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Elektrochromes Glas reguliert Lichtdurchlässigkeit auf Knopfdruck

Heutige Sonnenschutzsysteme blockieren nicht nur die Sonneneinstrahlung, sondern auch den Blick aus den Gebäuden. Der Franzose Jean-Christophe Giron hat jetzt ein elektrochromes Fensterglas entwickelt, das einen freien Blick nach draußen ermöglicht und gleichzeitig je nach Wunsch individuell auf Knopfdruck dimmbar ist.

Mit Hilfe der elektrochromen Glasbeschichtung lässt sich die Lichtdurchlässigkeit mit Anlage einer Niederspannung durch eine Redoxreaktion individuell anpassen. (Copyright: Europäisches Patentamt (Fotograf: Heinz Troll))

Mit Hilfe der elektrochromen Glasbeschichtung lässt sich die Lichtdurchlässigkeit mit Anlage einer Niederspannung durch eine Redoxreaktion individuell anpassen. (Copyright: Europäisches Patentamt (Fotograf: Heinz Troll))

Dimmbare Sonnenschutzverglasungen sind nicht neu. Bereits seit den 1980er Jahren gibt es Fensterglas mit thermochromem und photochromem Glas, welches seine Farbe ändert, indem eingebettete Flüssigkristalle oder photochemisch aktive Moleküle auf Wärme und Licht reagieren. Der Nachteil ist jedoch, dass die Reaktion auf die Solarstrahlung nicht steuerbar ist, sondern sich das Glas automatisch bei einer bestimmten Lichteinstrahlung verdunkelt. Giron und sein Forscherteam setzten daher nun auf Nanotechnologie und Elektrochromismus, durch den das Fensterglas durch elektrische Spannung seine Farbe ändert.

Stromspannung verdunkelt Glas durch Redoxreaktion

Das dynamische Fensterglas besitzt eine elektrochrome Beschichtung aus fünf Nanoschichten. Wird eine Niederspannung angelegt, verdunkelt sich das Glas durch eine Redoxreaktion. Es verhält sich wie eine durchsichtige Lithium-Batterie, bei der die Transparenz je nach Ladestand variiert. Diese Technologie erlaubt den Nutzern, die Lichtdurchlässigkeit des Glases per Knopfdruck oder automatisch als Bestandteil des Gebäudemanagementsystems dynamisch zu regulieren. Die Glastönung kann die Durchlässigkeit des sichtbaren Lichts zwischen 60% (klar) und 1% (voll getönt) steuern.

Elektrochromes Glas insgesamt günstiger als mechanischer Sonnenschutz

Mit Jean-Christophe Girons Erfindung können Architekten selbst große Glasflächen planen, ohne Abstriche in der Energieeffizienz oder im Wohnkomfort in Kauf nehmen zu müssen. Da die Sonnenschutz-Funktion bereits im Glas integriert ist, bietet es eine elegante und leistungsfähige Alternative zu mechanischen Systemen. Zudem ist der finanzielle Aufwand für elektrochrome Systeme durchaus mit konventionellem Sonnenschutzglas vergleichbar. Da sich dank der intelligenten Glastechnologie die Ausgaben für Strom, Heizung und Klimaanlage jedoch um bis zu 20 Prozent reduzieren können, liegen die Gesamtbetriebskosten dieses Systems langfristig darunter.

Elektrochromes Glas ist großer Schritt zur umweltfreundlicheren Gestaltung von Gebäuden

Für das elektrochrome Glas hat das Europäische Patentamt (EPA) Jean-Christophe Giron als einen von drei Finalisten für den Europäischen Erfinderpreis 2015 in der Kategorie „Industrie" nominiert. Am 11. Juni 2015 wird die begehrte Auszeichnung im Rahmen eines Festakts in Paris zum zehnten Mal verliehen. „Die Technologie von Jean-Christophe Giron steigert das Wohlbefinden der Menschen im Innern der Gebäude und kann den Energieverbrauch eines Bauwerks erheblich senken", sagte EPA-Präsident Benoît Battistelli bei der Bekanntgabe der Finalisten für den Europäischen Erfinderpreis 2015. „Das ist ein großer Schritt zur umweltfreundlicheren Gestaltung von Gebäuden, zum Gebäude der Zukunft." Laut Schätzungen verschiedener Analysten wird der Wert des Marktes für intelligente Fensterscheiben bis 2020 auf 500 Millionen Euro anwachsen.

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"Elektrochromes Glas reguliert Lichtdurchlässigkeit auf Knopfdruck" wurde am 28.04.2015 verfasst