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Edelstahlheizkörper: Metalle, Korrosion und Kosten im Vergleich

Was ist ein Edelstahlheizkörper? Wie ist er aufgebaut? Welche Vor- und Nachteile bringt der Werkstoff Edelstahl bei einem Heizkörper? Wo kommen sie sinnvoll zum Einsatz? Was ist beim Betrieb zu beachten? Was kosten Heizkörper aus Edelstahl?

Heizkörper aus Edelstahl sind besonders beständig gegen Wasser, Wasserdampf, Luftfeuchtigkeit sowie schwache Säuren und Laugen, da ihnen in der Schmelze u.a. Aluminium und Silizium entzogen wird. So ergibt sich ein reiner, qualitativ hochwertiger Edelstahl, der als Heizkörper vor Allem vielfrequentierten Räumen und Bädern als Hygieneheizkörper zum Einsatz kommt. Aufgrund des glänzenden Materials gibt es Edelstahlheizkörper häufig auch als Design-Heizkörper zu entsprechend höheren Preisen, die dem Raum als optischer Hingucker dienen.

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Heizkörper-Werkstoffe im Vergleich

Edelstahl ist nicht nur seinem Namen nach ein edler Stahl: Denn Edelstähle sind Stahlarten, die dank Reinigen, Verfeinern und Zusetzen hochwertigerer Metalle einen bedeutend höheren Gebrauchswert bekommen. Edelstahl besteht demnach aus einer sogenannten Legierung, also einer Mischung aus zwei oder mehr verschiedenen Metallen oder anderen chemischen Elementen.

Zumindest ein Element der Legierung muss allerdings metallisch sein. Der Sinn der Legierung ist es, die positiven materialspezifischen Eigenschaften jedes Elements mit denen der anderen zu kombinieren, um ein noch besseres Metall zu erhalten: die Legierung.

Für Edelstahl legiert man Eisen mit Chrom, Nickel, Molybdän oder Mangan. Edelstahl ist korrosionsbeständig – es besteht also keine Rostgefahr. Zudem ist er unempfindlich gegenüber Säuren und Laugen.

DEKA-Edelstahlheizkörper von VA Therm sind besonders robust gegenüber Reinigungsschäumen und dem Einsatz von Hochdruckreinigern und werden als Hygieneheizkörper u.a. bei Lebensmittelverarbeitern und in Kliniken eingesetzt. (Foto: VA-THERM KG)
DEKA-Edelstahlheizkörper von VA Therm sind besonders robust gegenüber Reinigungsschäumen und dem Einsatz von Hochdruckreinigern und werden als Hygieneheizkörper u.a. bei Lebensmittelverarbeitern und in Kliniken eingesetzt. (Foto: VA-THERM KG)

Ein Vergleich der Heizkörperwerkstoffe Aluminium, Eisen und Stahl macht die Vorteile und Nachteile der Edelstahlheizkörper gegenüber den Alternativen deutlich.

Aluminium-Heizkörper

Heizkörper aus Aluminium punkten vor allem mit einer Eigenschaft gegenüber Stahlheizkörpern: mit ihrer Wärmeleitfähigkeit. Bei gleichen Bedingungen geben sie fünf bis acht Mal so viel Wärme ab wie Stahl. Das heißt, der zu beheizende Raum erwärmt sich mit einem selbst auch heißer werdenden Aluminiumheizkörper schneller und die Heizkörperflächen können entsprechend kleiner dimensioniert werden. Zudem ist bei Aluminium-Heizkörpern Rost kein Thema und sie sind vergleichsweise leicht.

Stahl-Heizkörper

Stählerne Heizkörper sind aktuell am meisten verbreitet. Sie haben dem Vorgeschriebenen nach eine geringeren Wärmeleitzahl als Alu-Heizkörper. Sie heizen den Raum entsprechend langsamer auf und müssen größer/wirkungsvoller ausgelegt werden, das braucht ungünstigenfalls mehr Platz. Dafür kühlt der Stahlheizkörper nicht so schnell ab wie einer aus Aluminium, denn seine spezifische Wärmekapazität ist höher: Er hält Wärme deshalb bis zu doppelt so lange wie ein Aluminium-Heizkörper.

Tabelle 1: Eigenschaften von Alu- und Stahlheizkörpern im Vergleich
Aluminium Stahl
Höhe Wärmeleitfähigkeit Hoher Wärmespeicherwert
Schnelle Wärmeabgabe & Hohe Oberflächentemperatur Wärmt langsamer auf, gibt länger Wärme ab
eher leicht eher schwer
Nahezu korrosionsfrei, antistatisch Kann Rost bilden
Geräuschentwicklung bei Abkühlung Hohe Lebensdauer

Gusseisen-Heizkörper

Auch bei Gusseisen handelt es sich um eine Legierung. Typischerweise enthält diese neben Eisen, Silicium, Mangan, Chrom oder Nickel mit mehr als zwei Prozent vergleichsweise viel Kohlenstoff. Gusseisen ist besonders langlebig und hitzebeständig. Die beim Gießen entstehende Gusshaut mit einem hohen Anteil an Silizium macht Heizkörper aus Gusseisen beständiger gegenüber Rost als Stahl, vorausgesetzt, sie ist intakt. Grundsätzlich ist Eisen aber nicht korrosionsbeständig. Heute ist der Marktanteil von Gusseisen-Heizkörpern vergleichsweise gering, zumeist dient ihr Einsatz dekorativen Zwecken.

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Edelstahlheizkörper

Für Heizkörper aus Edelstahl spricht ihre moderne Optik, die sich zum Beispiel neben den Armaturen nahtlos in die Optik des Badezimmers einfügt. In Wohn- und Schlafräumen besticht ein Edelstahlheizkörper als Hingucker, der die Raumoptik maßgeblich beeinflusst.

Gleichwohl die Strahlungswärme, die der Edelstahlheizkörper mit seiner blanken Metalloberfläche (in matt geschliffen, gebürstet oder glänzend poliert) abgibt, vergleichsweise geringer ausfällt als bei Heizkörpern mit lackierter Oberfläche, gehen bei ihm nicht wie bei gelackten Varianten 10 bis 15 Prozent der Wärme verloren.

Zudem punktet der Edelstahlheizkörper mit seiner Langlebigkeit und Korrosionsbeständigkeit. Die metallene Oberfläche lässt sich leicht pflegen und hält – anders als viele lackierte oder verchromte Heizkörperoberflächen – sogar strengen hygienischen Kriterien stand.

Expertenwissen: Mit einem weichen Tuch und lauwarmem Wasser wird der Edelstahlheizkörper problemlos sauber. Im Falle hartnäckiger Verschmutzungen können Sie zu einem speziellen Edelstahlreiniger greifen. Bei Flecken und Kratzern ist ein Polieren der Oberfläche möglich.

Korrosion von Edelstahlheizkörpern im Vergleich

Heizkörper aus Eisen, Kupfer und Aluminium sind je nach pH-Wert des Heizungswassers insbesondere bei höheren Heizwassertemperaturen korrsosionsanfällig. Nur in einem sehr schmalen ph-Bereich sind diese Metalle passiv, das heißt, dass sie nicht rosten können.

Nach Norm VDI 2035 aufbereitete Heizungswässer dürfen jedoch einen ph-Wert von 8,2 bis 10 aufweisen (siehe auch Bild) welcher für Eisen, Kupfer und Edelstahl unschädlich ist, bei Alu allerdings bereits zu deutlicher Korrosion führen kann. Man muss davon ausgehen, dass Heizungswasser die erlaubten Normwerte durchaus erreicht.

Hier sehen Sie einen grafischen Vergleich der passiven pH-Werte unterschiedlicher Heizkörper-Materialien
pH-Bereiche aktiver und passiver Korrosion für Eisen, Kupfer und Aluminium. Edelstahl verhält sich über den gesamten Bereich korrosionsstabil. Die roten Linien begrenzen den nach dem Stand der Technik einzuhaltenden pH-Bereich für Heizungswasser. (Grafik: energie-experten.org)

Nicht ohne Grund weisen Hersteller von betroffenen Aluminiumprodukten auf den heiklen Umstand mit den ph-Werten hin. Das wegen der VDI 2035 heutzutage häufig verwendete enthärtete Wasser ist hier wenig nützlich, denn es neigt zu Selbstalkalisierung bis hoch zum Wert 9,5.

Wichtig ist zudem die relativ aufwändige galvanische Trennung von Alu und anderen Metallen wie bspw. den Kupferrohren, um die gefürchtete Kontaktkorrosion bei Aluminium zu vermeiden. Daher muss bei Alu-Heizkörpern der pH-Wert des Wassers regelmäßig kontrolliert werden oder bestimmte Korrosionsschutzprodukte dem Heizungswasser hinzugemischt werden.

Edelstahlheizkörper sind hingegen über den gesamten ph-Bereich 1-14 passiv, hier kommt es daher zu keinen Konflikten mit ph-Werten, egal wie sauer oder alkalisch ein Heizungswasser ist, bzw. im Betrieb wird. Auch ständiger Sauerstoffeintrag bei diffusionsoffenen Systemen führt bei Edelstahl, im Gegensatz zu Alu und Eisen, zu keinerlei Problemen, da selbst niedrigste ph-Werte nicht zu Heizkörperschäden führen.

Einsatzmöglichkeiten für Edelstahlheizkörper

Es klang bereits mehrfach durch, Edelstahlheizkörper gibt es in unterschiedlichen Ausführungen, je nachdem, wo sie zum Einsatz kommen und welchen Zweck sie dort erfüllen.

Edelstahlheizkörper für wasserführende (Zentral-)Heizung

Edelstahlheizkörper können als Heizkörper einer wasserführenden Zentralheizung eingesetzt werden. Ihnen wird dann der Vorlauf zugeführt und sie geben die in diesem steckende Heizwärme ab.

Expertenwissen: Sie finden dazu zum Beispiel Plattenheizkörper aus Edelstahl in unterschiedlicher Standardgröße und Design im Handel, die Sie quasi „von der Stange“ kaufen. So mancher Anbieter fertigt Ihnen aber auch Edelstahlheizkörper als Austauschheizkörper passgenau zu ihrer Heizungsverrohrung an.

Edelstahlheizkörper für Elektrobetrieb

Zudem können Sie Edelstahlheizkörper auch als rein elektrisch betriebenen Badheizkörper kaufen, der entweder nur der

  • Badheizung dient oder zugleich
  • Handtücher trocknet (Handtuchheizkörper).

Edelstahlheizkörper für Kombibetrieb

Sie haben auch die Möglichkeit, sich einen sogenannten Edelstahlheizkörper für den Kombi-Betrieb zu kaufen. Der lässt sich sowohl elektrisch betreiben als auch als Komponente einer wassergeführten Zentralheizung. Seinen Vorteil hat der Edelstahlheizkörper im Kombibetrieb insbesondere dann, wenn wie im Sommer beispielsweise die zentrale Heizung grundsätzlich ausbleiben soll – Sie es an kühleren Tagen aber dennoch im Bad gemütlich warm haben wollen.

Edelstahlheizkörper als Hygieneheizkörper

Weil sich Heizkörperoberflächen aus Edelstahl relativ einfach hygienisch sauber halten lassen, haben Edelstahlheizkörper durchaus das Zeug für hygienesensible Einsatzbereiche wie Kindertagesstätten, Schulen, Krankenhäuser und (medizinische) Pflegestätten.

Preise und Kosten von Edelstahlheizkörpern

Die Preise für Edelstahlheizkörper variieren mit ihren Maßen und ihrem Design. Zudem ist die Leistung des Heizkörpers maßgeblich für den Preis. Dabei gilt: Je größer, je aufwendiger designt und je leistungsstärker ein Edelstahlheizkörper ist, desto höher fällt sein Preis aus.

Entsprechend groß ist die Preisspanne bei Edelstahlheizkörpern: Einfache Edelstahlplattenheizkörper kaufen Sie in Standardgröße ab 200 Euro. Nach oben hin sind den Preisen kaum Grenzen gesetzt. Sie finden diverse Produkte, die hohe vierstellige Preise haben.

Gerade aufwendig designte Edelstahlheizkörper werden häufig mit einem weiteren dekorativen Werkstoff kombiniert, zum Beispiel Glas oder Holz.

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Weitere Informationen über Heizkörper-Typen

"Edelstahlheizkörper: Metalle, Korrosion & Kosten" wurde am 28.11.2018 das letzte Mal aktualisiert.