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Pelletbunker im Eigenbau und Bunker als Baukasten

Wann lohnt sich ein Pelletbunker? Was ist beim Bau von Pelletbunkern zu beachten? Welche Vorteile bieten Bunker als Baukastensystem?

Maßgeschneiderte Pelletbunker sind individuelle Pelletlager. Im Gegensatz zum Pelletlagerraum kann ein Pelletbunker auch nur in Raumteilen errichtet werden. Individual- Lager bieten den Vorteil, vorhandenen Platz etwa im Keller, in Nebenräumen oder ungenutzten größeren Ecken und Nischen praktisch nutzbar zu machen.

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Pelletbunker als maßgeschneiderte Lagerlösung

Schematischer Aufbau einer ÖkoFEN-Pelletheizzentrale mit angeschlossenem Pelletbunker in Holzbauweise. (Grafik: ÖkoFEN)
Schematischer Aufbau einer ÖkoFEN-Pelletheizzentrale mit angeschlossenem Pelletbunker in Holzbauweise. (Grafik: ÖkoFEN)

Bei der Planung einer Pelletheizung spielt die Frage der Vorratshaltung eine zentrale Rolle. Optimalerweise bietet ein Pelletlager seinen Besitzern Raum, um den gesamten Jahresbedarf an Pellets vorhalten zu können. Unterschiedliche Gegebenheiten stellen aber oft Herausforderungen an die Errichtung als solches.

Während für einen Neubau Pelletreservoirs einfach an geeigneter Stelle eingeplant werden können, stellt sich bei Sanierungen im Altbau häufiger die Frage, wo der ideale Lagerplatz für Pellets Platz findet und nachträglich eingerichtet werden kann.

Bei Raummangel, wenn also kein separater Raum als Pelletlager zur Verfügung steht, kann neben einem Sacksilo, Pellettank oder einem Erdtank auch ein maßgeschneiderter Pelletbunker die passende Lösung sein.

Geeigneter Errichtungsort für individuelle Pelletbunker

Als Errichtungsort kann eventuell ein geeigneter Teil vom Heizraum abgetrennt werden, um Platz für einen maßgeschneiderten Pelletbunker zu schaffen. Kellerräume werden häufig für die Pellets-Bevorratung genutzt. Alternativ können Bunker für Pellets können aber auch

  • unter der Erde,
  • auf Dachböden,
  • in Garagen,
  • größeren Ecken und Nischen

in Eigenbauweise aus Holz oder Blech selber eingerichtet werden.

Besondere Anforderungen beim Pelletbunker aus Holz

Im Rahmen der Anlagenplanung ist zu prüfen, ob sich der gewählte Ort als Platz für einen Pelletbunker überhaupt eignet. Neben den allgemeinen Anforderungen an Pelletlager wie etwa der:

  • Zugänglichkeit für das Silofahrzeug (bis 30 Meter Distanz sind i. d. R. Überbrückbar)
  • freier Arbeitsraum um die Befüllkupplung herum (ca. 40cm)
  • gute Erreichbarkeit von Befüll- und Absaugeinheiten
  • Stromversorgung und ausreichender Platz für Kompressor (Absaugung der Förderluft)

können für die Individual-Lager weitere Anforderungen entstehen.

Trockene und stabile Wände

Optimale Voraussetzungen für Pelletbunker bieten trockene Wände, die dem Gewicht der Pellets und den Druckschwankungen bei der Befüllung standhalten. Statische und sicherheitstechnische Anforderungen für Pelletlager lassen sich häufig anhand einfacher Baumaßnahmen umsetzen, um den vorhandenen Raum als Basis für den neuen Pelletbunker nutzbar zu machen. Bei größeren Bunkern kann es zudem sinnvoll sein, einen Fachmann für Statik und Brandschutz bei der Planung hinzuzuziehen.

Frei von Leitungen und Lampen

Der vorgesehene Bunkerplatz sollte frei von Versorgungsleitungen sein. Falls nicht anders möglich, sind die Leitungen staubdicht zu verkleiden, falls der Pelletbunker nicht ohnehin mit einer Deckenkonstruktion verschlossen wird. In Pelletbunkern werden keine fest installierten Lampen benötigt, außerdem sollten Pelletlager grundsätzlich frei von Elektroinstallationen wie Schaltern, Licht, Verteilerdosen etc. sein. Die Füllstandskontrolle erfolgt meist über eingebaute Bullaugen oder sonstige Sichtfenstern und kann bei Bedarf durch mobile Lichtquellen ausgeleuchtet werden.

Größe des Pelletbunkers berechnen

Pelletbunker berechnen sich größenmäßig nach den Anforderungen, die sich aus dem jeweiligen Wärmebedarf ergeben. Zur Größenberechnung eines Pelletbunkers können folgende Rechengrößen zur Abschätzung des Bunkervolumens zugrunde gelegt werden:

  • 1 kW Heizlast benötigt rund 0,9 m³ Bunkerraum
  • Nutzbarer Bunkerraum = 2/3 des Lagerraum inkl. Leerraum
  • 1 m³ Pellets entspricht rund 650 kg

Beispielrechnung für die Größe des Lagerraums:

  • 20 kW Pelletkesselleistung x 0,9 m³/kW = 18 m³ Lagerraumvolumen
  • Nutzbarer Lagerrauminhalt = 18 m³ x 2/3 = 12 m³
  • Pelletmenge = 12 m³ x 650 kg/m³ = 7.800 kg
  • Bunkergrundfläche = 18 m³ / 2 m (Raumhöhe) = 9 m² Bunkerfläche

Baurechtliche Anforderungen an Pelletbunker

Abhängig von der Pelletbunker-Größe können dann auch baurechtliche Anforderungen relevant sein, wenn das Pelletlager mehr als 10.000 Liter/6,5 Tonnen Pellets fasst. Die Pelletlagerung wird allgemein in der Musterfeuerungsverordnung (M-FeuVO) geregelt, die Umsetzung unterliegt dem Länderrecht und wird in Landesfeuerungsverordnungen umgesetzt. Diese sind noch nicht bundeseinheitlich angepasst, aufgrund der Lagergröße können sich daher unterschiedliche Anforderungen an den Brandschutz für Brennstofflagerräume ergeben. In aktueller Form finden sich diese in der jeweiligen Landesverordnung oder sind bei den jeweiligen Landesinnungverbänden der Schornsteinfeger zu erfahren.

Bauarten von aus Holz errichteten Pelletbunkern

Pelletbunker mit Schrägboden

Maßgeschneiderte Pelletbunker bestehen meist aus einer stabilen Unterkonstruktion aus Holz, etwa aus belastbaren Kanthölzern oder geeigneten Winkelträgern, die fest miteinander verbunden werden und auf tragfähigem Boden und an Wänden statisch ausgerichtet sind. Aufgebrachte Schrägböden begünstigen das Nachrutschen der Pellets und sorgen so für einen steten Pelletnachschub.

Die Pellets können dann beispielsweise durch mechanische Schnecken ausgetragen und zum Heizkessel befördert werden. Dem Vorteil der restlosen Entleerungs-Möglichkeit beim Pelletbunker mit Schrägböden steht in der Regel eine schlechtere Raumausnutzung gegenüber, da der Raum unter den Schrägböden nicht genutzt werden kann.

Pelletbunker mit Flachboden

Pelletbunker aus Holz können aber auch ohne Schrägböden konzipiert sein. Bei diesen Bauarten erfolgt die Pelletsentnahme dann meist mittels Saugvorrichtung, entweder seitlich oder von oben her. Dem Vorteil der besseren Raumausnutzung beim Pelletbunker mit Flachboden steht aber in der Regel die Schwierigkeit der restlosen Entleerung gegenüber.

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Einrichtung und Ausstattung von Pelletbunkern

Bei Kaskadenschaltung von Pelletheizungen sollte beim Bau eines Pelletbunkers auch eine Pellets-Verteilbox mit eingeplant werden. (Grafik: SOLARFOCUS GmbH)
Bei Kaskadenschaltung von Pelletheizungen sollte beim Bau eines Pelletbunkers auch eine Pellets-Verteilbox mit eingeplant werden. (Grafik: SOLARFOCUS GmbH)

Wird ein Pelletbunker aus Holz gebaut, so sollte die Holzkonstruktion insgesamt stabil und der Bunker an sich statisch ausgeführt sein, um bei vollem Bunker der Gewichtslast der Pellets standhalten zu können. Auf folgende Ausführungsdetails sollte beim Holzbau besonders geachtet werden:

Beschaffenheit von Kontakflächen

Für die Beschaffenheit aller Kontaktflächen der Holzpresslinge gilt: So wenig Reibung erzeugen, wie möglich. Je weniger Reibung, desto weniger Pelletabrieb. Pelletabrieb erzeugt Feinanteil, von dem der Pelletbunker regelmäßig befreit werden muss. Besondere Acht sollte diesbezüglich gelegt werden auf Teile wie:

  • Einblasleitungen
  • Schrägböden
  • Wandverkleidungen etc.

Je weniger Reibung, desto besser können auch die Pellets nachrutschen. In der Praxis haben sich dazu folgende Holzwerkstoffe mit glatter Oberfläche bewährt:

  • dreischichtige Schaltafeln
  • mehrschichtige Sperrholzplatten

Stege und Kanten sind beim Verbauen zu vermeiden und Schrägböden sollten so dicht als möglich ausgeführt werden, um Pellets, Abrieb und Staubablagerungen keine (Ablage-)Flächen und Schlupfwinkel zu bieten.

Einblas- und Absaugeinheiten

Die Einblasleitungen am Pelletbunker sollten ein qualitätsschonendes Einbringen der Pellets ermöglichen, was durch optimale Winkelverhältnisse und Beruhigungsstrecken erwirkt wird. Hierfür eignen sich passende Metallstutzen, die mit Rohrschellen stabilisiert werden. Die passenden Winkelmaße und Längen der Beruhigungsstrecke richten sich nach der jeweiligen Größe und den Raumverhältnissen des Pelletbunkers. Als Anschlusskupplungen für Einblas- und Absaugstutzen ist der Standard "Storz Typ A" zu verwenden und für ihre jeweilige Funktion zu kennzeichnen. An der Decke aufgehängte freischwingende Prallschutzmatten helfen, den harten Aufprall der eingeblasenen Pellets abzufangen.

Lüftung und Staubdichtheit

Pelletbunker erfordern neben einer Befüllvorrichtung auch eine Vorrichtung zur Absaugung des Förderluftstroms. Zudem sind Befüll- und Aubsaugeinrichtungen, Öffnungen (Fenster, Luken, Türen, Türschlösser, Fugen und Verbindungsstellen gegen Staubaustritt abzudichten. Für die Belüftung kleinerer Lager genügen belüftende Deckel, auch Ventilationsdeckel genannt, für größere Pelletbunker können Lüftungsleitungen erforderlich sein.

Fenster, Luken und Türen

Weiter sind Pelletbunker durch Fenster, Luken oder Türen zugänglich, damit die regelmäßige Reinigung und Wartung vollzogen werden kann. Bullaugen und/oder Sichtfenster (z. B. aus Plexiglas) ermöglichen eine einfache Füllstandskontrolle von außen.

Pelletbunker-Formen als Raum oder Raum-in-Raum-Lager

Pelletbunker können sehr individuell konzipiert werden, dabei lassen sie sich auf ganz unterschiedliche Art und Weise erbauen und zum umliegenden Raum anordnen.

Die nachfolgenden Baumöglichkeiten stellen keine feststehenden Formen von Pelletbunkern dar, vielmehr sollen diese als Beispiele verdeutlichen, wie Pelletbunker angeordnet sein können:

  • Pelletbunker als komplett abgetrennter Raumteil: Große Räumen können durch den Einzug einer Wand über die volle Breite als Abschluss errichtet werden. Für den Pelletbunker entsteht ein neuer Raum.
  • Raumteilangrenzender Pelletbunker: Boden, Raumwände und teilweise auch Decken werden teilweise als Basis für den Pelletbunker genutzt. Z. B. Raum-in-Raum-Bunker in Ecken oder Nischen
  • Eigenständiges und abgeschlossenes Raum-in-Raum-Lager: Wände, Böden und Decken des Pelletbunkers werden in einem Raumteil als eigenständiges Lager errichtet (ähnlich wie beim Pellettank aus Metall)

Pelletbunker als Raum oder Raum-in-Raum-Lager eignen sich besonders als Lager-Lösung für größere ungenutzte Flächen und wenn kein separater Raum zur Verfügung steht, der als Pelletlagerraum genutzt werden kann.

Vorteile und Nachteile selbstgebauter Pelletbunker
VorteileNachteile
Flexibel an nahezu jeden Raum anpassbarHöheres Risiko von Fehlplanung und mangelhafter Bauausführung
Bunker kann mit Geschick selbst gebaut werdenBunkerraum unter Schrägböden bleibt ungenutzt
Als Eigenbau die kostengünstigste Pelletlager-VarianteFlachböden-Bunker müssen öfter gereinigt werden

Preise und Kosten für Individual-Lager

So individuell Pelletbunker sind, so individuell können auch die Preise und Kosten für Pelletbunker ausfallen. Je nach Voraussetzung, Konzept, Lagergröße, Komponenten für Entnahme und Austragung fallen unterschiedliche Kosten an. Etwa für Planung, Umbau- und Aufbereitungsmaßnahmen, hinzu kommen die eigentlichen Materialkosten für den Bunker und gegebenenfalls Kosten für Fachleute, die bei Planung, Errichtung und Abnahme involviert sind. Bei Beauftragung von Handwerkern und Fachbetrieben werden Preise, Kosten und Leistungen am besten im Vorfeld durch das Einholen verschiedener Angebote erörtert und verglichen.

Für einen selbstgebauten Pelletbunker in Holzbauweise für ein Fassungsvermögen von rund 7 Tonnen muss mit rund 1.000 bis 1.500 Euro Kosten gerechnet werden. Ein vergleichbarer Pelletsilo kostet hingegen rund 4.000 Euro.

Pelletbunker in Eigenregie selber bauen

Sorgfältige Planung und fachgerechte Ausführung sind beim Bauen von Pelletlagern wichtig, um keine Funktionsstörungen der Heizung zu erwirken und unnötige finanzielle Nachteile zu vermeiden. Eine falsche Holzkonstruktion und Ausrichtung sowie mangelhafte Bauausführung kann hohe Folgekosten nach sich ziehen, was die Kostenersparnis für selbstgebaute Pelletbunker schnell zunichte machen kann. Ein Risiko, das Heimwerker bedenken sollten, bevor sie sich an den Eigenbau eines Bunkers machen.

Bauanleitung für Pelletbunker genau beachten

Bei fachgerechter Planung, die in enger Absprache mit dem Heizungsbauer erfolgt, können gewandte Handwerker ihren Pelletbunker selbst bauen und Kosten sparen. Die Pelletbunker-Bauanleitung samt Materialvorgaben des Pelletlager-Herstellers und -empfehlungen sollten dabei genauestens beachtet und umgesetzt werden.

Ist der Pelletbunker-Bauplan nicht millimetergenau ausgeführt, kann das Lager qualitätsmindernden Einfluss auf die Pellets haben. Weiter kann es durch ungenaue Bauausführung zu Material-Verzug kommen und unerwünschte Fugen, holprige Übergänge oder noch schlimmer, Instabilität mit sich bringt. Im schlimmsten Fall können Baumängel am Pelletsbunker zu Funktionsstörungen oder dem Totalausfall der Pelletheizung führen.

Eigenbau vom Fachmann abnehmen lassen

Neben fachgerechter Planung und exakter Bauausführung sollte nach Abschluss der Bauarbeiten der Pelletbunker von fachlicher Seite geprüft und abgenommen werden und erst danach an die Heizungsanlage angeschlossen werden. Für Funktionsstörungen durch Eigenverschulden schließen Pelletheizung-Hersteller und Heizungsbauer die Gewährleistung ihrer Produkte i. d. R. aus. Anderes gilt für Mängel, die beauftragte Handwerker verursacht haben, auch für verdeckte Mängel, die erst nach einer gewissen Betriebsdauer auftreten können, haftet der jeweilige Betrieb.

Weitere Informationen, auf was Sie alles achten müssen, sowie eine kurze Bauanleitung finden Sie in unserem Übersicht zum Selberbauen eines Pelletlagers.

Pelletbunker vom Fachmann bauen lassen

Idealerweise läuft die Koordination für Pelletheizung und Pelletbunker Hand in Hand. Soll der Pelletbunker vom Fachmann errichtet werden und der Heizungsbauer bietet den Bau von Pelletbunkern nicht mit an, kann er eventuell an versierte Fachleute verweisen. Interessierte finden aber auch selbst recht schnell Fachbetriebe wie etwa Schreiner oder Tankbauer, die die Errichtung von Individual-Bunkern für Pellets anbieten oder sich sogar darauf spezialisiert haben.

Verbraucher sind gut beraten, wenn sie einen erfahrenen Fachmann engagieren. Meist wird dieser sein Können anhand verschiedener Referenz-Objekte belegen können und mit großem Erfahrungsschatz Interessierte gut beraten können. Da es sich bei maßgeschneiderten Pelletbunkern um individuelle Maßanfertigungen handelt, die nach den jeweiligen Gegebenheiten, Nutzerbedürfnissen und den Anforderungen der Pelletheizung ausgerichtet werden sollten, gehört eine Besichtigung vor Ort in jedem Falle vor Angebotsabgabe dazu. Dies ist erforderlich, um den Pelletbunker berechnen zu können und ein realistisches Angebot zu erstellen.

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"Pelletbunker im Eigenbau und Baukasten" wurde am 14.03.2016 das letzte Mal aktualisiert.