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Blockchain finanziert Solaranlage in Afrika

Solarstromanlagen sind teuer. Aber gerade in Afrika, wo es Sonne im Überfluss gibt und viele Landstriche nicht elektrifiziert sind, könnten PV-Anlagen sehr sinnvoll eingesetzt werden. Um Solaranlagen zu finanzieren, setzt man nun in Simbabwe auf die Blockchain Corrently.

Die Blockchain geht im afrikanischen Harare online: Gruppenfoto mit dem maxx und Sunergy Team, Michael Kober, dena 3.v.r, und Patienten aus dem Krankenhaus (Foto: maxx-solar energy PTY Ltd.)

Die Blockchain geht im afrikanischen Harare online: Gruppenfoto mit dem maxx und Sunergy Team, Michael Kober, dena 3.v.r, und Patienten aus dem Krankenhaus (Foto: maxx-solar energy PTY Ltd.)

Energieknappheit ist in Simbabwe ein massives Problem, Stromausfälle gehören mehrfach täglich zur Tagesordnung. Der Großteil der Energieversorgung basiert auf der Verbrennung von Holz und Kohle. Erneuerbare Energien spielen dagegen eine untergeordnete Rolle, der Anteil von Solarenergie liegt bei nur einem Prozent.

Angesichts der hohen Sonneneinstrahlung liegt es nahe, die Nutzung von Photovoltaik massiv auszubauen, um abgelegene Gegenden zu elektrifizieren und die Stromversorgung in städtischen Ballungsräumen zu stabilisieren. Da die Einspeisung von Solarstrom in das schwach ausgebaute öffentliche Netz nicht erlaubt ist, sind Inselanlagen zur Eigenversorgung das Mittel der Wahl.

Blockchain birgt große Potenziale für Afrika

Um eine Solarstromanlage zur Eigenversorgung finanzieren, hatten Dieter Ortmann und Tim Suchomel von maxx-solar aus Waltershausen eine Idee: „Wir hatten uns schon seit einiger Zeit mit dem Thema Blockchain beschäftigt und haben gleich die Potentiale für Afrika im Allgemeinen und für die Probleme in Simbabwe im Besonderen gesehen“, sagt Dieter Ortmann. Schnell stand ein Konzept und der Plan, eine Online-Plattform mit einer Blockchain zur Administration der Investitionsprozesse nach dem Crowdfunding-Prinzip aufzubauen.

Die Zielgruppe, an denen Photovoltaik-Anlagen errichtet werden sollen, sind Schulen und Krankenhäuser in Simbabwe. Spender und Investoren aus Deutschland können zur Anlage beitragen und erhalten einen Nachweis, dass das System installiert wurde und wie viel Strom aus der Spende bereits anteilig produziert wurde. Dieser Nachweis wird über die Corrently-Blockchain geführt.

Corrently regelt Anteile und Gewinnverteilung

Corrently ist der Stromtarif des Start-Ups StromDAO aus Mauer. Und er unterscheidet sich wesentlich von bisherigen Stromtarifen. Denn das bisherige Unterscheidungsmerkmal ist vor allem der Preis (Ökostrom ist meist der “Premiumstrom”). Beim “Corrently” Stromtarif erwirbt der Stromkunde für seinen monatlichen Abschlag von z. B. 50€ einen Anteil an der Solar- oder Windkraftanlage, den sog. “CORI-Token” auf sein Konto (“Wallet”). Als Anteilseigner erhält man einen Teil des Gewinns der Anlage wie bei einer Bürgerenergiegenossenschaft.

In afrikanischen Karanda, einem Krankenhaus etwa 2,5 Autostunden von Harare in Simbabwe entfernt, das mittels eines Photovoltaiksystems die Stromversorgung im Fall von Stromausfällen sicherstellen möchte, kam die Corrently-Blockchain hingegen in einer etwas abgewandelten Form zum Einsatz. Hier kann jeder Besitzer gutes tun, indem er seine Corrently gegen Spendenscheine die ganz analog zu den Anteilsscheine an einer Erzeugungsanlage funtkionieren eintauschen kann. Dafür erhält man auch Token - nur sind diese eben Spendenscheine. Wird nun Strom in ein Krankenhaus-Energiespeicher gespeist ist das für jeden Token-Holder sichtbar.

Raspberry Pi übermittelt Ertragsdaten an Blockchain

Mit dem 14,3 kW Photovoltaiksystem wurde ein Raspberry Pi Mini-Computer installiert, der die Produktionsdaten der Anlage dokumentiert und auf dem Blockchain basierten Regelwerk von Corrently hochlädt. Die Daten stehen dann online zur Verfügung. „Es ist schön zu sehen, dass das neuartige Stromprodukt Corrently, das schon heute Stromkunden in Deutschland zu unabhängigen Kleinstversorgern macht, nun auch in Afrika echte Werte schafft“ beschreibt Manuel Utz, Mitgründer der StromDAO die technische Umsetzung.

Die Nutzer der Solaranlage zahlen eine monatliche Nutzungsgebühr, die einem fairen Strompreis entspricht. Aus den Einnahmen wird ein Fonds angelegt, der für Wartungskosten aufkommt und langfristig die Basis für die Finanzierung weiterer Projekte bietet. Der Fonds wird durch die maxx|energy for Life Simbabwe gemanagt, eine gemeinnützige Firma, die die Partner gerade gemeinsam in Simbabwe gründen.

In Zukunft sollen so weitere Projekte für Krankenhäuser und Schulen in Simbabwe und im südlichen Afrika realisiert werden, deren Finanzierung über eine Blockchain per Spende erfolgt. Zudem soll für die Kunden ein Blockchain-integriertes Pay-as-you-go System eingeführt werden, das die Transaktionen im Projekt noch transparenter macht.

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"Blockchain finanziert Solaranlage in Afrika" wurde am 23.11.2018 verfasst