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Weiße Wannen richtig planen und bauen

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Weiße Wannen richtig planen und bauen (Foto: Rainer Sturm - pixelio)

Weiße Wannen sind heute nicht mehr teurer als schwarze Wannen und sollten daher Standard bei jedem Neubau sein. In der Praxis ist jedoch genau das Gegenteil der Fall. Vielen Bauherren wird ein konventioneller Keller unter das Haus geplant, sodass jahrzehntelang drückendes Grundwasser droht. Gerade bei Schlüsselfertiganbietern ist zu beobachten, dass weiße Wannen immer noch nicht zum Baustandard gehören.

Beim Kellerbau unterscheidet man zwischen sogenannten weißen und schwarzen Wannen. Schwarze Wannen sind Keller mit Betonbodenplatte und gemauerten Außenwänden. Diese werden dann vor dem Befüllen von außen mit einem schwarzen Bitumenanstrich oder einer Schweißbahn vor Feuchtigkeit geschützt. Aufgrund der teerfarbenen Oberflächenbeschichtung spricht man von schwarzen Wannen. Schwarze Wannen halten in der Regel 30 Jahre. Weiße Wannen sind hingegen rundum geschlossene Konstruktionen, bei denen alle Teile aus hochwertigem, wasserundurchlässigem WU-Beton bestehen. Da dieser gerade im Vergleich zu schwarzen Wannen sehr hell ist, spricht man hierbei von weißen Wannen. Weiße Wannen halten rund 60 bis 80 Jahre.

Weiße Wannen werden immer dort eingesetzt, wo Grundwasser von unten oder seitlich auf die Kellerwände oder die Bodenplatte drücken. Und gerade das ist fast überall der Fall. Eine Ursache dafür ist der steigende Grundwasserspiegel, da immer weniger Trinkwasser als noch vor einigen Jahren entnommen wird. Außerdem dürfen vielerorts Drainagen, die Regenwasser vom Haus wegleiten sollen, nicht mehr ans Kanalsystem angeschlossen werden. Das dadurch nicht abgeleitete Wasser drückt dann zusätzlich als aufstauendes Sickerwasser auf die Kellerwände. Weiße Wannen als in sich geschlossene Tragkonstruktion und Abdichtung halten gezielt Grund- und Sickerwasser stand.

Zur Planung einer weißen Wanne muss zunächst der Untergrund mit einem Bodengutachten sorgfältig untersucht werden, um die für die Berechnung der Bauteile und deren Bewehrung notwendigen Daten zu berechnen. Bei der Ausführung der weißen Wanne kommt es jedoch häufig zu Problemen. Gerade beim Gießen des Betons sollte darauf geachtet werden, dass die Stahleinlagen im Beton am richtigen Platz fixiert werden. Dazu müssen diese vor dem Betonieren mit Abstandshaltern fest miteinander verbunden werden. Hier sollten nur dafür zugelassene Kleinteile aus Kunststoff oder zementgebundene Abstandshalter verwendet werden. Alle anderen Materialien können bei weißen Wannen langfristig zu Schäden führen.

Weiterer wichtiger Punkt ist die richtige Zusammensetzung des WU-Betons. Um eine Wasserdichtheit herzustellen, müssen Zuschlagstoffe eingearbeitet werden. Häufig werden jedoch gerade diese Zuschlagstoffe zu gering oder falsch dosiert. Im Ergebnis entsteht dann für eine weiße Wanne ungeeigneter Beton, der Druckwasser nicht in dem Maße standhalten kann wie es von weißen Wannen erwartet wird. Neben der richtigen Zusammensetzung ist auch die Nachbehandlung des WU-Betons von besonderer Bedeutung. Der eingeschüttete Beton sollte dabei eingerüttelt werden, um eine größtmögliche Verdichtung und damit langfristige Wasserundurchlässigkeit der weißen Wanne herzustellen. Weiterhin sollte danach der Beton abgedeckt werden, um während des Abbindens in der ein- bis zweitägigen Trockenphase und der durch die Hydratation entstehenden hohen Temperaturen Spannungen und Risse im Beton zu vermeiden.

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"Weiße Wannen richtig planen und bauen" wurde am 21.03.2012 verfasst