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Geothermiekraftwerk Groß-Gerau nimmt konkrete Formen an

Geothermiekraftwerk Groß-Gerau nimmt konkrete Formen an - hier: Übersicht der möglichen Standorte für das Geothermiekraftwerk im Kreis Groß-Gerau (Grafik: ÜWG)

Geothermiekraftwerk Groß-Gerau nimmt konkrete Formen an - hier: Übersicht der möglichen Standorte für das Geothermiekraftwerk im Kreis Groß-Gerau (Grafik: ÜWG)

Das geplante Geothermiekraftwerk im Kreis Groß-Gerau nimmt immer konkretere Formen an. Nach mehrjährigen Voruntersuchungen liegt nun eine Auswahl an möglichen Standorten vor. Die besten geologischen Voraussetzungen hat das Gebiet Trebur-Ost, gefolgt von Geinsheim-Nord und Nauheim-Südwest. Die seismischen und die zuletzt durchgeführten gravimetrischen Untersuchungen haben zudem noch wesentlich erfolgversprechendere Ergebnisse geliefert als ohnehin schon vermutet.

Geothermische Faktoren bestimmen Vorauswahl

Nach fünf Jahren Planung war es nun soweit. Auf einer Pressekonferenz wurden jetzt die vielversprechendsten Standorte für das geplante Geothermiekraftwerk im Kreis Groß-Gerau bekannt gegeben. Auf Basis der in den letzten Jahren durchgeführten 3D-Seismik und einer gravimetrischen Untersuchung wurden die daraus resultierenden Ergebnisse anhand der Faktoren Tiefenlage der Gesteinsschicht, Temperatur im Untergrund, Permeabilität der Gesteine (Durchlässigkeit von Fels für Flüssigkeiten) sowie der Breite der Störungszone bewertet. So konnten sechs Gebiete identifiziert werden, in denen jeweils ein Standort zur Nutzung der Geothermie möglich ist. Die Gebiete liegen südlich von Rüsselsheim, nördlich von Groß-Gerau, südwestlich von Nauheim, östlich von Trebur, nördlich von Geinsheim und südlich von Wallerstädten.

Zukünftiger Standortvorschlag wird in Machbarkeitsstudie entwickelt

In allen Eignungsgebieten liegt die errechnete Thermalwassertemperatur bereits an der Oberkante des Reservoirs deutlich über 120 °C, in der Zieltiefe liegt diese stellenweise sogar über 170 °C. Die Gebiete unterscheiden sich jedoch in ihren geologischen Eigenschaften. Mittels einer Bewertungsmatrix, auf Basis der gewichteten geologischen Einflussgrößen, wurden die Eignungsgebiete miteinander verglichen und in eine Rangfolge gebracht. Das nach diesem Ranking bestgeeignete Gebiet ist Trebur-Ost, gefolgt von Geinsheim-Nord und Nauheim-Südwest. Hier ist aus geologischer Sicht die Wahrscheinlichkeit für eine fündige Bohrung am größten. Die Auswahl des letztlichen Bohrplatzes wird nun von Rahmenbedingungen wie z.B. Natur- und Wasserschutz, Artenschutz, Baurecht, Wärmeabnehmer et cetera innerhalb einer Machbarkeitsstudie ermittelt werden.

Intensiver Bürgerdialog startet Anfang 2013

Doch nicht nur die "hard facts" werden die Standortsuche entscheiden. Auch die Bürgerinnen und Bürger werden im Rahmen eines Bürgerdialogs in die weiteren Planungen mit einbezogen. Dieser Bürgerdialog, der von der neutralen Schweizer Stiftung Risiko-Dialog organisiert und durchgeführt wird, geht weit über das rechtlich vorgeschriebene Maß an Information und Beteiligung der Öffentlichkeit hinaus. Die Grundidee besteht darin, den Menschen vor Ort einen Dialog anzubieten, der ihnen die Möglichkeit gibt, ihre Interessen in der Projektplanung und Standortwahl einzubringen. Die Stiftung Risiko-Dialog vertritt dabei keine inhaltliche Meinung zum Projekt, sondern ermöglicht Gespräche auf Augenhöhe zwischen den Beteiligten. Drei spezielle Dialogformate sind angedacht. Dies sind vier öffentliche Veranstaltungen, sogenannte Bürgerforen, ein nicht-öffentlicher Beirat mit cirka. 15 Mitgliedern aus Interessengruppen, Verbänden, Initiativen und Politik sowie Workshops mit den direkt betroffenen Anliegern zu einem späteren Zeitpunkt. Bereits am 17. Januar 2013 geht es mit dem ersten Bürgerforum zum Thema "Erdwärme im Kreis Groß-Gerau: Was bedeutet das für die Bevölkerung?" um 18:30 Uhr in der Stadthalle Groß-Gerau los.

Erlaubnisfelder "Groß-Gerau" und "Trebur"

Die Überlandwerk Groß-Gerau GmbH hat im Jahr 2008 und 2011 vom Regierungspräsidium Darmstadt zwei so genannte Erlaubnisfelder zur Aufsuchung von Erdwärme und Sole zugesprochen bekommen. Die beiden Erlaubnisfelder "Groß-Gerau" und "Trebur" erstrecken sich auf einer Gesamtfläche von rund 420 Quadratkilometern und schließen dabei Teile der drei Landkreise Darmstadt-Dieburg, Groß-Gerau und den Main-Taunus-Kreis mit ein. Innerhalb des Feldes "Groß-Gerau" hat die ÜWG das exklusive Recht, nach dem bergfreien Bodenschatz "Erdwärme" zu suchen und diesen zu fördern und zu nutzen. An dem Erlaubnisfeld "Trebur" ist gemeinsam mit der ÜWG auch die Gemeinde Trebur beteiligt.

Ökostrom und Ökowärme für Groß-Gerau

Der nördliche Oberrheingraben, in dem auch der Kreis Groß-Gerau liegt, ist für die Erdwärmegewinnung besonders geeignet, denn dort trifft man auf günstige geologische Bedingungen. Die errechnete durchschnittliche Thermalwassertemperatur in einer Bohrtiefe von 2.500 Meter bis 3.500 Meter liegt mit circa 150° C deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt und ermöglicht so die Erzeugung von Strom und Wärme. Im Falle des Geothermiekraftwerks Groß-Gerau könnten pro Jahr rund 25 Millionen Kilowattstunden Ökostrom produziert werden. Diese Menge reicht aus um rund 7.000 Haushalte im Kreis Groß-Gerau mit Strom zu versorgen. Die Wärme, die ein solches Kraftwerk produziert, könnte den Jahreswärmebedarf von rund 400 Privathaushalten decken, was in etwa der Menge von 750.000 Litern Heizöl entspricht. Insgesamt können so gut 27.000 Tonnen CO2 eingespart werden.

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"Geothermiekraftwerk Groß-Gerau nimmt konkrete Formen an" wurde am 28.11.2012 verfasst