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Welche Förderungen gibt es für eine Pelletheizung?

Wie fördert der Staat Pelletheizungen? Mit welchen Zuschüssen kann man rechnen? Welche Pellet-Heizungsanlagen werden gefördert? Wer kann die Fördergelder beantragen?

Wer heute in eine Holz- und Pelletheizung investiert, bekommt dafür vom Staat Zuschüsse. Im Rahmen des Marktanreizprogramms für Erneuerbare Energien im Wärmemarkt (MAP) und seit 2016 bis 2018 auch im Rahmen des Anreizprogramms Energieeffizienz (APEE) setzt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) mit Investitionszuschüssen für die Installation von Holzheizungen mit 5 bis 100 Kilowatt (kW) Leistung verschiedene Fördermaßnahmen um.

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Wer klimafreundlich und komfortabel mit Holzpellets heizen möchte, wird vom Staat finanziell unterstützt. Über das Marktanreizprogramm (MAP) erhält man für eine neue Pelletheizung mit Pufferspeicher mindestens 3.500 Euro beim Heizungstausch. Mit dem APEE-Zusatzbonus sind es sogar mindestens 4.800 Euro. Den Durchblick über die vielfältigen Fördermöglichkeiten zu behalten, ist jedoch schwer. Welche Förderung gilt im Neubau, welche im Bestand? Wann muss der Förderantrag gestellt werden? Wie hoch ist die Fördersumme? Gibt es zusätzliche Programme in meinem Bundesland oder in meiner Kommune?

Das sollten Sie grundsätzlich zur Förderung von Pelletheizungsanlagen wissen

Bevor wir Ihnen in unserem großen Ratgeber zur Förderung von Pelletheizungen die einzelnen Fördermaßnahmen genau vorstellen, machen wir Sie mit den allgemeinen Grundsätzen der staatlichen MAP-Förderung bekannt.

Wer ist berechtigt, die MAP-Förderung zu beantragen?

Privatpersonen, Freiberufler, Kommunen, kommunale Gebietskörperschaften und kommunale Zweckverbände, Unternehmen und sonstige juristische Personen des Privatrechts, insbesondere gemeinnützige Organisationen oder Genossenschaften sind berechtigt, Fördermaßnahmen des MAP zu beantragen, während der Bund und die Bundesländer mit ihren Einrichtungen sowie die Produzenten förderfähiger Anlagen oder zugehöriger Hauptkomponenten nicht berechtigt sind, Förderanträge zu stellen.

Was muss man zur Antragstellung wissen?

Der Förderantrag muss in der Regel innerhalb von neun Monaten nach Inbetriebnahme der zu fördernden Pelletheizung beim BAfA eingereicht werden (sogenanntes einstufiges Verfahren). Zum Antrag gehören folgende Unterlagen: 

  • Förderantrag (mit Originalunterschrift)
  • detaillierte und vollständige Rechnung
  • Bescheinigung über das Ergebnis der Überprüfung, Messung und Beratung für eine Feuerungsanlage für feste Brennstoffe nach Erste Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes“
  • bei nicht-messpflichtigen Pelletkaminöfen: Bestätigung, dass der Schornsteinfeger festgestellt hat, dass keine Messpflicht besteht (Feuerstättenbescheid)
  • Bescheinigung über die Tauglichkeit und die sichere Benutzbarkeit der Abgasanlage“

Für einzelne Förderungen können extra Nachweise wie die Fachunternehmererklärung aus dem Antragsformular erforderlich sein.

Expertenwissen: Unternehmen und Freiberufler müssen die Förderanträge vor Kauf der Pelletheizung stellen, das heißt, vor Abschluss von Lieferungs- oder Leistungsvertrag (sogenanntes zweistufiges Verfahren). Dazu müssen die direkt geforderten Nachweise beigefügt werden. Den Verwendungsnachweis müssen die Unternehmen und Freiberufler nach Inbetriebnahme und vor Ablauf der im Bewilligungsbescheid genannten Frist unter Vorlage der beim einstufigen Verfahren aufgelisteten Unterlagen einreichen. Ist der Antrag beim BAfA eingegangen, darf ein Lieferungs- oder Leistungsvertrag abgeschlossen werden. Sie müssen nicht auf den Bewilligungsbescheid warten, sondern können sofort mit dem Vorhaben starten.

Welche Anlagen sind förderfähig?

Die nachfolgend genannten Pelletfeuerungsanlagen von 5 bis 100 kW sind im BAfA-Teil des MAP förderfähig:

Expertenwissen: Bei der Anschaffung eines Kombinationskessels bekommen Sie seit dem 1. Januar 2017 einerseits die Förderung für den Pelletkessel mit Pufferspeicher und anderseits auch die Förderung für den Scheitholzkessel.

Soll eine Anlage mit Pufferspeicher gefördert werden, variiert die förderfähige Größe des Pufferspeichervolumens in Abhängigkeit von der Nennleistung und der Art des Kesseltyps:

  • Pelletkessel: Pufferspeichervolumen von mindestens 30 Liter je kW Nennwärmeleistung
  • Stückholz- und Kombikessel: Pufferspeichervolumen von 55 Liter je kW

Gut zu wissen: Für Pelletkaminöfen ohne Wassertasche (Warmluftgeräte) gibt’s keine MAP-Förderung. Und auch die Anschaffung gebrauchter Anlagen wird nicht bezuschusst.

Pelletheizungsanlagen bis 100 kW in Neubauten fördert der Staat nur dann, wenn die Anlagen nach dem Brennwertprinzip arbeiten oder mit Staubfiltern ausgerüstet sind (siehe unten: Innovationsförderung). Andernfalls beschränkt sich die Förderung auf Anlagen, in denen zur Inbetriebnahme schon länger als 24 Monate ein anderes Heizungs- beziehungsweise Kühlsystem installiert ist.

Förderbedingungen für Pelletheizungen bis 1 MW:

  • Staubausstoß: maximal 20 Milligramm pro Kubikmeter (mg/m3)
  • Kohlenmonoxid-Ausstoß: maximal 200 mg/m3
  • hydraulischer Abgleich der Heizungsanlage
  • Kesselwirkungsgrad von Anlagen bis 100 kW: mindestens 89 Prozent (bei Pelletkaminöfen mit Wassertasche mindestens 90 Prozent)

Mit welchen anderen Förderungen lässt sich die MAP-Förderung kumulieren („verstärken“)?

Das Kumulieren der MAP-Förderung mit anderen öffentlichen Förderungen ist zulässig, wenn das zugrunde liegende Recht nichts Gegenteiliges festschreibt. So lassen sich beispielswiese MAP-Förderantrag und der Antrag auf Auszahlung des Zusatzbonus des Anreizprogramms Energieeffizienz (APEE) kumulieren, wenn Sie die Heizung getauscht haben.

Kann man die MAP-Förderung auch mit anderen Fördermaßnahmen kombinieren?

Mit den beiden nachfolgend aufgelisteten KfW-Förderprogrammen können Sie eine MAP-Förderung kombinieren:

  • „Energieeffizient Bauen“ (Programmnummer 153) und
  • „Energieeffizient Sanieren – Ergänzungskredit“ (Programmnummer 167).

Nur wenn Ihre neue Holzheizung nicht von der KfW finanziert wird, können Sie auch noch andere KfW-Programme mit dem MAP kombinieren.

Es gilt grundsätzlich, dass bei Fördermaßnahmen im BAfA-Teil die Gesamtförderung höchstens das Doppelte der MAP-Förderung betragen darf.

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Fördermaßnahmen für Pelletheizungen des MAP im Überblick

Im Folgenden stellen wir Ihnen die einzelnen Fördermaßnahmen des Marktanreizprogramms für Pelletheizungen genauer vor:

Die MAP-Basisförderung

Als sogenannte Basisförderung bekommen Sie für Holz- und Pelletfeuerungen im Gebäudebestand 80 Euro pro kW. Kleine Anlagen, die typisch für den Einsatz in Einfamilienhäusern sind, werden im Rahmen einer Mindest-Basisförderung gefördert. Je nachdem, welchen Anlagentyp Sie sich anschaffen, erhöht sich die Basisförderung ab etwa 40 kW.

Tabelle 1: Basisförderung für Holzfeuerungen von 5 bis 100 kW (Stand: April 2017)
Pelletheizung Basisförderung Mindestgröße Pufferspeicher
Pelletkaminofen mit Wassertasche 80€/kW (mind. 2.000€) -
Pelletkessel ohne Pufferspeicher 80€/kW (mind. 3.000€) -
Pelletkessel mit Pufferspeicher 80€/kW (mind. 3.500€) 30 l/kW
Kombikessel (Pellet/ Scheitholz) ohne Pufferspeicher 80€/kW + 2.000€(mind. 5.000€) 55 l/kw*
Kombikessel (Pellet/ Scheitholz) mit Pufferspeicher 80€/kW + 2.000€(mind. 5.500€) 55 l/kw*
Kombikessel (Hackschnitzel/ Scheitholz) 5.500 € 55 l/kw*
Scheitholzkessel 2.000 € 55 l/kw*
Hackschnitzelkessel 3.500 € 30 l/kW*

* Der Pufferspeicher muss ggf. vorhanden sein, aber nicht neu installiert werden.

Die MAP-Innovationsförderung

Holz- und Pelletheizungen mit Brennwerttechnik und/oder Staubfilter bis 100 kW lassen sich über die Innovationsförderung bezuschussen. Handelt es sich um Kombikessel, wird die Innovationsförderung für den einen Anlagenteil gezahlt, während der andere gegebenenfalls über die Basisförderung gefördert wird. Darüber hinaus bezuschusst die Innovationsförderung auch Anlagen, die Prozesswärme bereitstellen. Und fürs Nachrüsten von Brennwerttechnik oder Staubfilter in Bestands-Pelletheizungen gibt‘s je 750 Euro.

Tabelle 2: Innovationsförderung für Pelletfeuerungen von 5 bis 100 kW (Stand: April 2017)
In Bestandsgebäuden Pelletkaminofen mit Wassertasche (nur mit Partikelfilter) 80€/kW (mind. 3.000€)
Pelletkessel ohne neuen Pufferspeicher 80€/kW (mind. 4.500€)
Pelletkessel mit neuem Pufferspeicher 80€/kW (mind. 5.250€)
In Neubauten Pelletkaminofen mit Wassertasche (nur mit Partikelfilter) 2.000 €
Pelletkessel ohne neuen Pufferspeicher 3.000 €
Pelletkessel mit neuem Pufferspeicher 3.500 €
Nachrüstung alle Holzfeuerungen, die als Neuanlage förderfähig wären je 750€

Expertenwissen: Über die Innovationsförderung für Brennwerttechnik und Staubfilter können Sie auch Pelletheizungen und Kombikessel im Neubau bezuschussen, wobei es im Neubau keine extra Basisförderung für den zweiten Anlagenteil gibt.

Tabelle 3: Innovationsförderung für Scheitholz- und Hackschnitzelkessel 5 bis 100 kW (Stand: April 2017)
Standort Anlagentyp mit Brennwerttechnik mit Staubfilter
In Bestandsgebäuden Scheitholzkessel ohne neuen Pufferspeicher 4.500 € 3.000 €
Scheitholzkessel mit neuem Pufferspeicher 5.250 € 3.000 €
Hackschnitzelkessel ohne neuen Pufferspeicher 4.500 € 5.250 €
Hackschnitzelkessel mit neuem Pufferspeicher 5.250 € 5.250 €
In Neubauten Scheitholzkessel ohne neuen Pufferspeicher 3.000 € 2.000 €
Scheitholzkessel mit neuem Pufferspeicher 3.500 € 2.000 €
Hackschnitzelkessel ohne neuen Pufferspeicher 3.000 € 3.500 €
Hackschnitzelkessel mit neuem Pufferspeicher 3.500 € 3.500 €
Nachrüstung alle Holzfeuerungen, die als Neuanlage förderfähig wären je 750 € je 750 €

Dazu müssen Sie auch noch wissen, dass Sie für den Betrieb einer Pelletheizung meist keinen Staubfilter brauchen. Eine regelmäßig gewartete Anlage, mit der sie qualitativ hochwertige Pellets (Güteklasse: A1) verfeuern, hält die gültigen strengen Grenzwerte für Staub und Kohlenmonoxid auch ohne Filter ein. Staubfilter brauchen Sie dagegen eher bei Hackschnitzelkesseln, die auch MAP-förderfähig sind.

Tabelle 4: Innovationsförderung für Prozesswärme (Stand: April 2017)
Fördefähige Pelletheizungen zur überwiegenden Bereitstellung von Prozesswärme Förderung von bis zu 30% der Nettoinvestitionskosten Maximal 40.000€ an förderfähigen Nettoinvestitionskosten

Die MAP-Zusatzförderung

Zu den Maßnahmen von Basis- und Innovationsförderung für Pelletheizungen mit Brennwerttechnik oder Staubfilter kommen mehrere Zusatzförderungen, darunter: 

  • die zusätzlich Förderung für einzelne Maßnahmen zum Optimieren der Heizungsanlage: Anhang 1 der Förderrichtlinien umfasst mehrere erforderliche oder sinnvolle Begleitinvestitionen bei der Heizungsmodernisierung in bestehenden Gebäuden, die es – gleichwohl niedriger dotiert - übrigens auch fürs Nachrüsten schon geförderter und vor drei bis sieben Jahren in Betrieb gegangener Anlagen gibt.
  • der Kombi-Bonus für die Kombination von Pelletheizung mit förderfähiger Solarthermie-Anlage / Wärmepumpe oder beim Anschließen der Anlage an ein Wärmenetz
  • der Gebäudeeffizienzbonus für energieeffiziente Wohngebäude im Gebäudebestand (KfW-Effizienzhaus 55)

Die genannten Zusatzförderungen können Sie im Gebäudebestand mit Maßnahmen der Basis- oder der Innovationsförderung beliebig kombinieren. Allerdings gibt es den Gebäudeeffizienzbonus nur für Wohngebäude. Und für Maßnahmen zur Innovationsförderung im Neubau können Sie nur Kombinationsboni beantragen. Mit Zusatzförderung können Sie auch nicht bei der Innovationsförderung für Prozesswärme und fürs Nachrüsten von Brennwerttechnik oder Staubfiltern rechnen.

Tabelle 5: Zusatzförderungen im Überblick (Stand: April 2017)
Einzelmaßnahmen zur Optimierung der Heizungsanlage Bei Neuanlagen im Gebäudebestand: 10% der förderfähigen Investitionssumme, max. 50% der Basisförderung / Bei Nachrüstung einer bereits geförderten und vor 3 bis 7 Jahren in Betrieb genommenen Anlage: 100 bis 200 € Z. B. Ausbau und Entsorgung des alten Öltanks, Errichtung Pelletvorratsbehälter, Einbau hocheffizienter Zirkulationspumpen, Schornsteinerneuerung, Pufferspeichereinbau bei Pelletkaminöfen
Kombinationsbonus 500 € Bei Einbau einer Pelletheizung in Verbindung mit einer Solarthermieanlage oder einer Wärmepumpe oder beim Anschluss der Pelletheizung an ein Wärmenetz
Gebäudeeffizienzbonus 50% der Basis- bzw. Innovationsförderung Bei Einbau in Wohngebäude des Gebäudebestands mit besonders niedrigem Primärenergiebedarf (min. KfW-Effizienzhaus 55)

Förderfähige Einzelmaßnahmen zur Heizungsoptimierung

Folgende Einzelmaßnahmen zur Heizungsoptimierung sind unter anderem förderfähig: 

  • Ausbauen und Entsorgen von Gas-/Öltank und Wiederherstellen der Außenanlagen bei Erdtanks
  • Ausbauen und Entsorgen einer Altheizung
  • Einbauen zusätzlicher Wärmetauscher, um Niedertemperaturkessel zu Brennwertkessel aufzurüsten (inklusive nötiger Schornsteinanpassungen)
  • Einbauen hocheffizienter Zirkulationspumpe
  • Erneuern des Schornsteins oder Erstellen von Steigsträngen (inklusive Verkleiden)
  • Einrichten oder Neubauten eines Heizraums / Bevorratungsbehälters für Biomasse (Holz / Holzpellets)
  • Baumaßnahmen am Heiz- und Kesselraum
  • Bei Pelletkaminöfen: Ersetzen und Einbauen von Pufferspeichern

Im Rahmen des Optimierens bestehender Heizungsanlagen sind außerdem förderfähig:

  • das Durchführen des hydraulischen Abgleichs oder
  • das Umsetzen von Verbesserungen der Energieeffizienz am gesamten Heizsystem

Expertenwissen: Um den Gebäudeeffizienzbonus zu erhalten, muss die Holzheizung in einem besonders energieeffizienten Haus installiert werden. Es gilt, dass zumindest die Anforderungen ans KfW-Effizienzhaus 55 erfüllt werden. Weil dieser energetische Standard im Gebäudebestand nur sehr schwer zu erzielen ist, wird der Gebäudeeffizienzbonus nur selten tatsächlich aktiviert.

Förderfähige Visualisierungsmaßnahmen

Nicht nur die Heizungsanlagen selbst werden staatlich gefördert, sondern insbesondere bei Holzheizungen und Solaranlagen auch sogenannte Visualisierungsmaßnahmen. Diese müssen der Visualisierung des Ertrags der Anlage und / oder eine Veranschaulichung der ihr zugrunde liegenden Technologie dienen. Das kann mit entsprechenden elektronischen Anzeigetafeln in allgemein zugänglichen Räumen, darunter Berufsschulen, Technikerschulen, Berufsbildungszentren, überbetriebliche Ausbildungsstätten bei den Kammern, allgemeinbildende Schulen, Fachhochschulen, Universitäten sowie öffentliche Einrichtungen der Kommunen oder gemeinnütziger Träger oder Kirchen, erreicht werden. Die Förderung beträgt pauschal 2.400 Euro.

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"Aktuelle Pelletheizung-Förderungen im Überblick" wurde am 31.05.2017 das letzte Mal aktualisiert.