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Anleitung zur Inspektion und Wartung einer Solarthermie-Anlage

Was versteht man unter einer Inspektion einer Solarthemieanlage? Welche Maßnahmen gehören zu einer Wartung?

Neben einer regelmäßigen Kontrolle der Instrumente (Inspektion bzw. Sichtprüfung) der Solarthermie-Anlage fallen bei Solaranlagen nur wenige, regelmäßige Wartungsarbeiten an. Dazu gehören die Füllstandskontrolle und das Prüfen der Frostschutzkonzetration der Solarflüssigkeit, die Reinigung der Solarthermie-Anlage und die Wartung der Opferanode am Wärmespeicher.

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Unterscheidung von Inspektion, Wartung und Instandsetzung

In der Praxis wird unter dem Begriff Wartung häufig eine Inspektion verstanden. Diese wird teils auch als kleine oder erweiterte Wartung bezeichnet. Eine Wartung einer Solaranlage geht jedoch über die reine Inspektion (Sichtkontrolle und Funktionsprüfung) hinaus. Diesbezüglich wird auch die Instandsetzung von der Wartung und der Inspektion abgegrenzt, die wiederum über die Wartungsmaßnahmen an der solarthermischen Anlage hinausgehen.

Die wichtigsten Komponenten einer Solarthermieanlage sollten regelmäßig inspiziert und gewartet werden. (Grafik: Paradigma)
Die wichtigsten Komponenten einer Solarthermieanlage sollten regelmäßig inspiziert und gewartet werden. (Grafik: Paradigma)

Inspektion

Eine Inspektion ist eine periodische (jährliche) Feststellung des IST-Zustandes der Solarthermieanlage und Abgleich mit dem SOLL-Zustand. Das betrifft alle (jährlichen) Arbeiten an der Solaranlage wie z. B. die Entlüftung, Prüfung zu Druck und Durchfluss, Glykolmessungen und Reglereinstellungen. Ebenfalls trifft es auf die Sichtprüfungen (alle 3 bis 5 Jahre) an der Solaranlage zu. Diese umfassen die Kollektoren, Rohrleitungen im Außenbereich und dazugehörige Befestigungen.

Wartung

Die Wartung ist eine primär bedarfsabhängige Tätigkeit zur Erhaltung des SOLL-Zustandes der Anlage. Das kann bei einer Solaranlage das Nachfüllen oder Auswechseln von Wärmeträgern, das Nachfüllen von Stickstoff im MAG, das Reinigen der Kollektorabdeckung oder anderer optisch relevanter Bauteile des Kollektors (Spiegel) umfassen.

Instandsetzung

Unter einer Instandsetzung einer Solarwärmeanlage versteht der Fachmann eine bedarfsabhängige Tätigkeit zur Wiederherstellung des SOLL-Zustandes. Das betrifft bei einer Solaranlage den Austausch defekter Teile wie MAG, Pumpen oder andere Komponenten.

Umfang einer Anlagen-Inspektion

Die jährlich durchzuführende Inspektion sollte mindestens folgenden Umfang haben (gilt auch für die Erstinspektion):

  • alle Entlüftungsorgane im Solarkreis entlüften
  • Anlagenbetriebsdruck mit Sollwert vergleichen (bei Erstinspektion Ausgangswert)
  • pH-Wert und Frostschutz mit Sollwert und Vorjahreswert vergleichen (bei Erstinspektion: Ausgangswert)
  • Pumpe ggf. manuell einschalten
  • wenn Durchflussmesser vorhanden: Volumenstrom mit Sollwert vergleichen
  • auf Schwankungen am Manometer und ggf. Durchflussmesser achten
  • auf Geräusche in der Pumpe achten (Luft)
  • Schwerkraftbremse öffnen und schließen
  • Gängigkeit des thermostatischen Mischventils prüfen
  • Betriebskontrolle des Reglers auf Plausibilität prüfen (z.B. Tmax Kollektor, Tmax Speicher, Ertragssumme etc.)
  • Plausibilität prüfen in Abhängigkeit von Strahlung: Vorlauf- und Rücklauftemperatur an Thermometern
  • Anzeigewerte des Reglers
  • Dokumentation aller Einstellungen und Messwerte

Das MAG und das Sicherheitsventil müssen nicht überprüft werden, wenn der Anlagenbetriebsdruck in Ordnung ist und das Sicherheitsventil keine Anzeichen eines Ansprechens zeigt (Ablagerung, Tropfen, Zunahme im Auffangbehälter)

Umfang einer Anlagen-Wartung

Darüber hinaus empfiehlt es sich, in längeren Abständen (von ca. 3 - 5 Jahre) eine Wartung als erweiterte Inspektion durchzuführen. Zusätzlich zu den Inspektionsarbeiten sind folgende Arbeiten durchzuführen:

  • Sichtprüfung aller Armaturen, Verbindungen und Anschlüsse
  • Sichtprüfung der Kollektoren inkl. Befestigung
  • Sichtprüfung Dämmung, Solarkreis und Fühlerleitung

Wenn auch der Speicher Bestandteil des Wartungsvertrages ist, muss eine Speicherwartung nach Herstellerangaben durchgeführt werden.

Ergeben sich aus der Wartung bzw. Inspektion notwendige Arbeiten, sind sie dem Kunden gesondert anzubieten (z.B. Reinigung der Kollektoren, Austausch von Solarflüssigkeit oder Anode).

Die wichtigsten Wartungsmaßnahmen im Überblick

Füllstand der Solarflüssigkeit prüfen

Wird bei der Wartung der Anlage festgestellt, dass der Druck im Kollektorkreis abgesunken ist, ohne dass Undichtigkeiten festgestellt werden konnten, muss die Solarflüssigkeit nachgefüllt werden. Dies kann z. B. nach dem Abblasen von Dampf bei einem Stillstand der Anlage im Sommer notwendig werden. Beim Nachfüllen der Solarflüssigkeit ist auf die Frostschutzkonzentration zu achten. Eine regelmäßige Kontrolle des Füllstands und eine jährliche Überprüfung der Qualität des Wärmeträgers empfehlen sich insbesondere bei größeren Anlagen mit hohen Betriebstemperaturen und häufigem Stillstand im Sommer.

Frostschutzkonzentration regelmäßig kontrollieren

Die Frostschutzkonzentration der Solarflüssigkeit sollte regelmäßig (z. B. alle 2 Jahre) innerhalb der Wartung überprüft werden. Dies kann mit einem einfachen Test des pH-Wertes durchgeführt werden. Sinkt die Konzentration der Solarflüssigkeit unter einen ph-Wert von 6,6, sollte Frostschutzmittel nachgefüllt werden.

Reinigung der Solarthermie-Anlage

Da Anlagen in Wohngebieten durch Verschmutzung nur wenig an Leistungsfähigkeit verlieren, ist eine regelmäßige Reinigung vielfach nur in Wartungsintervallen von 5 Jahren erforderlich. Befinden sich allerdings über dem Kollektor Freileitungen, Antennen oder Ähnliches, könnte vermehrter Vogelschmutz eine häufigere Reinigung erforderlich machen. Bei der Reinigung der Solarthermie-Kollektoren muss jedoch davon abgeraten werden, diese in Eigenregie vorzunehmen. Ohne fachmännische Haltesicherung und Besteigung des Daches ist das Absturz- und das Beschädigungsriskio des Daches zu hoch. Die Reinigung selbst kann wie die von Photovoltaikmodulen stattfinden.

Opferanode regelmäßig warten

Um Korrosion am Wärmespeicher zu vermeiden, sollte bei der Anlagenwartung alle zwei Jahre der Zustand der Opferanode kontrolliert und diese bei Bedarf erneuert werden. Eine Magnesium-Anode sollte dabei einen Schutzstrom von mehr als 0,3 mA aufweisen. Bei der Fremdstromanode sollte auf die Kontrollleuchte geachtet werden.

Experten-Tipp: In einem Inspektions- und Wartungsprotokoll werden die wesentlichen Anlagenparameter notiert, um ggf. problematische Veränderungen (z.B. Anlagenbetriebsdruck, pH-Wert) erkennen zu können. Für die Erstinstallation ist auf Daten (Fülldruck, Anlagenbetriebsdruck, Regler- und Pumpeneinstellungen, etc.) der Anlagendokumentation Bezug zu nehmen.

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"Inspektion & Wartung von Solarthermie-Anlagen" wurde am 23.12.2017 das letzte Mal aktualisiert.