertragbar.

Die Agrarfrost GmbH & Co. KG produziert und vertreibt Kartoffelprodukte wie Pommes Frites, Kroketten, Reibekuchen, Rösti und Chips. Das Unternehmen verarbeitet mehr als 450.000 Tonnen Kartoffeln im Jahr und betreibt am Standort Oschersleben Produktionslinien für Pommes Frites und Chips. Ein Teil der Friteusen wird mit Nieder- und Hochdruck-Dampf aus einer mit Braunkohlestaub befeuerten Kesselanlage versorgt.

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"Abwärme macht Pommes energieeffizient" wurde am 11.01.2014 verfasst