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Crowdfunding: Tiefschwarz-Reaktor sucht Investoren

Mit einem neuartigen Reaktor stellt die Tiefschwarz GmbH Biokohle her. Und das mit einem bislang unerreichten Wirkungsgrad. Um den Weg zur Marktreife der umweltfreundlichen Biokohle zu ebnen, werden Investoren per Crowdfunding gesucht.

Der Tiefschwarz-Reaktor stellt umweltfreundliche Biokohle her. Die technische Weiterentwicklung und Vermarktung der Biokohle soll nun per Crowdfunding finanziert werden (Foto: econeers)

Der Tiefschwarz-Reaktor stellt umweltfreundliche Biokohle her. Die technische Weiterentwicklung und Vermarktung der Biokohle soll nun per Crowdfunding finanziert werden (Foto: econeers)

Biokohle besitzt vielfältige Eigenschaften als umweltfreundliches Ersatzprodukt. Bernhard Alberding und Andreas Kleinselbeck von der Tiefschwarz GmbH aus Garrel im Landkreis Cloppenburg in Niedersachsen haben daher einen Reaktor entwickelt, in dem abfallartige Biomasse durch Pyrolyse und Karbonisierung in Biokohle umgewandelt wird. Um die Produktion und den Vertrieb der Biokohle zu etablieren, wollen die Projektinitiatoren das nötige Kapital nun per Crowdfunding einsammeln. Statt weniger großer Investoren, können sich so viele Menschen mit kleineren Beträgen an dem Tiefschwarz-Reaktor beteiligen.

Tiefschwarz-Technik sorgt für größtmögliche Ausnutzung der Eingangsstoffe

Die Produktionsanlage Tiefschwarz karbonisiert biologische Reststoffe zu Biokohle, wobei im Prozess Gas entsteht, welches in einem Blockheizkraftwerk verbrannt wird und so Strom und Wärme erzeugt werden. Die Biokohle selbst kann in vielfältigen Anwendungen zum Einsatz kommen. Aus energetischer Sicht sind hierbei der Einsatz als Zusatzbrennstoff in Kraftwerken oder in Holzheizungen, als Biomassezusatz in der Biogasproduktion oder als ökologische Dämmung in der Bauindustrie besonders hervorzuheben. Weitere Anwendungsfelder ergeben sich unter anderem in der Viehhaltung z.B. als Futterzusatz oder zur Güllebehandlung, als Aktivkohle- oder Abgasfilter sowie als Rohstoff für Kohlefaser oder Kunststoffe.

Den Ausgangsstoff für die Biokohle bilden z. B. Laub oder Stallstreu, die im Tiefschwarz-Reaktor karbonisiert und zu Biokohle verarbeitet werden. Das Verfahren der Pyrolyse ist grundsätzlich nicht neu und wird beispielsweise zur Holzvergasung großtechnisch eingesetzt. Die Innovation des Tiefschwarz-Reaktors liegt nun jedoch darin, dass die eingebrachte Biomasse in einem Kreislauf durch den Reaktor geführt wird. Durch das darin enthaltene Sieb verlässt nur voll karbonisierte Biokohle den Reaktor. Nicht vollständig karbonisierte Teile bleiben im Kreislauf und durchfahren erneut den Reaktorbereich. Das Karbonisierungsverfahren ist erst dann abgeschlossen, wenn die trockene, feinkörnige Biokohle aus dem in der Schnecke eingebauten Sieb in den Versandcontainer fällt. So lassen sich abhängig vom gewählten Einsatzstoff etwa 20-30% der Eingangsmasse in Biokohle umwandeln.

Effektivere Stickstoffdüngung und Reduktion von Treibhausgasen

Die Biokohle besitzt aber auch eine herausragende Eigenschaft zum Schutz des Klimas: Durch das Einbringen von Biokohle in landwirtschaftlich genutzte Böden lässt sich die Zusammensetzung und Aktivität der Bodenmikroorganismen so verändern, dass Emissionen des Treibhausgases Distickstoffmonoxid, auch Lachgas genannt, verringert werden. Dies haben die Wissenschaftler Johannes Harter und Hans-Martin Krause unter der Leitung der Umwelt- und Geomikrobiologen Dr. Sebastian Behrens und Professor Andreas Kappler vom Zentrum für Angewandte Geowissenschaften der Universität Tübingen in Kooperation mit der Universität Hohenheim vor Kurzem in einer Studie nachgewiesen.

Die Einbringung von Biokohle in Böden verringert dabei durch ihre Bindungseigenschaften die Auswaschung von Nährstoffen aus nährstoffarmen Böden. Außerdem beeinflusst sie die Zahl und Zusammensetzung der Lebewesen im Boden, die komplizierte Gemeinschaften mit Beteiligung von Pflanzen, Tieren und Mikroorganismen bilden, in günstiger Weise. Durch die Erhöhung der Wasserspeicherkapazität und der Bindung der Nährstoffe wird die Fruchtbarkeit des Bodens erhöht, die Emission von Treibhausgasen reduziert und mehr Kohlenstoff im Boden gespeichert. Diese bodenverbessernden und pflanzenwachstumsfördernden Eigenschaften der Biokohle waren bereits frühen Indianervölkern in den tropischen Klimazonen Amazoniens und Afrikas bekannt, die die Biokohle als "Terra preta do indio" bezeichneten.

Econeers organisiert Crowdfunding für Tiefschwarz-Reaktor

Um die kommerzielle Produktion und den Vertrieb der Biokohle zu etablieren, benötigt das Tiefschwarz-Team 570.000 Euro. Als Organisationsplattform haben die Projektinitiatoren Bernhard Alberding und Andreas Kleinselbeck Econeers gewählt. Econeers ist ein junges Start-Up, das von dem etablierten Crowdfunding-Unternehmen Seedmatch speziell zur Finanzierung Erneuerbarer Energie-Projekte gegründet wurde. Dabei bietet Econeers nicht nur den Vorteil, sich bereits mit kleineren Beträgen ab 250 Euro beteiligen zu können. Econeers als Online-Dienstleister bietet auch optimierte Verwaltungsprozesse und somit eine hohe Flexibilität bei der Förderung einer Vielzahl kleinerer und spezialisierter Projekte.

Wer sich für ein Crowdfunding-Investment in die Tiefschwarz GmbH interessiert, der findet unter www.econeers.de ein kurzes Exposé der wichtigsten Technik-, Wirtschaftlichkeits- und Finanzierungskriterien. Nach einer kostenlosen Registrierung können dann zudem der Business- und Finanzplan eingesehen werden. Ein bisschen Kohle in Biokohle zu investieren, könnte sich lohnen. Laut Kleinselbeck winkt bei einer fünf bis maximal 10 Jahre dauernden Beteiligung ein jährlicher Festzins von fünf Prozent und zusätzlich eine 20-prozentige Beteiligung am Gewinn von Tiefschwarz.

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"Crowdfunding: Tiefschwarz-Reaktor sucht Investoren" wurde am 09.10.2013 verfasst