Letzte Aktualisierung: 05.02.2026

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Strahlungswärme: Funktions- und Heizprinzip einfach erklärt

  • Was ist Strahlungswärme? Strahlungswärme ist eine Form der Wärmeübertragung, bei der Wärme nicht über Luft, sondern durch elektromagnetische Strahlen direkt auf Körper, Wände und Gegenstände im Raum übertragen wird - ähnlich wie Sonnenstrahlen Wärme erzeugen. Diese Strahlung erwärmt Oberflächen, die dann selbst wieder Wärme abgeben, was sich oft angenehmer anfühlt als bloß warme Luft.
  • Wie unterscheidet sich Strahlungswärme von Heizwärme? Im Gegensatz zur klassischen Konvektionsheizung, die Luft erwärmt und dadurch Wärme umverteilt, zielt Strahlungswärme darauf ab, direkt Objekte und Menschen zu erwärmen. Dadurch entstehen weniger Luftbewegungen und Zugluft, was als behaglicher empfunden wird.
  • Was ist eine Wärmewellenheizung? Eine Wärmewellenheizung ist eine Elektroheizung, die ihre Wärme überwiegend in Form von Infrarotstrahlung abgibt - deshalb wird sie häufig auch Infrarotheizung genannt. Physikalisch wird diese Art der Strahlung korrekt als Infrarotwärme bezeichnet, doch der Begriff „Wärmewelle“ ist im Alltag verbreitet.
  • Wie wirkt sich Strahlungswärme auf das Raumklima aus? Bei Strahlungswärme bleibt die Lufttemperatur niedriger, während Oberflächen und Körper angenehm warm werden. Dadurch entsteht ein behagliches Raumgefühl auch bei niedrigerer Lufttemperatur, was subjektiv oft als angenehmer empfunden wird als reine Warmluft-Heizung.
  • Wann ist eine Infrarotheizung sinnvoll? Wärmewellenheizungen wie Infrarotheizungen eignen sich besonders für gut gedämmte Räume oder als Zusatzheizung, zum Beispiel im Badezimmer oder als Ergänzung bei punktuellem Heizbedarf. Aufgrund der Art der Wärmeübertragung kommt es aber vor allem auf Dämmung und Nutzung an.
  • Welche Vorteile bietet eine Strahlungsheizung? Strahlungsheizungen erwärmen direkt Oberflächen und Personen, nicht die Luft, was weniger Staubaufwirbelung bedeutet und gerade für Allergiker angenehm sein kann. Die elektrische Umwandlung von Strom in Wärmestrahlung ist technisch effizient, da nahezu der gesamte Strom in Wärme umgesetzt wird.
  • Gibt es Nachteile bei Strahlungswärmeheizungen? Da Strahlungswärme vor allem direkt Oberflächen und Menschen erwärmt, kühlt der Raum ohne Strahlung schnell wieder ab, wenn sie ausgeschaltet ist. Zudem hängt die Effizienz stark von Stromkosten ab, da dieser 1:1 in Wärme umgewandelt wird und damit deutlich ineffizienter als mit einer Wärmepumpe.

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Übertragungsprinzip von Strahlungswärme

Die Übertragung von Wärme von z. B. dem Heizkörper auf einen Wohnraum erfolgt in der Regel über einen Wärmeträger wie der erwärmten Luft. Wärme kann aber auch per Strahlung übertragen werden, ohne dass es dafür eines Transportmediums bedarf. Über dieses Übertragungsprinzip erhalten wir z. B. nur auf dem Strahlungswege die Wärme von der Sonne.

Tabelle: Strahlungswärme-Anteil von Flächenheizungen und Heizkörpern im Vergleich
Heizkörper Heizfläche Anteil Strahlungswärme (Durchschnitt)
Flächenheizung Fußbodenheizung 95%
Wandheizung 90%
DIN Radiator Stahl 40%
Guss 35%
Röhrenradiator 2-Säuler 40%
4-Säuler 25%
6-Säuler 20%
Plattenheizkörper Typ 10 55%
Typ 11 35%
Typ 21 30%
Typ 22 25%
Typ 33 20%
Konvektor mit Stahlblechverkleidung 5%
Unterflurkonvektor < 5%

Bei der Sonnenstrahlung unterscheidet man die Strahlung hinsichtlich des ausgesandten Spektrums elektromagnetischer Wellen in zwei Bereiche: In den Bereich des sichtbaren Lichts und den Bereich des unsichtbaren Lichts, den sogenannten infraroten Wärmewellenbereich.

Unterscheidung von Wärmewellenstrahlen

Die Übertragung von Strahlungswärme funktioniert mit elektromagnetischen Wellen im nicht sichtbaren infraroten Lichtwellenbereich zwischen 780 und 1.000.000 Nanometern (Nm), die feste Moleküle in der Luft zum Schwingen bringen und so Wärme entstehen lassen. Strahlungswärme unterscheidet man weitergehend hinsichtlich ihrer Wärmewirkung entsprechende der DIN 5031 nach den Strahlungswärme- bzw. Infrarotwellenbereichen

  • IR-A (kurzwellig),
  • IR-B (mittelwellig) und
  • IR-C (langwellig).

Strahlungswärme mit einer Wellenlänge im 1.000er Nanometer-Bereich dringt dabei tiefer in die Haut ein als Infrarotstrahlungswärme im 10.000er oder 100.000er Nanometer Bereich und sorgt daher auch für ein anderes Wärmeempfinden. Grund dafür ist der relativ schmale Bereich zwischen 8 und 10 Mikrometer Wellenlänge. Strahlungswärme mit einer Wellenlänge von über 1.000.000 Nanometer werden u.a. z.B. in Mikrowellen eingesetzt, um Essen zu erwärmen, oder als Radiowellen mittels UKW.

Wellenlängen und Wärmewirkung von Strahlungswärme
Einteilung nach DIN 5031 Wellenlängenbereich in Nanometern Wärmewirkung auf der Haut in Millimeter
IR-A 780 bis 1400 nm bis 5 mm Eindringtiefe
IR-B 1400 bis 3000 nm bis 2 mm Eindringtiefe
IR-C 3000 bis 1000000 nm bis 0,3 mm Eindringtiefe

Absorption, Emission und Reflexion von Strahlungswärme

Absorption von Wärmestrahlung

Absorption von Wärmestrahlung bezeichnet den Vorgang, bei dem ein Material auftreffende Infrarotstrahlung aufnimmt und in innere Energie umwandelt. Die aufgenommene Strahlungsenergie erhöht die Temperatur des Materials, weil sie in die Bewegung der Atome und Moleküle übergeht.

Entsprechend des zweiten Hauptsatzes der Thermodynamik kann Wärme aber nur von einem wärmeren auf einen kälteren Körper übergehen, sodass erst bei Temperaturen, die höher sind als die Körpertemperatur des Menschen, Strahlungswärme vom Menschen absorbiert werden kann.

Wie stark ein Körper Wärmestrahlung absorbiert, hängt von seinen Oberflächeneigenschaften ab. Dunkle, matte und raue Oberflächen besitzen eine hohe Absorptionsfähigkeit, während helle, glatte und metallische Oberflächen nur einen kleinen Teil der Strahlung aufnehmen.

Neben der Temperatur und Oberfläche ist dabei auch der Abstand zur Wärmequelle entscheidend. So wird z. B. Strahlungswärme eines nur wenige Grade wärmeren Kachelofens bereits in nächster Nähe als warm empfunden.

In der Physik gilt: Ein Material, das Wärmestrahlung gut absorbiert, ist in der Regel auch ein guter Emitter.

Emission von Wärmestrahlung

Emission von Wärmestrahlung beschreibt den physikalischen Vorgang, bei dem ein Körper aufgrund seiner Temperatur selbst elektromagnetische Strahlung im Infrarotbereich aussendet. Dieser Prozess findet ständig statt und benötigt keine äußere Energiezufuhr. Die abgestrahlte Energiemenge steigt mit zunehmender Temperatur.

Wie stark ein Material Wärmestrahlung emittiert, hängt von seiner Emissivität ab. Diese beschreibt, wie effizient eine Oberfläche Strahlung abgibt, verglichen mit einem idealen schwarzen Körper:

  • Matte, dunkle und raue Oberflächen besitzen eine hohe Emissivität und geben viel Wärmestrahlung ab.
  • Glänzende, metallische Oberflächen wie Aluminium haben eine sehr geringe Emissivität und emittieren entsprechend wenig Strahlung.

Emission steht in engem Zusammenhang mit Absorption: Materialien, die Wärmestrahlung gut absorbieren, emittieren sie auch gut. Umgekehrt sind stark reflektierende Materialien schlechte Emitter.

Reflexion von Wärmestrahlung

Reflexion von Wärmestrahlung bezeichnet den Vorgang, bei dem auftreffende Infrarotstrahlung von einer Oberfläche zurückgeworfen wird, ohne dass diese Strahlung in nennenswertem Umfang in das Material eindringt oder in Wärme umgewandelt wird.

Reflexion betrifft ausschließlich den Strahlungsanteil des Wärmetransports und wirkt nicht auf Wärmeleitung oder Luftströmungen.

Der Grad der Reflexion hängt stark von den Material- und Oberflächeneigenschaften ab. Glatte, helle und insbesondere metallische Oberflächen wie Aluminium besitzen eine sehr hohe Reflexionsfähigkeit für Infrarotstrahlung.

In Gebäuden wird daher die reflektierende Schicht, etwa aluminiumkaschierte Folien, so angeordnet, dass sie einer Luftschicht zugewandt sind. Nur in Verbindung mit einer ruhenden Luftschicht kann Wärmestrahlung effektiv reflektiert werden.

Im Winter wird dadurch die vom Innenraum abgegebene Wärmestrahlung zurück in den Raum gelenkt. Im Sommer wird ein Teil der von außen einwirkenden Wärmestrahlung, beispielsweise von aufgeheizten Dachflächen, nach außen reflektiert.

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Einsatz und Arten von Strahlungswärmeheizungen

Um Strahlungswärme zum Heizen zu nutzen, kommen unterschiedliche Heizsysteme zum Einsatz. In geschlossenen Räumen werden Infrarotheizungen an der Wand oder Decke montiert. Zum Einsatz kommen dabei langwellige IR-C-Strahlungswärme-Heizungen. Hierzu zählen

Alle anderen Elektroheizkörper oder Direktheizgeräte funktionieren nach dem normalen Konvektionsprinzip.

Außerhalb von Gebäuden werden kurz- und mittelwellige Strahlungsheizungen wie z.B. Heizstrahler eingesetzt, da deren Wärmewirkung entsprechend der kälteren Umgebungstemperatur höher ist.

Strahlungswärme wird auch im medizinischen Bereich insbesondere zur schonenden Bestrahlung von Säuglingen eingesetzt. Neben einfachen Wickeltischstrahlern, gibt es auch verschiedenste Geräte der Medizintechnik, um die Strahlungswärme so schonend wie möglich abzugeben.

Unterscheidung von Infrarot- und Strahlungswärme

Eine trennscharfe Abgrenzung zwischen Strahlungswärme- und Konvektionsheizungen ist jedoch nicht möglich, da auch "normale" Heizkörper (Radiatoren, Flachheizkörper) nicht nur die Luft erwärmen, sondern ebenfalls Strahlungswärme abgeben. Dies ist jedoch keine Infrarotstrahlung. Dies liegt daran, dass Wärmestrahlung aus unterschiedlichen elektromagnetischen Wellen mit unterschiedlichen Wellenlängen besteht. Die Intensität der Strahlung verteilt sich dabei nicht gleichmäßig auf alle Wellenlängen. Dabei gilt, dass sich ein Strahlungswärmemaximum bei immer kürzeren Wellenlängen bildet, je wärmer ein Körper ist. So liegt z. B. die höchste Strahlungsintensität der Sonne nicht im infraroten, sondern im sichtbaren Bereich des Lichts.

Während Wärmestrahlung schon bei sehr geringen Heizkörpertemperaturen demzufolge abgegeben wird, so spricht man nur von Infrarotstrahlung bei höheren Temperaturen, bei denen Strahlungswärme mit einer Wellenlänge abgegeben wird, die in den infraroten Bereich zwischen 780 Nanometer und 1 Million Nanometer Wellenlänge fällt. Wird die Wellenlänge der Infrarotstrahlung kürzer als 780 Nanometer, dann geht Infrarotstrahlung in sichtbares Licht über. Die Strahlungswärme wird dann als sichtbares oder ultraviolettes Licht ausgesendet. Strahlungswärme darf daher nicht ausschließlich mit der Infrarotstrahlungswärme gleichgesetzt werden.

Übersicht des elektromagnetischen Wellenspektrums nach der Wellenlänge
Elektromagnetische Wellen Wellenlänge Weitergehende Unterscheidung
Gammastrahlen < 10 pm  
Röntgenstrahlen 10 pm – 1 nm  
Ultraviolette Strahlung 1 nm – 380 nm schwache UV-Strahlen, starke UV-Strahlen, extrem ultraviolette Strahlung
Lichtspektrum 380 nm – 780 nm Rot, Orange, Gelb, Grün, Blau Violett
Infrarotstrahlung 780 nm – 1 mm Fernes Infrarot, mittleres Infrarot, nahes Infrarot
Terahertzstrahlung 30 µm – 3 mm  
Mikrowellen 1 mm – 1 m Dezimeterwellen, Zentimeterwellen, Millimeterwellen
Radiowellen 1m - 10 km Langwelle, Mittelwelle, Kurzwelle, Ultrakurzwelle

Verhältnis von Strahlungswärme und Strahlungsleistung

Um mit Strahlungswärme Räume beheizen zu können, muss eine Infrarotheizung jedoch nicht mehrere hundert Grad heiß werden. Dies liegt an dem physikalischen Grundprinzip, dass sich die entstehende Strahlungswärme nicht linear zur Temperatur des Heizkörpers erhöht, sondern um den Faktor 4 ansteigt: Verdoppelt man die Temperatur des Infrarot-Heizkörpers, so versechzehnfacht sich die abgestrahlte Strahlungsleistung.

Stefan-Boltzmann-Gesetz: Strahlungsleistung P = Stefan-Boltzmann-Konstante σ x Körperfläche A x absolute Temperatur T^4

Dieses Prinzip nutzen Infrarotheizungen aus und können mit sehr kurzen Reaktionszeiten eine hohe Strahlungswärmetemperatur erzeugen. Daher sind diese Art von Wärmestrahlungsheizungen auch beliebte Heizkörper in Badezimmer, die sehr kurzfristig beheizt werden sollen. Und aufgrund des Prinzips der exponentiellen Vergrößerung der Strahlungswärme ist es auch möglich, im Freien bei sehr kalten Temperaturen Strahlungswärme zu erzeugen.

Hier erfahren Sie Detailinformation zur Heiztechnik von Infrarotheizungen.

Energieeffizienz von Strahlungswärmeheizungen

Das schnelle Erhitzen eines Raumes hat jedoch auch Nachteile, da permanent Energie zur Erzeugung der Wärmestrahlen zugeführt werden muss. Der Raum kühlt sich daher ohne Strahlungswärme im Gegensatz zum Konvektionsheizkörper recht schnell wieder ab. Trotzdem werben Hersteller damit, dass man mit z. B. einer Infrarotheizung weniger Strom verbraucht als andere Stromheizungen. Der Grund für diese Ersparnisse soll wieder in den Wärmestrahlen liegen, die nur gezielt den Bereich erwärmen, der auch beheizt werden soll.

Im Gegensatz dazu würden Konvektionsheizungen die Wärme über die Raumluft umwälzen auch Wärme für den nicht unmittelbar genutzten Aufenthaltsort produzieren und damit ungenutzt lassen. Das ist aber nicht so, da eine Heizungsanlage immer so viel Wärme in die Räume abgeben muss, wie durch die Gebäudehülle verloren geht. Daran kommt auch eine elektrische Strahlungswärmeheizung nicht vorbei. Die Energieeffizienz einer Strahlungsheizung ist daher nicht besser als eine typische Elektroheizung.

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