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Lastprofilverfahren machen Preisvergleich von Heizstrom möglich

Lastprofilverfahren machen Preisvergleich von Heizstrom möglich (Foto: energie-experten.org)

Lastprofilverfahren machen Preisvergleich von Heizstrom möglich (Foto: energie-experten.org)

Seit Kurzem wirbt Verivox für einen neuen Strompreisvergleich von Heizstrom. Diese speziellen Stromtarife kennt man auch als sogenannten Zweitarifstrom für Nachtspeicherheizungen oder Wärmepumpen. Da dieser Heizstrom der Eingriffsmöglichkeit des örtlichen Netzbetreibers unterliegt, die Heizstromversorgung über einen Rundsteuerempfänger ein paar Stunden in der Woche abzuschalten, werden nur verringerte Netznutzungsentgelte fällig, was den Heizstrompreis besonders attraktiv macht. Aufgrund der technischen Umsetzung dieser Sperrzeiten war es aber lange Zeit nur den Versorgungsnetzbetreibern vorbehalten, Heizstromtarife anzubieten. Durch die Verbreitung temperaturabhängiger Lastprofileverfahren hat sich dies nun jedoch geändert.

Standard-Lastprofile und temperaturabhängige Lastprofile

Die Öffnung des Strommarktes für Heizstrom beruht auf der Einführung sogenannter Lastprofile, mit denen der Verbrauch charakterisiert wird. Man unterscheidet dabei ein synthetisches Lastprofilverfahren und ein erweitertes analytisches Lastprofilverfahren. Bei diesen Verfahren wird jedem Stromverbraucher ein Lastprofil zugeordnet. Für Stromverbraucher im Haushalt, Gewerbe und Landwirtschaft werden dafür Standard-Lastprofile genutzt. Sofern es sich um Stromverbraucher mit unterbrechbaren, temperaturabhängigen Verbrauchseinrichtungen wie z. B. Nachtspeicherheizungen oder Wärmepumpen handelt, kommen sogenannte temperaturabhängige Lastprofile zur Anwendung.

Wärmebedarf wird anhand der Außentemperatur ermittelt

Im Unterschied zu den Standard-Lastprofilen berücksichtigen temperaturabhängige Lastprofile die Abhängigkeit des Wärmeenergiebedarfs von der Außentemperatur, Aufladecharakteristiken des Wärmespeichers und die Freigabe- und Sperrzeiten des Stromnetzbetreibers. Diese Temperaturabhängigkeit des elektrischen Lastverhaltens wird durch eine temperaturabhängige Lastprofilschar abgebildet, die für jeden Tag Temperaturprofile in 1°C-Schritten enthalten. Um das jeweils zu verwendende Lastprofil zu bestimmen, wird dann der niedrigste Differenzbetrag zwischen der äquivalenten Tagesmitteltemperatur und den Gradzahlen der Temperaturprofile ermittelt.

Begrenzungskonstante entscheidet über Heizstromversorgung

Um regionale Temperaturdifferenzen abbilden zu können, ist das Netzgebiet in Klimazonen unterteilt, innerhalb derer für alle Verbraucher dasselbe Temperaturverhalten angenommen wird. Die von der Klimazone abhängige Bezugstemperatur stellt dann den Temperaturwert dar, ab dem keine Heizenergie mehr benötigt wird. Hinzu kommt eine binäre Begrenzungskonstante. Ist diese gleich 0, so wird oberhalb der Bezugstemperatur kein Heizstrom mehr eingespeist. Ist sie gleich 1, wird auch oberhalb der Bezugstemperatur Heizstrom bereitgestellt.

Immer mehr Heizstromanbieter ermöglichen Preisvergleich

Diese Daten werden von den Versorgungsnetzbetreibern den Stromlieferanten zur Belieferung von Kunden mit Nachtstrom für Nachtspeicherheizungen oder Wärmepumpen zur Verfügung gestellt. Die Stromlieferanten sind dann verpflichtet, gemäß dieser temperaturabhängigen Lastprofile ihre Heizstromkunden zu beliefern. Weicht er davon ab, so werden die Differenzen als Ausgleichsenergie in Rechnung gestellt. Die Abschaltzeiten sind somit statisch und den Lieferanten vorgegeben. So ist es dem Stromanbieter möglich, einen unterbrechbaren Heizstromtarif auch in Gebieten anderer Netzbetreiber anzubieten. Und da immer mehr Stromanbieter dieses aufwändige Verfahren nutzen, wird auch ein überregionaler Preisvergleich von Heizstrom wie auf dem Portal von Verivox möglich.

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"Lastprofilverfahren machen Preisvergleich von Heizstrom möglich" wurde am 08.08.2013 verfasst