Letzte Aktualisierung: 24.10.2020

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Matten, Folien, Anstriche und Tapeten als Infrarot-Wandheizungen im Überblick

Welche Infrarot-Wandheizungen gibt es? Wie unterscheiden sie sich? Wo ist der Einsatz von Vorteil? Mit welchen Kosten muss man rechnen?

Eine elektrisch betriebene Infrarot-Wandheizung ist eine Alternative zu herkömmlichen wassergeführten Heizkörpern oder Flächenheizungen. Es gibt sie in Form von Infrarot-Plattenheizelementen, die Sie vor die Wand montieren, und in Form von elektrischen Infrarot-Heizmatten. Letztere werden unter dem Putz verlegt. Eine Infrarot-Wandheizung kann als zusätzliche Heizung neben der herkömmlichen Heizung oder als Hauptheizung zum Einsatz kommen.

Heiz-Eigenschaften: Lohnen sich Infrarot-Wandheizungen?

Infrarot-Wandheizungen heizen nicht punktuell, sondern verteilen die Wärme großflächig und gleichmäßig im ganzen Raum. Ein Effekt, wie man ihn von der Fußbodenheizung kennt. Allerdings mit einem wesentlichen Unterschied: Die Infrarot-Flächenheizung erwärmt nicht die Luft, sondern sendet langwellige Wärmestrahlung aus, die Mensch, Tier und Gegenstände, ähnlich wie die Sonne, direkt erwärmt.

Mit einer Infrarot-Wandheizung gehören stickige und trockene Heizungsluft im Winter damit der Vergangenheit an und beim Lüften gibt es weniger Wärmeverluste. Für ein wohliges Wärmeempfinden genügt bereits eine um wenige Grad höhere Heiztemperatur als bei einer herkömmlichen Heizung. Und lange frösteln muss man mit einer Infrarot-Wandheizung in ungeheizten Räumen auch nicht mehr, denn die Vorlauf- und Ansprechzeiten sind aufgrund der schnellen Aufheizung sehr kurz. Zudem sind die Zeiten, in denen elektrische Heizungen als ineffizient verpönt waren, vorbei. Denn die Umsetzung der elektrischen Energie in Wärme erfolgt unmittelbar – Leitungsverluste treten erst gar nicht auf.

Doch eine Infrarot-Wandheizung heizt nicht nur effizient, sondern bietet auch gesundheitliche Vorteile: In Altbauten eliminiert eine Infrarot-Wandheizung gefürchtete Kältebrücken und verhindert ausgekühlte Wand- oder Deckenbereiche, an denen Luftfeuchtigkeit unweigerlich kondensieren würde. Damit eignet sich die Infrarot-Wandheizung nicht nur zur Schimmelprävention, sondern auch zur Sanierung bereits befallener Räume oder Gebäude. Allergiker können aber auch noch aus einem anderen Grund aufatmen: Da im Raum keine Luftumwälzungen mehr stattfinden, werden auch keine Tierhaare oder Staubkörner mehr aufgewirbelt.

ABER: Bei Infrarot-Wandheizungen sollte wie bei jeder Wandheizung auch die Wärmeabgabe nicht durch raumgreifende Schränke oder Ähnlichem behindert werden. Aus wirtschaftlicher Sicht sollten in jedem Fall die aus dem Stromverbrauch resultierenden Heizkosten mit denen anderer Erzeuger verglichen werden. Hier ergibt sich unter Umständen eine negative Bilanz, sodass der Einsatz einer Infrarot-Wandheizung raumbezogen abgewogen werden sollte. Aus ökologischer Sicht sind überdies Ökostromanbieter in Erwägung zu ziehen.

Sie suchen NICHT nach elektrischen Infrarot-Wandflächenheizungen, sondern nach klassischen Infrarot-Paneelen, die einfach an die Wand gehängt werden? Alle wichtigen Modelle und Preise finden Sie hierzu unter "Modell-Übersicht & Preis-Vergleich von IR-Heizungen".

Elektrische Heizmatten als Infrarot-Wandheizungen

Elektrische Heizmatten werden unter dem Putz als Fußboden- und als Wandheizung eingesetzt. Die erzeugte Wärme wird mittels Heizleiter, auch Wärmeleiter genannt, abgegeben. Dazu sind die Heizleiter z. B. gleichmäßig in S-Form auf Gewebebahnen (z. B. Glasgittergewebe) fixiert. In der Regel handelt es sich dabei um Meterware auf Rollen oder fertige Zuschnitte bzw. um Netz-Heizmatten, die sich entweder passgenau zuschneiden oder als fertiger Zuschnitt oder fertige Heizelemente einfach verlegen lassen. Bei einem geringen Boden- oder Wandaufbau können alternativ Dünnbettheizmatten verwendet werden.

So funktionieren Heizfolien als Wandheizung

Sogenannte elektrisch betriebene Infrarot-Heizmatten werden als Wandheizung unter dem Putz verlegt. Sie wirken dort als Flächenheizung, ganz ähnlich wie eine Fußbodenheizung: Sobald ein Strom durch den zur Matte geformten Leiter fließt, wird dieser aufgeheizt. Die Vorteile der Unterputz-IR-Wandheizung sind, dass Sie optisch nicht auffallen und dass sie die Wand gleichmäßig erwärmen und so dort evtl. Feuchtigkeitsprobleme auch minimiert werden.

Sie bestehen aus einer dünnen, geschlossenen und faserverstärkten PET-Folie mit eingearbeiteten Kupferkontakten, die mit Niedrigspannung versorgt wird. Diese Folien erwärmen sich innerhalb einer Minute auf über 30° Celsius und beheizen alle Räume schnell, sicher und effizient bis zur gewünschten Temperatur. Durch die homogene und dichte Netzstruktur der leitfähigen Fasern wird eine gleichförmige Erwärmung erzielt.

Das Carbon-Kunststoff-Verbundmaterial ist elektrisch leitfähig und die Elektronen werden durch das elektrische Feld in Richtung der Feldlinien beschleunigt. Auf ihrem Weg durch das Metall kommt es zu elastischen Stößen der Elektronen mit anderen Elektronen und Photonen. Die bei diesen Stößen übertragene Energie führt zu einer größeren Eigenschwingung und die Wärmeentwicklung nimmt zu.

Heizfolien können einfach "von der Rolle" verarbeitet werden. Das Besondere an den Infrarot-Heizfolien ist zudem, dass sie aufgrund ihres Carbonfasergeflechts unempfindflich gegenüber äußeren Einwirkungen wie dem Einschlagen von Nägeln oder dem Bohren von Schrauben sind. Produkte sind z. B. hicoTHERM von der Frenzelit GmbH und Aelectra von der Deutsche Energiesysteme GmbH.

Wie werden Heizanstriche als Infrarotheizung eingesetzt?

Elektrische Heizanstriche werden einfach auf die Wand aufgetragen. Die wasserbasierende, feuerfeste Beschichtung des Heizanstriches wird in der Regel nicht direkt auf das Mauerwerk aufgetragen, sondern auf eine Zwischenschicht, die aus einem Isolationsputz, einem Flies oder dämmenden Platten bestehen kann.

Nach dem Anstrich durch einen Fachhandwerker erfolgt der Anschluss der Beschichtung über spezielle Flachkabel an das Netzteil und die Steuerung. Sämtliche Komponenten eines in Deutschland zugelassenen Heizanstriches sind CE-geprüft und laufen in der Regel mit 24-Volt-Niederspannung. Damit ist sogar der Einsatz als Infrarot-Wandheizung in Nassbereichen wie Badezimmern oder Schwimmbädern möglich.

Ist der Heizanstrich einmal aufgetragen, können eingeschlagene Nägel oder nachträglich eingebrachte Bohrlöcher dem Anstrich nichts anhaben. Selbst kleinere Risse bei Altbauten sind kein Problem. Ist alles installiert, folgt die Deckbeschichtung mit Wandfarbe oder -belägen. Einschränkungen hinsichtlich Farbe, Oberflächeneffekten oder Belagsmaterialien gibt es nicht. Damit ist der typischerweise 0,25 bis 0,4 Millimeter dünne Heizanstrich nahezu unsichtbar.

Heiztapeten als einfache Infrarot-Zusatzheizung

Heiztapeten können sehr einfach und individuell im Raum installiert werden, indem sie einfach an die Wand geklebt werden und die herkömmliche Tapete ersetzen. Während bisher zur Installation einer Heiztapete ein Elektriker notwendig war, können heute am Markt erhältliche Heiztapeten in Eigenleistung, durch Maler, Stuckateure oder Trockenbauer "installiert" werden.

Heiztapeten als Infrarot-Wandheizung funktionieren mit einer 24 Volt Niederspannung und einer dünnen Heizfolie, die gleichmäßige und gefahrlose Strahlungswärme erzeugt. Die 0,5 Millimeter starke Folie kann ähnlich flexibel wie eine Tapete und dezent unter Putz oder hinter der Sichttapete verlegt werden. Die Leitfähigkeit der Heiztapete sorgt dafür, dass ein Großteil des Stroms in spürbare Infrarot-Heizwärme umgewandelt und per zentralem Thermostat geregelt wird.

Tipp: Sie können die Infrarot-Tapete auch mit einem Fotomotiv wie z. B. einer Sonne bedrucken lassen. Gerade in Kinder- und Badezimmer lassen sich so Gestaltung und Funktion gut miteinander kombinieren.

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