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Asbest und andere Schadstoffe in alten Nachtspeicherheizung

Welche Nachtspeicherheizung ist mit Asbest belastet?

Denken Verbraucher über den Austausch alter Nachtspeicherheizungen nach, stellt sich meist die Frage: Ist meine Nachtspeicherheizung mit Asbest belastet? Welche Gefahren bei der Demontage lauern können und ob - neben Asbest  - noch andere Schadstoffe in alten Nachtspeicheröfen stecken, lässt sich meist schnell anhand der Herstellerdaten überprüfen.

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Der Schadstoff Asbest

Asbest ist der Sammelbegriff für eine Gruppe natürlicher Mineralien, aus der Silikat-Gruppe ist. Für verschiedenste Zwecke wurde Asbest aus Bergwerken abgebaut und aufbereitet. Die so entstandenen feinen Asbestfasern, galten lange als "Wunderfaser", mit hoher Festigkeit, zudem hitzebeständig, bis ~ 1.000 °C, und säurebeständig.

Die Asbestfasern ließen sich gut weiterverarbeiten und zu verschiedensten Arbeitsmaterialien fertigen und beimischen. In stark und schwach gebundener Form, fand Asbest zum Beispiel in folgenden Bereichen Anwendung:

  • Wärmedämmung
  • Bauindustrie
  • Arbeitsschutz
  • Textilindustrie
  • Werft- und Autoindustrie etc.

Die hohe Beständigkeit der Asbestfaser und ihre physikalische Erscheinung (Form und Größe) machen sie jedoch so gefährlich. Freigesetzte Asbestfasern können beim Einatmen in die Lunge gelangen. Einmal intus, verbleiben sie im menschlichen Organismus, weil sie sich durch ihre kritische Fasergeometrie regelrecht in organisches Gewebe spießen können und nur schwer, meist gar nicht, vom menschlichen Körper ausgeschieden werden können.

Lungenkrebs und Asbestose können die Folge sein. Obwohl Asbest bereits seit 1970 offiziell als krebserzeugend eingestuft wurde, ist das gefährliche Material in Deutschland erst seit 1993 generell für die Herstellung und Verarbeitung verboten.

Welche Nachtspeicherheizung enthält Asbest?

Ob eine Nachtspeicherheizung Asbest enthält, kann am Typenschild erkannt werden. (Foto: energie-experten.org)
Ob eine Nachtspeicherheizung Asbest enthält, kann am Typenschild erkannt werden. (Foto: energie-experten.org)

In älteren Nachtspeicherheizungen, etwa bis Baujahr 1984, kann Asbest in verschiedenen Bauteilen enthalten sein. Meist freies oder schwach gebundenes Asbest, das als Dämm- und Isolationsmaterial verarbeitet wurde. Es lassen sich keine pauschalen Aussagen darüber treffen, welche Nachtspeicherheizungen betroffen sind.

Schadstoffhaltige Nachtspeicherheizungen werden anhand des Typenschildes oder originaler Unterlagen (falls noch vorhanden) identifiziert. Folgende Angaben liefern die wichtigsten Daten dazu:

  • Hersteller
  • Modell und Gerätetyp
  • Seriennummer
  • eventuell Bauart

Kompetente Stellen für eine Abfrage sind beispielsweise:

  • Energieversorger
  • Entsorgungsunternehmen (für Gefahrstoffe)
  • Hersteller der jeweiligen Nachtspeicherheizungen (falls noch aktiv)
  • Online-Abfrage Services

Fehlen Angaben und/oder kann bei Ausbau beziehungsweise Entsorgung nicht ausgeschlossen werden, dass Altgeräte schadstoffhaltig sind, werden sie aus Sicherheitsgründen wie Gefahrstoffe behandelt.

Liste der Hersteller von Nachtspeicherheizungen mit asbesthaltigen Bauteilen (Für Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben wird keinerlei Gewähr übernommen)
Hersteller von NachtspeicherheizungenAsbesthaltige Bauteile eingebaut
AEGbis 1975
Bauknechtbis 1976
Buderusbis 1975
Junobis 1975
Malagbis 1969
Neffbis 1971
Olsbergbis 1975
Siemensbis 1972
Stiebel Eltronbis 1973
Vaillant-Wittebis 1976

Bestehen Zweifel, so können aber auch alle größeren Hersteller wie z. B. Stiebel Eltron direkt kontaktiert werden.

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Umgang mit einer Asbest belasteten Nachtspeicherheizung

Beim Betrieb funktionierender, belasteter Nachtspeicherheizungen droht in der Regel keine Gefahr. Grund zur Sorge besteht - nach Meinung von Fachleuten - nur beim Betrieb defekter Nachtspeicherheizungen oder unsachgemäßem Aus- und Abbau der asbesthaltigen Speicheröfen. Asbestfasern könnten sich lösen, in die Raumluft gelangen und sich im Wohnraum absetzen.

Da die Nachtspeicherheizung vielfach in Mietwohnungen eingesetzt wird, gilt bei einem berechtigten Verdacht auf eine Asbestbelastung, dass der Vermieter diesem nachgehen und die Nachtspeicherheizung bei Bedarf sanieren lassen muss. Grundsätzlich gilt für Vermieter, dass Asbestbelastungen in Wohnräumen als Fehler der Mietsache anzusehen sind und auch zu einer Minderung der Mietzahlung an den Vermieter berechtigen.

Weitere Schadstoffe in alten Nachtspeicherheizungen

Neben Asbest, können in alten Nachtspeichern noch andere, gefährdende Schadstoffe enthalten sein:

PCB in Reglern

Unter PCB (polychlorierte Biphenyle) wird eine Gruppe von 209 organischen Chloridverbindungen zusammengefasst. PCB wurde bis 1989 hergestellt und als Baustoff, hitzebeständiger Weichmacher etc. verwendet. Nachtspeicherheizungen können beispielsweise PCB-gefüllte Kapillarrohr-Regler enthalten. Der Schadstoff ist grundsätzlich als gefährlicher Abfall zu entsorgen.

Chromathaltige Speichersteine

Sie bestehen vorwiegend aus Magnesit, Forsterit, Eisenerz, Basalt oder Schamotte. Betriebsbedingt entsteht in vielen Kernsteinen sechswertiges Chrom, auch Chrom VI genannt. Der Gehalt von Chrom VI wird durch Analysen nachgewiesen. Ein sehr giftiger und krebserzeugender Schadstoff, der ebenfalls fachkundig entsorgt gehört.

Während nachweisbar schadstofffreie Speicherheizungen als Elektroschrott (gilt nicht für Speichersteine) entsorgt werden können, unterliegt die Entsorgung schadstoffbelasteter Nachtspeicherheizungen den "Technischen Regeln für Gefahrstoffe" (TRGS). Ausbau und Entsorgung von betroffenen Speicherheizgeräten darf demnach nur über Fachfirmen erfolgen, die nach TRGS 519 zertifiziert sind.

Darüber hinaus ist es generell ratsam, Fachbetriebe mit Reparaturen, Austausch, Demontage oder Entsorgung zu beauftragen. Auch wenn dies mit höheren Aufwendungen verbunden ist, gilt: Sicherheit und Gesundheit vor Kosten.

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"Asbest und Schadstoffe in einer Nachtspeicherheizung" wurde am 09.08.2018 das letzte Mal aktualisiert.