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CO2-Konzentration steigt auf Höchststand

CO2-Konzentration steigt auf Höchststand (Foto: Byunghwan Lim, ESRL / NOAA)

CO2-Konzentration steigt auf Höchststand (Foto: Byunghwan Lim, ESRL / NOAA)

Am 9. Mai 2013 übertraf die tägliche mittlere Konzentration an Kohlendioxid mit 400 ppm in der Atmosphäre des Mauna Loa, Hawaii, zum ersten Mal alle gemessenen Werte seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1958. Mauna Loa ist die älteste Messstation der Welt, die kontinuierlich die Kohlendioxid-Konzentrationen in der Atmosphäre misst und gilt daher als wichtiger globaler Referenzmaßstab.

Vor der industriellen Revolution im 19. Jahrhundert lag die weltweite durchschnittliche CO2-Konzentration bei etwa 280 ppm (parts per million). Während der letzten 800.000 Jahre, schwankte diese Konzentration zwischen etwa 180 ppm während Eiszeiten und 280 ppm in Warmzeiten. Wie die Wissenschaftler des NOAA Mauna Loa Observatorium auf Hawaii feststellten, steigt seitdem die CO2-Konzentration kontinuierlich an. Das erschreckende daran ist, dass der heutige Anstieg mehr als 100-mal schneller abläuft als der CO2-Anstieg am Ende der letzten Eiszeit beim Wechsel zur Warmzeit.

Wurde in den späten 1950er Jahren noch ein jährlicher Anstieg von etwa 0,7 ppm gemessen, so steigerte sich die Zunahme der CO2-Konzentration während der letzten 10 Jahre bereits auf 2,1 ppm pro Jahr. Pieter Tans, leitender Wissenschaftler des NOAA Earth System Research Laboratory in Boulder, Colorado, sieht diesen Anstieg als erneuten Beweis dafür, dass das starke Wachstum der weltweiten CO2-Emissionen aus der Verbrennung von Kohle, Öl und Erdgas resultieren.

Erstmals wurde dieser Nachweis von Charles David Keeling von der Scripps Institution of Oceanography erbracht, der 1958 die CO2-Messungen am Mauna Loa initiierte und lange Zeit fortführte. Daher wurde auch der Verlauf des Anstiegs der CO2-Konzentration in der Atmosphäre als Keeling-Kurve benannt. Die Kurve zeigt einen charakteristischen, schwankenden Jahresverlauf, da die Konzentration in der Luft im Frühjahr ab- und im Herbst zunimmt. Sein Sohn Ralph Keeling, auch ein Wissenschaftler am Scripps, hat das Scripps Messprotokoll seit dem Tod seines Vaters im Jahr 2005 fortgesetzt.

Neben den Messungen der Wissenschaftler des NOAA wurden ähnliche CO2-Konzentrationen von vielen internationalen Wissenschaftlern in der ganzen Welt bestätigt. So wiesen zum Beispiel alle arktischen Luftproben im letzten Jahr ebenfalls zum ersten Mal Werte von 400 ppm nach. Dies war bereits ein deutlicher Indikator für die Zunahme der CO2-Konzentrationen am Mauna Loa. Daher rechnen die Wissenschaftler in den nächsten Jahren mit ähnlichen Werten auf der Südhalbkugel, deren CO2-Konzentrationen sich erst mit einem gewissen zeitlichen Abstand an die Werte der Nordhalbkugel anpassen.

Angesichts dieser deutlichen Entwicklung ist es umso unverständlicher, dass das Europaparlament Mitte April die von der EU-Kommission vorgeschlagene Notmaßnahme des so genannten Backloadings von CO2-Zertifikaten scheitern ließ. Ohne Änderungen am Emissionshandel wird befürchtet, dass die Preise für CO2-Zertifikate dauerhaft auf dem jetzigen, sehr niedrigen Preisniveau verharren dürften. Dies macht gerade die Kohleverstromung wieder lukrativ wie lange nicht und trotz des Booms der erneuerbaren Energien steigt der nationale CO2-Ausstoß wieder an. Sogar neue Kohlekraftwerke werden weiterhin errichtet. Hingegen droht flexiblen Gaskraftwerken, die für die Energiewende dringend benötigt würden, das wirtschaftliche Aus.

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"CO2-Konzentration steigt auf Höchststand" wurde am 15.05.2013 verfasst