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Soft House setzt Sonnensegel

Das Soft House von Kennedy & Violich Architecture der IBA Hamburg nutzt für die Terrassenüberdachung dynamisch der Sonneneinstrahlung folgende textile Membransegel, in die Photovoltaik-Zellen eingearbeitet wurden, um das Sonnenlicht optimal zur Energieproduktion zu nutzen. Gleichzeitig spenden die Fassadenelemente im Sommer Schatten, im Winter minimieren sie Energieverluste und lassen Licht tiefer in die Räume einfallen.

Soft House setzt Sonnensegel (Foto: energie-experten.org)

Soft House setzt Sonnensegel (Foto: energie-experten.org)

So wie sich die Sonnenblume nach dem Stand der Sonne ausrichtet, drehen sich auch bei dem erst im März diesen Jahres fertiggestellten Soft House die Textilmembranstreifen mit integrierten Photovoltaikzellen an der Südfassade zur Sonne. Dieser Fassadenvorhang ist das besondere Kennzeichen des von den US-Architekten Kennedy & Violich aus Boston entworfenen Wohnhauses mit vier dreigeschossigen Wohneinheiten der Internationalen Bauausstellung IBA Hamburg. Das Projekt gehört zu einer Reihe von Smart Material Houses, mit denen die IBA intelligente Baumaterialien vorstellt.

Sonnensegel versorgen Soft House-Bewohner mit Strom

Das Soft House verbindet einfache Materialien mit einem intelligenten Energiekonzept in Passivhausbauweise. Die filigrane Streifenstruktur der Sonnensegel dient nicht nur ästhetischen Zwecken, sondern produziert auch Solarstrom, den die Bewohner des Soft House selbst nutzen statt ihn ins öffentliche Netz einzuspeisen. Dazu verfügt jedes Haus über 24 Akkus, in denen der Strom zwischengespeichert wird. Die Speicherkapazität von 21,12 kWh reicht bei einem durchschnittlichen Haushalt für zwei Tage und macht die Bewohner nahezu unabhängig von Stromanbietern. Die Bewohner in den Obergeschossen können mit Hilfe der Textilmembran zudem Aussicht und Lichteinfall regulieren. So dienen die Membranstreifen gleichzeitig als Sonnenschutz und zur Energieerzeugung.

LED-Vorhänge ermöglichen individuelle Strukturierung der Räume

Auf drei Geschossen bietet das Soft House mit jeweils 160 Quadratmetern Wohnfläche, eigenem Garten und Terrasse Platz für familienfreundliches Wohnen. Im Inneren der Wohnungen kommen lichtdurchlässige Vorhänge mit eingearbeiteten LED-Lampen zum Einsatz. Sie ermöglichen es den Bewohnern, die großzügigen Innenräume selbst zu strukturieren und zu verändern. Zudem unterstützen sie die Bewohner bei der individuellen Regulierung von Wärme und Licht. Der außen über die Membranfassade erzeugte Strom wird direkt den Vorhängen zugeführt, so dass diese über die integrierten LED-Elemente für die Innenräume eine zusätzliche Möglichkeit zur Beleuchtung geben. Zudem wird im Soft House Erdwärme über eine Wärmepumpe genutzt, die im Winter als Heizung und im Sommer zur Kühlung eingesetzt wird. Trotzdem ist das Soft House an das neue Nahwärmenetz Wilhelmsburg Mitte angeschlossen.

IBA Smart Material Houses zeigen zukünftige Bautrends

Die Smart Material Houses sind eine neue Form von Häusern, bei denen anpassungsfähige Baukonstruktionen sowie intelligente haustechnische Konzepte und Baustoffe kombiniert werden. Neben dem Soft House zeigen der Woodcube, das Algenhaus und das Haus "Smart ist grün" wie sich neue technologische Ansätze in eine zukunftsweisende Architektursprache übersetzen lassen. Die Smart Material Houses zeigen außerdem, dass es nicht immer Spitzentechnologie sein muss, die Spitzenwerte in der CO2-Neutralität schafft. Auch massive Holzkonstruktion als Ansatz eines "Lowtech"-Materialkonzeptes können zu CO2-neutralen Bilanzen beitragen, indem sie Kohlendioxid speichern, welches somit während der Nutzungsphase nicht mehr zum Treibhauseffekt beitragen kann.

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Viele weitere interessante IBA-Projekte mit einem Fokus auf die in den IBA-Häusern eingesetzte Wärmepumpentechnik finden Sie unter www.waermepumpe-regional.de/hamburg.

"Soft House setzt Sonnensegel" wurde am 11.05.2013 verfasst