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Wirtschaftliche Sanierungspakete im Kostenüberblick

Energetische Sanierungen sollen Energiekosten senken und den Wohnkomfort verbessern. Allerdings sind den allermeisten Hausbesitzern dabei finanzielle Grenzen gesetzt. Welche wirtschaftlichen Sanierungsmaßnahmen zu welchen Kosten möglich sind, zeigt jetzt die IWU-Studie "Energetische Sanierung des Gebäudebestandes privater Haushalte".

Unabhängig vom Energieverbrauchsverhalten helfen energetische Sanierungen, die Heizkosten zu senken. Für jedes Kostenbudget gibt es dazu wirtschaftlich umsetzbare Sanierungspakete. (Grafik: IWU)

Unabhängig vom Energieverbrauchsverhalten helfen energetische Sanierungen, die Heizkosten zu senken. Für jedes Kostenbudget gibt es dazu wirtschaftlich umsetzbare Sanierungspakete. (Grafik: IWU)

Um Hauseigentümern im Vorfeld einer energetischen Sanierung eine erste Kostenorientierung zu geben, hat das Institut Wohnen und Umwelt (IWU) aus Darmstadt im Auftrag des Verbandes der Privaten Bausparkassen die Studie "Energetische Sanierung des Gebäudebestandes privater Haushalte" erstellt. Sie soll Hauseigentümern helfen, entsprechend Ihres Budgets wirtschaftliche energetische Sanierungsentscheidungen zu treffen, um durch Energieeinsparungen den Mehrbelastungen durch steigende Energiepreise entgegenzuwirken.

Unterscheidung nach Gebäudetypen und Baualtersklassen

Das IWU unterscheidet in der Studie drei Gebäudetypen: das freistehende Einfamilienhaus, das Reihenmittelhaus und das Reihenendhaus bzw. die Doppelhaushälfte. Für diese Gebäudetypen wurden wiederum drei Baualtersklassen ausgewählt, die sich unter anderem an Veränderungen von Bauvorschriften festmachen: die Baualtersklasse 1958 bis 1968, die von 1969 bis 1978 und die von 1979 bis 1983. Aufgrund des großen Anteils von Einfamilienhäusern an der Wohnfläche im Bestand (52 Prozent) wurde ein weiteres freistehendes Einfamilienhaus in der Baualtersklasse 1969 bis 1978 betrachtet. Ausgangspunkt der Berechnungen war nicht der ursprüngliche Zustand, in dem die Häuser errichtet wurden, sondern der Zustand, in dem sie heute meist vorgefunden werden. Bezüglich der Anlagentechnik wurde etwa davon ausgegangen, dass die Gebäude mit einem Niedertemperaturkessel Baujahr 1987 bis 1994 zentral beheizt werden.

Untersuchte energetische Sanierungsmaßnahmen

Bei den untersuchten Maßnahmen handelt es sich um Wärmeschutzmaßnahmen an den Bauteilen

  • Dach bzw. oberste Geschossdecke,
  • Außenwand,
  • Kellerdecke und
  • Fenster.

Bei den Maßnahmen an der Anlagentechnik betrachtete das IWU einen Austausch des bestehenden Niedertemperaturkessels durch einen neuen Brennwertkessel in Kombination mit der Installation einer solathermischen Anlage zur Unterstützung der Warmwasserbereitung. Hinzu kommt der Einbau einer Abluftanlage bzw. einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Neben den genannten Einzelmaßnahmen betrachtet das IWU auch Maßnahmenpakete.

Das Institut unterscheidet darüber hinaus drei Kostenklassen bis 10.000 Euro, bis 30.000 Euro und bis 50.000 Euro:

1) Sanierungspaket mit Gesamtkosten bis 10.000 Euro

In der Kostenklasse bis 10.000 Euro sind maximal zwei Maßnahmen möglich. In dem Einfamilienhaus der Baualtersklasse 1979 bis 1983 kann zum Beispiel die oberste Geschossdecke gemäß den bauteilbezogenen Anforderungen der EnEV 2009 gedämmt werden. Die mittlere Kostenersparnis (ausgehend von einem heutigen Energiepreis von 7 Cent/kWh und gerechnet über 25 Jahre mit einer unterstellten 3%-igen Energiepreissteigerung pro Jahr) liegt dann bei rund 190 Euro pro Jahr – bei energiebedingten Mehrkosten von 10 Euro pro Quadratmeter Bauteilfläche und Vollkosten von etwas über 1.300 Euro. Die Dämmung der Kellerdecke bringt bei energiebedingten Mehrkosten von 38 Euro pro Quadratmeter Bauteilfläche und Vollkosten von rund 4.900 Euro eine mittlere Kostenersparnis von knapp 220 Euro pro Jahr. Werden beide Maßnahmen gleichzeitig verwirklicht, liegt die mittlere Kostenersparnis der Maßnahmenkombination leicht unter den addierten mittleren Einsparungen der einzelnen Maßnahmen, weil jede Maßnahme in einem ungedämmten Gebäude mehr einspart als in einen bereits gedämmten Gebäude. Sie bleibt aber beträchtlich.

2) Sanierungspaket mit Gesamtkosten bis 30.000 Euro

In der Kostenklasse bis 30.000 Euro kann bei gleichem Haustyp in der gleichen Baualtersklasse zusätzlich eine neue Heizanlage (Gas-Brennwerttechnik) inklusive Schornsteinsanierung und neuem Speicher installiert werden – ergänzt um den nachträglichen Einbau einer Solaranlage zur Unterstützung der Warmwasser-Bereitung. Die energiebedingten Mehrkosten liegen für die Maßnahme bei rund 7.900 Euro. Bei Vollkosten von rund 17.700 Euro zeigt sich – wiederum isoliert für das ungedämmte Gebäude betrachtet – eine mittlere Kostenersparnis pro Jahr von rund 1.100 Euro.

3) Sanierungspaket mit Gesamtkosten bis 50.000 Euro

In der Kostenklasse bis 50.000 Euro kann daneben eine ohnehin erforderliche umfassende Putzsanierung mit der Aufbringung eines WärmedämmverbundsystemsWDVS gekoppelt werden. Energiebedingten Mehrkosten von 45 Euro pro Quadratmeter Bauteilfläche bei Vollkosten von knapp 19.000 Euro steht dann in der Einzelbetrachtung eine mittlere Kostenersparnis pro Jahr von rund 480 Euro gegenüber.

Energieberater sollten Sanierungsmaßnahme einleiten

Die Autoren der Studie weisen darauf hin, dass sich eine energetische Altbausanierung vor allem dann rechnet, wenn man sie an ohnehin anstehende Maßnahmen im Rahmen normaler Instandsetzungszyklen koppelt. Zum Beispiel wird eine Außenwand sinnvollerweise dann nachträglich gedämmt, wenn ohnehin eine umfangreiche Putzsanierung notwendig ist. Zudem sollte im Gespräch mit einem Energieberater geklärt werden, welcher energetische Standard mittelfristig beim Wärmeschutz erreicht werden soll bzw. welche Restriktionen beim jeweiligen Gebäude beachtet werden müssen. Darüber hinaus informiert der Energieberater über technische Zusammenhänge und Fördermöglichkeiten. Die Energieberatung wird zum Beispiel von der KfW im Rahmen der Effizienzhausförderung oder vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gefördert. Der Zuschuss der BAFA für eine Vor-Ort-Beratung beträgt 400 Euro für Ein-/Zweifamilienhäuser und 500 Euro für Wohnhäuser mit mindestens drei Wohneinheiten.

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"Wirtschaftliche Sanierungspakete im Kostenüberblick" wurde am 31.12.2013 verfasst