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Luftwärmepumpe Außenaufstellung: Standortwahl, Fundament und Anschlüsse

Was muss bei der Außenaufstellung einer Luftwärmepumpe beachtet werden?

Luftwärmepumpen können außen und innen aufgestellt werden. Bei einer Wärmepumpe, die außen aufgestellt wird, stellen sich besondere Anforderungen an die Wahl des Aufstellungsortes sowie das Fundament und die Anschlüsse der Luftwärmepumpe.

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Aufstellungsformen von Außen-Luftwärmepumpen

Außenaufgestellte Luftwärmepumpe eines Plusenergiehauses von Vaillant, die weitestgehend mit PV-Strom selbst versorgt wird. (Quelle: BWP)
Außenaufgestellte Luftwärmepumpe eines Plusenergiehauses von Vaillant, die weitestgehend mit PV-Strom selbst versorgt wird. (Quelle: BWP)

Die gebräuchlichste Aufstellungsform von Luftwärmepumpen ist die Außenaufstellung. Dabei kommen sogenannte kompakte Wärmepumpen (Monobloc oder auch Monoblock genannt) zum Einsatz, die direkt im Außengerät Wärme erzeugen und diese über Zuleitungen in den Pufferspeicher im Heizraum des Hauses weiterleiten. Dies spart Platz im Aufstellungsraum, jedoch muss diese Art der Außenwärmepumpe, die in ihrer Bauform häufig einem Pilz gleicht, mit etwas Abstand zum Haus aufgestellt werden.

Dahingegen werden Split-Wärmepumpen außen, bei denen nur der Verdampfer außen aufgestellt wird und der Kühlmittelkreislauf ins Haus zum Verflüssiger führt, meistens direkt an der Hauswand angeschlossen. Dies hat den Vorteil, dass die Entfernung der Zuleitungen zum Heizraum sehr kurz ausfällt. Bei dieser Aufstellungsform stellen sich jedoch höhere Anforderungen an den Lärmschutz.

Auswahlkriterien des Aufstellungsortes

Luftwärmepumpe in Außenaufstellung von Glen Dimplex mit Sichtschutz zur Straße (Quelle: Glen Dimplex/ BWP)
Luftwärmepumpe in Außenaufstellung von Glen Dimplex mit Sichtschutz zur Straße (Quelle: Glen Dimplex/ BWP)

Die Außenaufstellung einer Luftwärmepumpe sollte nach optischen Kriterien, den Betriebsanforderungen und dem größtmöglichen Schallschutz erfolgen und dabei den kürzest möglichen Weg zum Aufstellungsraum beachten, um die Installationskosten als auch die Wärmeverluste der Außenleitungen so gering wie möglich zu halten.

Verkleidung des Außengeräts

Aus optischen Gesichtsgründen platzieren viele Wärmepumper kompakte Luftwärmepumpen eher im hinteren Bereich des Grundstücks, um mit Büschen oder Bäumen einen Sichtschutz zu realisieren. Es gibt aber auch viele Außengeräte, die aufgrund der Zuleitungen zum Heizungskeller direkt vor dem Haus außen aufgestellt werden und dann mit z. B. Lamellenzäunen verkleidet werden. Eine Aufstellung in einem Carport, Garage oder Schuppen ist auch möglich, erfordert jedoch höhere Anforderungen an die Luftführung und Zuleitungen.

Luftansaug- und -ausblasseiten beachten

Aus Betriebsgründen muss bei der Wahl des Aufstellungsortes darauf geachtet werden, dass bei einer kompakten Luft/Wasser-Wärmepumpe insbesondere die Luftansaug- und -ausblasseite an allen Seiten aus frei zugänglich ist. Gerade der Ausblasbereich sollte nicht unmittelbar auf Wände, Terrassen oder Gehwegbereiche gerichtet sein und einen Mindestabstand von etwa 3 Meter betragen, da die Ausblasluft kälter als die Umgebungstemperatur ist. Dies ist zum einen unangenehm, wenn man an der Luftwärmepumpe vorbei geht. Zum anderen kann es in diesem Bereich im Winter zu einer frühzeitigen Eisbildung kommen.

Thermischen Kurzschluss vermeiden

Bei der Außenaufstellung von Kompakt- als auch Split-Wärmepumpen sollte immer darauf geachtet werden, dass sich kein sogenannter thermischer Kurzschluss einstellt. Dies ist dann der Fall, wenn die ausgehende kalte Luft wieder von der Luftwärmepumpe angesaugt wird. Dies kann zu Leistungseinbußen führen. Daher sollte bei der Auswahl des Aufstellungsortes darauf geachtet werden, dass man die Luftwärmepumpe nicht dort platziert, wo ein stetiger Wind aus einer Richtung entgegen der Ausblasöffnung weht.

Zudem sollte die Wärmepumpe nicht in einer Senke aufgestellt werden, da hier die kalte Luft nach unten sinkt und es Mangels Luftaustausch auch zu einem Wiederansaugen kommen kann. Daher ist auch von der Aufstellung eines Außensplitgerätes in z. B. einem Lichtschacht eines Kellers eher abzusehen.

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Lärm bei Außenaufstellung

Um die Geräuschbelastung so niedrig wie möglich zu halten, ist diese Luftwärmepumpe außen im hinteren Teil des Gartens aufgestellt worden. (Quelle: BWP)
Um die Geräuschbelastung so niedrig wie möglich zu halten, ist diese Luftwärmepumpe außen im hinteren Teil des Gartens aufgestellt worden. (Quelle: BWP)

Die meisten Wärmepumpenhersteller haben ihre Luftwärmepumpen für einen äußerst geräuscharmen Außenbetrieb konstruiert. So verursachen die meisten Außengeräte nach Herstellerangaben meistens zwischen 40 und 50 Dezibel (db) im Abstand von 2 bis 3 Meter. Trotzdem sollte der Aufstellungsort so ausgewählt werden, so wenig Lärm wie möglich zu verursachen.

Daher sollte eine Wärmepumpe außen nicht vor oder unter Fenstern geräuschsensibler Räume wie z. B. dem Schlafzimmer oder der Küche aufgestellt werden. Um eine Geräuschbelastung zu minimieren, sollte überdies die Aufstellung der Luftwärmepumpe in Ecken oder zwischen zwei Wänden vermieden werden, da hier eine Reflektion und damit Verstärkung des Schallpegels eintreten könnte.

Abstand zum Nachbarhaus

Ist der Abstand zum Nachbarhaus sehr klein, so sollte bei der Außenaufstellung aus baurechtlicher Sicht entsprechend der Grenzwerte der DIN 18005 und TA Lärm für eine maximale nächtliche Lärmimmission in Wohngebieten darauf geachtet werden, dass ein Lärmpegel von 35 dB am Nachbarhaus nicht überschritten wird. Dies entspricht in etwa einem Abstand von 3 Meter zum Nachbarhaus. Daher sollte bei dicht bebauten Grundstücken bereits bei der Auswahl der Luftwärmepumpe entsprechend der Entfernung zum Nachbarn auf die dB-Angaben des Herstellers geachtet werden.

Lärmentwicklung wird überschätzt

Wer bedenken hat, der sollte den Wärmepumpenanbieter bitten, ihm eine Referenz zu zeigen oder sich mit ihm eine Luftwärmepumpe bei der Regionalvertretung des Herstellers im Betrieb anzuhören. Vielfach wird nämlich vorher der Schallpegel als zu laut eingeschätzt, sodass man überrascht sein wird, wie leise qualitativ hochwertige Außen-Luftwärmepumpen in der Praxis tatsächlich sein können.

Fundament zur Außenaufstellung

Die Aufstellung insbesondere größerer Luftwärmepumpen wie hier eine Gas-Absorptionswärme im Außenbereich einer Schule sollte immer auf einem dafür vorgesehenen Fundament erfolgen. (Quelle: Buderus)
Die Aufstellung insbesondere größerer Luftwärmepumpen wie hier eine Gas-Absorptionswärme im Außenbereich einer Schule sollte immer auf einem dafür vorgesehenen Fundament erfolgen. (Quelle: Buderus)

Eine Außenaufstellung einer Wärmepumpe erfordert immer ein standsicheres Fundament. Daher sollte die Stellfläche am Aufstellort grundsätzlich eben, glatt und waagerecht sein, um die Wärmepumpe ganzflächig nahezu planparallel auf den Aufstellfüßen zu positionieren.

Aufgrund des höheren Gewichtes von kompakten Außengeräten sollte man daher ein eigenes mindestens 10 cm dickes Fundament aus Beton gießen. Bei der Aufstellung eines Split-Außengerätes reicht in den meisten Fällen hingegen ein standsicheres Fundament aus Gehweg- bzw. Waschbetonplatten, das mit einer rund 10 cm dicken Sandschicht unterfüllt sein sollte.

Der Untergrund der Gehwegplatten bzw. des Betonsockels sollte zusätzlich mit einer mindestens 30 cm dicken Kiesschicht verfüllt werden, um die Standsicherheit zu erhöhen und einen Frostschutz zu gewährleisten. Überdies sollte der Wärmepumpensockel zur Vermeidung von Schallbrücken und einer Erhöhung des Schallpegels über den gesamten Umfang abgeschlossen sein.

Abführung des Kondenswassers

Da beim Betrieb einer Luftwärmepumpe immer auch Kondenswasser an der Außenseite des Verdampfers anfällt, muss das anfallende Kondenswasser über ein Kondensatrohr mit mindestens 50 mm Durchmesser frostfrei abgeführt werden. Bei wasserdurchlässigen Untergründen genügt es, das Kondenswasserrohr senkrecht mindestens 90 cm tief in das Erdreich zu führen.

Hierzu kann beim Gießen des Wärmepumpensockels mittig ein Leerrohr vorgesehen werden, durch welches später das Kondensatrohr durch die Kiesschüttung in den Boden geführt wird. Soll das Kondenswasser über eine Drainage oder in die Kanalisation abgeleitet werden, so muss die Zuleitung frostfrei mit einem Gefälle erfolgen. Bei Einleitung in die Kanalisation ist überdies ein jederzeit zugänglicher Trichtersiphon notwendig.

Außenanschlüsse an die Wärmepumpe

Die Zuleitungen von und zu der Wärmepumpe sollten frostfrei im Erdreich verlegt werden. (Quelle: BWP)
Die Zuleitungen von und zu der Wärmepumpe sollten frostfrei im Erdreich verlegt werden. (Quelle: BWP)

Die Verbindungsleitungen kompakter Luft/Wasser-Wärmepumpe mit dem Heizungskreislauf sollten mit isolierten Heizwasserrohren oder vorkonfektionierten Nahwärmerohren ausgeführt und unterhalb der Frostgrenze im Erdreich verlegt werden. Welche Isolierung zum Einsatz kommt, sollte sich nach der Länge und der Kosten der Zuleitungen richten. In der Praxis hat sich gezeigt, dass bis zu einer Rohrlänge von 3 Meter eine normale Isolierung ausreichend ist und man ab 3 Meter Außenrohrlänge eine bessere Wärmeisolierung wählen sollte. Die elektrischen Leitungen werden ebenfalls durch ein im Erdreich verlegtes Leerrohr mit mindestens 70 bis 100 mm Durchmesser durch die Außenwand von außen nach innen in den Heizraum geführt.

Die Anschlüsse einer außen aufgestellten Split-Wärmepumpe sind aufgrund der Nähe zur Hauswand einfacher herzustellen als die eines Monobloc (Foto: energie-experten.org)
Die Anschlüsse einer außen aufgestellten Split-Wärmepumpe sind aufgrund der Nähe zur Hauswand einfacher herzustellen als die eines Monobloc (Foto: energie-experten.org)

Die Außenanschlüsse einer Split-Wärmepumpe sind aufgrund der direkten Aufstellung an einer Außenwand weniger aufwändig. So erfolgt der Anschluss des Vor- und Rücklaufes an den Heizkreislauf über flexible Panzerschläuche, die direkt durch die Außenwand geführt werden. Ebenso werden die elektrischen Leitungen über einen Außenverteiler oder eine Mauerdurchführung an die Hauselektrik angebunden.

Wartung und Reinigung bei Außenaufstellung

In der Regel sind Wärmepumpen nach dem gängigen Verständnis nahezu wartungsfrei. Im Gegensatz zur Innenaufstellung sollte man sich bei einer Wärmepumpe in Außenaufstellung jedoch die Mühe machen insbesondere im Herbst und Winter die An- und Ausblasöffnungen nach Blättern, Schmutz etc. zu kontrollieren und eventuell zu reinigen. Einmal im Jahr sollte man zudem routinemäßig den Filter reinigen.

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Weitere Informationen zur Luftwärmepumpe

"Luftwärmepumpe Außenaufstellung: Standortwahl, Fundament und Anschlüsse" wurde am 14.03.2016 das letzte Mal aktualisiert.