Letzte Aktualisierung: 25.11.2020

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Technische Möglichkeiten zum Verlegen einer Fußbodenheizung auf einer Holzbalkendecke

Wie installiert man eine Fußbodenheizung auf einer Holzbalkendecke? Wie bearbeiten Sie die Decke? Welches Verlegungsverfahren kommt dabei zum Einsatz?
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Bis in die 1960-Jahre verbaute man in Einfamilienhäusern hierzulande vorwiegend Holzbalkendecken. Auch in alten Fachwerkhäusern sind diese typisch. Wer solche Gebäude mit einer Fußbodenheizung modernisieren möchte, muss beachten, dass alte Holzbalkendecken meist weniger Last zu tragen vermögen, als beispielsweise eine Betondecke im Neubau. Auch die meist niedrige Raumhöhe im Altbau wirkt mitunter beschränkend auf die Bauweise der Fußbodenheizung: Übliche Konstruktionen, die im Nassverfahren errichtet werden, kommen mit Aufbauhöhen (Nennhöhen) von bis zu zehn Zentimetern daher. Fußbodenheizungen in Trockenbauweise haben Aufbauhöhen von bis zu sechs Zentimetern. Beides kann für so manchen Altbausanierungsfall zu hoch und / oder zu schwer sein. Daher integriert man die Fußbodenheizung in Trockenbauweise auch in die Holzbalkendecke. Wir stellen Ihnen im Folgenden die vorgenannten Möglichkeiten zum Verlegen einer Fußbodenheizung auf einer beziehungsweise in einer Holzbalkendecke ausführlich vor.

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Gut Gründe für den nachträglichen einer Fußbodenheizung

Eine Fußbodenheizung bringt einem die typischen Vorteile einer Flächenheizung. Dazu gehören: 

  • die thermische Behaglichkeit, insbesondere behagliche Fußwärme, infolge des hohen Anteils an Strahlungswärme mit wenig Luftver- und somit Staubaufwirbelung
  • die niedrigen Heizmitteltemperaturen und somit geringen Raumtemperaturen dank der großen Fläche zur Wärmeübertragung
  • die daraus resultierende Energieersparnis und Energiekostenersparnis

Fußbodenheizungen lassen sich im Niedertemperaturbereich betreiben und sind deshalb optimal mit einer Brennwertheizung oder mit einer Wärmepumpe kombinierbar.

Vergleich Nassverlegung vs. Trockenverlegung

Steht im Rahmen der Sanierung eines Altbaus das nachträgliche Verlegen einer Fußbodenheizung an, haben Sie grundsätzlich die Wahl zwischen zwei verschiedenen Verfahren zum Verlegen derselben:

  • Nassverlegung (auch Nasssystem und Nassverfahren genannt)
  • Trockenverlegung (auch Trockenbau, Trockenbauweise, Trockensystem und Trockenverfahren genannt)

Beide Verfahren erfordern einen schichtweisen Aufbau, wobei der Hauptunterschied darin besteht, dass

  • bei der Nassverlegung Nassestrich zum Einsatz kommt, der die Fußbodenheizung komplett umschließt, also ein System mit Rohren innerhalb des Estrichs bildet,
  • während bei der Trockenverlegung Trockenestrich verwendet wird, der auf die Fußbodenheizung gebaut wird. Er stellt demnach ein System mit Rohren unterhalb des Estrichs dar.

Der Estrich (häufig wird dieser umgangssprachlich auch als Heizestrich bezeichnet) erfüllt drei wesentliche Aufgaben

  • die Wärmeverteilung,
  • die Wärmeübertragung an den Raum sowie
  • die Lastverteilung auf die darunter liegende Konstruktion.

Infolge der Unterschiedlichkeit von Komponenten und Ausführung von Nasssystem und Trockenbau ergeben sich auch unterschiedliche Aufbauhöhen und daraus resultierende Gewichte der Aufbauten:

  • So ist die übliche Aufbauhöhe von Nasssystemen mit acht bis zehn Zentimetern oft um mindestens zwei Zentimeter höher als beim Trockenaufbau.
  • Und die sich daraus ergebende Flächenlast beträgt beim Nasssystem ein Mehrfaches dessen, was ein Trockenaufbau auf die Waage bringt: bis häufig 100 Kilogramm pro Quadratmeter.

Gegen den Nassaufbau im Altbau spricht übrigens auch oft, dass der bei ihm zur Anwendung kommende Wasseranteil zu hoch sein und das Gebäude aus diesem Grund Schäden davontragen könnte.

Im Zweifelsfall sollten Sie unbedingt einen Statiker zu Rate ziehen, der ihre Sanierungssituation vor Ort begutachtet und anhand der baulichen Voraussetzungen eine entsprechende Statikberechnung vornimmt. Je nachdem, was bei der Bestandsaufsnahme und statischen Berechnung herauskommt, können Sie die vom Fachmann empfohlenen erforderlichen Maßnahmen zur Realisierung einer Fußbodenheizung mit den eigenen Vorstellungen und selbstverständlich auch Ihrem Budget abstimmen.

Gleichwohl eine Fußbodenheizung im Nassverfahren unter Verwendung von Zementestrich oder Anhydrit-Estrich bessere Schalldämmwerte liefert als ein Trockensystem, stellt es sich oft als ungünstig beziehungsweise ungeeignet für die Heizungssanierung eines Altbaus mit Holzbalkendecke heraus. Daher setzt man hier vorzugsweise Trockenaufbauten ein.

Expertenwissen: Unter der Prämisse möglichst flache Holzbalkenkonstruktionen mit Fußbodenheizungen zu bauen, hat man längst spezielle Estriche und Dünnschichtsysteme entwickelt, die eine sehr dünnschichtige und somit leichte Fußbodenheizung auf Holzbalkendecken im Altbau erlauben: Beispielsweise hat der Hersteller Knauf Gips einen Nivellierestrich 425 im Programm, mit dem er Aufbauhöhen ab zwei Zentimetern garantiert.

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Trockenverlegung: Fußbodenheizung auf oder in Holzbalkendecke

Wer im Zuge einer Altbausanierung eine bestehende Holzbalkendecke nachträglich mit einer Fußbodenheizung ausstatten möchte, baut dazu

  • entweder auf der bestehenden Holzbalkendecke eine Bodenkonstruktion komplett neu auf, in die die Fußbodenheizung integriert wird,
  • oder er integriert die Fußbodenheizung in die bestehende Holzbalkendecke.

Variante 2 – Integration der Fußbodenheizung in die Holzbalkendecke – ist dann eine gute Entscheidung,

  • wenn die neue Bodenkonstruktion (Variante 1) zu hoch ausfallen würde
  • oder wenn Sie zwingend Treppenansätze, Türlaibungen oder Fensterlaibungen berücksichtigen müssen und daher keinen neuen Aufbau ausführen können.

Aufbau einer Fußbodenheizung auf einer Holzbalkendecke

Beim Trockenbau nutzt man zum Beispiel Gipskartonplatten oder Gipsfaserplatten. Ihr Vorteil: Sie lassen sich erheblich schneller einbauen als beispielsweise Fließestrich oder Zementestrich. Eine Konstruktion mit Trockenestrich kann nach spätestens einem Tag, nachdem die Estrich-Elemente verklebt worden sind, mit dem gewünschten Oberbodenbelag, zum Beispiel mit Fliesen (Keramik oder Naturstein), mit Parkett, mit Holzdielen oder mit speziell dafür vorgesehenem Teppichboden belegt werden.

Und so geht man im Einzelnen vor: Vor dem Verlegen der Fußbodenheizung wird die Holzbalkendecke mit einem wasserdampfdurchlässigen (diffusionsoffenen) Rieselschutz, beispielsweise Natronpapier, abgedeckt. Bestehende Unebenheiten müssen Sie gegebenenfalls mit geeignetem Fließspachtel oder einer sogenannten Ausgleichsschüttung ebnen. Ist der Untergrund dank der Vorarbeiten plan, können Sie die lastverteilende Abdeckschicht verlegen: dies kann zum Beispiel eine ein Zentimeter dicke Gipsfaserplatte sein.

Haben Sie die Randdämmstreifen verlegt, den Untergrund begradigt und gegebenenfalls eine extra Wärmedämmung verlegt, folgt die Systemplatte aus dem Kunststoff Polystyrol. In diese sind herstellerseits bereits die künftigen Verlaufbahnen für die Heizungsrohre der Fußbodenheizung geprägt / gefräst. Es folgen die Wärmeleitbleche, zum Beispiel aus verzinktem Stahlblech, die nach Anweisung des Systemherstellers in die Polystyrolplatte montiert werden. In diese Wärmeleitbleche wiederum passt man die Kunststoffheizungsrohre ein. Zur gleichmäßigen Wärmeverteilung kommt über die gesamte Fläche auf die Heizrohre eine Abdeckplatte aus verzinktem Stahlblech. Und darauf verlegen Sie anschließend den Trockenestrich, der an der sogenannten Estrichfalz verklebt wird.

Einbau einer Fußbodenheizung in eine Holzbalkendecke

Häufig ist bei Altbauten die alte Holzbalkendecke zur Dämmung zugeschüttet: Die einzelnen Gefache sind also mit einer Schüttung verfüllt worden. Die muss als Erstes komplett entfernt werden. Sollen später keine Dämmplatten sondern eine neue Schüttung oder lose Dämmwolle eingebracht werden, muss man zwischen die bestehenden Deckenbalken eine sogenannte Konterlattung als feste Auflagefläche für die Heizrohre einziehen, die das Einsinken der Rohre in die Dämmung verhindert.

Sind die Heizrohrschlangen montiert, kann die gewünschte Schüttung eingebracht werden. Die lässt sich gegebenenfalls noch mit einer dünnen Folie abdecken. Anschließend verlegt man den Oberbodenbelag. Dazu kann man oberhalb der Heizebene auch erst einmal eine Verlegeplatte (OSB-, MDF-, Span- oder Sperrholzplatte) verlegen und darauf dann einen Parkettboden kleben.

Expertenwissen: Da alte Holzbalkendecken oft verschieden breite Gefache aufweisen, muss man die Längen der Aluminium-Wärmeverteiler anpassen, wenn die Bodenoberflächentemperatur der Fußbodenheizung möglichst gleichmäßig werden soll. Gegebenenfalls ist auch eine Aufdopplung der Deckenbalken sinnvoll, um eine nötige Aufbauhöhe für die Heizrohre zu erzielen. Die Verbindung der Heizrohre von Gefach zu Gefach realisert man über Einschnitte in eine Seite der Deckenbalken oder aufgedoppelten Latten. Das jedoch nicht, ohne sich dafür vorher „Grünes Licht“ vom Statiker zu holen!

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