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Holzunterstand: Aufbau, Bauformen und -materialen fürs Brennholzlager

Wozu dient ein Holzunterstand? Welche Bauformen gibt es? Sind beim Aufbauen des Holzunterstands bestimmte Vorschriften zu beachten? Welche Baumaterialien eignen sich, um darin Brennholz zu lagern? Eigenbau oder Bausatz – was ist besser?

Sie betreiben eine Feuerstelle wie einen offenen Kamin oder einen Kaminofen gelegentlich oder als Heizung? Dann brauchen Sie ein geeignetes Lager für Ihren Brennstoff: einen Brennholzunterstand, auch kurz Holzunterstand genannt. Da frisch geschlagenes Brennholz immer recht lange trocknen muss, sollte es dort vor der Witterung geschützt lagern. Einen Holzunterstand können Sie selbst zimmern oder als vorgefertigten Bausatz kaufen und nach Bauanleitung aufbauen. Es gibt unzählige Modelle in verschiedenen Größen und Formen, teils aus Holz, teils aus Metall. Erkundigen Sie sich vor dem Aufbau des Holzunterstands unbedingt beim zuständigen Bauamt nach den lokalen Regelungen zur Brennstofflagerung – gegebenenfalls ist eine Genehmigung für den Holzunterstand vonnöten.

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Aufgabe und Anforderungen an einen Holzunterstand fürs Lagern von Brennholz

Der Holzunterstand dient als Lagerplatz für das Brennholz, das Sie z. B. in Ihrem offenen Kamin immer dann verfeuern wollen, wenn Sie spontan Lust haben, ein knisterndes Feuer zu genießen. Es sollte also immer genug Holz vorrätig sein. Zugleich soll das Holz im Lager (weiter) trocknen, sodass es nach Monaten eine noch bessere Verbrennungsqualität erreicht.

Alternative Bezeichnungen für den Holzunterstand sind zum Beispiel Holzlager, Holzstapler, Holzmiete, Holzschuppen und Holzregal. Wobei handelsüblich auch Begriffskombis mit Brennholz oder Kaminholz statt Holz zu hören sind.

Je nach Nutzung Ihrer Feuerstelle als gelegentliche oder regelmäßige Heizung brauchen Sie weniger oder mehr Brennholz. Damit das effizient verbrennt, muss es ausreichend trocken sein. Die Restfeuchte im Brennholz beeinflusst maßgeblich den Brennwert desselben und sollte möglichst weniger als 20 Prozent betragen.

Ein Holzunterstand sollte so beschaffen sein, dass das darin gelagerte Brennholz möglichst

  • sonnig und trocken,
  • gut belüftet und
  • vor Witterung geschützt liegt.

Andernfalls drohen Feuchteschäden und Mikrobenbefall.

Brennholz wird häufig draußen in einem Unterstand gelagert. Dieser kann, wie hier als eine Art Mauer aus Holzscheiten, auch kreativ in das Grundstück integriert werden. (Foto: energie-experten.org)
Brennholz wird häufig draußen in einem Unterstand gelagert. Dieser kann, wie hier als eine Art Mauer aus Holzscheiten, auch kreativ in das Grundstück integriert werden. (Foto: energie-experten.org)

Experten-Tipp: Bei Ihrem zuständigen Bauamt erfahren Sie, welche Vorschriften für Ihr Bauvorhaben „Holzunterstand“ in Ihrer Gemeinde gelten. Sie müssen wissen, dass die Regelung der Brennholzlagerung von Ort zu Ort variiert. Je nach Größe und Nutzungsweise ist der Holzunterstand genehmigungspflichtig. Wobei Holzunterstände, in denen Sie nur Brennholz stapeln, häufig keine Genehmigung brauchen. Die häufig gemachte Aussage, ein Holzunterstand, der auf einem Fundament errichtet werden soll, bedürfe in jedem Fall einer Genehmigung, ist jedoch so nicht immer richtig.

Brennholzunterstand – Größe und Dimensionierung

Haben Sie genug Brennholz vor der Hütt’n? Pauschal lässt sich diese Frage nicht beantworten. Schließlich hängt die Brennholzmenge, die Sie auf Vorrat lagern, davon ab, wie hoch Ihr Bedarf an Brennstoff bzw. Wärme (Heizwärmebedarf) ist.

Wer das Brennholz verfeuert, um damit regelmäßig für Raumwärme zu sorgen, sei es mit einem alleinstehenden Kaminofen oder einen wasserführenden, der der Zentralheizung zuheizt, braucht sicher mehr Brennholz als derjenige, der nur gelegentlich ein paar Scheite im offenen Kamin anzündet, um die Atmosphäre im Raum gemütlich zu machen.

Bedenken Sie zudem,

  • dass größere Mengen Brennholz Sie am Ende pro Raummeter meist weniger kosten als kleinere und,
  • dass das Brennholz mehrere Monate lagern und dabei trocknen sollte,

spricht auch dies dafür, sich eher einen größeren Vorrat im Holzunterstand zu halten.

Hier sehen Sie einen großen Holzschober aus Tirol in Österreich (Foto: energie-experten.org)
Hier sehen Sie einen großen Holzschober aus Tirol in Österreich (Foto: energie-experten.org)

Experten-Tipp: Es gibt eine Faustregel, nach der der Holzunterstand mindestens so groß ausgelegt sein sollte, dass darin Brennholz für zwei Jahre Bedarf Platz findet. Eine andere Faustregel besagt, dass ein Brennholzvorrat für eine die Heizung unterstützende Feuerstelle mindestens zehn Kubikmeter Holz fassen sollte.

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Grundregeln für den Aufbau vom Holzunterstand

Gleichwohl es Holzunterstände in unzähligen Formen und Größen gibt, gelten für alle bestimmte grundlegende Aufbauregeln, die sich aus den oben genannten Lagerungsanforderungen ergeben.

Untergrund – Schutz von unten

Um den Brennholzvorrat im Holzunterstand

  • einerseits vor Feuchtigkeit zu schützen, die von unten aufsteigt, und
  • andererseits eine Rund-um-Lüftung zu gewährleisten,

ist es ratsam, einen entsprechenden Unterbau zu errichten. Der kann aus Steinen, Europaletten oder Kanthölzern (mit Einschlaghülsen zu verankern) gemacht und sollte Pi mal Daumen zehn Zentimeter hoch sein.

Dachabdeckung – Schutz von oben

Analog gilt es, das Brennholz im Holzunterstand vor Feuchtigkeit von oben, sprich: vor Niederschlägen, zu schützen. Das gelingt je nach Typ des Holzunterstandes

  • mit dem Hausdach (zum Beispiel bei einem Schleppdach bei Brennholz, das an einer Hauswand lagert),
  • mit einer luftdurchlässigen Plane (zum Beispiel bei einer Brennholzmiete) oder
  • mit einer konstruierten Überdachung (bei Holzunterständen) aus Sparren, Nut- und Feder-Brettern und meistens Dachpappe.

Die Holzscheite sollten im Holzunterstand so gelagert werden, dass zwischen ihnen stets Luft zirkulieren kann. Außerdem sollten Sie die Scheite mit der Rinde nach unten lagern, um Fäulnis zu verhindern. Wenn die Rinde nach unten zeige, verdunste die Feuchtigkeit schneller, wenigstens in den unteren Reihen des Holzstapels ist diese Lage also sinnvoll. Bei unbedeckten Stapeln sollten dagegen die obersten Scheite mit der Rinde nach oben gestapelt werden.

Experten-Tipp: Richten Sie in unseren Breiten das schmale Ende des Holzunterstands möglichst gen Westen (Wetterseite) aus. So bleibt die Breitseite vom Holzunterstand optimal geschützt.

Dank schützendem Untergrund und schützender Abdeckung bewahren Sie Ihr Brennholz im Holzunterstand vor Feuchtigkeit und Feuchteschäden wie Schimmel & Co. – beides würde die Brenneigenschaften des Holzes schmälern beziehungsweise zunichtemachen.

Zudem geben Sie dem Brennholz mit der luftigen Lagerung die Möglichkeit, zu arbeiten. Damit ist gemeint, dass natürlich gewachsenes Holz auf die aktuellen Witterungsbedingungen reagiert, indem es bei Feuchtigkeit aufquillt (sich also ausdehnt) und bei Trockenheit schwindet (sich also zusammenzieht).

Expertentipp: Ein optimaler Aufstellort für einen Holzunterstand, insbesondere in Regalform ist eine Wand, zum Beispiel Haus- oder Gartenhauswand, Garagen- oder Carportwand. So wird die Dachkonstruktion bestmöglich vor Belastungen von Windböen geschützt – der Holzunterstand steht sozuschreiben im Windschatten des massiven Gebäudes.

Holzunterstand-Varianten nach Baumaterialien und Bauform

Holzunterstände aus Holz

Im Fachhandel gibt es inzwischen Holzunterstände aus Holz, zum Beispiel Kiefernholz, in allen erdenklichen Größen, die teils sogar erweiterbar sind, und Formen. Das integrierte Dach aus Holz, Dachpappe, Wellblech oder Kunststoff schützt sowohl Ihr Brennholz als auch die Unterstandkonstruktion vor der Witterung. Hochwertige Modelle sind mit entsprechenden Holzschutzmitteln ausgerüstet, um den Holzunterstand widerstandfähig(er) und somit langlebig(er) zu machen. Teilweise haben die Produkte auch Wetterschutzplanen an Bord.

Holzunterstände aus Metall

Neben den Holzmodellen gibt es auch Holzunterstände aus Metall, zum Beispiel aus feuerverzinktem Stahlblech, das demnach nicht rostet, oder aus rostfreien, beschichteten Stahlträgern.

Regale zum Brennholz lagern

Ein Holzunterstand in Regalform aus Holz oder Metall macht seinem Namen alle Ehre und sieht aus wie ein typisches Regal: mit einem Regalboden, zwei Seitenwänden und einem Regaldach. Manche Modelle haben auch eine Rückwand. Und optional lassen sich mitunter auch Regaltüren dazu kaufen, so dass der Holzunterstand eher einem Holzschrank als einem Holzregal ähnelt. Es gibt auch Modelle, die wie ein U geformt sind, also ohne Schutzdach daherkommen.

Schuppen zum Brennholz lagern

Ein Holzschuppen ist ein Holzunterstand, den Sie betreten können. Er hat also meist Mannshöhe und bietet wie ein Schuppen einen Lagerraum.

Brennholz ohne Stützen lagern

Holz dient den Menschen seit Menschengedenken als Brennstoff. Und so haben sich auch stützenfreie Lagerungsmöglichkeiten bewährt:

Holzmiete zum Brennholz lagern

Eine sogenannte Holzmiete ist eine spezielle Form zur Holzlagerung, denn Sie kommt bis auf einen Untergrund ohne weitere stützende Hilfsmittel aus. Sie schichten die Holzscheite dazu kreisförmig auf, so dass sich ein leicht nach oben hin verjüngender Zylinder mit einer Kegelspitze ergibt. Eine locker obenauf platzierte Wetterschutzplane schützt vor Niederschlag.

Holzwand zum Brennholz lagern

An einer bestenfalls gen Süden ausgerichteten Hauswand und zwecks Lüftung mit fünf bis zehn Zentimetern Abstand zur Hauswand können Sie Scheitholz auch zu einer Art Wand aufschichten.

Holzunterstand-Eigenbau: Anleitung zum Selber Bauen

Ein Holzunterstand ist eine Konstruktion, die Sie mit etwas handwerklichem Geschick und unter Beachtung der bisher genannten Anforderungen an den Untergrund und den Wetterschutz prima eigenhändig zusammenzimmern können. Passgenau für seinen Standort und zu 100 Prozent nach Ihren Vorstellungen von Größe und Form.

Auf Youtube gibt es vielfältige Anleitungen wie Sie einen Holzunterstand selber bauen können. Die meisten Anleitungen haben dabei dieselbe bzw. ähnliche Konstruktion und auch die gleichen Materialien werden verwendet, lediglich die Größe variiert.

Der einfachste modulare Selberbau-Unterstand besteht dabei aus

  • Fundament,
  • Ständerwerk und
  • Dach.

Das Fundament besteht dabei aus 1 oder 2 Europaletten (mehr sind auch möglich), die auf Pflastersteinen auf den begradigten Boden aufgelegt werden.

Dann werden an jeder Ecke des Holzunterstandes verstellbare Einschlagbodenhülse in den Boden getrieben. Dann werden Vierkantrahmenhölzer (bei 1 Palette 4, bei 2 Paletten 6) in die Einschlagbodenhülse aufgestellt, ausgerichtet und mit der Einschlagbodenhülse verschraubt.

Zur Versteifung der Konstruktion und als Dachkonstruktion werden zwei Vierkantrahmenhölzer als Querverstrebungen zwischen die oberen Enden senkrechten Vierkantrahmenhölzer mit Winkeln verschraubt. Auf diese 2 Vierkantrahmenhölzer werden dann Sparren aufgebracht und mit Nut- und Feder-Brettern belegt. Diese werden dann mit Dachpappe belegt.

Die Seiten und auch die Rückseite des Holzunterstandes sollte dann mit Brettern in einem Abstand von 2 bis 5 cm horizontal verstärkt werden, damit neben einer ausreichenden Lüftung und einem Regenschutz zudem auch kein Holz zur Seite oder nach hinten wegfällt.

Video-Anleitung "Anleitung zum Selberbauen eines Holzunterstands":

Wer sich die Mühe der Handarbeit zum Teil sparen will, kauft ein Modell von der Stange, das – als vorgefertigter Bausatz geliefert – nur noch zusammengeschraubt werden muss. Hier müssen Sie mitunter allerdings Abstriche bei der Wunschgröße oder Wunschform machen. Die Preise für häufig im Baumarkt auch als Kaminholzregale angebotenen Unterstände belaufen sich hier auf rund 80 € bis 300 €.

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"Holzunterstand: Bauformen & Eigenbau im Überblick" wurde am 22.10.2018 das letzte Mal aktualisiert.