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Revolutioniert Googles Project Sunroof den Solarmarkt?

Es klingt alles ganz einfach. Google will seinen gigantischen Datenpool nutzen, um Interessierten an der PV-Technologie eine für das jeweilige Dach auf den Eigenverbrauch und dementsprechende Wirtschaftlichkeit zugeschnittene Solaranlage anzubieten. Damit geht Google wieder einen Schritt weiter weg von der Suchmaschine hin zur Findmaschine, die selbst das Ergebnis ausgibt.

Mit dem neuen Google-Dienst "Project Sunroof" kann man mit wenigen Eingaben und mit Hilfe von u.a. Daten aus Google-Maps berechnen, ob sich eine PV-Anlage auf dem eigenen Dach lohnt. (Foto: energie-experten.org)

Mit dem neuen Google-Dienst "Project Sunroof" kann man mit wenigen Eingaben und mit Hilfe von u.a. Daten aus Google-Maps berechnen, ob sich eine PV-Anlage auf dem eigenen Dach lohnt. (Foto: energie-experten.org)

Wie funktioniert Project Sunroof?

Project Sunroof funktioniert ganz einfach und wie viele andere Solar-Tools im Internet auch. Man gibt einfach seine Adresse ein und Google kombiniert diese Standortdaten mit den Daten, die Google Maps an diesem Standort vorliegen. Dies sind die Solarstrahlung, die Verschattung durch Bäume, die Dachneigung, die Sonnenstände über das Jahr hinweg sowie vergangene Wetterdaten, die den Solarertrag beeinflussen könnten. Dann kann man die Höhe seiner Stromrechnung eingeben und Google berechnet die nötige PV-Leistung in Kilowatt (kWp), um soviel PV-Strom wie möglich selbst zu verbrauchen. Auf Basis der Anlagengröße berechnet Googles Project Sunroof dann die Kosten der PV-Anlage. Mit diesen Daten kann man dann über Google Kontakt zu den Solarteuren in der Nähe herstellen. Google startet Project Sunroof zunächst in Boston, San Francisco und Fresno, verweist aber bereits lapidar darauf, kurzfristig auch die gesamte USA und auch die ganze Welt bedienen zu können.

Warum startet Google Project Sunroof?

Eigentlich gibt es das alles schon in vielen Ländern und von vielen Anbietern. Wieso tritt nun Google noch mit Project Sunroof in diesen Markt ein? Im Youtube-Video "Introducing Project Sunroof" erklärt Google kurz und knapp, warum die Suchmaschine nun dieses Projekt startet. Dabei wird weniger auf die Umwelt- und Energievorteile der Solarenergie abgestellt, sondern vielmehr darauf, dass es ganz viele Suchanfragen gibt und Google hierzu gerne eine eigene Lösung anbieten möchte, damit man nicht solange suchen muss. Für Google ist das schon eine aberwitzige Feststellung, denn so mehr man sucht, umso öfter klickt man ja auch die Google-Werbung. Daher muss man wohl vermuten, dass Google mit Project Sunroof ein besseres Geschäft wittert als mit der Monetarisierung der Suchanfragen über Google-Werbung in den Suchergebnissen.

Wie gut sind die Prognoseergebnisse?

Bereits zum Start finden sich allerdings viele Fehler. So berichten User, dass Google das Haus des Nachbarn als das eigene identifiziert und man dies nicht ändern konnte, oder, dass das Satellitenbild mehr als 3 Jahre alt ist und ein sehr großer Baum, der damals dort im Vorgarten stand, nun nicht mehr das Haus verschattet und der Solarertrag eigentlich viel höher sein müsste. Zudem wird an Project Sunroof bemängelt, dass man nicht ein Elektroauto mit einberechnen kann. Dies würde den Solarstromverbrauch deutlich erhöhen und man müsste eine deutlich größere PV-Anlage projektieren können. Also ganz so brilliant wie sich Google immer darstellt, scheint Project Sunroof (noch) nicht zu sein, sondern kämpft mit vielen Unwägbarkeiten, mit denen jedes PV-Planungstool allerdings zu kämpfen hat.

Letztlich muss angesichts dieser Bugs bezweifelt werden, ob es Google auch in den Griff bekommt, die Kosten realistisch abzubilden. Denn gerade bei sinkenden Modulpreisen nehmen die Installationskosten einen höheren Anteil an und variieren je nach baulichen Bedingungen und je nach Standort recht erheblich. Denn es macht natürlich einen Unterschied, ob man eine PV-Anlage auf einem 5-stöckigen Mehrfamilienhaus in München oder einem Reihenhaus auf dem Dorf installieren lassen möchte. Die wirtschaftlichen Daten also weltweit halbwegs realistisch abzubilden, dürfte selbst für Google schwierig werden.

Kommt Googles Project Sunroof nach Deutschland?

Bedenken, dass Google den deutschen PV-Markt vereinnahmt, sind also eher unbegründet. Unter Umständen muss sogar erwartet werden, dass Google Project Sunroof wie viele andere Projekte auch zunächst einmal nur auf den Markt wirft, um zu gucken wie es läuft. Sind die User zufrieden und funktioniert Project Sunroof so ist ein weiterer Rollout in USA durchaus denkbar. Ob Project Sunroof in Ländern wie Deutschland startet, die andere Voraussetzungen als die USA haben, ist damit aber noch längst nicht besiegelt. Denn Google hat bereits viele Projekte gestartet, die in den USA sogar erfolgreich waren und trotzdem nie den Sprung über den Teich geschafft haben.

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"Revolutioniert Googles Project Sunroof den Solarmarkt?" wurde am 18.08.2015 verfasst