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Ratgeber: Technik, Einsparung und Kosten moderner Brennwertheizungen

Was ist das Besondere an einer Brennwertheizung? Welche Heizungstypen gibt es? Wieviel Energie lässt sich realistisch einsparen? Mit welchen Anschaffungs- und Heizkosten ist zu rechnen?

Eine Brennwertheizung nutzt anders als herkömmliche Heizungen auch die Wärme, die in den Abgasen steckt (Brennwert). Das spart Energie und Kosten und verursacht weniger Schadstoff-Emissionen. Brennwertheizungen definieren den heute neuesten Stand der Heiztechnik bei der Verbrennung von Gas, Öl oder Holzpellets. Aufgrund unsachgemäßer Installation und Einstellung wird jedoch beim Austausch der Heizung häufig weniger Energie eingespart als prognostiziert.

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Von den knapp 19,5 Millionen Wärmeerzeugern in Deutschland, sind rund 4,5 Millionen Brennwertheizungen. Das entspricht etwa einem Anteil von rund 20 Prozent. Laut Bundesverband Haus-, Energie- und Umwelttechnik (BDH) werden jährlich mehr als 400.000 Heizungen mit Brennwerttechnik installiert.

Wer sich für eine moderne Heizung interessiert, der kommt daher nicht umhin, sich auch mit den Vor- und Nachteilen einer Brennwertheizung zu beschäftigen. Häufig wird sie von vielen Heizungsbauern in den Himmel gelobt, da sie vergleichsweise einfach zu installieren ist und eine deutliche Energie- und Heizkostensenkung verspricht. Doch stimmt das eigentlich?

Über den Heizungstyp Brennwertheizung

Um das technische Wesen einer modernen Brennwertheizung zu verstehen, muss man wissen, was der in der Heizungstypen-Bezeichnung steckende Brennwert ist.

Definition des Brennwerts

Der Brennwert HS, der auch oberer Heizwert genannt wird, lässt sich definieren als die Menge an Energie in Form von Wärme, die sich mit dem Verfeuern von einem Kilogramm des jeweiligen Brennstoffs gewinnen lässt.

Dabei wird angenommen, dass die dabei entstehenden Abgase auf eine Temperatur von 25 Grad Celsius abgekühlt werden, infolgedessen der in ihnen enthaltende Wasserdampf kondensiert, also von seinem gasförmigen in eine flüssigen Aggregatzustand wechselt.

Das heißt, dass der Brennwert ein materialspezifischer Wert ist, der von Brennstoff zu Brennstoff variiert (siehe Tabelle weiter unten).

Bei Brennwertheizungen beträgt die Abgastemperatur häufig weniger als 30 °C, weshalb auch die Schornsteine deutlich kürzer ausfallen dürfen. (Foto: energie-experten.org)
Bei Brennwertheizungen beträgt die Abgastemperatur häufig weniger als 30 °C, weshalb auch die Schornsteine deutlich kürzer ausfallen dürfen. (Foto: energie-experten.org)

Brennwert vs. Heizwert – ein Vergleich per definitionem

Im Vergleich zum unteren Heizwert (umgangssprachlich meist nur kurz Heizwert genannt), der ausschließt, dass die Abgase kondensieren, die Anlage also als Gas verlassen, ist der Brennwert von Brennstoffen wie Erdgas, Heizöl, Braunkohle und Holz, die Anteile von Wasser oder Wasserstoff enthalten, also höher als deren Heizwert. Bei nicht wasserstoffhaltigen Brennstoffen wie Kohlenmonoxid dagegen sind Heizwert und Brennwert identisch. Die folgende Tabelle macht das deutlich:

Tabelle 1: Typische Heiz- und Brennwerte von typischen Brennstoffen
Brennstoff Heizwert Brennwert
trockenes Holz 15 MJ/kg 19 MJ/kg
Holzpellets 18 MJ/kg 20 MJ/kg
Ethanol 26,8 MJ/kg 29,7 MJ/kg
Erdgas 38 MJ/kg 42 MJ/kg
Heizöl, schwer 39,5 MJ/kg 42,5 MJ/kg
Heizöl, extraleicht 42,6 MJ/kg 45,4 MJ/kg
Benzin 43,6 MJ/kg 47 MJ/kg
Butan 45,7 MJ/kg 49,5 MJ/kg
Propan 46,3 MJ/kg 50,3 MJ/kg
Wasserstoff 120 MJ/kg 143 MJ/kg

Expertenwissen: Ist von der Energiedichte oder dem Energiegehalt eines Brennstoffs die Rede, muss deshalb stets klar gestellt werden, ob der obere oder untere Heizwert gemeint ist. Andernfalls sind keine präzisen Aussagen zum Brennstoff machbar.

Heiztechnik des Brennwerteffekts

Die eben geschilderte Theorie wird mit der Brennwerttechnik in praktische Anwendungen gebracht. Brennwertheizungen, also Brennwertheizgeräte wie Brennwertkessel, sind so konstruiert, dass ein großer Anteil des im Abgas enthaltenden Wasserdampfs noch innerhalb der Anlage kondensiert und dessen Wärme über einen Wärmetauscher wieder dem Heizungskreislauf zugeführt ("zurückgewonnen") wird.

Durch die Addition von Heizwert und Kondensationswärme kommen Brennwertheizungen auf eine Brennstoffausnutzung von bis zu 98 Prozent. Niedertemperaturkessel erreichen nur rund 87 Prozent. (Grafik: energie-experten.org)
Durch die Addition von Heizwert und Kondensationswärme kommen Brennwertheizungen auf eine Brennstoffausnutzung von bis zu 98 Prozent. Niedertemperaturkessel erreichen nur rund 87 Prozent. (Grafik: energie-experten.org)

Das Kondenswasser, das dabei anfällt, hat einen leicht sauren pH-Wert. Es wird über eine passende Abwasserleitung abgeführt.

Die Wärmeausbeute einer solchen Heizungsanlage liegt in der Regel nur knapp unter dem theoretischen Brennwert und somit über dem Heizwert des Brennstoffs – der Grund dafür, dass die Anlage als Brennwertheizung typisiert wird.

Expertenwissen: In Hersteller-Werbungen liest man häufig von einer Brennstoffausnutzung bzw. Wirkungsgrad einer Brennwertheizung von mehr als 100 Prozent. Hierzu bedienen sich die Hersteller und Fachbetriebe eines Rechentricks: Beim Darstellen der Energieeffizienz einer Heizungsanlage wird der Heizwert als Bezugsgröße genommen und mit 100 Prozent angesetzt. Weil moderne Brennwertheizungen zusätzlich die Kondensationswärme nutzen, summieren sie diese und kommen dann auf theoretische Nutzungsgrade von mehr als 100 Prozent. Werbungen, die mehr als 100 Prozent Energieausbeute versprechen sind irreführend und täuschen den Verbraucher.

Nutzbare Brennstoffe

Es klang eben schon an, dass der chemisch gebundene Anteil von Wasser bzw. Wasserdampf im Brennstoff für den Brennwert und damit die Brennwerttechnik eine Hauptrolle spielt:

Nur, wenn Wasser und Wasserdampf chemisch gebunden im Brennstoff stecken, kann eine Brennwertheizung zu einem Mehr an nutzbarer Wärme führen!

Entsprechend eignen sich als Brennstoffe für Brennwertheizungen die folgenden: Holz, Braunkohle, Gas, Öl, Getreide und andere.

Dabei spielt es keine Rolle, mit welchem Brennstoff die Brennwertheizung befeuert wird, der maximale Nutzungs- oder Wirkungsgrad von etwa 98 Prozent ist für alle Brennwert-Heizungen gleich, da sie nach dem gleichen Prinzip arbeiten. Unterschiedliche Nutzungs- oder Wirkungsgrade hängen nicht vom eingesetzten Brennstoff ab, sondern von der Konstruktion des Heizkessels.

Modulierende Öl-Brennwertheizung ROTEX A2 mit Wärmespeicher ROTEX Sanicube und doppelwandigem Heizöltank ROTEX variosafe. (Foto: ROTEX Heating Systems GmbH)
Modulierende Öl-Brennwertheizung ROTEX A2 mit Wärmespeicher ROTEX Sanicube und doppelwandigem Heizöltank ROTEX variosafe. (Foto: ROTEX Heating Systems GmbH)

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Technische Besonderheiten einer Brennwertheizung

Wird eine Brennwertheizung in Kombination mit einer Flächenheizung eingesetzt, so sorgt bereits das Niedertemperaturniveau der z. B. Fußbodenheizung für einen entsprechend abgekühlten Rücklauf.

Technische Möglichkeiten zur Abgas-Abkühlung

Bei Brennwertheizungen mit höherer Rücklauftemperatur (z.B. bei Heizkörpern) müssen die Rauchgase künstlich abgekühlt werden. Hierzu können zwei konstruktiv-technische Möglichkeiten eingesetzt, um Verbrennungsgase unter den Taupunkt abzukühlen.

Zum einen werden sogenannte Luft-Abgas-Systeme (kurz: LAS, auch LAS-Rohr oder LAS-Kaminsystem genannt) eingesetzt. Diese nutzen eine Frischluftzufuhr von außen, um die Abgase kondensieren zu lassen. Die warmen Abgase werden dabei durch das innere Rohr eines Rohr-in-Rohr-Systems abgeführt, wobei Wärme an die kältere, durch das äußere Rohr des LAS-Systems zum Brenner geführte Zuluft abgegeben wird. Je kälter die Außenluft ist, desto höher ist der Kondensationsgrad.

Eine weitere Möglichkeit, die Rauchgase künstlich zu kühlen besteht in einer Rücklaufkühlung. Bei einer solchen "interne Kondensation" wird die Abgaswärme auf das Rücklaufwasser des Heizungssystems übertragen. Große Wärmetauscher-Flächen oder mehrzügige Abgasführung bewirken, dass die Abgase bis unter Taupunkt-Temperatur abkühlen. Je geringer die System- bzw. die Rücklauftemperatur ist (beispielsweise bei Fußbodenheizungen), desto mehr Energie wird dem Abgas entzogen.

Experten-Tipp: Mit Hilfe eines nachgeschalteten Wärmeübertrager ist es möglich, auch Niedertemperaturheizungen nachzurüsten und den Brennwerteffekt auszunutzen.

Die vorgenannten Techniken zur Brennwertnutzung können auch in Kombination eingesetzt werden. So nutzen manche Öl-Brennwertheizungen z. B. für die Kondensation den Heizungsrücklauf und versorgen sich über ein Luft-Abgas-System gleichzeitig raumluftunabhängig mit Verbrennungsluft. Das erhöht die Energieausnutzung zusätzlich, weil die zuströmende Luft erwärmt wird.

Experten-Wissen: Niedertemperatur-Heizsysteme wie Fußboden-, Wandheizungen oder Heizleisten bewirken systembedingt bereits eine niedrigere Rücklauftemperatur, unterhalb der möglichen Taupunkte. Der Energiegewinn bei Aufrüstung von einer "normalen" Brennwertheizung auf ein Voll-Brennwertgerät oder LAS-System ist daher bei diesen Heizsystemen geringer, da damit nur die geringen Energiegehalte des schon weit abgekühlten Abgases genutzt werden können.

Technische Besonderheiten der Abgas-Kondensation

Werden die genannten Brennstoffe in der Heizung verfeuert, verbrennen die Kohlenwasserstoffe, wobei sich der Sauerstoff aus der Verbrennungsluft mit dem Wasserstoff verbindet, der in den Brennstoffen enthalten ist. Es entsteht: Wasserdampf. Bei einer herkömmlichen Heizungsanlage entweicht der Wasserdampf zusammen mit den Abgasen über den Schornstein. Die ihm inhärente Energie verdampft buchstäblich ungenutzt.

Würde man eine moderne Brennwertheizung in eine herkömmlich aufgestellte Heizungsanlage integrieren wollen, bestünde die Gefahr, dass das saure Kondensat Heizkessel und Abzug substanziell angreift: Sie würden entsprechend korrodieren. Schadensbild: Versottung. Mit einem herkömmlichen Kessel, der Abgase produziert, die mindestens 120 Grad Celsius und mehr heiß sind, wäre Versottung kein Thema.

Daraus folgt: Der Einsatz einer modernen Brennwertheizung in einer Bestandsanlage braucht bautechnische Anpassungen. Zum Beispiel rüstet man den Schornstein um, indem man ein säurebeständiges Rohr mit nichtsaugender, nichtporöser Oberfläche (temperaturbeständiges Polypropylen-S bis 120 Grad Celsius, PTFE bis 160 Grad Celsius oder ein druckdichtes Edelstahlrohr) einbaut. Im Neubau sind Abgasrohre mit säurefester Keramikschicht Standard.

Schematische Darstellung des Kondensationsprinzips einer Gasbrennwertheizung (Grafik: Junkers/ Bosch Thermotechnik GmbH)
Schematische Darstellung des Kondensationsprinzips einer Gasbrennwertheizung (Grafik: Junkers/ Bosch Thermotechnik GmbH)

In einer so fachgerecht aufgebauten Abgas-Anlage laufen die Rauchkondensate an der Innenseite des Schornsteins (Kaminrohrs) runter und werden mit dem am Wärmetauscher anfallenden Kondensat zusammen abgeleitet – und zwar kontrolliert gemäß den Bestimmungen der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V. (DWA). Nach einer entsprechenden Neutralisation der Säure darin lässt sich das Kondensat nach Vorschrift in der Kanalisation entsorgen.

Dabei gilt, dass

  • beim Brennwertheizen mit Heizöl und beim Einleiten in sogenannte Kleinkläranlagen die Neutralisierung immer notwendig ist.
  • Beim Verheizen von Erdgas oder Flüssiggas ist das Neutralisieren erst ab einer Mindestgröße des Heizkessels nötig.
  • Auch eine säureempfindliche Abwasserinstallation im Gebäude kann eine Neutralisation erforderlich machen. Dazu leitet man das Kondensat in einer sogenannten Neutralisationsbox durch ein entsprechendes Granulat, das im Hausmüll entsorgt werden kann, wenn es verbraucht wurde.

Da Holz deutlich mehr Wasser als Erdgas oder Heizöl enthält, entsteht auch mehr Kondensat. Bei vollständiger Kondensation entstehen bei Pellet-Brennwertheizungen eine Kondensatmenge von rund 0,5 l/kg Holzpellets. In der Praxis werden Werte von ca. 0,35 l/kg erreicht. Bei einem angenommenen Jahresverbrauch von ca. 4 Tonnen Pellets ist mit einer Kondensatmenge von ca. 1.700 l/Jahr zu rechnen!

Zudem beinhaltet das in Pellet-Brennwertheizungen entstehende Kondensat unverbranntes Teer, Fettsäuren, Kohlenwasserstoffe und Harz, die ebenfalls das Abwasser belasten. Auch in diesem Fall gilt: Im normalen Einfamilienhaushalt ist in der Regel eine Neutralisierung nicht nötig. Nur bei größeren Heizanlagen mit einem höheren Leistungsanspruch wird eine Investition in eine Neutralisationsbox notwendig.

Bei der Nachrüstung einer Brennwertheizung z. B. bei Heizungssanierungen werden vielfach Edelstahlschornsteine außen an der Hauswand installiert. (Foto: energie-experten.org)
Bei der Nachrüstung einer Brennwertheizung z. B. bei Heizungssanierungen werden vielfach Edelstahlschornsteine außen an der Hauswand installiert. (Foto: energie-experten.org)

Experten-Wissen: Bei der Kombination eines Pelletkessel mit Brennwerttechnik wird obendrein noch die Staubemission verringert. Dies kommt hinzu, weil die Abgaswärme mittels der Brennwerttechnik abgefangen wird, bevor sie durch den Schornstein nach außen gelangen kann. Dies bedeutet eine Verringerung der Abgase und demnach auch eine Reduzierung der Staubemission.

Wieviel Energie lässt sich einsparen?

Dank der Brennwerttechnik reduziert eine Brennwertheizung den Verbrauch an Brennstoffen (Energieersparnis) und die daraus resultierenden Energiekosten (Heizkostenersparnis).

Wie viel Energie und CO2 beim Erneuern der Heizung durch eine neue Brennwertheizung eingespart werden können, wird häufig mit Einsparungen von bis zu 30 % propagiert.

Ein Gutachten des Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) "Einsparungen von Endenergie und CO2 beim Ersetzen alter Heizkessel durch Brennwertkessel" legt nahe, dass sich in der Praxis weit weniger Energie durch Umstieg auf eine Brennwertheizung einsparen lassen.

Energie- und CO2-Einsparpotenzial bei Austausch eines 20 Jahre alten Heizkessels durch eine Brennwertheizung mit und ohne Heizungsoptimierung (Grafik: Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE))
Energie- und CO2-Einsparpotenzial bei Austausch eines 20 Jahre alten Heizkessels durch eine Brennwertheizung mit und ohne Heizungsoptimierung (Grafik: Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE))

Je nach Effizienz des alten Kessels beläuft sich die Energieersparnis, wenn nur ein Kesseltausch durchgeführt wird, auf lediglich zwei bis maximal 15 Prozent.

Wird das Heizungssystem beim Einbau einer neuen Brennwertheizung jedoch optimiert (Heizsystem hydraulisch abgleichen, Einbau einer Hocheffizienzpumpe etc.), so können insgesamt im Durchschnitt bis zu 25% Energie eingespart werden.

Tabelle 2: Einsparpotenzial bei Austausch eines alten Heizkessels durch eine neue Brennwertheizung
Ausgetauschte Bestandsheizung Nur Kesseltausch mit Brennwertkessel Kesseltausch und Heizungsoptimierung
Konstanttemperaturkessel 10 bis 15% 20 bis 30%
Niedertemperaturkessel 5 bis 10% 10 bis 20%
Brennwertkessel 2 bis 3% 4 bis 6%

Achtung: Bei Brennwertheizungen wird mit Hilfe einer Überströmeinrichtung (z. B. häufig wandhängende Gasthermen) in bestimmten Betriebszuständen Vor- und Rücklauf kurzgeschlossen, um das Überhitzen der Therme zu vermeiden. Dies erhöht die Rücklauftemperatur und verringert den Brennwerteffekt. Bei einer hydraulisch abgeglichenen Brennwertheizung tritt dies öfter auf. Daher sollte man sich vor einem hydraulischen Abgleich bei einem Heizungsfachmann erkundigen, ob die Brennwertheizung mit oder ohne Überströmventil arbeitet.

Dieses Ergebnis überrascht nicht: 2011 hat der Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. (vzbv) im Rahmen der Aktion „Brennwertcheck“ rund 1.000 Brennwertheizungen in privaten Wohngebäuden in der Praxis überprüft und festgestellt, dass ein Drittel der Geräte optimierungsbedürftig und ein weiteres Drittel sogar ungenügend sind. Im letzten Fall verpufft der Brennwerteffekt einfach ungenutzt.

Als Gründe führt die Verbraucherzentrale neben den o.g. Ursachen auch eine häufig zu große Dimensionierung, eine falsche Heizungsregelung (falsche Einstellung der Heizkurve, nicht funktionierende Nachtabsenkungen), schlecht gedämmte Rohrleitungen, fehlende Außentemperaturfühler und einen zu seltenen Einsatz von Hocheffizienzpumpen an.

Die Verbraucherzentrale schätzt, dass eine Brennwertheizung bei richtiger Installation und Einstellung rund 10 Prozent Energie einsparen kann.

Ökologischer Nutzen: Der Brennwerteffekt senkt gleichzeitig den Ausstoß von CO2 sowie den Ausstoß säurebildender Gase und sonstiger kondensierbarer Verbindungen. Die Luft als Teil der Umwelt wird dank der Brennwertheizung weniger verschmutzt und somit auch das Aufkommen sogenannten sauren Regens. Die Einsparung an CO2 entspricht im Verhältnis der Energieeinsparung.

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Preise und Kosten einer Brennwertheizung

Mit welchen Anschaffungskosten muss man rechnen?

Eine moderne Brennwertheizung wie sie heute Stand der Technik und damit im Neubau verbauter Standard ist, ist teurer als die im Bestand noch immer weit verbreiteten Niedertemperaturkessel. Aber: Die höhere Investition in die Brennwertheizung amortisiert sich vergleichsweise schnell über den gut 15 Prozent höheren feuerungstechnischen Wirkungsgrad.

Ein neuer Gas-Brennwertkessel kostet je nach Anlagengröße zwischen 7.000 bis 9.000 Euro inklusive Montage und Zubehör. Ein neuer Öl-Brennwertkessel ist mit 8.000 bis 10.000 Euro etwas teurer.

Als extra Kosten bei Neuanschaffungen müssen Sie die Ausgaben für das Heizungssystem im Haus (Heizkörper und Leitungen) sowie bei Öl-Brennwertheizungen für eventuelle Öltanks bedenken. Weitere Kosten verursacht ein Warmwasserspeicher, der Gasanschluss, Kaminsanierung bzw. neue Abgasleitung, Rohrisolierung und evtl. notwendige Kondensat- sowie Trinkwasserzirkulationspumpe.

Tabelle 3: Beispiel-Rechnung für Umstellung von Öl- auf Gas-Brennwertheizung
Rechnung-Positionen Rechnung-Preise
Erdgas-Hausanschluss bis 30 m Leitungslänge (bis DN 25) 1.250,00 €
Bodendurchschlagsrakete (pro Meter) 20,00 €
Öffnen der Schutzmauer für die Öltankanlage 150,00 €
Kellergeschweißten Öltank (hier 5400 Liter) entleeren, entgasen, reinigen, zerlegen und entsorgen 860,00 €
Vorhandenen Heizkessel mit Warmwasserspeicher demontieren und abfahren 120,00 €
Gas-Brennwert-Kompaktgerät mit integrierter Trinkwassererwärmung 3.400,00 €
Anschluss-Set für Aufputzinstallation 175,00 €
Anschluss-Set Zirkulationspumpe 320,00 €
Anschluß des neuen Heizgerätes an die vorhandene Wasser- und Heizungsverrohrung, neue Sicherheitsgruppe für Warmwasserspeicher, Tropfwasserleitung, Trichtergeruchsverschluss 390,00 €
Luft-Abgasführung liefern und montieren 500,00 €
Membran-Ausdehnungsgefäß für geschlossene Heizungsanlagen 65,00 €
Kappenventil R 3/4 für Membran-Druckausdehnungsgefäß Typ N 25 bis N 50 20,00 €
Gaszählerkugelhahn 1" für Einstutzengaszähler 130,00 €
Gasströmwächter für Erdgas und gasförmiges Flüssiggas, Propan/Butan nach DVGW 45,00 €
Kupferrohrleitung 28 x 1 mm für Gasleitungen nach DIN EN 1057 einschließlich aller Dichtungs- und Befestigungsmaterialien (pro Meter) 25,00 €
Kupferrohrleitung 15 x 1 mm für Gasleitung nach DIN EN 1057 einschließlich aller Dichtungs- und Befestigungsmaterialien (pro Meter) 20,00 €
Gasleitung einer Druckprobe nach DVGW-TRGI aussetzen 32,00 €
Thermostatventilunterteil, einstellbar für hydraulischen Abgleich (pro Stück) 36,00 €
Automatisierter hydraulischer Abgleich der Heizkörperflächen 250,00 €
Netto-Rechnungssumme 7.808,00 €
zzgl. 19% MwSt. 1.483,52 €
Brutto-Rechnungssumme 9.291,52 €

Wichtig: Brennwertkessel sind eine förderfähige Heizungstechnik! Sie unterliegen einer Förderung seitens der KfW-Bank. Hier finden Sie weitere Informationen zur KfW-Förderung einer Heizung.

Wie hoch sind die Heizkosten?

Die Heizkosten einer Brennwertheizung lassen sich (bei optimaler Einstellung) vergleichsweise gut schätzen. In nachfolgender Tabelle finden Sie die Heizkosten von Brennwertheizungen mit Erdgas, Heizöl, Flüssiggas und Holzpellets.

Tabelle 4: Heizkosten verschiedener Brennwertheizungen im Vergleich
Energieträger Preis pro Einheit Heizkosten pro kWh (brutto)
Erdgas 4,5 bis 5 Cents/kWh (plus ca. 100 € Grundpreis pro Jahr) 4,5 bis 5 Cents/kWh
Heizöl 60 Cents/Liter (1 Liter = 10 kWh) 6 Cents/kWh
Flüssiggas 38 bis 42 Cents/Liter (1 Liter = 7,44 kWh) 5,1 bis 5,6 Cents/kWh
Holzpellets 235 bis 260 Euro/Tonne (1 Tonne = 4.800 kWh) 4,9 bis 5,3 Cents/kWh

Welche Brennwertheizung ist insgesamt am günstigsten?

Letztlich wird die Wirtschaftlichkeit eines Heizungssystems sowohl von den Anschaffungs- als auch von den Heizkosten bestimmt. Eine solche Analyse der Gesamt-Kosten, die bei einem Heizungsaustausch einer alten Gas- oder Ölheizung mit einer Brennwertheizung resultieren, wurde im BDEW "Heizkostenvergleich Altbau 2017" vorgenommen.

Tabelle 5: Investitions- und Jahresgesamtkosten beim Austausch eines alten 10 kW Kessels in einem Einfamilienhaus mit einer neuen Brennwertheizung
Neues Heizungssystem Investition und Jahresgesamtkosten beim Austausch einer alten Ölheizung Investition und Jahresgesamtkosten beim Austausch einer alten Gasheizung
Gas-Brennwertheizung 8.900 € / 2.004 € 6.100 € / 1.906 €
Gas-Brennwertheizung mit Solar für Brauchwasser 15.600 € / 2.720 € 12.800 € / 2.623 €
Gas-Brennwertheizung mit Solar für Brauchwasser und Heizung 20.000 € / 2.929 € 17.200 € / 2.832 €
Gas-Brennwertheizung mit Solar für Heizung 13.300 € / 2.294 € 10.500 € / 2.196 €
Gas-Brennwertheizung mit Speicher 10.600 € / 2.472 € 7.800 € / 2.375 €
Gas-Brennwertheizung und PV-Anlage 19.300 € / 1.971 € 16.500 € / 2.341 €
Öl-Brennwertheizung 8.700 € / 1.847 € 12.100 € / 2.076 €
Öl-Brennwertheizung mit Solar für Brauchwasser 15.400 € / 2.554 € 18.000 € / 2.729 €
Öl-Brennwertheizung mit Solar für Brauchwasser und Heizung 19.800 € / 2.785 € 22.400 € / 2.960 €
Öl-Brennwertheizung mit Solar für Heizung 13.100 € / 2.165 € 15.700 € / 2.340 €
Öl-Brennwertheizung mit Speicher 10.400 € / 2.260 € 13.800 € / 2.489 €

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"Brennwertheizung: Reale Einsparungen & Kosten" wurde am 19.05.2019 das letzte Mal aktualisiert.