Letzte Aktualisierung: 19.10.2020

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Funktion, Technik und Preise moderner Elektrokamine im Expertencheck

Wie funktioniert ein Elektrokamin? Wo lohnt sich sein Einsatz, wo nicht? Was muss beim Betrieb eines Elektrokamins beachtet werden und wie viel Strom verbraucht er? Was kosten gängige Elektrokamine?

Ein Elektrokamin ist eine mit elektrischem Strom (Elektrizität) betriebene Heizung, also eine elektrische Heizung bzw. Stromheizung. Sie wird auch als Widerstandsheizung bezeichnet, da der sogenannte Heizwiderstand Strom in Wärme umwandelt. Wir erklären in diesem Artikel alles Wissenswerte zu Elektrokaminen, darunter Aufbau und Funktionsprinzip sowie Einsatzzweck der elektrischen Heizkamine. Sie erfahren zudem, wann der Einsatz eines Elektrokamins sich lohnt und wann nicht, wie viel Strom er verbraucht und welche Kosten damit auf Sie zukommen. Schließlich geht es auch um Preise von Elektrokaminen.

Funktionsweise von Elektrokaminen als Neben- oder Hauptheizung

Die Geschichte des Elektrokamins ist nahezu 100 Jahre alt: 1917 ließ Berry sich in Großbritannien den ersten Elektrokamin patentieren, der als Berry Magicoal den britischen und US-amerikanischen Markt eroberte. Erst viele Jahre später kam 1966 der Elektrokamin auf den deutschen Markt.

Der Elektrokamin zieht ständig kalte Luft aus dem Raum, erwärmt sie und verdrängt mit der heißen Luft, die nach thermischen Gesetzen nach oben steigt, kalte Luft. Als Heizelemente dienen dem Elektrokamin sogenannte Ohmsche Widerstände. Leistungstechnisch liegen Elektrokamine zwischen 1.000 und 3.000 Watt (meist wahlweise schaltbar in zwei Heizstufen). Sie werden mittels eines Festanschlusses - ähnlich wie ein elektrischer Küchenherd – via Schukostecker an eine Steckdose (Spannung 230 Volt 50 Hertz) angeschlossen.

Man kann den Elektrokamin also betreiben, ohne dass dafür bauliche Maßnahmen und daraus resultierende Veränderungen im zu beheizenden Raum vorgenommen werden müssen. Er braucht prinzipbedingt keine Verbindung zu einem Schornstein, da er keine Brennstoffe verbrennt, die schädliche Abgase produzieren, die abgeführt werden müssen. Deshalb wird der Elektrokamin häufig als „saubere Sache“ beschrieben, da keine direkten Emissionen aus dem Betrieb resultieren.

Der Elektrokamin kann als zusätzliche Heizung neben einer herkömmlichen Heizung eingesetzt werden, um deren Leistung zu ergänzen. Zum Beispiel macht sein Betrieb dann Sinn, wenn im Sommer die zentrale Heizungsanlage des Haushaltes (noch) aus ist und nur ein Raum spontan beheizt werden soll, weil es außergewöhnlich kühl ist. Traditionell wird ein Elektrokamin als Übergangsheizung verwendet.

Ebenso kann der Elektrokamin als Hauptheizung zum Einsatz kommen. Dank energetischer Standards ist er nicht nur als klassische Vollheizung in einem Ferienhaus einsetzbar, sondern längst im regulär bewohnten Haushalt. Es gibt auch Elektrokamine, die nur die Feueroptik liefern, ohne eine Heizleistung zu erbringen.

Die Wärme, die der Elektrokamin einem bringt, ist zu einem geringen Anteil Strahlungswärme, zu einem Großteil Konvektionswärme. Anders als die vom Menschen als angenehm empfundene Strahlungswärme ist Konvektionswärme eher unangenehm. Sie sorgt prinzipbedingt für Luftverwirbelung und damit auch teilweise für Staubaufwirbelungen, was insbesondere Allergiker zu schaffen machen kann. Zudem ist sie Verursacher des unangenehmen Heizeffektes „heißer Kopf, kalte Füße“.

Typischer Aufbau und Kamin-Arten

Gängige Elektrokamine sind nach dem sogenannten Kastenprinzip aufgebaut. Sie bestehen aus: 

  • der Gestellform
  • der Rahmeneinheit mit Zierornamenten
  • der Kacheleinheit
  • dem Heizmodul
  • dem elektrischen Feuer

Man unterscheidet Elektrokamine, in: 

  • freistehende Elektrokamine, die wie ein Kaminofen allein und frei aufgestellt werden können,
  • elektrische Eckkamine, die in Ecken platziert werden können,
  • elektrische Einbaukamine, die als Einsatz in einen vorhandenen klassischen, stillgelegten Kamin einbaubar sind
  • und in elektrische Wandkamine, die in flacher Form wie ein Bild an der Wand installierbar sind.

Als spezielle Variante des Elektrokamins unterscheidet man die Elektrokamine in Modelle mit und ohne extra Gebläse zum Verteilen der Wärme im Raum. Solch ein Gebläse beschleunigt die natürliche Verteilung der Wärme über Konvektionsmechanismen, in dem ein Ventilator den Raum quasi zwangsbelüftet. Der Ventilator wird mit Strom betrieben und kann im Betrieb zu leichten Strömungsgeräuschen führen, die jedoch kaum wahrnehmbar sind.

Experten-Tipp: Teilweise sind Besitzer von Holzkaminen verpflichtet, ihre vor 1975 gekauften Geräte entweder stillzulegen oder kostspielig mit Rußfiltern auszustatten. Wer nicht auf ein Kaminfeuer verzichten will, aber die Kosten für eine Umrüstung zu hoch sind, für den ist der Umstieg auf ein elektrisches Kaminfeuer zu empfehlen.

Verstärkung des Kamin-Gefühls durch optische Effekte

Ein Elektrokamin bringt seinem Betreiber neben der Wärme die optischen Effekte eines Feuers in den Raum – ohne dessen störende Nebenwirkungen wie schadstoffbelasteter Rauch, Funkenflug und Asche. Während ältere Modelle das dekorative Flammenspiel mit Hilfe von Wärme, einem Lüfterrad und Spiegeln erzeugten, ist es bei modernen Elektrokaminen das Ergebnis einer speziellen Spiegeltechnik, die von Niedervoltmotoren angetrieben wird und mit einer energiesparenden Beleuchtungseinheit kombiniert (LED) ist.

Die Intensität der Flammen ist bei modernen Elektrokaminen per Fernsteuerung (Fernbedienung) regulierbar. Das Flammenspiel wird ergänzt mit einer Geräuschkulisse, die das Prasseln, Knacken und Knistern eines echten Feuers nachahmt sowie mit Rauch, der mit Hilfe von Wasserdampf erzeugt wird. Die Effekte Flammenspiel, Feuergeräusche und Rauch machen den modernen Elektrokamin so beliebt, denn sie sind inzwischen kaum mehr von einem echten Kaminfeuer zu unterscheiden.

Als Feuer-Simulationstechniken kommen häufig diese zur Anwendung: 

  • Opti-Myst-Technologie (täuschend echtes 3-D-Feuer dank detailgetreuer Verkleidung und Holzscheiten aus Kunststoff, Lichtspots, Ultraschall und Wasserdampf)
  • Opti-Flame-Technologie (detailgetreues Diorama, prismatisch-rotierender Spiegel und ausgeklügelte LED-Technik)
  • Opti-Virtual-Technologie (optische Täuschung mit Siegel und halbdurchsichtiger Scheibe á la Hollywood)

Dass die Simulation eines echten Feuers den Elektrokaminen allerdings nicht zu 100 Prozent gelingt, wird ihnen oft als Nachteil angekreidet. Als nachteilig gilt auch der Stromverbrauch, den die Modelle verursachen.

Stromverbrauch und Kosten / Preis eines Elektrokamins

Die Hersteller moderner Elektrokamine kommen dem Anspruch an Energieeffizienz nach und bringen inzwischen Geräte auf den Markt, die deutlich energiesparender heizen als holzbefeuerte echte Kamine.

E-Kamine, die nur dem schönen Feuerschein dienen verbrauchen für 200 Stunden prasselndes Feuer gerade mal Strom im Wert von 1,50 Euro. Auf die Betriebskosten kann man - wenn man es ganz genau nehmen möchte - noch einmal durchschnittlich gut 10 Euro für die Wartung des Gerätes hinzurechnen.

Elektrische Heizkamine verursachen selbstverständlich höhere Betriebskosten, da sie aus Strom Wärme machen. Die anfallenden Stromkosten kann man aber bei den Heizkosten sparen. Wer Strom aus erneuerbaren Energiequellen wie Solarstrom nutzt, den er mit einer Solaranlage selbst produziert uns verbraucht, kann die größte Ersparnis erzielen.

Je nach Leistung des Elektrokamins liegt der Stromverbrauch für die damit erzeugte Wärme in unterschiedlicher Höhe. Man kann für eine behagliche Wärme mit Anschaffungspreisen für Elektrokamine zwischen 500 und 3.000 Euro rechnen, wobei ganz billige Modelle auch schon für unter 100 Euro zu haben sind. 200 Stunden Wärme kosten gut 100 Euro Stromverbrauch und etwa eben so viel kostet der Betrieb des elektrischen Kamins.

Experten-Tipp: Moderne elektrischen Kamine und Öfen lassen sich heute bequem per Knopfdruck oder Smartphone-App steuern. Sensoren helfen zusätzlich dabei, dass z. B. während des Lüftens die Heizleistung gedrosselt wird. So lässt sich der Betrieb des Elektro-Feuers deutlich effizienter gestalten.

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