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Kaminsteine und Mantelsteine für den Schornstein

Was sind Kaminsteine? Aus welchen Materialien bestehen sie und wie sind sie aufgebaut? Welche Kaminsteine werden bei modernen Brennwertheizungen verwendet?

Kaminsteine sind spezielle „Bausteine“, mit deren Hilfe ein Kaminabzug, also der zum Kamin, Kaminofen & Co. zugehörige Rauchabzug bzw. Schornstein, errichtet wird. Kaminsteine werden auch Mantelsteine genannt, weil sie den Abzugsschacht für den Rauch buchstäblich wie einen Mantel umlagern. Wir zeigen Ihnen hier die Besonderheiten dieser Steine auf, wie sie in modernen Abgasanlagen eingesetzt werden und warum Komplett-Bausätze eine gute Wahl für einen neuen Schornstein sind.

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Kaminsteine für rechteckige und runde Schornsteine

TONA tec Plus Neubau Schornsteinsysteme (Grafik: TONA Tonwerke Schmitz GmbH)
TONA tec Plus Neubau Schornsteinsysteme (Grafik: TONA Tonwerke Schmitz GmbH)

Um zu verdeutlichen, welche Anforderungen an Kaminsteine gestellt werden, macht es Sinn, sich zunächst den Aufbau eines Schornsteins näher anzuschauen. Ein typischer Kamin bzw. Kaminofen besteht aus dem eigentlichen Kamin mit dem Feuerraum zum Verbrennen der Feststoffe, der entweder offen oder mit einer Kamintür verschlossen ist. Außerdem gibt es einen Rauchsammler, der auch Esse genannt wird und die Verbindungsleitung zwischen Rauchsammler und Schornstein.

Früher bestand ein Schornstein meist aus einem rechteckigen Schacht, der aus den marktüblichen roten Ziegeln gemauert wurde. Durch diesen zogen die Abgase der Feuerstelle mit der ihnen eigenen Dynamik (Zug) ab, so dass sie nicht im Haus verblieben. Die Abluft war sehr heiß, so dass auch im Schornstein noch hohe Temperaturen herrschten. Die Kaminbausteine mussten diesen Temperaturen Stand halten.

Die vielen Fugen zwischen den Ziegeln waren eine Schwachstelle des Systems. Sie mussten sehr dicht gemauert sein, so dass keine Abgase der Feuerstelle in das Gebäude entweichen konnten und Leib und Leben der Bewohner gefährdeten. Um die Risiken zu minimieren, ging man deshalb dazu über, spezielle Kaminsteine aus Ziegelstein zu formen und zu verwenden, die höher als die üblichen Ziegel waren, um auf diese Weise weniger Fugen abdichten zu müssen. Natürlich verbesserte das auch die Aufbaugeschwindigkeit für einen Schornstein.

Für runde Schornsteine wurden ebenfalls spezielle Kaminsteine entwickelt, sogenannte Keilsteine, die man in Binder und Läufer unterschied. Dank ihrer Keilform ergaben diese Kaminsteine verbaut einen runden Schornstein. Diese Kaminsteine nannte man auch Schornsteinziegel oder Formziegel, da sie in der Form von der der üblichen Mauersteine abwichen.

Kaminsteine zur Ummantelung moderner Heizungssysteme

Ein häufiges Problem klassischer Schornsteine war, dass sich an ihrer rauen gemauerten Struktur jede Menge Rauchpartikel (Ruß) absetzten und der Schornstein so nach und nach verschmutzte – so dass man regelmäßig einen Schornsteinfeger kommen lassen musste, um die Kaminsteine zu reinigen. Heutige Steine müssen jedoch ganz andere Anforderungen erfüllen, denn für die neuen Heizungssysteme, deren Abgase deutlich kühler als die klassischer Kamine sind, werden komplett neue Schornsteine nötig, die man heute meist „Abgasanlage“ nennt. Dies ist notwendig, da hierbei kühlere Abluft in einem klassischen Schornsteinschacht viel langsamer aufsteigt als heiße. Das bedeutet, der Zug veränderte sich, sprich: die Abgase ziehen nicht mehr so zügig ab. Moderne Schornsteine sind deshalb von geringerem Durchmesser als ihre Vorgänger aus Ziegelsteinen.

Daneben werden heute werden oft Rohre aus Edelstahl, Keramik oder Schamotte als Schornstein eingesetzt, da diese Materialien robust gegen die rauchtypischen Säuren sind, die sich bilden, wenn die Abgase wegen der geringeren Temperatur nun auch im Schornstein kondensieren. Ihre relativ glatte Innenfläche macht sie zudem weniger anfällig für Ablagerungen. Keramikrohre sind für den Betrieb mit festen, flüssigen und gasförmigen Brennstoffen geeignet und lassen sich mit Gas-Brennwertgeräten, atmosphärischen Gaskesseln, Pellet-Öfen sowie Öl-Niedertemperaturkesseln kombinieren.

Um diese Keramik- oder Edelstahlrohre zu schützen, ummantelt man sie heute mit speziellen Kaminsteinen beziehungsweise Mantelsteinen. Die sind beispielsweise aus Leichtbeton geformt. Im Handel sind dafür deshalb auch Bezeichnungen wie Betonformblöcke üblich. Besteht der Kaminstein komplett aus Leichtbeton, wird er auch als einschalig gehandelt. Von außen können diese Kaminsteine die Form eines Würfels oder eines aufrechten Quaders haben. Sie sind innen in einem bestimmten Durchmesser hohl – durch diese offene Röhre wird das Schornsteinrohr geführt. Etwaige dann noch verbleibende Hohlräume werden beispielsweise mit sogenanntem Stampfbeton aufgefüllt.

Manchmal sind die Kaminsteine hinterlüftet, das heißt in den Ecken (bei einzügigen Schornsteinen in allen vier Ecken, bei zusammengesetzten zweizügigen Schornsteinen in den Außenecken) sind über ihre gesamte Höhe kleine Luftröhren. Sie sorgen dafür, dass der Schornstein trotz eindringender wetterbedingter Feuchte und Kondensationsfeuchte trocken bleibt. Manche Kaminsteine haben auch schon ein glasiertes oder unglasiertes Keramikinnenrohr und/ oder eine Dämmung aus Mineralwolle integriert. Das integrierte Rohr kann dann im Querschnitt entweder quadratisch oder rund sein.

Kaminsteine für Doppelzüger (Grafik: TONA Tonwerke Schmitz GmbH)
Kaminsteine für Doppelzüger (Grafik: TONA Tonwerke Schmitz GmbH)
Anschluss des Rauchrohres (Grafik: TONA Tonwerke Schmitz GmbH)
Anschluss des Rauchrohres (Grafik: TONA Tonwerke Schmitz GmbH)
Kaminsteine für LAS-Schornsteinkopf (Grafik: TONA Tonwerke Schmitz GmbH)
Kaminsteine für LAS-Schornsteinkopf (Grafik: TONA Tonwerke Schmitz GmbH)

Preise für komplette Schornstein-Bausätze

Universell einsetzbare 2-schalige Leichtschornsteine mit Wärmedämmung sind einfach in Trockenbauweise mit Brandschutzkleber zu montieren, nehmen wenig Platz ein und können selbst bei feuchtem Abgasbetrieb schräg geführt werden. (Foto: energie-experten.org)
Universell einsetzbare 2-schalige Leichtschornsteine mit Wärmedämmung sind einfach in Trockenbauweise mit Brandschutzkleber zu montieren, nehmen wenig Platz ein und können selbst bei feuchtem Abgasbetrieb schräg geführt werden. (Foto: energie-experten.org)

Da auch heute mehrere Kaminsteine übereinander verfugt werden, um einen Schornstein in entsprechender Höhe zu ummanteln, kommt es auf deren exakte Oberflächenverarbeitung an. Je planer sie geschliffen sind, desto besser ist der dichte Verschluss möglich. Viele Anbieter von Schornsteinen haben daher Fertig-Teil-Bausätze im Angebot, die auch die zum System optimal passenden Kaminsteine umfassen.

Es macht aus zweierlei Gründen Sinn, sich solch einen Komplett-Bausatz zu kaufen: Zum einen sind die Komponenten perfekt aufeinander abgestimmt, also auch die einzelnen Kaminsteine. Zum anderen ist oft der Preis für einen Bausatz inklusive Kaminsteine attraktiver, als wenn man sich einzelne Bauteile zusammenstellt. So müssen für einen fertigen Bausatz eines einzügigen Schornsteins mit einer Höhe von 6 Metern etwa 1.600 Euro und für eine Höhe von 12 Metern rund 2.500 Euro einkalkuliert werden. Für einen zweizugigen Schornstein liegen die Preise in etwa doppelt so hoch.

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"Kaminsteine und Mantelsteine für den Schornstein" wurde am 14.03.2016 das letzte Mal aktualisiert.