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Geheime EnEV-Schlupflöcher 2015

Die Energieeinsparverordnung (EnEV) aus dem Jahr 2014 ist ein Regelwerk, das auch in der Praxis durch immer neue Entwicklungen im Bau- und Sanierungsbereich immer wieder neu ausgelegt werden muss. So ergeben sich neue Pflichten aber immer auch Ausnahmen. Wir haben hier für Bauherren und Sanierer die wichtigsten EnEV-Schlupflöcher 2015 zusammengefasst.

Die aktuelle EnEV sieht auch Ausnahmen und auch Schlupflöcher vor. Ohne einen Energieberater sollte man diese jedoch nicht ausnutzen. (Foto: energie-experten.org)

Die aktuelle EnEV sieht auch Ausnahmen und auch Schlupflöcher vor. Ohne einen Energieberater sollte man diese jedoch nicht ausnutzen. (Foto: energie-experten.org)

Keine Pflicht zur Einzelraumregelung bei kleinen Räumen

Die bisherige Vorschrift DIN EN 1264-4 zur möglichst zentralen Anordnung des Fußbodenheizung-Heizkreisverteilers führte gerade bei sehr kleinen Fluren immer zu Platzproblemen. Die Rohrverlegung unter der Trittschalldämmung schränkte dann den Schallschutz, die Entlüftbarkeit der Heizkreise oder die Aufbauhöhe ein. Die neue EnEV sieht daher Ausnahmen für Räume mit weniger als sechs Quadratmetern Nutzfläche vor: In kleinen, zentralen Fluren ist laut Gesetz künftig kein eigener Heizkreis mehr erforderlich. Je nachdem wie der Raum genutzt wird, kann in 2015 nun fallweise darüber entschieden werden, ob eine separate Einzelraumregelung erfolgen soll.

Kein EnEV-Nachweis bei Anbauten unter 50 m2

Die Energieeinsparverordnung EnEV 2014 hat auch die Regelungen für Anbauten an bestehende Häuser weiter differenziert. Wer in 2015 sein bestehendes Haus um einen Anbau mit mehr als 50 Quadratmetern Wohnfläche erweitert und dabei auch gleich eine neue Heizungsanlage einbaut, der muss den gesamten Anbau den Vorgaben der EnEV für Neubauten unterwerfen, allerdings ohne die vorgesehenen Verschärfungen. Wer in 2015 anbaut und der Anbau eine Grundfläche von 50 Quadratmetern oder weniger hat, muss eventuelle Wärmeschutzmaßnahmen nicht gesondert nachweisen. Die Bagatellgrenze der alten EnEV, die Anbauten unter 15 Quadratmeter betraf, ist entfallen.

EnEV-Pflichten können bei Unwirtschaftlichkeit entfallen

Ein Schlupfloch bei der EnEV 2014 bietet die Wirtschaftlichkeit von EnEV-Maßnahmen. Bei Maßnahmen, die im Zuge einer Altbausanierung eigentlich per EnEV vorgeschrieben sind, kann die EnEV-Pflicht zur Umsetzung entfallen, wenn diese Maßnahmen unwirtschaftlich sind. Dann kann der Immobilienbesitzer nicht zur Sanierung gezwungen werfen. §25 der EnEV 2014 räumt nämlich die Möglichkeit ein, sich im Einzelfall von den Auflagen befreien zu lassen, wenn sie einen „unangemessenen Aufwand“ erfordern oder „zu einer unbilligen Härte führen“. Eine unbillige Härte liegt dann vor, „wenn die erforderlichen Aufwendungen innerhalb der üblichen Nutzungsdauer, bei Anforderungen an bestehende Gebäude innerhalb angemessener Frist durch die eintretenden Einsparungen nicht erwirtschaftet werden können.“

Nicht alle älteren Energieausweise verlieren ihre Gültigkeit

Energieausweise, die älter als sieben Jahre sind, verloren Ende Oktober 2014 teilweise ihre Gültigkeit und müssen durch einen neuen Ausweis ersetzt werden. Betroffen sind Ausweise, die vor dem 1. Oktober 2007 ausgestellt wurden. Schlupflöcher gibt es nur für ältere Ausweise, die noch eine andere Einteilung besitzen. Voraussetzung ist jedoch, dass sie bereits nach den Regeln der EnEV 2007 oder 2009 ausgestellt wurden. Diese Energieausweise können entsprechend der EnEV auch in 2015 weiter verwendet werden, ohne ein Bußgeld zu riskieren.

EnEV-Anforderung entfallen bei Putzreparaturen

Wer in 2015 seinen Putz erneuern möchte, der muss auch hier die von der EnEV 2014 vorgesehenen Anforderungen an die Wärmedämmung der Außenwände einhalten. Während es bekannte Ausnahmeregelungen für Gebäude, die nach der EnEV nach dem 31. Dezember 1983 errichtet oder erneuert wurden, und für Gebäude bei Grenzbebauungen gibt, so sieht auch die EnEV 2014 Schlupflöcher vor. Entscheidend ist dabei, ob es sich um eine Erneuerung mit Entfernung des Altputzes oder lediglich um Putzreparaturen handelt. Letztere sind dann von der EnEV ausgenommen.

Nicht alle Immobilienanzeigen müssen Energiewerte angeben

Verkäufer und Neuvermieter müssen laut EnEV in Immobilienanzeigen auch Kennwerte zum Energieverbrauch angeben. Wer sich nicht daran hält, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Allerdings hält auch die EnEV 2014 Schlupflöcher bereit. Denn sowohl für Wohn- als auch Nichtwohngebäude gilt die Anzeigenpflicht nur, wenn zum Zeitpunkt der Aufgabe der Immobilienanzeige ein Energieausweis vorlag. Allerdings gilt diese Ausnahme nur bis zur Besichtigung der Immobilie. Spätestens dann muss nämlich ein Energieausweis auf Verlangen vorgelegt werden können. Wer in 2015 also keine Angaben in der Immobilienanzeige macht, der begeht keine Ordnungswidrigkeit im Sinne des § 16 a, gerät jedoch in Konflikt mit anderen Pflichten aus der EnEV 2014 und begeht u.U. eine Ordnungswidrigkeit nach § 27 Absatz 2 Nummer 4 EnEV 2014.

Alle hier angesprochenen Ausnahmenregelungen und Schlupflöcher der EnEV können in der Regel nicht vom Laien beurteilt werden. Nur mithilfe eines Energieberaters oder eines Bausachverständigen lässt sich beurteilen, ob Ausnahmen von der EnEV zulässig sind.

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"Geheime EnEV-Schlupflöcher 2015" wurde am 06.03.2015 verfasst