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Hydraulischer Abgleich im Überblick

Rund 90 Prozent aller Heizungen sind nicht optimal eingestellt. Daher könnte die richtige Abstimmung von Heizkessel, Umwälzpumpen und Thermostatventilen rund 6.400 Millionen Kilowattstunden Heizenergie pro Jahr sparen. Gerade der hydraulische Abgleich ist dabei ein wichtiges Instrument, um die Heizwärme im Haus gleichmäßig zu verteilen und so die Einsparpotenziale zu nutzen. Die Verbraucherzentrale NRW hat daher das Wichtigste zum hydraulischen Abgleich zusammengefasst.

Hydraulischer Abgleich im Überblick (Foto: energie-experten.org)

Hydraulischer Abgleich im Überblick (Foto: energie-experten.org)

Wann sollte ein hydraulischer Abgleich durchgeführt werden?

Der hydraulische Abgleich ist nötig, wenn sich störende Geräusche in Heizkörpern oder Rohrleitungen häufen. Auch wenn einige Heizkörper im Haus zu warm werden, während andere kühl bleiben, sollte der hydraulische Abgleich auf dem Programm stehen. Wurde ein neuer Brennwertkessel oder eine Wärmepumpe eingebaut oder das Wohngebäude zum Beispiel gedämmt, muss die Heizanlage vom Fachmann ebenfalls richtig eingestellt werden. Auch wenn die eingebauten Thermostatventile oder die Heizungspumpe älter als 15 Jahre sind und ohnehin (bald) erneuert werden müssen, lohnt der hydraulische Abgleich.

Wie funktioniert ein hydraulischer Abgleich?

Heizwasser verteilt sich auf dem Weg des geringsten Widerstands. Deshalb fließt durch lange, dünne Rohre weniger Wasser als durch kurze und dicke. Folge: Einzelne Räume bekommen dadurch zu viel Heizwasser ab, andere viel zu wenig und werden trotz laufender Heizung nicht richtig oder nur sehr langsam warm. Beim hydraulischen Abgleich stimmt der Heizungsfachmann Heizungspumpe, Heizleitungen und Heizkörper exakt auf den Wärmebedarf der Räume ab. Die notwendige Durchflussmenge wird für jeden Heizkörper ermittelt und an den voreinstellbaren Thermostatventilen reguliert, sodass jede Heizfläche mit der jeweils erforderlichen Warmwassermenge versorgt wird.

Was spart ein hydraulischer Abgleich?

Dank optimierter Einstellung der Heizungstechnik werden Brennstoff- sowie Stromverbrauch reduziert – was das Energiebudget des Haushalts spürbar entlastet. Zum Beispiel können bei einem 125 Quadratmeter großen Einfamilienhaus (Baujahr 1983) bei Heizkosten von 1.450 Euro durch den hydraulischen Abgleich rund 110 Euro gespart werden. Obendrein zieht mehr Wohnkomfort ein, weil alle Heizkörper nun künftig gleichmäßig warm werden und die störenden Strömungsgeräusche abgestellt sind. Nicht zuletzt kann die Umwelt dank der Energieeinsparung ein Minus bei der Kohlendioxidbelastung verbuchen.

Was kostet ein hydraulischer Abgleich?

Für ein Einfamilienhaus kostet ein hydraulischer Abgleich zwischen 600 und 1.200 Euro. Dies hängt davon ab, wie viele Thermostatventile ersetzt werden müssen und ob auch die Heizungspumpe ausgetauscht wird. Der Austausch einer alten Umwälzpumpe mit einer neuen, effizienten Umwälzpumpe kostet rund 300 Euro. Muss das gesamte Thermostatventil ausgetauscht werden, so müssen hierfür rund 70 Euro pro Thermostatventil einkalkuliert werden. Ein kompletter Austausch der Thermostatventile wird häufig notwendig, wenn die vorhandenen älter als 10 Jahre sind. Bei manchen Herstellern von Thermostatventilen reicht aber auch der Austausch des Ventilkopfes. Das kostet dann nur wenige Euro pro Thermostatventil. Ob dies möglich ist, sollte individuell vom Fachbetrieb geprüft werden.

Was sollte bei der Beauftragung eines hydraulischen Abgleichs beachtet werden?

Jeder Heizungsfachbetrieb sollte in der Lage sein, den hydraulischen Abgleich fachgerecht und systematisch vorzunehmen. Vor der Auftragsvergabe empfiehlt es sich jedoch, Vergleichsangebote einzuholen und nach Referenzanlagen zu fragen. Vorteilhaft ist natürlich auch, wenn der Fachmann die Heizungsanlage genau kennt wie zum Beispiel die Firma, die ohnehin mit deren regelmäßiger Wartung beauftragt ist. Auf die richtige Einstellung kann man zählen, wenn gefragt wird, was genau gemacht wird und welche Einsparungen damit zu erzielen sind. Im Auftrag an den Fachbetrieb sollte aufgeführt sein, dass der hydraulische Abgleich gemäß "VOB/C – DIN 18380" durchgeführt wurde, die Berechnungen nach "Optimus" (oder vergleichbaren Verfahren) oder alternativ nach "DIN 12831" vorgenommen sind. Auch sind alle Berechnungen und die ausgeführten Arbeiten vollständig zu dokumentieren.

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"Hydraulischer Abgleich im Überblick" wurde am 08.10.2012 verfasst