Letzte Aktualisierung: 25.11.2020

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Hoch- und Tieftemperaturheizkörper im Expertenvergleich

Was ist ein Tieftemperaturheizkörper? Wie unterscheidet er sich von herkömmlichen Heizkörpern? Welche Vorteile bringt dieser Heizkörper-Typ beim Heizen mit? Wann lohnt sich die Anschaffung? Mit welchen Kosten ist zurechnen?
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Die Raumheizung frisst einen Großteil (etwa ein Drittel) der Energie, die wir hierzulande verbrauchen. Heizenergie zu sparen, ist demnach erklärtes Ziel einer Wärmewende, die wiederum Teil der Energiewende ist. Wie aber lassen sich Heizenergie respektive die daraus resultierenden Kosten (Produktion, Transport und schließlich Verbrauch von Energie) sparen? Zum Sparen ansetzen kann man, indem man einfach weniger heizt. Zum anderen hilft moderne Heizungstechnologie, den Energieverbrauch zu drosseln. Eine Möglichkeit dafür bieten sogenannte Niedertemperatur-Heizungsanlagen, die – wie der Name sagt – mit Heizwasser beschickt werden, das eine geringere Temperatur (sogenannte Vorlauftemperatur) hat, als herkömmliche Anlagen. Wenn „kühleres“ Wasser (mit etwa 40 bis 55 Grad Celsius) als das mit den üblichen 70 bis 90 Grad Celsius durch die Heizkörper strömt, braucht man zum Beheizen ein und desselben Raums mehr Heizkörperfläche. Eine Überdimensionierung herkömmlicher Heizkörper macht dabei wenig Sinn, ganz zu schweigen von dem Platz, den sie besetzen. Daher hat man Tieftemperaturheizkörper entwickelt, die bei ähnlicher Größe aber mit sehr niedrigen Vorlauftemperaturen den gleichen Heizeffekt erbringen.

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Vergleich der Vorlauftemperaturen unterschiedlicher Heizkörpersysteme

Ein Tieftemperaturheizkörper ist ein speziell gebauter Heizkörper, der eine Niedertemperatur-Heizanlage, die als Warmwasser-Zentralheizung ausgelegt ist und mit einer Wärmepumpe (nutzt zum Beispiel Erdwärme oder Umgebungsluftwärme), Solaranlage (nutzt Solarthermie) oder Brennwertheizungsanlage (nutzt beispielsweise Holzpellets) kombiniert arbeitet, als Wärme verteilende Komponente optimal ergänzt. Er wird deshalb auch Niedertemperaturheizkörper genannt.

Das Heizwasser einer Niedertemperatur-Zentralheizung ist wesentlich kühler als das einer herkömmlichen. Wir sprechen hier von 40 Grad Celsius und mehr Unterschied! Schaut man sich die Funktionsweise einer herkömmlichen Zentralheizung an, wird schnell klar, was diese Temperaturdifferenz bedeutet: Statt 90 Grad Celsius heißes Heizwasser zur Beschickung einer herkömmlichen Anlage bereit zu stellen, reichen der Niedertemperaturheizungsanlage mit ihren Tieftemperaturheizkörpern Wassertemperaturen von 55 Grad Celsius und weniger (teils sogar schon 25 Grad Celsius), um die Räume gleichermaßen beziehungsweise sogar besser zu beheizen. Das spart Energie, die an zentraler Stelle für das Erwärmen des Heizwassers verbraucht wird, und Kosten, die der Endverbraucher dafür zahlt.

Unterscheidung der Wärmeabgabe je nach Heizkörperart

Heizkörper liefern ihre Wärme aus einem Mix aus Konvektionswärme und Strahlungswärme. Die Konvektionswärme ist die Wärme, die von warmen Oberflächen wie Heizkörpern an die Luft nahe dem Heizkörper übertragen wird und sich aufgrund der thermischen Luftbewegung anschließend im Raum verteilt. Strahlungswärme dagegen ist die Wärme, die via Infrarotstrahlung von warmen auf kühlere Oberflächen übertragen wird. Je nach Heizkörperbauart ist das Verhältnis beider Wärmearten zueinander unterschiedlich:

Tabelle: Verhältnis von Strahlungs- und Konvektionswärme nach Heizkörper-Typ
Heizkörper-Typ Anteil Strahlungswärme Anteil Konvektionswärme
Typ 10 50% 50%
Typ 11 35% 65%
Typ 21/ Typ 22 20% 80%
Typ 33 10% 90%
Unterflurkonvektor 0% 100%

Dazu muss man wissen, dass wir Menschen diese beiden Wärmearten unterschiedlich wahrnehmen. Die vornehmlich Strahlungswärme eines Kachelofens ist uns viel angenehmer als die vornehmlich Konvektionswärme eines herkömmlichen Heizkörpers. Zudem empfinden wir eine niedere, mit vorwiegend Strahlungswärme erzeugte Raumtemperatur subjektiv als genauso „warm“ wie eine tatsächlich höhere, aber mit vorwiegend Konvektionswärme erzeugte.

Ein herkömmlicher Heizkörper besteht aus einer oder mehreren wasserdurchströmten Platten (Plattenheizkörper, Flachheizkörper, Planheizkörper) oder Röhren (Röhrenheizkörper, Rippenheizkörper) und gibt, wie die obige Tabelle zeigt, mindesten die Hälfte seiner Wärme in Form von Konvektionswärme ab. Tieftemperaturheizkörper strahlen aufgrund ihrer speziellen Bauweise vor allem Strahlungswärme ab, man nennt sie deshalb auch Tief- beziehungsweise Niedertemperaturstrahler.

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Bauweisen und -varianten von Tieftemperaturheizkörpern

Das gelingt den Heizkörpern trotz dessen, dass Modelle der modernsten Gerätegeneration häufig mit weniger Fläche und Tiefe daherkommen als herkömmliche Tieftemperaturheizkörper und normale Heizkörper. Was zugleich bedeutet, dass die Tieftemperaturheizkörper weniger Wasser fassen – auch das spart! Ein Grund für diese als Vorteil anzusehende Platzersparnis und Wärmeträgerersparnis ist die optimale Bauweise von Tieftemperaturheizkörpern, die auf die ungehinderte Abgabe von Strahlungswärme in den Raum ausgerichtet ist.

So setzen die Hersteller moderner Tieftemperaturheizkörper auf integrierte Wärmetauscher, die aus unterschiedlichen Materialien bestehen. Neben einer wasserdurchströmten Front (wärmeaktiv) gibt es beispielsweise einen von außen unsichtbaren Wärmetauscher aus den sehr gut Wärme leitenden Metallen Aluminium und Kupfer, der in Reihe hinter die Heizwand geschaltet ist.

Zugleich sind in einen Tieftemperaturheizkörper häufig leise Lüfter (sogenannte Aktivatoren) eingebaut, die ihm mit ihren Ventilatoren (je nach Hersteller und Heizkörpermodell zwischen fünf und zwölf Stück) helfen, trotz niedriger Temperaturen eine bis zu fünf Mal höhere Heizleistung zu erzielen. Man findet deshalb auch Tieftemperaturheizkörper unter der Bezeichnung Gebläsekonvektor im Handel.

Die Ventilatoren sitzen über dem Wärmetauscher und ihre Ventilationsunterstützung lässt sich häufig in mehreren Stufen variieren. Wer befürchtet, dass die Lüfter im Betrieb zu viel Strom verbrauchen könnten, dem sei gesagt, dass die Hersteller hier auf sehr stromsparende Lüfter setzen, die laut deren Aussage kaum mehr Strom als ein TV-Gerät im Standby-Modus verbräuchten, selbst wenn sie in Vollast betrieben würden. Dafür würde sich dank ihrer Hilfe jedoch die Leistung des Tieftemperaturheizkörpers über kurze Zeit auf das Doppelte steigern lassen (integrierte Boostfunktion).

Hinzu kommt, dass sich das Lüftergebläse der wegen der modernen Technologie auch als „intelligente Heizkörper“ bezeichneten Tieftemperaturheizkörper über eine integrierte Steuerungseinheit automatisch abschaltet, sobald sich die für den Raum gewünschte und zuvor digital geplante Raumtemperatur eingestellt hat. Gleichzeitig reduziert der Tieftemperaturheizkörper dann seine Heizleistung, so dass der von herkömmlichen Heizkörpern als negativ zu bewertende Nachheizeffekt minimiert wird. Auch das spart Heizenergie und entsprechende Heizkosten.

Empfehlungen zum Kauf von Tieftemperaturheizkörpern

Während des Durchlaufs des Heizwassers durch eine herkömmliche Heizanlage verliert es oft schon viel Wärme an Stellen, wo die Wärmeabgabe unerwünscht und unkontrolliert ist, zum Beispiel über Rohre, die nicht optimal isoliert sind. Das macht das gesamte System ineffizient. Auch veraltete Heizkörper wie Röhrenheizkörper sind für eine teure Ineffizienz der Heizungsanlage verantwortlich.

Beschickte man eine herkömmliche Heizungsanlage mit dem für eine Niedertemperaturheizung üblichen kühleren Wasser, müsste man mit einem entsprechenden „Heizausfall“ rechnen. Es ist also sowohl im Neubau als auch im energetischen Sanierungsfall in Altbauten absolut sinnvoll, auf eine effiziente Niedertemperaturanlage mit zugehörigen Tieftemperaturheizkörpern zu setzen. Ein Austausch der Heizanlage inklusive Heizkörper spart bis zu 20 Prozent an Energie – ein klarer Vorteil, der sich im Portemonnaie bemerkbar macht.

Heizungsanlagen mit Tieftemperaturheizkörpern punkten mit ihrer vergleichsweise schnelleren (die Einlaufzeit ist deutlich geringer) und sehr gleichmäßigen Raumerwärmung. Sie sind heute in allen möglichen Designs zu haben, so dass sie sich in jeden Raum und den darin herrschenden Einrichtungsstil integrieren lassen. Es gibt Tieftemperaturheizkörper auch als Vertikalheizkörper, also als hochformatige Wandheizkörper, selbst in der Spezialausführung Handtuchtrockner.

Je nach Größe, Design und technischer Auslegung (analog, digital) variieren die Preise für Tieftemperaturheizkörper – und das auch noch in Abhängigkeit vom Hersteller. Einfache Profil-Tieftemperaturheizkörper gibt’s bereits ab 100 Euro, plane Modelle kosten das Doppelte und Vertikal-Tieftemperaturheizkörper in etwa das Dreifache. Für aufwendige Designerstücke muss man entsprechend mehr zahlen.

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