Letzte Aktualisierung: 24.10.2020

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Infrarot-Deckenheizung: Technik und Montage im Überblick

Wie funktioniert eine Infrarot-Deckenheizung? Wie ist sie aufgebaut? Wie wird sie an der Decke befestigt? Wo wird sie eingesetzt?
  • Eine Infrarot-Deckenheizung ist eine sogenannte Strahlungsheizung, die ihre Strahlungswärme direkt in einen sich nach unten vergrößernden Strahlungsbereich abgibt.
  • Konstruktiver Unterschied der Infrarot-Deckenheizung ist ihre Aufhängung, die eine Über Kopf-Montage ermöglicht. Normale Infrarot-Heizkörper dürfen nicht an der Decke montiert werden.
  • Infrarot-Deckenheizelemente werden idR in einer Raumhöhe zwischen 1,80 m und 4,0 m montiert. Bei einer Raumhöhe von 2,50 m erwärmt ein Element ca. 10 m2.
  • Das Deckenheizelement besteht aus einer Glasscheibe mit Rahmen, in dem sich thermisch mit einer Alu-Platte getrennt der in eine Kunststoffmasse eingebettete Heizmäander befindet.
  • Die Infrarot-Deckenheizung entwickelt eine Oberflächentemperatur von maximal 190 °C, wobei eine Wärmedämmung die Sicherheit an der Montagefläche garantiert.

Vorteile der Infrarot-Wärmeabgabe von der Decke

Eine Infrarot-Deckenheizung heizt Großteils mit Strahlungswärme. Das heißt, die Heizung strahlt die von ihr erzeugte Wärme vor allem in Form infraroter Strahlung ab. Treffen die Infrarotstrahlen auf feste Körper wie Wand, Boden, Einrichtungsgegenstände oder auch Bewohner, werden sie teilweise absorbiert, wobei Wärme entsteht, und teilweise reflektiert. Die Raumluft wird nur nebenbei erwärmt wird, während die Flächen im Raum Wärme abstrahlen.

Das Besondere an der Infrarot-Deckenheizung ist, dass die Wärmestrahlung von oben in den Raum hinein abgegeben wird. So kann die Strahlung weiträumiger in den Raum abgegeben werden. Infrarot-Wandheizung hingegen geben ihre Strahlung seitlich in den Raum ab. Diese wird dann eher von Gegenständen im Raum blockiert und erreicht nur die Bereiche, die direkt bestrahlt werden können.

Im Vergleich zu normalen Konvektionsheizungen bieten Infrarot-Deckenheizungen den Vorteil, dass sich keine Wärmepolster durch aufsteigende Warmluft bilden. Die Infrarotstrahlung von der Decke bringt die Wärme dort in den Aufenthaltsbereich, wo sie benötigt wird. Die Wärmeverluste sind deshalb deutlich geringer als bei Heizsystemen, die die Raumluft als Wärmeträger nutzen.

Der typische Aufbau einer Infrarot-Deckenheizung

Die meisten Infrarotheizungen, sowohl in der Decken- als auch der Wand-Variante, sind eckige, in Einzelfällen auch runde sogenannte Infrarot-Plattenheizelemente. Sie bestehen im Kern aus einem Heizleiter. Er wandelt elektrische Energie (also elektrischen Strom) über einen Widerstand in Wärme um. Die eigentliche Heizschicht besteht in der Regel aus Karbonfasern, Karbonfolien oder einzelnen Adern aus sogenannten Edelstahlfilamenten. Letztere verstärkt man mit Glasfasern und bettet sie in eine Kunststoffmasse ein. Für ihre Heizleiter-Technik mit Edelstahl-Einzeladern versprechen viele Hersteller eine etwas längere Lebensdauer.

Die Abdeckung vorne, die rückseitig von der Heizschicht erwärmt wird, ist häufig aus pulverbeschichtetem Aluminium oder aus Einscheiben-Sicherheitsglas (ESG). Dank der verschiedenen Werkstoffe ist es möglich, die Front einer Infrarot-Deckenheizung bei gleicher Technik optisch individuell zu gestalten.

Die eigentliche Heizschicht ist rückseitig thermisch isoliert, damit die erzeugte Wärme Großteils nach unten (bei Infrarot-Deckenheizungen) in den zu beheizenden Raum abgegeben wird. Sie ist aus einer nicht brennbaren Dämmplatte mit sehr guter Wärmedämmung gemacht, zum Beispiel aus Steinwolle. Auf Brandschutz- und Dämmschicht folgt noch die Rückwand, die meist aus verzinktem, pulverbeschichtetem Stahlblech besteht, das der Heizungstechnik im Inneren der Infrarot-Deckenheizung zusätzliche Steifigkeit und damit Stabilität verleiht.

Montage der Infrarot-Deckenheizung

Montage und Installation der Infrarot-Deckenheizung gehen fast so leicht wie das Aufhängen eines Bildes, werben viele Hersteller: Löcher bohren, Dübel und Schrauben rein, gegebenenfalls Montageprofile anbringen, Heizelemente einhängen. 

Aufputz-Montage

Bei der Aufputz-Montage werden die Infrarot-Deckenheizelemente mit einer speziellen Aufhängung unter die Decke montiert. Beachten Sie bei der Montage, dass zwischen Heizpaneele und Decke ein Mindestabstand wie vom Hersteller angegeben (meist zwei Zentimeter) einzuhalten ist. Der Abstand wird oft durch die Montageprofile gewährleistet.

Alternativ können sie auch an Seilen von der Decke abgehängt werden. Eine Spezialaufhängung ist in jedem Fall nötig, da die Elemente je nach Größe von rund 3 kg mit Maßen von 600 x 200 mm bis zu 15 kg (1200 x 600 mm) wiegen können. Einige Hersteller bieten auch spezielle Rahmen mit LED-Lichtstreifen an, sodass die Infrarot-Deckenheizung auch als Lichtelement genutzt werden kann.

Einbau in die Deckenverkleidung

Für den Einbau in die Deckenverkleidung werden Infrarot-Deckenheizungen angeboten, die über einen speziellen Einbaurahmen verfügen, der in den fertigen Deckenausschnitt eingesetzt wird. Das Heizelement wird dann nur noch in diesen Rahmen „geklippt“ und zusätzlich durch Drahtseile gegen Herabfallen gesichert.

Einbau in Rasterdecken

Für den Einbau in Rasterdecken gibt es Infrarot-Deckenpaneele, die über die gängigen Standardmaße verfügen (z. B. Raster mit dem Achsmaß von 62,5 cm). Das Heizelement wird dann einfach auf dem gewünschten T-Profil der Rasterdecke abgelegt.

Einbau in Betondecken

Zudem gibt es Infrarot-Deckenheizelemente, die für den Einbau in Betondecken konzipiert sind. Sie verfügen häufig über ein spezielles Einbaugehäuse aus verzinktem Blech, das in die Beton-Halbfertigteildecke eingefügt wird.

Stromanschluss

Für die Stromversorgung der Infrarot-Deckenheizung sorgt entweder

  • ein handelsüblicher Netzstecker oder
  • die Heizung ist herstellerseits mit einem blanken Anschlusskabel bestückt.

Infrarot-Deckenheizung mit blankem Anschlusskabel sollten Sie nur dann eigenhändig anschließen, wenn Sie sich in Sachen Elektrik auskennen. Andernfalls sollten Sie dazu einen Elektriker beauftragen. Denn immerhin liegt die Anschluss-Leistung einer Infrarot-Deckenheizung für private Anwendungen zwischen mehreren 100 Watt und fast 3.000 Watt.

Wird die Infrarot-Deckenheizung als Elektroheizung im Badezimmerin spritzwassergefährdeten Bereichen installiert, sollten Sie ihren Elektriker zu Rate zu ziehen, um im Zweifelsfall zu klären, ob die gewünschte Infrarotheizung auch über die notwendige Schutzklasse verfügt.

Lohnenswerte Anwendungsbeispiele in Privathaushalten

Infrarot-Deckenheizungen können Sie vielseitig nutzen. Sie kann als Hauptheizung oder als Zusatzheizung verwendet werden. Grundsätzlich leisten Infrarot-Deckenheizungen in jedem Raum gute Dienste. Besonders gerne kommen sie allerdings als elektrischer Badheizkörper zum Einsatz, dort häufig sogar als Hauptheizung.

Denn im Badezimmer wirkt der Strahlungs-Heizungseffekt besonders vorteilhaft: Dank der Infrarotstrahlung erwärmen sich nicht nur Wände und Fußboden des Badezimmers, sondern sämtliche im Raum befindlichen Oberflächen, darunter auch Handtücher. Zudem spürt man im Badezimmer die Infrarotstrahlung auch auf dem eigenen Körper, wenn man z. B. nackt die Dusche verlässt.

Infrarot-Deckenheizungen passen aber ebenso gut auch als Übergangs- und Zusatzheizung ins Wohn-, Ess- oder Schlafzimmer – und selbst in einen Flur. Konkrete Anwendungsbeispiele sind der Einsatz der Infrarot-Deckenheizung z. B. über Wickeltischen, Schreibtischen oder dem Küchen- und Esstisch.

Auch als „Trockner“ feuchter Mauern und Wände (Bautrocknung) macht ein solches Heizgerät im Einzelfall Sinn. Ist die Mauer nur saisonal mit etwas Feuchtigkeit belastet, so kann hier die Infrarotstrahlung helfen, die Wand partiell vorübergehend zu trocknen.

Tipp: Die Bedienung und Regelung der Infrarot-Deckenheizung erledigen Sie mit Hilfe eines Thermostats (Temperaturreglers). Das gehört i.d.R. nicht zur Standardausstattung der Heizung, sondern ist separat beim Hersteller zu hinzuzukaufen.

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