Letzte Aktualisierung: 13.09.2020

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Poolheizung: Solar, Wärmepumpe & E-Heizung im Vergleich

Die Sonne brennt, da muss eine Abkühlung her. Aber wer stellt sich schon in Zeiten von Corona gerne in lange Warteschlangen, um einen Platz im Freibad zu ergattern? Deshalb haben Pools für den heimischen Garten derzeit Hochkonjunktur. Aber nicht nur beim Wasser-, sondern auch beim Energieverbrauch gibt es einiges zu beachten. So kann man insbesondere durch die richtige Poolheizung das Badevergnügen bis in den Herbst hinein verlängern und dabei noch Heizkosten sparen!

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Ratgeber im Überblick

Es gibt unter anderem kleine Pools, die aus einem Metallgestell mit einer Folie bestehen, oder massiv gemauerte Pools bis hin zu Schwimmteichen. Je nachdem für welchen Pool Sie sich entscheiden und auch, wie oft und lange Sie den Pool nutzen wollen gibt es unterschiedlich vorteilhafte Möglichkeiten der Poolbeheizung.

Für typische Pools für den privaten Gebrauch bieten sich grundsätzlich drei Möglichkeiten der Beheizung an:

Wir skizzieren im Folgenden die wichtigsten Eigenschaften dieser drei Poolheizungsformen und vergleichen die Vor- und Nachteile abschließend.

Poolheizung mit Solarmatten und Solarplatten

Vergleichsweise einfach und sehr günstig gestaltet sich die Poolheizung mit Sonnenwärme. Hierzu werden sogenannte Solarabsorber bzw. Schwimmbadabsorber eingesetzt. In vielen Pool-Shops werden diese Solarkollektoren auch unter den Begriffen Solarmatten oder Solarplatten geführt.

Im Gegensatz zu einem Solarabsorber in Flach- und Röhren-/Vakuumröhrenkollektoren zur häuslichen Brauchwasser- und/ oder Heizungsunterstützung sind Solarabsorber für die Poolbeheizung sogenannte volldurchströmte Absorber. Ein Pufferspeicher wird dabei überflüssig, da der Pool diese Funktion übernimmt. Um den Solarkreislauf in den Poolkreislauf einzubinden, brauchen Sie nur einen Bypass. Diesen gibt es in vielen Onlineshops in universal passenden Standard-Größen zu kaufen.

Die solaren Poolheizer werden an sonnigen Stellen meist ebenerdig oder auf Flachdächern ausgelegt und z.B. mit Haltegurten auf dem Untergrund befestigt. Sie eignen sich auch zur Montage auf leicht geneigten Dachflächen.

Die dazu eingesetzten Plastik-Kollektoren sind entweder sehr einfach aus Plastikröhren bzw. als zu einer Plastikmatte ("Solarmatte") verbundenen Kunststoffrohren (Polyethylen (PE), Polypropylen (PP) oder Ethylen-Propylen-Dien-Monomeren (EPDM)) aufgebaut. Oder sie sind Plastikplatten („Solarplatten“), in denen das Wasser in einem abgeschlossenen Raum zirkuliert. Bei Solarmatten als auch Solarplatten ist eine zusätzliche Isolierung nicht notwendig.

Der Kunststoff der Rohre bzw. Schläuche muss letztlich sicherstellen, dass die Solar-Poolheizung der von außen auftreffenden UV-Strahlung ebenso widerstehen kann wie das sie substantiell von innen angreifende Chlor im Schwimmbadwasser, das sie direkt durchströmt.

Das Wirkprinzip ist denkbar einfach: Die Sonne erwärmt den schwarzen Kunststoff und der wiederum das ihn durchströmende Poolwasser. Um einen Heizungseffekt zu erzielen, muss der Poolheizer entsprechend der Wassermenge des zu erwärmenden Schwimmbads dimensioniert und zwecks maximalen Empfangs von Solarstrahlung großflächig in der Sonne ausgelegt werden.

Entscheidend für die Wassertemperatur ist das Verhältnis von Beckengröße und Absorberfläche bzw. des im Absorber zirkulierenden Wasservolumens. In der Regel reichen hierzu 0,8 m2 Absorberfläche pro 1 m2 Wasserfläche. Es lassen sich aber auch Heizeffekte mit solaren Poolheizern erreichen, die nur halb so groß sind wie die Wasseroberfläche des zu beheizenden Pools. Bezogen auf das Poolwasser-Volumen lassen sich mit rund 5% an Solarkollektor-Volumen ebenfalls spürbare Heizeffekte in wenigen Stunden erzielen.

Neben der Größe der Solarplatten bzw. -matten ist aber auch die hydraulische Regelung entscheidend, um immer nur wärmeres Wasser dem Pool zuzuführen als dieser eh schon beinhaltet. Zudem muss sichergestellt werden, dass die Kollektoren nicht überhitzen. In der Praxis bedarf auch eine einfache Zeitschaltregelung der täglichen Kontrolle, ob die Poolheizung wirklich ordnungsgemäß funktioniert.

Tabelle: Beispiele für Solar-Poolheizungen aus Online-Shops (Stand: August 2020)
Hersteller Modell Typ Preis inkl. MwSt.
Bestway Flowclear 1 x Solarplatte á 1,1 x 1,71 m 70 €
SPL Pool-Systems SPL-24000 Solar Premium 3 x Solarplatte á 1,1 x 2 m 899 €
Steinbach Speedsolar Exclusiv 1 x Solarplatte á 1,1 x 0,69 x 0,14 m 120 €
well2wellness Pool-Solarteppich 1 x Solarmatte á 5 x 1,36 m 199 €

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Einsatz von Pool-Wärmepumpen als Poolheizer

Unter dem Begriff Mini- bzw. Klein-Wärmepumpe versteht man häufig auch sogenannte Pool-Wärmepumpen für Außenbassins bis häufig 50 m3 Beckenvolumen. Diese Luft-Wasser-Wärmepumpen sind in unseren Breiten nicht ganz so verbreitet, da kleine Außenschwimmbecken erst in den letzten Jahren in Mode gekommen sind. Daher finden sich auch nur sehr wenige deutsche Hersteller, die diese Mini-Wärmepumpen herstellen. Führend sind hier Anbieter aus Asien, die für den Weltmarkt produzieren, auf dem kleine Pool-Wärmepumpen deutlich stärker nachgefragt werden als in Deutschland. Aus technischer Sicht ist das Besondere, dass ihr Einsatz im Sommer sehr effizient ist. Die Pool-Wärmepumpe kann direkt in der Nähe des Schwimmbeckens aufgebaut werden und erreicht bereits bei einer Außenlufttemperatur von 15 Grad und einer Wassertemperatur von 22 Grad eine Leistungszahl von über 4.

Eine Pool-Wärmepumpe entzieht wie jede andere Wärmepumpe der Umgebung Energie und gibt sie konzentriert über einen speziellen Titan-Wärmetauscher (Wasserkondensator bzw. Verdampfer) an das Badewasser des Pools ab. Wird sie nur im Sommer zur Beheizung eines Pools eingesetzt, so gibt die Wärmepumpe je nach Luft- und Wassertemperatur bis zum 5-fachen der aufgenommenen elektrischen Leistung an Wärme ab.

Die Pool-Wärmepumpe läuft dabei nicht permanent wie der Pool-Filter, sondern schaltet sich nur an, wenn die Ist-Temperatur unter der gewünschten Soll-Temperatur liegt. Sobald die gewünschte Temperatur erreicht ist stellt sich die Wärmepumpe auf Standby. In bestimmten Abständen testet die Wärmepumpe jedoch, ob das Badewasser noch seine gewünschte Temperatur hat. Ist das nicht der Fall schaltet sich diese wieder ein und der Heizvorgang beginnt erneut.

Tabelle: Beispiel-Preise für Pool-Wärmepumpen aus Online-Shops nach Heizleistung (Stand: August 2020)
Hersteller Modell Leistung Preis inkl. MwSt.
Pool-Systems XPS-35 2,5 kW 449 €
Pool-Systems IPS-60 Inverter 6,5 kW 1.399 €
Pool-Systems XPS-100 10 kW 1.199 €
Pool-Systems IPS-110 Inverter 11 kW 2.199 €

Viele weitere Informationen finden Sie in unserem Experten-Ratgeber "Auswahl, Montage und Kosten einer Pool-Wärmepumpe".

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Elektro-Durchlauferhitzer als Poolheizung

Der Einsatz eines elektrischen Durchlauferhitzers als Poolheizung folgt einem einfachen Funktionsprinzip: Fließt Strom, so wird über ein Widerstand Heizwärme erzeugt. Fließt an diesem dann das Poolwasser vorbei, so nimmt dieses die Wärme auf und der Pool erhitzt sich langsam.

Die Vorteile liegen klar auf der Hand: Eine elektrische Poolbeheizung im Durchlaufprinzip kann zu jeder Tages- und Nachtzeit angestellt werden und liefert in kurzer Zeit Wärme. Zudem ist die Montage denkbar einfach: Der Durchlauferhitzer wird per „Plug& Play“ im Vorauf installiert und der Stromanschluss an eine herkömmliche 230 Volt Steckdose angeschlossen.

Aber auch die Nachteile sind klar: Eine elektrische Poolheizung kann zum wahren Stromfresser mutieren. Hierzu haben wir nachfolgenden Beispiel-Rechnung angestellt:

  • Um 1 m3 Wasser um 1°C zu erwärmen, benötigt man eine Wärmeenergie von 1,16 kWh. Da ein Pool durchschnittlich am Tag ohne Solarfolie rund 2 °C mit Solarfolie etwa 1 °C Temperatur verliert, benötigt man für das gleichmäßige Beheizen eines kleinen Pools mit 10 m3 Fassungsvermögen 11,6 kWh bis 23,2 kWh pro Tag. Bei einem Strompreis von 0,3 €/kWh bedeutet dies tägliche Kosten von 3,48€ bis 6,96€.
  • Setzt man nun einen elektrischen Durchlauferhitzer mit 3 kW ein, so benötigt man bei 18°C Wasser- und 22°C Lufttemperatur rund 3,8 Stunden (11,6 kWh / 3 kW = 3,8 h) um einen Wärmeverlust von 1°C auszugleichen. Ein elektrischer Poolheizer mit 6 kW würde nur unter 2 Stunden brauchen!

Aus diesen Gründen werden elektrische Poolheizungen eher für kleinere Aufstell-Pools mit bis zu 10 m3 Fassungsvermögen – das entspricht einer Poolgröße von 2,5 x 3 x 1,2 m (Breite/ Länge/ Höhe) – oder Outdoor-Whirlpools angeboten.

Tabelle: Beispiele für elektrische Poolheizer aus Online-Pool-Shops (Stand: August 2020)
Hersteller Modell Heizleistung Preis
coasts Swimming Pool and Spa Heater 3 kW 158 €
Elecro Elektroheizer Nano 3 KW 252 €
Pahlen Elektroheizer aus Kunststoff 6 kW 309 €

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Vergleich und Bewertung der Heizmethoden

Wer sich für eine Poolheizung interessiert, der sollte die zuvor beschriebenen Vor- und Nachteile abwägen.

  • Wer nur einen kleinen Aufstellpool für ein paar Wochen im Jahr im Hochsommer nutzt, für den kann eine elektrische Poolheizung sehr praktisch sein, um ab und an den Pool nachzuheizen.
  • Bei einem festinstallierten Pool, der über viele Wochen von Frühling bis Herbst genutzt wird, sind Solar-Poolheizungen und Pool-Wärmepumpen klar im Vorteil, da sie deutlich günstiger und energieeffizienter sind.

Die Entscheidung für eine solare Poolbeheizung oder eine Pool-Wärmepumpe sollte von den Gegebenheiten vor Ort abhängig gemacht werden.

  • Gibt es in nächster Nähe ausreichend große (Dach-)flächen, so ist ein solarer Poolheizer von Vorteil.
  • Ist die Grundstücksfläche um den Pool knapp, ist die Pool-Wärmepumpenheizung die bessere Variante.
Tabelle: Vergleich der Eigenschaften der wichtigsten Poolheizungstechniken
Poolheizung Solar Wärmepumpe E-Heizung
Pool-Größe mittel bis groß mittel bis groß klein
Montage anspruchsvoll anspruchsvoll einfach
Platzbedarf viel wenig wenig
Investitionskosten mittel hoch niedrig
Betriebskosten keine niedrig hoch
Komfort solarabhängig Wärme bei Bedarf Wärme bei Bedarf
Energieverbrauch keiner* niedrig hoch

* bezieht sich auf die gewonnene Solarenergie. Zum Durchfluss der Solarkollektoren muss jedoch die Poolpumpe mehr Strom aufwänden.

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