Letzte Aktualisierung: 25.11.2020

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Handtuchheizkörper-Typen, Techniken und Preise im Vergleich

Was ist ein Handtuchheizkörper und wie unterscheidet er sich von herkömmlichen Heizkörpern? Wie ist er aufgebaut und nach welchen Prinzipien heizt er? Wie ermittelt man die Heizkörperleistung? Was kostet ein Handtuchheizkörper?
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Wir zeigen Ihnen in diesem Beitrag, dass so mancher moderne Handtuchheizkörper weit mehr zu leisten vermag, als lediglich die Handtücher im Bad vorzuwärmen. Wir erklären hier die gängigsten Modelle von Handtuchheizkörpern und ihre Bau- beziehungsweise Funktionsweise und stellen dabei die daraus resultierenden funktionalen und technischen Unterschiede sowie Vor- und Nachteile der einzelnen Modelle heraus. Wir informieren Sie außerdem darüber, wie Sie ermitteln können, welche Heizleistung Ihr Handtuchheizkörper bringen muss, um entweder nur als Handtuchwärmer und –trockner zu dienen oder auch als Heizung im Badezimmer.

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Unterschiede zu herkömmlichen Heizkörpern

Ein Handtuchheizkörper ist eine Heizkörperart mit dem spezifischen Einsatzort Badezimmer und dem vorrangigen Einsatzzweck der Handtuchtrocknung. Man nennt ihn deshalb auch Badheizkörper oder Handtuchwärmer, je nachdem, welcher Funktion man den Vorrang gibt.

Der Handtuchheizkörper unterscheidet sich damit zumindest dem Namen nach von herkömmlichen Heizkörpern, die bei aller Unterschiedlichkeit in Bauart und Funktion vornehmlich der Raumerwärmung dienen. Was nicht heißen soll, dass ein Handtuchheizkörper nur Handtücher vorwärmen und trocknen und nicht auch das Badezimmer erwärmen kann. In kleinen Bädern ist er sogar häufig als einziger Heizkörper, sprich Hauptheizung im Einsatz.

Größere Badezimmer hingegen haben einen Handtuchheizkörper neben der herkömmlichen Raumheizung, sei dies nun eine Flächenheizung wie die Fußbodenheizung oder Wandheizung oder ein "normaler" Wandheizkörper als Teil einer wassergeführten Zentralheizung.

Lange Zeit waren Handtuchheizkörper nahezu ausschließlich in der Standardausführung waagerecht ausgelegter Röhrenheizkörper in RAL-farben-Alpinweiß im Einsatz. Zwischen einer bestimmten, in Abhängigkeit von den Maßen des Heizkörpers variierenden Anzahl waagerechter Röhren mit gleichem Abstand haben die Standard-Handtuchheizkörper einen oder zwei größere Abstände, um darüber die Handtücher zu hängen. In dieser Ausführung werden Handtuchheizkörper bis heute gerne in Mietwohnungen und Hotels verbaut.

Bilderserie: Buderus-Handtuchheizkörper

Design-Badezimmerheizkörper als Handtuchheizkörper

Doch auf dem Markt der Handtuchheizkörper hat sich in jüngster Zeit einiges getan: Modern designte Modelle sind kaum mehr als Handtuchheizkörper zu erkennen, sie integrieren sich funktional aber optisch unauffällig in die Wand- und Raumgestaltung oder dominieren diese als gestaltendes Element. Solche Design-Handtuchheizkörper haben nicht nur einen anderen Aufbau (Plattenheizkörper, Planheizkörper), sondern spielen auch preislich in einer anderen Klasse als die Standard-Modelle. Aufgrund des modernen Designs sind diese Handtuchheizkörper auch gut in andere Wohn-/Räume integrierbar.

Bilderserie: Design-Badezimmerheizkörper als Handtuchheizkörper

Badheizkörper mit externem Handtuchhalter

Neben Heizkörpern, deren Form es ermöglicht, ein Handtuch aufzuhängen und so trocknen zu lassen, gibt es von vielen Herstellern auch Handtuchhalter als Zubehör, mit denen Handtücher an einem Heizkörper aufgehängt werden können. So lassen sich bestehende Badheizkörper zu einem Handtuchheizkörper erweitern.

Dazu werden meistens Stangen in den Heizkörper eingehängt, sodass an diesen das Handtuch aufgehängt werden kann. Ein solches Heizkörper-Zubehör ist häufig auch als universal einsetzbarer Handtuchhalter in Baumärkten zu haben und kostet in der einfachsten Ausführung ab etwa 30 Euro. Heizkörper-Handtuchhalter mit 2 Querstangen kosten etwa um die 50 bis 60 Euro. Für spezielles Heizkörper-Zubehör für Designheizkörper ist mit ab 100 Euro zu rechnen.

Bilderserie: Bad-Heizkörper mit Handtuchhalter

Aufbau und Funktionsweise von Handtuchheizkörpern

Grundsätzlich sind Handtuchheizkörper entweder Teil einer wassergeführten Zentralheizung, elektrische Heizungsgeräte oder sogenannte Hybride, die sowohl an die wassergeführte Zentralheizung als auch an die Steckdose angeschlossen werden können.

Handtuch-Warmwasserheizkörper

Handtuchheizkörper, die von einem zentralen Wärmeerzeugerüber Rohre mit heißem Wasser beschickt werden, werden nach dem Öffnen des Ventils von warmem Heizwasser durchströmt und geben die Wärme des Wärmeübertragungsmediums wie andere Heizkörper auch an den Raum ab. Das Heizwasser durchströmt die Röhren (Röhrenheizkörpers) oder Platten (Plattenheizkörpers), die innen hohl sind, wobei Vorlauf und Rücklauf getrennt sind.

Die Anschlüsse für Vor- und Rücklauf können bei Handtuchheizkörpern seitlich, links unten, rechts unten oder unten mittig (Mittelanschluss) angeordnet sein. Temperaturtechnisch sind die Wärmeleistungen der Heizkörper heutzutage nach der europäischen Norm EN 442 ausgelegt, das heißt zB: Vorlauf 75 Grad Celsius, Rücklauf: 65 Grad Celsius und Raumtemperatur 20 Grad Celsius. Die mittlere Temperaturdifferenz beträgt dann 50 Grad Celsius.

Die Wassermenge, die in den Handtuchheizkörper einströmt, ist so groß, dass sich das Heizwasser automatisch gleichmäßig auf alle Rohre verteilt, was auch dem dort überall gleich herrschenden Druckabfall und dem im gesamten Heizsystem herrschenden Druck von 1 bar zu verdanken ist.

Solche Handtuchheizkörper sind insofern praktisch, als dass sie mit der bestehenden Zentralheizung mit beheizt werden können. Das Legen der Zuleitung und die bautechnische Integration erfordert Aufwand und der Heizkörper selbst kostet im Standardmaß 1,8 Meter mal 0,6 Meter ab 200 Euro aufwärts. Die zur Befestigung nötigen Materialien gehören zumeist zum Lieferumfang, ebenso die gegebenenfalls nötigen Entlüftungs- und Blindstopfen.

Elektrische Handtuchheizkörper

Eine beliebte Alternative sind Handtuchheizkörper als elektrische Heizungen, die Wärme aus Strom erzeugen, den sie aus der haushaltsüblichen Steckdose beziehen. Dabei kommt innenliegend ein elektrischer Heizstab zum Einsatz, der wiederum eine Thermoflüssigkeit erhitzt, häufig ein Frostschutzmittel aus einem Wasser-Glykol-Mix, die den Heizkörper durchströmt. Rein äußerlich gibt es kaum sichtbare Unterschiede zum Warmwasser-Handtuchheizkörper.

Elektro-Handtuchheizkörper sind jedoch meist etwas günstiger in der Anschaffung (im oben genannten Standardmaß ab 150 Euro aufwärts), verursachen jedoch anderweitig deutlich höhere Betriebskosten, sprich: Heizkosten, da sie zum Erzeugen von Wärme Haushaltsstrom verbrauchen. Und der ist teuer und wird tendenziell noch teurer werden. Das sollte man bedenken, wenn man die Anschaffung und den Betrieb eines elektrischen Handtuchheizkörpers plant.

Denn tatsächlich lohnt sich ein solcher Stromfresser nur, wenn er nicht oft und wenn dann nicht lange angeschaltet wird. Aus ökologischen Gesichtspunkten sollte man zudem auf Ökostrom setzen, der jedoch wiederum höhere Heizkosten bedingt. Ein guter wirtschaftlicher Kompromiss stellt z. B. eine Photovoltaikanlage dar. Denn der Stromverbrauch eines elektrischen Handtuchheizkörpers erhöht den Eigenverbrauch. Letztendlich resultieren so niedrigere Stromkosten pro kWh bei gleichzeitig klimafreundlicher Erzeugung.

Praktisch sind solche elektrischen Handtuchheizkörper insofern, als dass man sie lediglich aus der Verkaufsverpackung rausholen, mit der in der Regel zum Lieferumfang gehörenden Befestigung an Ort und Stelle montieren und mit der Steckdose verbinden muss. Anschließend lassen sie sich unabhängig von der im Gebäude installierten Heizungsanlage sofort betreiben.

Handtuchheizkörper im Hybridbetrieb

Hybrid betriebene Handtuchheizkörper vereinen die Vorzüge beider zuvor beschriebenen Betriebsarten: Sie können sowohl als Teil einer zentralen Heizungsanlage als auch als lokaler Einzelheizkörper per Strom betrieben werden. Preislich liegen Hybridheizkörper entsprechend höher als die Modelle, die jeweils nur für eine Betriebsart ausgelegt sind.

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Berechnung der benötigten Heizkörper-Heizleistung

Wer sich einen Handtuchheizkörper kaufen möchte, sollte auf die vom Hersteller ausgewiesene Wärmeleistung (angegeben in Watt, daher auch Wattleistung genannt) achten. Für die Dimensionierung des Handtuchheizkörpers spielen unter anderem 

  • die Raumgröße,
  • die Raumart,
  • die Bausubstanz
  • und der wahrscheinliche Wärmebedarf laut Wärmebedarfsplanung

eine Rolle. Die Raumart ist insofern von Bedeutung, als dass man einen Handtuchheizkörper, insbesondere Designerstückchen, auch in anderen Räumen als das Badezimmer installieren kann. Zur Orientierung hier die gängigen Gradzahlen für die denkbaren Installationsräume

  • Badezimmer: 22 Grad Celsius
  • Wohnzimmer: 20 Grad Celsius
  • Schlafzimmer: 18 Grad Celsius
  • Diele / Flur: 18 Grad Celsius
  • Gäste-WC: 18 Grad Celsius
  • Küche: 20 Grad Celsius
  • Kinderzimmer: 18 bis 20 Grad Celsius
  • Hobbyraum: 20 Grad Celsius

Die Raumgröße berechnen Sie mit der Fläche mal einer angenommenen Höhe von 2,5 Metern. Die für die Räumlichkeit jeweils als Standard angegebenen Wärmeleistung unterscheidet sich nach der Bausubstanz in

  • Niedrigenergiehaus: 45 bis 50 Wattleistung pro Quadratmeter
  • Neubau nach WärmeSchV: 50 bis 60 Wattleistung pro Quadratmeter
  • Neubau (älter als Baujahr 1995): 90 Wattleistung pro Quadratmeter
  • Altbau: 100 Wattleistung pro Quadratmeter

Die benötigte Wärmeleistung ergibt sich dann aus der Faustformel (nicht geeignet für Elektro-Betrieb!):

Wattleistung pro Quadratmeter mal Quadratmeter = Watt

Ein Beispiel: Ein Raum von 4 mal 4 Metern = 16 Quadratmetern Fläche in einem Neubau nach WärmeSchV bräuchte demnach eine Wattleistung von:

60 W/m2 mal 16 m2 = 960 Watt

Sie suchen im Beispiel also nach einem Handtuchheizkörper der mindestens die Leistung von 960 Watt bringt. Achten müssen Sie beim Kauf zusätzlich noch auf die Lage der Anschlüsse für Vor- und Rücklauf vor Ort und am gewünschten Heizkörpermodell, so dass diese auch zueinander passen.

Preisvergleich von Standard-Heizkörper für Handtücher

Die Preise für Standard-Heizkörper werden in der Regel nach ihren Maßen differenziert. Dabei ist vor Allem die Bauhöhe von Bedeutung, die häufig zwischen einem halben Meter für sehr kleine, sogenannte Mini-Heizkörper und rund 2 Metern für sehr hohe Handtuchheizkörper variieren. Die Breiten hingegen variieren bei Standardausführungen lediglich zwischen einem halben und etwa einem Meter. Für sehr große, einfache Handtuchheizkörper in Weiß muss diesbezüglich mit Preisen von rund 150 bis 300 Euro (netto) gerechnet werden.

Tabelle 1: Preise für Standard-Handtuchheizkörper nach Maßen
Nennhöhe x Baulänge Heizleistung (75/65/20 °C) Heizleistung (55/45/24 °C) Gewicht Preise (netto)
700 x 500 mm 343 Watt 158 Watt 5,9 kg 164,00 €
700 x 600 mm 404 Watt 185 Watt 6,7 kg 169,00 €
700 x 750 mm 493 Watt 225 Watt 8,0 kg 178,00 €
700 x 900 mm 581 Watt 264 Watt 9,2 kg 183,00 €
1100 x 500 mm 512 Watt 227 Watt 9,2 kg 183,00 €
1100 x 600 mm 604 Watt 271 Watt 10,5 kg 187,00 €
1100 x 750 mm 738 Watt 336 Watt 12,4 kg 206,00 €
1100 x 900 mm 869 Watt 402 Watt 14,3 kg 215,00 €
1800 x 500 mm 782 Watt 351 Watt 14,6 kg 248,00 €
1800 x 600 mm 921 Watt 416 Watt 16,7 kg 262,00 €
1800 x 750 mm 1126 Watt 514 Watt 19,7 kg 277,00 €
1800 x 900 mm 1326 Watt 611 Watt 22,8 kg 291,00 €

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