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Heizkörper mit Gebläse im Experten-Check: Prinzip, Technik, Vor- und Nachteile

Wie ist ein Heizkörper mit Gebläse aufgebaut und wie funktioniert er? Welche Vor- und Nachteile bringt das Gebläse und wo macht der Einsatz eines Gebläseheizkörpers Sinn? Lässt Sich das Gebläse nachrüsten?

Im Heizungskreislauf haben Heizkörper die Aufgabe, die Heizwärme an den Raum abzugeben. Doch Heizkörper ist nicht gleich Heizkörper. Im Gegenteil: Es gibt heutzutage eine Vielzahl an Heizkörpertypen, die sich in Material, Bau- und Funktionsweise erheblich voneinander unterscheiden. Es kommt insbesondere vor dem Hintergrund der dringend anstehenden Wärmewende und damit verbundenen Wärmeeinsparung darauf an, welcher Heizkörper als Komponente der Heizanlage genutzt wird, um diese gemäß den energetischen Anforderungen effizient auszulegen. Ein Heizkörper mit integriertem Gebläse ist eine Möglichkeit, die Heizwärme effizient(er) im Raum zu verteilen. Wir erklären Ihnen hier, wie ein Heizkörper grundsätzlich funktioniert und was ein Gebläse für seine Heizleistung bedeutet.

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Konvektion und Strahlung – Heizprinzipien von Heizkörpern

Gängige Heizkörper sind heutzutage Rippenheizkörper, Röhrenheizkörper und Plattenheizkörper. Rippen, Röhren und Platten sind Bauteile des Heizkörpers, die vom Heizwasser durchströmt werden. Bezüglich der Heizleistung von Heizkörpern gilt: Je größer die Fläche der heizwasserdurchströmten Bauteile ist, desto mehr Heizwärme können sie an den Raum abgeben. Bei Plattenheizkörpern gibt es Varianten, wo mehrere Heizplatten hintereinander zu einem Heizkörper zusammengefügt werden. Die Heizwärme überträgt der Heizkörper mittels zweier funktionaler Prinzipien an den zu beheizenden Raum:

1. Konvektion

2. Strahlung.

Über die große Fläche gibt der Heizkörper seine Wärme in Form von Strahlung ab. Allerdings ist die Wärmeleistung einer einfachen Heizungsplatte vergleichsweise gering. Um den Raum zu erwärmen, bräuchte man also viel Heizwärme, die

  • entweder mit besonders hoher, energie- und kostenintensiver Vorlauftemperatur in den Heizkörper fließt,
  • oder die dank einer besonders großen Heizplatte an den Raum abgegeben wird.

Beides sind keine energiesparenden beziehungsweise platzsparenden Lösungen. Daher hat man kompakte (platzsparende) Heizkörpertypen mit höherer Heizleistung entwickelt:

Um die Konvektion der Wärme zu verstärken, hat man die Heizkörper zum einen mit sogenannten Konvektionsblechen aufgerüstet, die rückseitig an die Heizplatte montiert werden, so dass sie raumseitig nicht zu sehen sind. Bei mehreren Heizplatten werden die Konvektionsbleche zwischen diese gesetzt. Solche Konvektionsbleche sind gefaltete Bleche / Lamellen, die sogenannte Konvektionsschächte bilden, in denen die erwärmte Luft senkrecht aufsteigen kann. Der natürliche Auftrieb der warmen Luft wird mit den Schächten verstärkt, so dass sich die Luft im Raum insgesamt stärker bewegt.

Der Großteil der Heizwärme geht bei solchen mehrplattigen und mit Konvektionsblechen ausgestatteten Heizkörpern demzufolge nach dem Übertragungsprinzip Konvektion an den Raum über: Dabei wird die Luft um den Heizkörper herum erwärmt. Diese steigt nach oben und verteilt sich im Raum.

Doch solche auch Konvektoren genannten Heizkörper haben Leistungsgrenzen, die sich aus ihrer Bauweise und den Wärmeübertragungsprinzipien ergeben. Und da kommt das Gebläse ins Spiel:

Heizkörper mit Gebläse steigert Heizleistung

Ein Gebläse kann die Heizleistung eines Heizkörpers deutlich steigern. Das Gebläse, das de facto eine Art Lüfter ist, wirkt dann heizleistungsverstärkend. Es wird deshalb auch Heizleistungsverstärker oder Heizkörperunterstützung genannt. Ein Heizkörper mit Gebläse beziehungsweise Gebläseunterstützung ist also nichts anderes, als ein Heizkörper mit Lüftern.

Es gibt solche Heizkörper mit Gebläse werksfertig vormontiert und es gibt Gebläse, die man einzeln kaufen kann, um seine Heizkörper damit aufzurüsten. Nachrüstgebläse lassen sich beispielsweise per Magneten unten am Heizkörper befestigen. Sie sind in unterschiedlichen Bautiefen und -breiten zu haben und kosten ab 100 Euro.

Heizkörpergebläse besitzen eine integrierte Steuerung, die temperatursensibel ist. Der Verbraucher legt die Temperaturbereiche fest, bei denen die Steuerung der Lüfter reagieren soll – mit dem Ein- und Ausschalten des Heizkörpergebläses.

Sobald der Temperaturfühler der Steuereinheit eine Temperatur des festgelegten Bereiches misst, startet der Betrieb des Gebläses und unterstützt die natürliche Konvektion. Ist der Raum entsprechend warm, dreht der Verbraucher die Heizung herunter. Die Heizung kühlt sich ab, die Temperatur fällt – die Steuerung schaltet das Gebläse bei Erreichen der zuvor festgelegten Temperatur automatisch aus.

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Vorteile des Heizkörpers mit Gebläse

Da die Lüfter eine Erhöhung der natürlichen bautechnisch und physikalisch bedingten Konvektion des Heizkörpers bewirken, steigert das Gebläse die Wärmemenge, die der Heizkörper in einer bestimmten Zeit an den Raum abzugeben in der Lage ist. Das bedeutet: Der Raum wird schneller warm. Das erhöht den Wohnkomfort und spart Heizenergie sowie daraus resultierende Heizkosten.

Bilderserie: Tieftemperatur-Heizkörper mit Gebläse von Jaga

Der DBE Dynamic Boost Effect ist ein speziell von Jaga entwickeltes Gebläse, mit dem auch niedrige Vorlauftemperaturen nutzbar gemacht werden können. (Foto: Jaga Deuschland GmbH)
Der DBE Dynamic Boost Effect ist ein speziell von Jaga entwickeltes Gebläse, mit dem auch niedrige Vorlauftemperaturen nutzbar gemacht werden können. (Foto: Jaga Deuschland GmbH)
Das DBE-Gebläse ist im unteren Bereich des Heizkörpers verbaut und bläst die Konvektionsluft nach oben aus dem Heizkörper heraus. (Foto: Jaga Deuschland GmbH)
Das DBE-Gebläse ist im unteren Bereich des Heizkörpers verbaut und bläst die Konvektionsluft nach oben aus dem Heizkörper heraus. (Foto: Jaga Deuschland GmbH)
Auf der Oberseite des Heizkörpers befindet sich eine Funktionstaste, mit der das DBE-Gebläse aktiviert werden kann. (Foto: Jaga Deuschland GmbH)
Auf der Oberseite des Heizkörpers befindet sich eine Funktionstaste, mit der das DBE-Gebläse aktiviert werden kann. (Foto: Jaga Deuschland GmbH)
An der Wand hängend sieht man dem Gebläse-Heizkörper nicht mehr an, welche Technik in ihm steckt. (Foto: Jaga Deuschland GmbH)
An der Wand hängend sieht man dem Gebläse-Heizkörper nicht mehr an, welche Technik in ihm steckt. (Foto: Jaga Deuschland GmbH)

Heizkörpergebläse macht Heizkörper fit für Niedertemperaturbetrieb

Die höhere Heizleistung des Heizkörpers mit Gebläse heißt aber auch: Die Heizungsanlage könnte jetzt mit Heizwasser betrieben werden, dass eine geringere Vorlauftemperatur hat. Auch das spart Energie und Kosten. Insofern ist ein Heizkörpergebläse eine Möglichkeit, die Heizungsanlage fit für einen Niedertemperaturbetrieb zu machen.

Denn nicht jeder Bauherr möchte bei einem Wechsel des Heizungssystems, sprich: des Wärmeerzeugers im Heizungskreislauf (vorher: herkömmliche Heizung, nachher: Niedrigtemperaturheizung wie Wärmepumpe, Solaranlage oder Brennwertheizung) auch gleich die gesamten Heizkörper, Rohre & Co. der Anlage tauschen. Und das wäre schließlich nur konsequent, um die energieeffizienten Vorzüge der Niedertemperaturheizung voll auszuspielen.

Einsparung von Umrüstkosten bei Sanierungen

Typische Niedertemperaturheizkörper sind nämlich speziell für den Betrieb in einer Niedrigtemperaturheizungsanlage ausgelegt: Ihr zu verarbeitender Volumenstrom ist meist kleiner, daher sind die Zu- und Abflüsse im Querschnitt kleiner, der Durchfluss durch den Niedertemperaturheizkörper selbst ist aus Gründen der Effizienz oft zwangsgeführt und insgesamt sind solche modernen Heizkörper kleiner und kompakter gebaut als herkömmliche. Das macht die Spezialbauteile entsprechend teuer.

Nachteile des Heizkörpers mit Gebläse

Den Vorteilen, die Heizkörper-Gebläse bringen, stehen allerdings auch Nachteile gegenüber.

Auch das Gebläse benötigt Strom und einen Stromanschluss

Dazu zählt zum einen, dass das Gebläse strombetrieben werden muss. Die Stromkosten erhöhen die Betriebskosten der Heizungsanlage also. Der Strom muss dem Gebläse zugeführt werden, das heißt, eine Leitung muss zum Heizkörper gelegt werden. Das geht bestenfalls unsichtbar, schlimmstenfalls stört das Kabel jedoch die Optik des Raums.

Geräusche und Luftverwirbelungen beachten

Außerdem macht so ein Gebläse Geräusche. Zum einen verursacht der Lüfter Betriebsgeräusche, die je nach Lautstärke auf Dauer stören können. Zum anderen bewegt das Heizkörpergebläse Luftmassen – ein Grundrauschen derselben (Wind) kann auch als störend empfunden werden.

Apropos: Luftbewegung. Aus ihr ergibt sich ein weiterer Nachteil: Anders als bei einer vor allem mit Strahlungswärme heizenden Infrarotheizung, um einmal einen anderen Vertreter einer Stromheizung zu nennen, wirbelt die vor allem Konvektionsheizung - und nichts anderes ist ein Heizkörper mit Gebläse schließlich, der deshalb auch Gebläsekonvektor genannt wird – Luft und Staub im Raum auf. Das kann insbesondere für Allergiker gesundheitsbeeinträchtigend sein.

Grundsätzlich empfinden wir Menschen eine Strahlungswärme als angenehmer als eine Konvektionswärme. Doch nicht nur das: Bei tatsächlich gleicher Temperatur wirkt Strahlungswärme auf uns wärmer als Konvektionswärme. Das heißt: Für eine gleich hohe und gleich angenehme Empfindungstemperatur muss eine Konvektionsheizung mehr Heizleistung (sprich: eine höhere Gradzahl) erbringen als eine Strahlungswärmeheizung. Eine höhere Heizleistung bedeutet wiederum mehr Energie und mehr Kosten.

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"Heizkörper mit Gebläse im Experten-Check" wurde am 27.05.2016 das letzte Mal aktualisiert.