Letzte Aktualisierung: 19.10.2020

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Experten-Ratgeber: Welche Split-Klimaanlage passt am Besten?

Was ist eine Split-Klimaanlage? Wie unterscheiden sich Mono- und Multisplitanlagen? Welche Vor- und Nachteile haben sie? Wie und wo bringen Sie die Split-Geräte an? Wie hoch sind die Stromkosten? Was kostet eine Split-Klimaanlage? Wann lohnt sich der Kauf

Eine sogenannte Split-Klimaanlage vereint zwei Funktionen in einem Gerät: Erstens sorgt sie für Raumwärme. Zweitens vermag sie es auch, einen Raum zu kühlen. Für diese Doppelfunktion ist die Anlage geteilt, sprich: gesplittet: Das Innengerät saugt die Raumluft an, filtert sie und kühlt sie. Im Außengerät steckt ein Kühlkompressor. Zwischen den gesplitteten Geräten besteht eine Kältemittelleitung in Form einer Schlauchrohrverbindung. Split-Klimaanlagen sind vorwiegend zur festen Montage ausgelegt, es gibt aber auch mobile Geräte.

Eine sogenannte Split-Klimaanlage ist eine spezielle Klimaanlage. Ihre Typenbezeichnung weist bereits auf die Splittung (Teilung, Aufteilung) hin, die sich sowohl auf den zweigeteilten Aufbau des Gerätes als auch die daraus resultierende Aufgabenteilung bezieht.

Damit unterscheidet sich die gesplittete Klimaanlage von herkömmlichen Geräten, die auch Monoblock-Klimaanlagen oder Kompakt-Klimaanlagen genannt werden.

Die Aufgabe einer Split-Klimaanlage ist das gezielte und kontrollierte Kühlen der Luft innerhalb eines Raumes (kurz: Raumluft). Sie erzeugt somit ein gewünschtes Raumklima und erhält dieses aufrecht.

Die Splittung der Klimaanlage in ein Innen- und Außenteil hat den Vorteil, dass der Kompressor im Außengerät sitzt, so dass seine Abwärme den zu kühlenden Raum nicht unnötig aufheizt. Kompressor und Ventilator verursachen somit weniger Schallemissionen. Im Innengerät ist der einzige „Krachmacher“ der Ventilator (in der Regel ein sogenannter Tangentiallüfter), der die Raumluft durch den Wärmeübertrager am Verdampfer schleust. Er sollte möglichst leise laufen.

Expertenwissen: Achten Sie darauf, dass Sie eine Split-Klimaanlage kaufen, bei der Sie die Drehzahl des Ventilators manuell variieren können, oder, dass dies gemäß den Betriebsbedingungen automatisch geschieht. Das können vor allem leistungsgeregelte Geräte.

Split-Klimageräte mit Wärmepumpenfunktion können sie sowohl zum Kühlen als auch zum Heizen nutzen: Im Heizbetrieb wird der Kältemittel-Prozess umgekehrt. Das Außengerät entzieht der Außenluft die Wärme, komprimiert diese und transportiert sie über die Kältemittelleitung zum Innengerät. Dort kann die Wärme an die Raumluft abgegeben werden – es wird geheizt. Der Fachverband Gebäude-Klima e.V. (FGK) hat alle Split-Geräte mit Wärmepumpenfunktion mit dem Qualitätssiegel Raumklimageräte ausgezeichnet.

Monosplit-Klimaanlagen vs. Multisplit-Klimaanlagen

Man unterscheidet Split-Klimaanlagen in zwei Arten:

  1. Monosplit-Klimaanlagen bestehen aus einem Außengerät und einem Innengerät.
  2. Multisplit-Klimaanlagen bestehen aus einem Außengerät und mehreren Innengeräten.

Mit einer (Mono-)Split-Klimaanlage können Sie einen einzelnen Raum dezentral klimatisieren, also kühlen. Das „Mitkühlen“ eines weiteren Raumes, beispielsweise über eine geöffnete Tür funktioniert dabei nur beschränkt.

Mit einer (Multi-)Split-Klimaanlage sind mehrere Innengeräte mit einem Außengerät verbunden, das höhere Leistungen erbringt. Damit lassen sich sehr große oder mehrere Räume zugleich klimatisieren. Je nach Zahl der Innengeräte unterscheidet man Multi-Split-Klimaanlagen in Duo-, Trio-, Quadro- und 5-fach-Geräte.

Häufig rechnet es sich, anstelle mehrerer Mono-Split-Klimaanlagen mit jeweils zu montierendem Innen- und Außengerät in eine leistungsfähigere Multi-Split-Klimaanlage zu investieren, bei der an das Außengerät mehrere Innengeräte angeschlossen sind.

Expertenwissen: Je verzweigter die Klimaanlage ausgelegt wird, desto höher ist das Risiko von Leckagen in den Leitungen, durch die hindurch das Kältemittel läuft. Die Kältemittel dringen dann über die Leckagen in die Bausubstanz ein und richten dort Schäden an. Oder sie geraten in die Umwelt, wo sie aufgrund ihrer chemischen Zusammensetzung Umweltschäden verursachen können.

Kältemittelkreislauf innerhalb einer Split-Klimaanlage

Typischerweise besteht eine Split-Klimaanlage aus zwei Teilgeräten:

  1. Innengerät
  2. Außengerät

Das Innengerät der Split-Klimaanlage saugt die Luft im zu klimatisierenden Raum an, filtert sie und kühlt sie ab. Das Außengerät beherbergt einen Kühlkompressor. Das hat den Vorteil, dass seine Betriebsgeräusche, die – selbst, wenn sie recht leise sind – im Raum weniger zu hören, also weniger störend sind.

Bedient werden moderne Split-Klimaanlagen komfortabel mit einer Fernbedienung, mit der man Stärke und Richtung des Luftstroms als natürlich auch die Temperatur bequem einstellen kann. Hinzu kommen verschiedene Timer-Funktionen.

Die Funktionsweise einer Split-Klimaanlage lässt sich ganz einfach veranschaulichen: Als Einheit betrachtet ist die Anlage eine Kaltdampf-Kompressionskältemaschine, die sich durchaus mit einem Kühlschrank vergleichen lässt. Das gleiche Prinzip findet sich im Übrigen in der Wärmepumpenheizung wieder, bei der Primär- und Sekundärkreislauf jedoch vertauscht sind.

Das Innengerät umfasst den Verdampfer: In ihm verdampft das Kältemittel bei niedrigem Druck, wobei es sich abkühlt. Der Grund dafür ist: Für den physikalischen Vorgang muss Verdampfungswärme aufgebracht werden.

Mittels eines Wärmetauschers wird die so erzeugte Kälte an die Raumluft übertragen, indem ein Ventilator sie durch den Wärmeübertrager transportiert. Die meisten Split-Klimaanlagen laufen nach dem sogenannten Umluft-Prinzip: Sie saugen die Raumluft an, kühlen sie ab und geben die kühle Luft zurück an den Raum.

Expertenwissen: Umluftprinzip heißt deshalb auch: Es findet keine Raumbelüftung statt, diese müsste extra realisiert werden, es sei denn, Ihre Split-Klimaanlage kommt mit einer Lüftungsfunktion daher.

Für den niedrigen Druck des Kältemittels im Verdampfer sorgt ein Kompressor (Kältemittelverdichter), meist im Außengerät, der das Kältemittel ansaugt und zum Kondensieren in den Kondensator drückt. Bei diesem Vorgang wird die zuvor aufgenommene Verdampfungswärme in Form von Kondensationswärme freigesetzt.

Diese Wärme muss wieder abgeleitet werden. Der Kondensator sitzt dazu im Außengerät. Meist kühlt ihn ein zweiter Ventilator unter Zuhilfenahme von Außenluft. Es gilt: Je effektiver die Kühlung des Kondensators gelingt, desto effizienter arbeitet die Split-Klimaanlage.

Durch ein sogenanntes Drosselventil, alternativ: ein elektronisch geregeltes Einspritzventil, das einen schnellen Druckausgleich zwischen Verdampfer und Kondensator ausschließt, strömt das nunmehr flüssige Kältemittel wieder zurück zum Verdampfer.

Expertenwissen: Auf dem Weg zum Drosselventil hat das Kältemittel eine Temperatur die der Außentemperatur nahe kommt. Bei warmem Wetter ist seine Temperatur damit über der des zu klimatisierenden Raumes. Das ändert sich erst beim späteren Verdampfen dank der dort stattfindenden starken Abkühlung.

Warnung vor DIY-Montage von Baumarktgeräten

Das Innengerät der Split-Klimaanlage wird zum Beispiel im zu klimatisierenden Raum an einer Wand montiert. Das zugehörige Außengerät kann dann an der Außenseite dieser Wand befestigt sein. Alternativ lässt sich das Innengerät auch an die Decke montieren (als sogenannte Deckenkassette).

Do it Yourself-Klimatechniker können im Grunde Ihre Split-Klimaanlage selbst montieren, wenn Sie erfahren im Umgang mit Kältemitteln sind und Leitungen dicht verlegen können. So sollen die im Baumarkt erhältlichen Geräten problemlos selbst zu montieren sein. Bis auf die nötigen Werkzeuge, seien laut Baumarktmitarbeitern alles mit inbegriffen.

So müsste man nur das Innen- und Außengerät montieren, an die Stromversorgung anschließen und die gebördelten und isolierten Kältemittelleitung mit entsprechenden Überwurfmuttern und dem Schlauch zur Kondensatableitung installieren. Und bereits bei der Länge der mitgelieferten Leitungen können die Probleme anfangen.

Häufig sind nur 3 Meter mitgeliefert. Dies kann zu kurz sein, wenn man nicht unmittelbar am Split-Außenteil einen Mauerdurchbruch machen möchte bzw. das Innengerät versetzt im Raum angebracht wird. Will man längere Kühlmittelleitungen, so sind diese meist nur im Fachhandel zu bekommen, was nicht gerade günstig ist. Zudem besteht die Gefahr, die Garantie zu verlieren, wenn man andere und längere Leitungen nimmt, da die zudem auch mehr Kühlmittel benötigen.

Eine weitere Baustelle sind im wahrsten Sinne des Wortes die zu bohrenden Löcher. Profis arbeiten hierbei mit speziellen Diamantkernbohrern, die ein sauberes 10 cm breites Loch in die häufig 30 cm tiefe Außenmauer bohren. Nachdem die Kältemittelleitungen durchgeführt wurden, muss das Loch wieder geschlossen werden und zwar so, dass keinerlei Feuchtigkeit eindringt und auch keine Wärmebrücke entsteht. Auch solche Arbeiten sind nicht des Hobbyhandwerkers Alltag.

Wir empfehlen daher aus Gründen der Sicherheit der Anlage, zum Schutz der Bausubstanz sowie der Umwelt und zur Sicherung der Gewährleistungs- und Garantieansprüche die Montage der Klima-Split-Anlage kompetenten Profis zu überlassen! Zudem haben Sie im Handwerker dann auch einen Ansprechpartner zur Wartung der Split-Anlage.

Klimabelastungen: Stromverbrauch und Kältemittel

Eine Split-Klimaanlage benötigt wie jede andere Klimaanlage auch Strom. Und das nicht wenig:

Tabelle 1: Stromkosten von Klimageräten im Vergleich (Quelle: Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz e. V. / Öko-Institut e. V., Institut für angewandte Ökologie)
Kleinklimageräte Splitgerät Ventilator
Effizienzklasse A A++ -
Kühlleistung 2500 Watt 2500 Watt -
Raumgröße 25 m2 25 m2 -
Effizienzgröße 2,8 7,1 -
Elektr. Leistung 962 Watt 555 Watt 50 Watt
Betriebsstunden* 500 h 500 h 500 h
Stromverbrauch 440 kWh 278 kWh 25 kWh
Stromkosten** 123 Euro 78 Euro 7 Euro

* Verhältnis von elektrischer Leistung zu Kühl- und Heizleistung ** Hochrechnung bei Volllast, Bezugsgröße auf dem Energielabel für Splitgeräte: 350 Stunden Voll-/Teillast, *** bei Strompreis 28 Ct. /kWh

Der Stromverbrauch bedingt wiederum eine CO2-Emission, sofern man keinen Ökostrom hierfür verwendet. Neben diesen CO2-Emissionen emittieren Klimageräte häufig auch treibhauswirksame Kältemittelemissionen.

Die eingesetzten Kältemittel bestehen aus teilfluorierten Kohlenwasserstoffen (HFKW), die entweder als Reinstoff oder als Stoffgemische (Blends) zum Einsatz kommen. In Split-Klimageräten werden überwiegend die HFKW-Mischungen R407C und R410A verwendet.

Da bei der Montage (bzw. Demontage) in den Kältekreislauf eingegriffen wird und so Leckagen entstehen können, dürfen Split-Klimageräte nur durch sachkundiges Personal installiert werden. Das gilt auch für Geräte, die beispielsweise in Baumärkten direkt an den Endverbraucher verkauft werden. Durchschnittlich rechnet man mit Leckageraten von sieben Prozent, sodass signifikante Mengen HFKW in die Atmosphäre abgegeben werden können.

Kältemittelleckagen sind durch Dichtheitsprüfungen gemäß der Verordnung (EG) über fluorierte Treibhausgase (F-Gase-Verordnung) zu beheben. Dies ist häufig nicht angemessen durchführbar, da Kältemittelleitungen in der Regel schwer zugänglich bis unzugänglich im Gebäude verlegt sind.

Experten-Wissen: Laut Umweltbundesamt beliefen sich die HFKW-Emissionen in der stationären Klimatisierung in Deutschland im Jahr 2010 auf 405 Tonnen, was 717.400 Tonnen CO2-Äquivalenten entspricht.

Preise und Betriebskosten

Eine Split-Klimaanlage kostet je nach Ausführung zwischen 400 und 1.600 Euro. Zu den Gerätekosten kommen die Montagekosten, die bei 1.000 bis 1.250 Euro liegen.

Tabelle 2: Preis-Beispiele Split-Klimaanlagen
Hersteller Split-Klimaanlage ( Kühl-/ Heizleistung / Stromverbrauch ) (Brutto-)Preis in Euro
Comfee MS11M6-18HRFN1 ( 5,3 kW / 6 kW / 295 kWh/a ) 1.399 €
Daikin EMURA FTXJ20LW/S (RXJ20M) ( 2,3 kW / 2,5 kW / 248 kWh/a ) 1.564 €
Fujitsu ABYG 18 LVT (AOYG 18 LA) ( 5,2 kW / 6 kW / 298 kWh/a ) 2.344 €
LG Prestige Inverter V H09AK ( 2,5 kW / 3,2 kW / 96 kWh/a ) 1.590 €
Mitsubishi MSZ-Serie EF25VE2 W/B/S (MUZ-EF25VE) ( 2,5 kW / 3,2 kW / 103 kWh/a ) 1.019 €
Samsung AR09JSPFBWKNEU (AR09JSPFBWKXEU) ( 2,5 kW / 3,2 kW / k.A. ) 1.312 €
Toshiba Super Daiseikai 8 RAS-10G2KVP-E (RAS-10G2AVP-E) ( 2,5 kW / 3,2 kW / 96 kWh/a ) 1.585 €

Außerdem müssen Sie die laufenden Betriebskosten bedenken, denn das Gerät verbraucht Strom (siehe oben). Damit Sie lange Freude an Ihrer Klimaanlage haben, lassen Sie diese mindestens einmal im Jahr von einer befähigten Kälteanlagenfachfirma Ihrer Wahl warten bzw. reinigen. Die Wartung ist schnell erledigt und dient ihrer Sicherheit.

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