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Kamintüren im Experten-Check

Was ist eine Kamintür? Aus welchen Materialien ist eine Kamintür gefertigt? Was muss beim nachträglichen Einbau einer Kamintür beachtet werden und wie geht man dazu Schritt für Schritt vor?

Kamintüren sind Wartungsklappen (Revisionsklappe oder auch Prüföffnung genannt), die den sporadischen Zugang zu dem dahinter liegenden Kaminschacht bzw. Schornstein ermöglichen, um diesen zu inspizieren, warten und reinigen. Diese Türen sind in einfachen Standardvarianten erhältlich oder lassen sich optisch auch geschickt in die Wand integrieren. In unserem folgenden Ratgeber über Kamintüren finden Sie einen Überblick über den notwendigen Funktionsumfang einer Kamintür, verschiedene Modellvarianten und den fachmännischen Einbau.

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Abgrenzung der Kamintür als Revisionstür für Schornsteine

Auch Technikklappen lassen sich mit Kamintüren realisieren, um jederzeit die Funktionsfähigkeit des Kamins überprüfen zu können. (Foto: AdK – www.kachelofenwelt.de)
Auch Technikklappen lassen sich mit Kamintüren realisieren, um jederzeit die Funktionsfähigkeit des Kamins überprüfen zu können. (Foto: AdK – www.kachelofenwelt.de)

Um Missverständnissen von vornherein vorzubeugen, klären wir zu Beginn dieses Artikels über Kamintüren darüber auf, dass dieser Begriff für zweierlei Türen im Zusammenhang mit Kaminen benutzt wird. Zum einen ist damit die Tür des Kaminofens gemeint, die aus der klassischerweise offenen Feuerstelle eine geschlossene Feuerstelle macht. Diese wird in diesem Artikel nicht behandelt.

Zum anderen heißt auch die Türvorrichtung im Schornstein Kamintür, durch die hindurch der Schornsteinfeger, Schlotfeger beziehungsweise Kaminfeger den Schornstein kontrolliert und reinigt. Denn das Wort Kamin gilt auch als Synonym für Schornstein. Mitunter werden diese Kamintüren für den Schornstein auch unter der Bezeichnung Putztüren oder Rußschutztüren gehandelt. Und um diese geht es im Folgenden.

Anforderungen an Kamintüren für Schornsteine

Eine Kamintür, die direkten Zugriff in den Schornstein gewährt, muss hohen Belastungen genügen. Vor allem muss sie feuerfest sein, denn je nach Feuerstelle ist die abziehende Luft (Rauch) unterschiedlich heiß. Deshalb sind solche Kamintüren aus feuerfesten Materialien wie Edelstahl oder verzinktem Stahl beziehungsweise Stahlblech, die gemäß der europäischen Norm DIN EN 1856-1 gefertigt und zugelassen sind.

Im Fachjargon heißt es, dass solche Kamintüren rußbrandbeständig sind. Sie halten Temperaturen von bis zu mehreren Hundert Grad Celsius Stand. Beim Kauf sollte man auf CE-zertifizierte Kamintüren achten. Auch das TÜV-Siegel bezeugt hier Qualität. Wichtig ist auch der Hinweis, dass die Kamintür vom Institut für Bautechnik zugelassen und geprüft wurde. Eine Prägung gibt darüber Auskunft.

Funktions- und Lieferumfang moderner Rußschutztüren

Moderne Rußschutztüren bzw. Putztüren können selbst in Schornsteinabschnitte in Wohnräumen eingebaut werden. Sie sind oft in entsprechenden RAL-Farben lieferbar. Verschlossen wird eine solche Kamintür meist mit einem Vierkantverschluss, mitunter auch mit zweien davon. Der entsprechende Vierkantschlüssel (häufig aus Kunststoff) ist entweder im Lieferumfang enthalten oder als extra Zubehör zu erwerben. Als Alternative zum Vierkantverschluss lässt sich eine Kamintür auch per Hebelverschluss öffnen und schließen.

Beim Kauf einer Kamintür für den Schornstein muss man darauf achten, dass für jedes Modell zweierlei Maß angegeben wird:

  • Einerseits das Außenmaß, das für den Einbau der Tür besonders wichtig ist. Das deshalb auch Einbaumaß genannte Maß variiert zwischen 10 mal 24 Zentimetern bis 50 mal 60 Zentimetern.
  • Andererseits das Innenmaß (die lichte Weite), das für den Schornsteinfeger besonders interessant ist.

Viele Modelle solcher Kamintüren für den Schornstein lassen sich wahlweise nach links oder rechts öffnend montieren. Man kann den Anschlag also links oder rechts einsetzen. Damit der Schornsteinfeger den Schornstein beziehungsweise Kamin komfortabel inspizieren und reinigen kann, lassen sich die meisten Kamintüren bequem aus den Angeln heben und ebenso wieder einsetzen.

Manche Kamintür für den Schornstein wird auch mit einem integrierten Schacht geliefert. Sie lässt sich so besonders leicht in die Schornsteinwange einmauern. Schornsteinwangen nennt man die äußeren Wände von Schornsteinen. Alternativ kann man den „Schacht“ auch als Extra erwerben: Er wird dann oft als „Putztürverlängerung“ gehandelt.

Eine besondere Form solcher Kamintüren zum Einbau in die Schornsteinwand sind Modelle mit Lüftungsgitter. Sie gewährleisten die Belüftung der Schornsteinanlage.

Wer gerne eine nicht ansehnliche Kamintür im Wohnraum überdecken möchte, für den eignen sich spezielle Kamintür-Überdeckungen bzw. Abdeckungen aus Edelstahl oder mit z. B. einem Tipphebelsystem und einer verdeckten Scharniertechnik, sodass nur eine eben Fläche in der Wand zu sehen ist. Zudem können so auch die verschiedensten Wandbeplankungen wie Putz, Fliesen oder Naturstein aufgenommen und optisch unauffällig fortgeführt werden.

Einbau einer Kamintür in die Schornsteinwand

Der nachträgliche Einbau einer Kamintür in die Schornsteinwand nimmt eine bis zwei Arbeitsstunden in Anspruch. Dabei ist zu beachten, dass Durchbrüche immer mit nicht brennbaren Materialien mit geringer Wärmeleitfähigkeit zu verschließen sind Abstände zu brennbaren Baustoffen mindestens 50 mm betragen. Dabei ist die FeuVO des jeweiligen Bundeslandes zu beachten.

Beim Einbau selbst sind die folgenden Schritte zu absolvieren:

  • Als Erstes muss man die Stelle ermitteln, an der die Kamintür in die Wand eingebaut werden soll. Ist die gefunden – im Zweifelsfall sollte man hierfür immer den Rat eines Experten hinzuziehen – kann man mit Hilfe der einzubauenden Kamintür und einem Bleistift die Konturen für die entsprechend große Öffnung anreißen. Wichtig: Der Rahmen der Kamintür muss die Öffnung überdecken.
  • Dann wird die angerissene Öffnung ausgestemmt. Nachdem man eine kleine Bohrung vorgenommen hat, ist das Ausstemmen mit Hammer und Meißel entsprechend einfacher.
  • Als Nächstes wird der Rahmen der Kamintür eingepasst. Etwaige Fugen müssen abgedichtet werden. Das macht man mit handelsüblichem Putz oder Mauermörtel. Auch sogenannter Schnellzement ist dazu gut geeignet. Beim Anrühren desselben sollten die Anweisungen der Hersteller genauestens befolgt werden, um die optimale Konsistenz des Putzes / Mörtels zu erzielen. Experten raten, dass er sämig sein sollte.
  • Den Mörtel / Putz nimmt man anschließend reichlich auf die Hand, um damit die Innenseite des Rahmens einzuschmieren, so dass auch die Haltekrampen leicht verdeckt sind. Solange der Mörtel / Putz noch nicht fest ist, ist Gelegenheit, die Kamintür perfekt auszurichten. Dabei hilft einem eine Wasserwaage. Dann muss man den Mörtel glatt schmieren. Das geht mit Hilfe eines Schwamms.
  • Manche Kamintür kann schließlich mit Stahlschrauben noch zusätzlich verschraubt werden. Bevor die zum Einbau ausgehängte Kamintür wieder in ihren Türrahmen eingehängt wird, sollte der Mörtel / Putz gut ausgehärtet sein.

Einfacher als der nachträgliche Einbau einer Kamintür ist das Auswechseln einer Kamintür, die aus Altersgründen ausgetauscht werden muss. Meist macht einen der Schornsteinfeger darauf aufmerksam, dass ein Wechsel der alten Kamintür nötig ist. Dann bestellt man die entsprechende Kamintür und setzt sie in die bereits vorhandene Öffnung wie oben gezeigt ein.

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"Kamintüren im Experten-Check" wurde am 14.03.2016 das letzte Mal aktualisiert.