Letzte Aktualisierung: 15.05.2021

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Förderung von Wärmepumpen: BEG (BAFA & KfW) oder Steuer-Vorteil?

Welche Förderungen gibt es für Wärmepumpen? Wie funktioniert die BEG? Wie berechne ich den Zuschuss? Werden auch Erdsonden gefördert? Was ist besser, BAFA oder KfW-Förderung? Was muss man bei der Antragstellung beachten? Wann lohnt sich die steuerliche Abschreibung?

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Seit dem 01.01.2021 gilt die neue "Bundesförderung für effiziente Gebäude" (BEG), die über das BAFA und die KFW den Einbau von Wärmepumpen im Neu- und Altbau fördern. Alternativ können Sie die Kosten einer Wärmepumpe auch von der Steuer absetzen.

Tabelle: Überblick über mögliche Wärmepumpen-Förderungen
Förderprogramm Geltungsbereich Höchstgrenze pro Wohneinheit/ Objekt Beantragung Energieberater
BAFA-Investitionszuschuss Einzelmaßnahmen im Altbau 60.000 € vor Beginn optional, aber förderfähig
KfW-Förderkredit mit Tilgungszuschuss Einzelmaßnahmen, Bau- und Sanierung nach Effizienzhaus-Standard 120.000 bis 150.000 € vor Beginn Energieberater-Begleitung ist Pflicht
Steuer-Förderung Energetische Sanierung 200.000 € nach Umsetzung optional, Ausführung durch Fachunternehmen
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BAFA-Wärmepumpen-Förderung im Überblick

Bis Ende 2020 hat das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) eine Wärmepumpen-Förderung des Marktanreizprogramm (MAP) ausgezahlt. Seit Anfang Januar 2021 wurde diese Wärmepumpen-Förderung in die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) überführt.

Die Höhe der staatlichen Fördermittel wird nicht mehr leistungsabhängig ermittelt, sondern richtet sich anteilig nach der Investitionshöhe. Wer also eine teurere Wärmepumpe mit gleicher Leistung einbaut, bekommt nun also einen höheren Zuschuss! Lediglich die technischen Mindestanforderungen an die Wärmepumpe haben sich in der BEG geändert.

Die Förderung für Wärmepumpen und Hybridheizungen (EE-Hybride) mit Wärmepumpe beträgt 35 Prozent. Im Bestand sind sogar 45 Prozent Förderung ("Austauschprämie") möglich, wenn ein Ölkessel durch die Wärmepumpe ersetzt wird. Wer zudem seine Entscheidung auf Basis eines individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP) umsetzt, der bekommt zu allen Förderoptionen zusätzlich 5% dazu. Wer also seine alte Ölheizung mit iSFP austauscht, bekommt ganze 50% der Kosten vom BAFA zurück!

Tabelle: Höhe der Wärmepumpen-Fördersätze beim Heizungstausch
Wärmepumpen-Heizung Austausch z. B. Gasheizung Austausch Ölheizung individueller Sanierungsfahrplan Möglicher Zuschuss
Sole/Wasser-Wärmepumpe 35% 45% 5% 21.000€ bis 30.000€ Zuschuss möglich
Luft/Wasser-Wärmepumpe 35% 45% 5% 21.000€ bis 30.000€ Zuschuss möglich
Wasser/Wasser-Wärmepumpe 35% 45% 5% 21.000€ bis 30.000€ Zuschuss möglich
Hybridheizung (EE-Hybrid) mit Wärmepumpe 35% 45% 5% 21.000€ bis 30.000€ Zuschuss möglich
Hybride Gas-Brennwertheizung mit Wärmepumpe 30% 40% 5% 18.000€ bis 27.000€ Zuschuss möglich

Einzelaufstellung förderfähiger Wärmepumpen-Kosten

Das BAFA fördert gemäß der „Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen“ (BEG EM) den Austausch einer alten Heizung mit einer Wärmepumpe bis zu einer Höchstinvestition von 60.000€. Zu den förderfähigen Kosten gehören

  • nicht nur die Wärmepumpe nebst Speicher und anderem Zubehör, sondern auch
  • der komplette Einbau-, Installations- und Inbetriebnahmeaufwand,
  • und alle Anpassungsmaßnahmen, die in einem Altbau mit einer Umrüstung auf eine Wärmepumpe anfallen können.

Hierzu zählen u.a.

  • Niedertemperatur-Heizkörper / Heizleisten
  • Flächenheizungen (Decken-, Fußboden- und Wandheizungen)
  • Umbau von Einrohr- in Zweirohrsysteme
  • Wärmedämmung von Rohrleitungen
  • Solarthermie-Anlagen
  • PVT-Anlagen (Photovoltaik-Solarthermie- Hybridanlagen)
  • Alle Arten von Warmwasser-Speichern

Besonders vorteilhaft ist die Wärmepumpen-Förderung für eine Vielzahl von Erdwärmetsuchern:

  • Erdsondenbohrungen (auch Probebohrungen) inklusive verschuldensunabhängige Versicherung
  • Erdflächenkollektoren
  • Grabenkollektoren
  • Erdwärmekörbe
  • Energiepfähle
  • Brunnenbohrungen
  • Energiezäune, Massivabsorber
  • unterirdische Eis-, Erd- und Wasserspeicher
  • Solarthermische Kollektoren (alle Bauarten) sowie
  • Luft-Wärmeübertrager zur Abwärmenutzung von PV-Anlagen (inklusive Unterkonstruktionen)
  • Luft-Sole-Wärmeübertrager

Zudem erhalten Wärmepumpen eine Förderung als Zuschuss in Kombination mit einer Gas-Brennwertheizung ("Gas-Hybridheizungen")

Förderfähig sind monovalente als auch bivalente Wärmepumpen, die zur kombinierten Warmwasserbereitung und Raumheizung von Gebäuden, nur zur Raumheizung von Gebäuden oder zur Bereitstellung von Wärme für Wärmenetze eingesetzt werden.

Nicht gefördert werden Luft/Luft-Wärmepumpen sowie sonstige Wärmepumpen, die die erzeugte Wärme direkt an die Luft übertragen!

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Technische Anforderungen an einen Wärmepumpen-Zuschuss

Neues Förderkriterium: Was bedeutet die ETA?

Mit Einführung der seit Anfang 2021 geltenden Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) wird nun anstelle der für die Wärmepumpen-Förderung relevanten Jahresarbeitszahl (JAZ) die jahreszeitbedingte Raumheizungseffizienz = ƞs (ETAs) als verbindliche Angabe der Wärmepumpen-Effizienz eingeführt.

Der ηS-Wert wird auf Basis von vier festgelegten Betriebspunkten, die vier unterschiedliche, in Europa vorkommende Klimabedingungen repräsentieren, für jedes Gerät einzeln angegeben. Die Ergebnisse dieser Betriebspunkt werden zunächst als "Jahreszeitlicher Leistungskoeeffizient" (Seasonal Coefficient of Performance - SCOP) bezeichnet.

Um aber die tatsächliche, primärenergetische Effizienz sichtbar zu machen, werden die Primärenergiefaktoren (PEF) der jeweiligen Antriebsenergie herangezogen, durch die der SCOP dividiert wird. Dadurch drückt der ηS-Wert klar und deutlich aus, wie viel Primärenergie für eine Kilowattstunde erzeugte Wärme benötigt wird.

Für die Berechnung wird in der bereits seit 2015 geltenden Ökodesign-Richtlinie der EU (EED) für stromgetriebene Wärmepumpen ein PEF von 2,5 angegeben, obwohl der deutsche Strommix derzeit (2021) mit einem PEF von 1,8 bewertet wird. Für Wärmepumpen mit Gasantrieb wird ein besserer PEF von 1,1 für Erdgas eingesetzt. Die Freigabe des PEF von 0,7, der beim Einsatz von klimaneutralem Biomethan in Gas-Brennwertthermen gewährt wird, steht für Gaswärmepumpen noch aus.

Tabelle: Förderanforderungen an die jahreszeitbedingte Raumheizungseffizienz ƞ<sub>s</sub> (ETAs) von Wärmepumpen bei durchschnittlichen Klimaverhältnissen
Wärmepumpen-Typ ƞs (ETAs) ƞs (ETAs)
Luft/Wasser-Wärmepumpe 135 % bei 35 °C 120 % bei 55 °C
Sole/Wasser-Wärmepumpe 150 % bei 35 °C 135 % bei 55 °C
Wasser/Wasser-Wärmepumpe 150 % bei 35 °C 135 % bei 55 °C

Weitere Anforderungen an die BAFA-Wärmepumpen-Förderung

Anspruch auf Förderung hat man, wenn die Wärmepumpe zu mindestens 50 Prozent zur kombinierte Warmwasserbereitung und Raumheizung oder nur zur Raumheizung eingesetzt wird. Als „Bestandsgebäude“ gelten Gebäude, deren Bauantrag bzw. Bauanzeige zum Zeitpunkt der Antragstellung mindestens fünf Jahre zurückliegt.

Alle förderfähigen Wärmepumpen müssen ab dem 1.1.2021 alle Energieverbräuche sowie die erzeugten Wärmemengen messtechnisch erfassen. Außerdem müssen Wärmepumpen über Schnittstellen verfügen, über die sie automatisiert netzdienlich aktiviert und betrieben werden können. Dies kann durch das Label „SG-ready“ nachgewiesen werden.

Eine Zertifizierung nach einem der etablierten europäischen Baureihenreglements (u.a. EHPA, Keymark, EUROVENT) oder Einzelprüfungen nach EN 14511 / EN 14825 durch ein nach ISO 17025 akkreditiertes Prüfinstitut müssen vorliegen.

Tipp: Welche Wärmepumpen eine Zertifizierung besitzt oder Einzelprüfung bestanden hat, wird in der jeweils aktuellen Fassung der "BAFA-Wärmepumpen-Liste" aufgeführt.

Für Erdsondenbohrungen gilt unverändert: Vorlage eines DVGW W 120-2 Zertifikats sowie von Nachweisen über eine verschuldensunabhängige Versicherung.

KfW-Wärmepumpen-Förderung

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau – kurz: KfW – übernimmt die

  1. Bundesförderung für effiziente Gebäude – Wohngebäude (BEG WG)
  2. Bundesförderung für effiziente Gebäude – Nichtwohngebäude (BEG NWG)
  3. Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen (BEG EM)

seit dem 01.07.2021 mit einem zinsverbilligten Förderkredit mit Tilgungszuschuss.

Die KfW-Förderung von Wärmepumpen gilt für

  • Sanierungsmaßnahmen als Paket,
  • einzelne Sanierungsmaßnahmen oder
  • für Neubauten

und soll in der Gesamthöhe der Förderung der BAFA-Wärmepumpen-Förderung entsprechen.

Bei den geförderten Maßnahmenpaketen, die eine Wärmepumpe beinhalten können, muss man sich nach dem zu erreichenden Effizienzhaus-Standard richten.

Viele weitere Informationen finden Sie in unserem „Spezial-Ratgeber zum Effizienzhaus, den Anforderungen und Förderungen“

Steuerliche Förderung von Wärmepumpen

Zur Förderung der energetischen Gebäudesanierung können künftig auch Sanierungskosten steuerlich geltend gemacht werden. Konkret wurde dazu der § 35c Steuerermäßigung für energetische Maßnahmen bei zu eigenen Wohnzwecken genutzten Gebäuden neu ins Einkommenssteuergesetz aufgenommen.

Dort heißt es dann in Absatz 1:

Für energetische Maßnahmen an einem in der Europäischen Union oder dem Europäischen Wirtschaftsraum belegenen zu eigenen Wohnzwecken genutzten eigenen Gebäude (begünstigtes Objekt) ermäßigt sich auf Antrag die tarifliche Einkommensteuer, vermindert um die sonstigen Steuerermäßigungen, im Kalenderjahr des Abschlusses der energetischen Maßnahme und im nächsten Kalenderjahr um je 7 Prozent der Aufwendungen des Steuerpflichtigen, höchstens jedoch um je 14 000 Euro und im übernächsten Kalenderjahr um 6 Prozent der Aufwendungen des Steuerpflichtigen, höchstens jedoch um 12 000 Euro für das begünstigte Objekt.

Voraussetzung ist, dass das begünstigte Objekt bei der Durchführung der energetischen Maßnahme älter als zehn Jahre ist; maßgebend hierfür ist der Beginn der Herstellung.

Experten-Wissen: Die Kosten für mit der BEG geförderte Wärmepumpen können nicht noch zusätzlich als „Steuerermäßigung für energetische Maßnahmen bei zu eigenen Wohnzwecken genutzten Gebäuden“ (§ 35 c Einkommenssteuergesetz) in der Einkommenssteuer geltend gemacht werden.

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Häufige Fragen (FAQ) zur Wärmepumpen-Förderung

Wie hoch ist die Förderung für Wärmepumpen?

Die BEG fördert den Einbau von Wärmepumpen bei Sanierungen mit 35% bis zu 50% der förderfähigen Gesamtkosten. Je Wohneinheit können maximal 60.000 € als förderfähige Kosten angerechnet werden. Die maximale Förderung beträgt damit 30.000 €.

Welche Wärmepumpen-Kosten werden gefördert?

Die BEG fördert nicht nur die Kosten der Wärmepumpe selbst, sondern auch die Kosten der Installation und Umfeldmaßnahmen wie z. B. die Deinstallation und Entsorgung von Altanlagen, das Bohren von Erdwärmesonden, den Austausch von Heizkörpern bzw. den Einbau einer Flächenheizung oder die Installation eines Wärmespeichers.

Wie werden Wärmepumpen im Neubau gefördert?

Im Neubau werden Wärmepumpen nur beim Bau eines Effizienzhauses gefördert, die einzelne Förderung einer Wärmepumpe im Neubau ist entfallen. Die Höhe der Förderung hängt vom Effizienzhaus-Standard ab und reicht von 15% Zuschuss beim EFH 55 bis zu 25% für ein EFH 40plus.

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