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Auswahl, Vorschriften und Kosten von Funkenschutzplatten

Wie schützt man den Fußboden vor Funkenflug? Welche Modelle und Designs gibt es? Welche Abstände sieht die FeuVO vor? Was kostet eine Funkenschutzplatte?

Wer seinen Kamin auf einem nicht-feuerfesten Boden aufstellen möchte, und dies ist bei Parkett-, Holz- und Teppichböden gegeben, der muss für einen zusätzlichen Funkenschutz des Fußbodens sorgen. Denn auch bei einem geschlossenen Kamin kann beim Öffnen mal ein Funkenflug entstehen und auf dem teuren Parkett landen. Im Idealfall beschädigt der Funkenflug nur eine einzelne Diele, im schlimmsten Fall entzündet sich der angrenzende Teppichboden. Um dem entgegenzuwirken, werden Funkenschutzplatten eingesetzt.

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Aufgaben einer Funkenschutzplatte

Schutz vor Hitzeschäden

Bei einer Funkenschutzplatte handelt es sich um eine Art Oberflächenschutz des eigentlichen Bodens im Wohnzimmer. Diese Schutzplatte kann individuell auf Größe und Design des Kamins angepasst werden und wird vor der eigentlichen Kamin-Montage auf dem Boden angebracht. Der darauf aufgestellte Kamin kann nun weder durch seine eigene Unterboden-Hitzeentwicklung noch durch einen Funkenflug den Fußboden des Raumes angreifen.

Schutz vor Beschädigungen

Zudem sorgen Funkenschutzplatten dafür, den Boden vor der Druckbelastung des Kamins zu schützen. Ohne Funkenschutzplatte sorgt das Gewicht des Kamins allein für eine Beschädigung des anschließenden Fußbodens, ähnlich wie man das von einem schweren Kleiderschrank kennt, der viele Jahre an ein und demselben Aufstellort stand. Überdies schützt die Platte vor Beschädigungen z. B. durch herunterfallende Holzscheite oder Kohlebriketts oder z. B. das Kaminbesteck, das meist aus schwerem Eisen ist und leicht Kratzer und Dellen auf dem Fußboden hinterlassen kann.

Optische Aufwertung

Eine Funkenschutzplatte erfüllt aber nicht nur einen Schutzfaktor. Wählt man ein Modell aus stabilem Granit oder mit einer eleganten Sandbestrahlung, dann wird die Funkenschutzplatte zum Eyecatcher vor dem Kamin. Optional können diese mit Designs bedruckt, sandgestrahlt oder in speziellen Ausführungen (rund, dreieckig, spitz, ect.) gewählt werden.

Übersicht über Platten-Materialien

Platten zum Funkenschutz gibt es aus vielen unterschiedlichen Materialien. Heute bekommt man die praktischen Funkenschutzplatten meist aus Stein wie z. B. Granit oder Spezial-Sicherheitsglas.

Funkenschutzplatten aus Stein

Sehr beliebt sind Steinplatten aus Granit oder Schiefer. Da rund 90% der Kamine eine dunkle Farbgebung besitzen und auch Steinschutzplatten in der Regel ebenfalls dunkel sind, bilden solche Platten optisch eine harmonische Ergänzung des Kamins. Zudem sind Schutzplatten aus Stein gerade wegen ihrer strukturierten Oberfläche ein Design-Accessoire für rustikale Kaminzimmer. Überdies bieten sie eine hohe Druckbelastbarkeit und sind durch ein Sandstrahlverfahren auch mit vielfältigen Mustern erhältlich.

Funkenschutzplatten aus Glas

Transparente Funkenschutzplatten aus Glas bieten nicht Schutz vor Brandschäden durch Funkenflug, sondern bringen insbesonder die Optik des Bodenbelags unter dem Kamin zur Geltung. (Foto: energie-experten.org)
Transparente Funkenschutzplatten aus Glas bieten nicht Schutz vor Brandschäden durch Funkenflug, sondern bringen insbesonder die Optik des Bodenbelags unter dem Kamin zur Geltung. (Foto: energie-experten.org)

Funkenschutzplatten aus Einscheibensicherheitsglas (ESG) sind bruchsicher und wirken mit einer Stärke von häufig nur 6 mm sehr filigran. Es gibt sie selbstverständlich aus transparentem Glas, Milchglas aber auch in grau oder schwarz. Häufig sind Glasplatten zum Funkenschutz mit einem geschliffenen Rand versehen (Facette), der optisch hervorsticht und vermeidet, dass man über die Funkenschutzplatte stolpert. Sie ist mit rund 20 kg auch leichter als eine Granitplatte und weist eine Biegetoleranz von 6 bis 8 mm auf, was gerade bei unebenen Böden von Vorteil ist.

Funkenschutzplatten aus Metall

Neben Funkenschutzplatten aus Stein und Glas gibt es noch viele Plattenarten aus Metall wie u.a. pulverbeschichtetem Stahl, Messing und Blech. Sie sind häufig grau oder schwarz, es gibt sie aber auch in typischem Metallfarben. Ihre Oberfläche ist entweder glatt oder bearbeitet. Neben dem typischen gebürsteten Oberflächen sich auch gehämmerte Funkenschutzbleche sehr beliebt. Diese wirken besonders rustikal und grenzen den Kaminbereich deutlich vom Wohnbereich ab. Nachteilig ist, dass sich eine Bodenplatte aus Metall selbst erwärmt und zudem auch anfälliger ist für Kratzer.

Formen von Funkenschutzplatten

Funkenschutzplatten gibt es in einer Vielzahl von Standardformen wie u.a. Rundbogen, Segmentbogen, Kreis, Kreisabschnitt, Elipse, Tropfen, Halbkreis oder Viertelkreis, Quadrat, Rechteck, Fünfeck oder Sechseck. Reine Dreiecke werden nur selten als Standardform angeboten, da ihre Proportionen zuviel Raum einnehmen würden, um die Abstandsanforderungen zu erfüllen.

Schematische Darstellung der gängigen Formen von Funkenschutzplatten (Grafik: energie-experten.org)
Schematische Darstellung der gängigen Formen von Funkenschutzplatten (Grafik: energie-experten.org)

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Abstandsvorschriften der Feuerungsverordnung

Die Funkenschutzplatte ist auf brennbaren Oberflächen, wie z. B. Holzboden, Teppich oder Laminat ein wesentlicher Bestandteil eines Kamins, auf den in keinem Fall verzichtet werden. Nur bei Fliesenböden ist keine Funkenschutzplatte nötig. Welche Größe eine Funkenschutzplatte haben muss ist abhängig von der Größe des Ofens und wird von den jeweiligen die jeweilige Verordnung über Feuerungsanlagen und Brennstofflagerung (kurz: Feuerungsverordnung - FeuVO) der Bundesländer geregelt. Diese bilden die rechtliche Grundlage für das Aufstellen und Betreiben von Feuerungsanlagen. Häufig werden von der FeuVO Mindestmaße von der Feuerraumöffnung von nach vorne 50 cm sowie links und rechts jeweils 30 cm vorgesehen.

[...] (8) Vor den Feuerungsöffnungen von Feuerstätten für feste Brennstoffe sind Fußböden aus brennbaren Baustoffen durch einen Belag aus nichtbrennbaren Baustoffen zu schützen. Der Belag muss sich nach vorn auf mindestens 50 cm und seitlich auf mindestens 30 cm über die Feuerungsöffnung hinaus erstrecken. [...] (Quelle: Feuerungsverordnung (FeuVO) Berlin)

Daher sollten Sie beim Kauf einer Schutzplatte die Maße Ihres Kamins kennen und entsprechend die Vorschriftsabstände der FeuVO hinzurechnen. Ihr Schornsteinfeger kann Sie am Besten über die örtlichen Vorschriften informieren, wieviel Platz vor und neben einer Feuerstätte mit einem nicht brennbaren Untergrund eingeplant werden muss.

Montage und Randabdichtung

Die Platte wird genau nach den Wunschvorgaben in Größe und Form produziert und so auch nach Hause geliefert. Vor dem eigentlichen Kaminaufbau wird diese am Aufstellort des Kamins platziert. Danach wird der Kamin auf der Funkenschutzplatte aufgestellt bzw. der Kamin so gekippt, dass die Platte runtergeschoben werden kann. Hierfür sind in der Regel 2 Personen bzw. Monteure nötig. Daneben gibt es spezielle Bodenplatten, die auch nachträglich ganz einfach unter den Kamin geschoben und auch zum Reinigen jederzeit wieder herausgenommen werden können.

Zusätzlich kann man die Funkenschutzplatte noch mit einer speziellen Abdichtung zum Fußboden hin verschließen, ähnlich wie man das auch mit Silikon in Küche und Bad bei angrenzenden Fugen macht. Solche Dichtlippen (auch Schmutzlippe genannt) kosten etwa 5 Euro pro Meter und verhindern, dass sich Schmutz- und Staubpartikel unter der Platte sammeln. Dies ist gerade bei Glasbodenplatten unansehnlich und nur sehr schwer zu entfernen. Eine solche Dichtlippe lässt sich zudem auch einfach nachrüsten.

Schutzplatten-Preise im Vergleich

In der Regel kosten Standard-Platten aus Glas ab 60 bis etwa 120 Euro und sind in einer Vielzahl von Online-Shops erhältlich. Die Preise unterscheiden sich dabei nur sehr unwesentlich nach der Form und auch der Größe, sondern hauptsächlich nach dem verwendeten Material und danach, ob die Funkenschutzplatte weiterbearbeitet wie z. B. sandgestrahlt oder bedruckt wurde. Für Platten aus Edelmetall oder auch Granit muss daher mit Preisen von 150 bis etwa 350 Euro gerechnet werden.

Preisvergleich von Funkenschutzplatten nach Material, Form und Größe
Material Form Maße Preis
Blech gehämmert Rechteck 60 x 80 cm 12,00 €
Glas Rechteck 100 x 50 cm 60,00 €
Glas Rundbogen 100 x 120 cm 60,00 €
Glas Segmentbogen 120 x 100 cm 60,00 €
Glas Tropfen 110 x 110 cm 60,00 €
Glas Viereck 100 x 100 cm 60,00 €
Glas Kreisabschnitt 120 x 105 cm 65,00 €
Glas Tropfen 125 x 125 cm 70,00 €
Stahl Kreisabschnitt 105 x 120 cm 70,00 €
Stahl Rundbogen 100 x 120 cm 70,00 €
Glas Rechteck 100 x 120 cm 110,00 €
Glas Rundbogen 100 x 120 cm 110,00 €
Glas-Dekor Schiefer Rundbogen 100 x 120 cm 180,00 €
Edelstahl Rechteck 95 x 50 cm 250,00 €
Granit Fünfeck 100 x 100 cm 260,00 €
Granit Sechseck 100 x 120 cm 260,00 €
Messing Rechteck 95 x 50 cm 295,00 €
Edelstahl Rechteck 130 x 95 cm 320,00 €
Edelstahl Rundbogen 130 x 95 cm 320,00 €
Granit sandgestrahlt Fünfeck 100 x 100 cm 360,00 €
Granit sandgestrahlt Sechseck 100 x 120 cm 360,00 €
Messing Rechteck 130 x 95 cm 365,00 €
Messing Rundbogen 130 x 95 cm 365,00 €

Funkenschutzplatten als Sonderanfertigung sind jedoch teurer. Diese werden notwendig, um sie z. B. bei nicht orthogonaler Eckaufstellung passgenau einsetzen zu können. In diesen Fällen empfiehlt es sich, direkt den Ofenbauer beim Aufmaß um die Anfertigung einer passenden Platte zu bitten.

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"Auswahl, Vorschriften und Kosten von Funkenschutzplatten" wurde am 07.08.2016 das letzte Mal aktualisiert.