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Investitionen in den Klimaschutz müssen fair und sauber sein

Investitionen in den Klimaschutz müssen fair und sauber sein (Grafik: energie-experten.org)

Investitionen in den Klimaschutz müssen fair und sauber sein (Grafik: energie-experten.org)

Wer sein Geld in den Klimaschutz investieren möchte, der muss genau hinschauen, in welche Anlageform er investiert. Mittlerweile bieten sich hier viele Möglichkeiten, um von den Renditen von Windkraftanlagen oder Photovoltaikparks zu profitieren. Wie das Beispiel der Prokon-Werbung zeigt, bieten jedoch nicht alle das was sie versprechen. Wer genau wissen möchte, wohin sein Geld fließt und sogar noch regionale Wertschöpfungseffekte fördern will, der sollte auf genossenschaftliche Beteiligungsformen setzen.

Prokon bietet sogenannte Genussrechte als Geldanlage an. Bei Genussrechten besteht jedoch die Möglichkeit, dass bei einer Insolvenz die Einlagen ganz oder teilweise nicht mehr zurückgezahlt werden können. Zudem investiert der Anleger nicht direkt in Windkraftanlagen und die Genussrechte können auch erst nach einer gewissen Frist wieder veräußert werden. Da Prokon in seiner Werbung diese Eigenschaften der Kapitalanlage suggerierte, hat nun das schleswig-holsteinische Oberlandesgericht (OLG) der Klage der Verbraucherzentrale Hamburg wegen unlauterer Werbung in zweiter Instanz stattgegeben (Urteil vom 5.9.2012, Az. 6 U 14/11). "Das Urteil ist ein großer Erfolg beim Schutz der Verbraucher vor unlauterer Werbung für Geldanlagen. Auch Investitionen in den Klimaschutz müssen für Anleger fair und sauber sein", sagt Günter Hörmann, Geschäftsführer der Verbraucherzentrale Hamburg.

Im Gegensatz zu Genussrechten bietet eine Geldanlage in Energiegenossenschaften viele Vorteile. Grundsätzlich lässt sich dabei feststellen, dass Energiegenossenschaften sicherer als andere Investments sind: Der Anteil an Insolvenzen beträgt in Deutschland als auch in Österreich nur rund 0,1 %. Zudem verfügt jedes Genossenschaftsmitglied über eine Stimme und kann Satzungsänderungen mittragen, die auch für die Geschäftsführung verbindlich sind. Anders als bei Aktien oder Fonds prüfen Wirtschaftsprüfer nicht nur die Zahlen eines Jahres, sondern auch die Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsführung. Auch bei der Flexibilität der Geldanlage können Genossenschaftsanteile punkten. Diese können jederzeit verschenkt, vererbt und verkauft werden. Im Gegensatz zu Aktien kann man seine Anteile sogar oft nach einer gewissen Haltezeit an die Gesellschaft direkt zurückgeben.

Diese Vorteile der Geldanlage kommen in der Bevölkerung an. Vor allem bürgerschaftliche Initiativen in Kommunen praktizieren so aktiven Klimaschutz und generieren direkte Wertschöpfung vor Ort. Das zeigt sich in Deutschland an den vielen Neugründungen von Energiegenossenschaften. 75 der 122 Neugründungen von Genossenschaften im ersten Halbjahr 2011 entfielen in Deutschland laut einer Untersuchung des Deutschen Genossenschafts- und Raiffeisenverbandes (DGRV) auf den Bereich Energie, Wasser, Umwelt. Zwei Drittel der Genossenschaften ermöglichen eine Beteiligung mit Beiträgen unterhalb von 500 Euro, bei einigen von ihnen ist sogar ein Mindesteinstieg mit weniger als 100 Euro möglich. Dies eröffnet vielen Bürgern die Möglichkeit auch mit kleinen Beträgen, die Energiewende vor Ort mitzufinanzieren und davon auch mitzuprofitieren.

Dieser Beitrag wurde für die Blogparade von oekoenergie-blog.at geschrieben. Die Blogparade möchte aufzeigen, dass es Verbrauchern nicht egal sein sollte, wie sie ihr Geld anlegen oder welche Produkte sie kaufen. energie-experten.org hat sich daher die Frage gestellt, welche Geldanlage Wirtschaftlichkeit, Fairness, Mitbestimmung und soziale Verantwortung am Besten vereint. Im Ergebnis lässt sich daher eindeutig sagen, dass alle diese Faktoren gemeinsam durch ein genossenschaftliches Modell am ehesten abgebildet werden.

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"Investitionen in den Klimaschutz müssen fair und sauber sein" wurde am 09.09.2012 verfasst