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Erhöhtes Brandrisiko bei Wärmedämmung mit Polystyrol?

Wärmedämmung mit EPS ist seit einer reißerischen, alarmierenden Fernsehsendung im NDR-Fernsehen als außerordentlich gefährlich eingestuft. Viele Kunden sind verunsichert. Immer wieder wird die Frage gestellt, ob das denn überhaupt vertretbar sei, mit Styropor zu dämmen.

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Erhöhtes Brandrisiko bei Wärmedämmung mit Polystyrol? - hier: Haus mit umlaufendem Brandriegel (Grafik: Olof Matthaei)

Als Energieberater empfiehlt Olof Matthaei sehr häufig die Außendämmung mit expandiertem Polystyrolhartschaum (EPS) und Putz auf Armierungsgewebe. Dieses Wärmedämmverbundsystem ist ein kostengünstiges und probates Verfahren auf massiven Wänden, mit dem sehr viel Energie eingespart werden kann.

EPS ist ein brennbares und leicht schmelzendes Material. Wenn es zwischen der Mauer und einer Putzschicht liegt, dann kann es wie ein Kamin ein eindringendes Feuer von einer zur nächsten Etage übertragen. Daneben sonderte s unter Hitze unangenehm riechende und giftige Gase ab.

Nun ist die Brandgefahr von Baustoffen kein besonders neues Phänomen und Bauordnungen, Technische Regeln, Baustoffprüfung und Zulassungen nehmen seit Jahrzehnten und Jahrhunderten darauf Rücksicht. Wer die Zulassung und die Herstelleranweisungen des jeweiligen Systemanbieters beachtet, geht kein erhöhtes Risiko ein.

Im Grunde ist es recht einfach, die Gefahr des Übergreifens eines Brands aus einer Etage in darüber liegende zu verhindern. Es braucht unbrennbare Barrieren, sogenannte Brandriegel. Am wirkungsvollsten sind diese direkt über den Fenstern angeordnet.

Leider allzu oft wird jedoch diese Sicherheitsmaßnahme aus Kostengründen Bequemlichkeit vernachlässigt. Bei größeren Gebäuden (mehr als zwei Geschosse) sind entweder Brandriegel über jedem Fenster oder aber umlaufende Brandriegel mindestens über jedem zweiten Geschoss gefordert.

Bei dem Beispiel mit ausgebautem Dachgeschoss sollte man sich überlegen, ob der Dachüberstand eine ausreichend wirkungsvolle Barriere darstellt oder ob nicht die Brandriegel anders angeordnet werden müssen, um alle Bewohner des Hauses zu schützen.

Die allgemeinen Regeln:

  • Normal entflammbare Fassadenbekleidungssysteme dürfen durch eine kleine Flamme (Streichholz) entzündbar sein, dann aber nur langsam fortschreitend brennen. So sind z.B. Holzfassaden.
  • Schwer entflammbare Fassadenbekleidungssysteme dürfen auch bei Einwirkung einer größeren Zündquelle nicht zu einer schnellen Brandausbreitung führen, der Brand muss lokal begrenzt bleiben. So ist ein ordentlich ausgeführtes WDVS mit EPS und Brandriegeln zu sehen.
  • Nicht brennbare Fassadenbekleidungssysteme dürfen auch bei einem teilweise oder voll entwickelten Brand nicht wesentlich zum Brand beitragen, ein lokales Mitbrennen kann aber auftreten. Das ist WDVS mit Mineralwolle.
  • Leicht entflammbare Baustoffe dürfen grundsätzlich nicht an Fassaden verwendet werden. Daher gibt es EPS auch nur im WDVS mit einer Putzschicht.
  • An Gebäuden bis zu 7 m Höhe dürfen normal entflammbare Baustoffe als Fassadenbekleidungen ohne zusätzliche Brandschutzmaßnahmen (wie Brandschutzriegel) verwendet werden.
  • An Gebäude zwischen 7 und 22 m Höhe ist baurechtlich die Verwendung mindestens schwer entflammbarer Fassadenbekleidungen vorgeschrieben.
  • Für Hochhäuser über 22 m Höhe dürfen ausschließlich nicht brennbare Fassadenbekleidungen verwendet werden.

Den vollständigen Artikel finden Sie auf der Seite des Autors Olof Matthaei: www.energie-effizient-sparen.de/aktuelles/brandrisiko-bei-wdvs-beherrschbar

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"Erhöhtes Brandrisiko bei Wärmedämmung mit Polystyrol?" wurde am 09.07.2012 verfasst