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Aufbau, Anschluss und Heizleistung von Ventilheizkörpern

Was ist ein Ventilheizkörper? Wie ist er typischerweise aufgebaut? Wie und wo wird er platziert und angeschlossen? Welche Vorteile bringt ein Ventilheizkörper? Was bedeuten die Typenbezeichnungen 10, 12, 22, 30 usw.?

Zum effizienten Heizen braucht es eine moderne und leistungsstarke Heizungsanlage mit entsprechenden Heizkörpern. Der heutzutage beliebteste Heizkörpertyp sind sogenannte Plattenheizkörper, die mitunter auch Flachheizkörper genannt werden. Zu ihnen zählen unter anderem Ventilheizkörper.

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Begriffsdefinition von Plattenheizkörpern mit Ventil

Buderus Logatrend Ventilheizkörper VC-Profil Typ 22 mit Ventil (Foto: Buderus)
Buderus Logatrend Ventilheizkörper VC-Profil Typ 22 mit Ventil (Foto: Buderus)

Die Plattenheizkörper zählen aufgrund ihrer Bauweise zu den Kompaktheizkörpern. Da es unterschiedliche Varianten von Kompaktheizkörpern gibt, gibt es auch eine ganze Reihe Bezeichnungen, die zudem noch herstellerabhängig sein können. Eine grobe Orientierung wäre die:

Ein Plattenheizkörper kommt mit Standardanschlüssen daher, in der Regel vier an der Zahl (links und rechts je zwei), alternativ sechs, in der Auslegung ein halber Zoll (1/2“). Ein Kompaktheizkörper ist ein Plattenheizkörper, der zudem seitlich und oben Abdeckungen hat. Ein Ventilheizkörper ist ein Kompaktheizkörper, der zudem ein integriertes Thermostatventilunterteil und eine innenliegende Rohranschlussgarnitur besitzt. Er wird von unten mittig oder unten seitlich angeschlossen. Bei den Plattenheizkörpern und Kompaktheizkörpern ist das Thermostatventil hingegen ein separates Bauteil.

Während der eine Anbieter die eben eingeführte Systematik an Bezeichnungen nutzt, nennt der andere seine Heizkörper Kompaktheizkörper und Ventilkompaktheizkörper (kurz: Ventilheizkörper), um diese nach ihrer Bauart ohne oder mit Thermostatventil zu unterscheiden. Es kommt beim Kauf also eher darauf an, zu fragen, ob das Thermostatventil beim gewünschten Heizkörper bereits eingebaut ist oder nicht, als dem Namen des Heizkörpers nachzugehen.

Nachdem das Wichtigste – die Bezeichnung Ventilheizkörper – damit geklärt ist, geht es im Folgenden darum, zu zeigen, welchen Einfluss die Bauweise, die Anordnung im Raum, die Anschlussart und die Größe eines Ventilheizkörpers auf den mit ihm erzielten Wirkungsgrad haben.

Heizwärmeabgabe von Ventilheizkörpern in Plattenbauweise

Ventilheizkörper sind wie eingangs erwähnt „Plattenbauten“. Sie bestehen also aus mindestens einer heizwasserführenden Platte. Häufig sind es derer zwei und zwischen ihnen ist oft mindestens ein Konvektionsblech eingebaut (ziehharmonikaartig gefaltet), was eine Art Röhrenprofil ergibt, aus dem Konvektionswärme senkrecht aufsteigt. Die Platten strahlen Wärme ab. Es gibt Ventilheizkörper entweder mit einer glatten Oberfläche oder einer, die buchstäblich Profil (geriffelt) besitzt.

Dank seiner Bauweise als typischer Plattenheizkörper liefert der Ventilheizkörper einen hohen Anteil an Strahlungswärme, in Zahlen ausgedrückt: zwischen 50 bis 70 Prozent. Die Bandbreite ergibt sich aus Unterschieden im Bau: Entweder besteht der Heizkörper nur aus Platten oder aus Platten und Konvektionsblechen. Je nachdem, ob und wie viele Konvektionsbleche eingebaut sind, erhöht sich auch der Anteil der mit ihnen erzielten Konvektionswärme gegenüber der Strahlungswärme.

Erklärung der unterschiedlichen Typenbezeichnungen

Ventilheizkörper werden häufig mit einer Typennummer, auch Schlüssel genannt, bezeichnet. Man findet beispielsweise Ventilheizkörper 10, 12, 22, 30 und so weiter im Handel. Die Zahlen geben an, aus wie vielen wasserführenden Platten (erste Ziffer) und aus wie vielen Konvektionsblechen (zweite Ziffer) ein Ventilheizkörper jeweils besteht. Ein Modell „Ventilheizkörper 22“ ist demnach aus zwei Platten und zwei Konvektionsblechen aufgebaut.

Tabelle: Maße, Heizleistung und Preise von Ventilheizkörpern
Ventilheizkörpertyp Bauhöhe Baulänge Leistung (70/ 55°C) Leistung (55/ 45°C) Preise
Typ 20 300 mm 600 mm 276 Watt 176 Watt 69 Euro
Typ 20 300 mm 1200 mm 552 Watt 353 Watt 106 Euro
Typ 20 600 mm 600 mm 495 Watt 315 Watt 83 Euro
Typ 20 600 mm 1200 mm 990 Watt 630 Watt 119 Euro
Typ 20 900 mm 600 mm 705 Watt 446 Watt 102 Euro
Typ 20 900 mm 1200 mm 1410 Watt 893 Watt 155 Euro
Typ 21 300 mm 600 mm 377 Watt 273 Watt 95 Euro
Typ 21 300 mm 1200 mm 754 Watt 474 Watt 152 Euro
Typ 21 600 mm 600 mm 652 Watt 415 Watt 108 Euro
Typ 21 600 mm 1200 mm 1303 Watt 830 Watt 163 Euro
Typ 21 900 mm 600 mm 893 Watt 565 Watt 131 Euro
Typ 21 900 mm 1200 mm 1786 Watt 1129 Watt 205 Euro
Typ 22 300 mm 600 mm 506 Watt 316 Watt 93 Euro
Typ 22 300 mm 1200 mm 1013 Watt 632 Watt 138 Euro
Typ 22 600 mm 600 mm 832 Watt 526 Watt 114 Euro
Typ 22 600 mm 1200 mm 1664 Watt 1052 Watt 174 Euro
Typ 22 900 mm 600 mm 1114 Watt 704 Watt 155 Euro
Typ 22 900 mm 1200 mm 2228 Watt 1409 Watt 248 Euro
Typ 33 300 mm 600 mm 724 Watt 452 Watt 134 Euro
Typ 33 300 mm 1200 mm 1448 Watt 904 Watt 194 Euro
Typ 33 600 mm 600 mm 1145 Watt 724 Watt 161 Euro
Typ 33 600 mm 1200 mm 2290 Watt 1448 Watt 248 Euro
Typ 33 900 mm 600 mm 1543 Watt 962 Watt 197 Euro
Typ 33 900 mm 1200 mm 3068 Watt 1925 Watt 321 Euro

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Wirkungsweise und Vorteile eines Ventilheizkörpers

Die Heizleistung eines Ventilheizkörpers wird von verschiedenen Faktoren bestimmt. Dazu zählen: 

  • die Bauart,
  • seine Ausmaße,
  • die Temperatur, die das Heizwasser hat,
  • die Raumtemperatur des Raumes, den es zu beheizen gilt,
  • und der Volumenstrom des Heizwassers.

Die aufgezählten Faktoren werden in Heizkörperprüfständen ermittelt und als maßgebliche Eigenschaften eines Ventilheizkörpers in den Herstellerangaben angegeben. Da jedoch auch die Art und Weise, wie der Ventilheizkörper an Vorlauf und Rücklauf angeschlossen wird, Einfluss auf seine Heizleistung hat, spiegeln die Herstellerangaben nicht immer die Praxissituation wieder.

Übersicht der unterschiedlichen Anschlussvarianten

Konform zur Norm (DIN EN 422) schließt man Vor- und Rücklauf gleichseitig an, wobei der Vorlauf oben sitzt. Auf den Baustellen gibt es allerdings davon abweichende Anschlusspositionen, zum Beispiel diese: 

  • gleichseitige Anschlüsse
  • wechselseitige Anschlüsse
  • reitende Anschlüsse
  • hängende Anschlüsse

Ventilheizkörper werden aufgrund ihrer kompakten Bauweise grundsätzlich im Zweirohrsystem und gleichseitig angeschlossen.

Prüfungen haben ergeben, dass die Unterschiede bei der Heizleistung zwischen gleich- und wechselseitigem Anschluss eher gering sind. Auch die Größe des Heizkörpers ist hier nicht ausschlaggebend. Anders ist es beim reitenden Anschluss: Ohne Umleitung der Heizmittelströmung via sogenannter Blindscheibe/Stauscheibe, deren nachträgliche Einbringung in einen flachen Ventilheizkörper recht aufwendig ist und auf die man daher dann oft verzichtet, muss man mit einer um bis zu 15 Prozent geminderten Heizleistung rechnen.

Auch wenn der Rücklauf über dem Vorlauf angeschlossen wird, was meist ein Versehen ist, kommt es zu einer deutlichen Minderung der Heizleistung eines Heizkörpers.

(Foto: Purmo / Rettig Germany GmbH)
(Foto: Purmo / Rettig Germany GmbH)
(Foto: Purmo / Rettig Germany GmbH)
(Foto: Purmo / Rettig Germany GmbH)
(Foto: Purmo / Rettig Germany GmbH)
(Foto: Purmo / Rettig Germany GmbH)
(Foto: Purmo / Rettig Germany GmbH)
(Foto: Purmo / Rettig Germany GmbH)

Optimale Platzierung und Einsatz von Ventilheizkörpern

Der Heizkörper hat den Job, die Wärme, die der Wärmeerzeuger bereitstellt, an den Raum abzugeben und ihn somit zu beheizen. Dabei kommt es darauf an, wo der Ventilheizkörper im Raum platziert wird. Empfohlen wird grundsätzlich eine Außenwand und dort möglichst der Platz unter einem Fenster. Da man die Anschlüsse für den einbaufertigen Ventilheizkörper in der Regel hinter der Heizungsfläche verlegt, in Form einer sogenannten Anschluss- und Ventilgarnitur, verdeckt der Heizkörper diese nahezu komplett. Abgeraten wird davon, Ventilheizkörper in Nischen oder Ähnlichem zu installieren.

Für energiesparende Heizungssysteme im Niedertemperaturbereich, sprich: mit niederer Vorlauftemperatur um die 55 Grad Celsius, sind Ventilheizkörper laut Experten optimal. Man nennt sie deshalb auch Niedertemperaturheizkörper. Ihnen wird in derartigen Heizungsanlagen eine lange, problemlose Lebensdauer zugesprochen. Dank des integrierten Ventils lasse sich die Heizung ökonomisch betreiben.

Experten-Fazit: Zusammengefasst kann man sagen, dass Ventilheizkörper sparsam heizen und langlebig sind. Ihre Oberflächen sind einfach und schnell zu reinigen – ihrer Technik sagt man einen geringen Wartungsaufwand nach. Das macht Ventilheizkörper auch ideal für Räume mit hohen hygienischen Standards. Die Kosten für Ventilheizkörper hängen von der Bauart und ihren Ausmaßen ab.

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Weitere Informationen über Heizkörper-Typen

"Aufbau, Anschluss und Heizleistung von Ventilheizkörpern" wurde am 14.03.2016 das letzte Mal aktualisiert.