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Was ist ein Wärmepumpenboiler?

Der Begriff "Wärmepumpenboiler" wird vornehmlich in der Schweiz als Synonym für eine Warmwasser- bzw. Brauchwasser-Wärmepumpe gebraucht. Die warme Innenraumluft wird von der Wärmepumpe mittels Strom zum Aufheizen des Brauchwassers genutzt und dieses dann im Boiler bis zum Gebrauch zwischengespeichert.

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Was ist falsch am Begriff Wärmepumpenboiler?

Eine Wärmepumpe besticht dadurch, dass sie über einen Kreisprozess durch Kompression eines Kältemittels unter Zuführung von Strom und einer externen Wärmequelle (Luft, Erdwärme, Wasserwärme oder Abwärme) Nutzwärme produziert. Entscheidend dabei ist, dass der Strom wie bei einer Widerstandsheizung (z. B. Nachtspeicherheizung) nicht 1 zu 1 in Wärme umgewandelt wird, sondern hiermit der Kompressor angetrieben wird. Im Ergebnis muss so deutlich weniger Strom eingesetzt werden, um Heizwärme zu produzieren.

Der elektrische Boiler hingegen funktioniert diesbezüglich völlig anders. Der Boiler erzeugt Wärme nicht wie die Wärmepumpe über den Kältemittelkreislauf, sondern er erhitzt das Wasser über eine Heizpatrone ähnlich wie ein Tauchheizkörper, den man noch von früher zum Kaffee kochen oder heute beim Camping noch manchmal nutzt. Der Begriff Wärmepumpenboiler ist daher eine Begrifflichkeit, die es so gar nicht geben dürfte.

Ein typischer Wärmepumpenboiler besteht aus einer kleinern Luftwärmepumpe, die häufig über dem eigentlich Boilerspeicher installiert ist. (Foto: energie-experten.org)
Ein typischer Wärmepumpenboiler besteht aus einer kleinern Luftwärmepumpe, die häufig über dem eigentlich Boilerspeicher installiert ist. (Foto: energie-experten.org)

Warum gibt es den Wärmepumpenboiler dennoch?

Ganz so verquer, wie wir es nun dargestellt haben, ist der Begriff dennoch nicht, denn wenn man nur die Funktion des Boilers als Warmwasserspeicher betrachtet, der ohne Anschluss an ein Zentralheizungsnetz Wärme zum Duschen und Händewaschen erzeugt, so ist dieser bezogen auf eine Wärmepumpe mit der Brauchwasserwärmepumpe verwandt. Diese ist nämlich auch ein einzelner Wärmeerzeuger, der aus der warmen Abluft, häufig die des Heizungskellers oder einer Abluftwärmeanlage, Wärme für das Brauchwasser produziert. Unter dem Begriff Wärmepumpenboiler versteht man demnach Brauch- bzw. Warmwasserwärmepumpen.

Was sind die Vorteile eines Wärmepumpenboilers?

Die Vorteile eines Wärmepumpenboilers liegen vor Allem in seiner Effizienz, Wärme zu erzeugen. Möchte man 100 kWh Wärme erzeugen, so muss man hierzu je nach Temperaturniveau der Wärmequelle nur z. B. 25 kWh Strom einsetzen. Die restliche Wärme wird durch die Luft zugeführt. Diese wird jedoch nicht direkt "hinzugemischt", sondern die Wärmepumpe im Boiler komprimiert diese Wärme über einen Kompressor. Das Prinzip ist ähnlich wie bei einer Luftpumpe, auf die man beim Pumpen vorne auf das Ventil seinen Daumen draufhält. So wird die Wärme der Luft über den Wärmepumpenboiler hochgepumpt und reicht aus, um Wasser auf 45, 50 oder auch 60°C zu erhitzen.

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Wie wird der Boiler als Wärmepumpe fachgerecht eingesetzt?

Wer sich für einen Wärmepumpenboiler interessiert, der sollte zunächst prüfen, ob im Haus eine nicht genutzte Wärmequelle vorhanden ist. Denn, wenn man den Boiler nur in einer Abseite aufstellt, die ohne eine geregelte Wärmezufuhr versorgt ist, wird sich die Luft sehr schnell abkühlen und die Effizienz sinkt so stark, dass der Wärmepumpenboiler nur noch ein Boiler ist und nahezu den Strom zu 100% einsetzt, um Wärme zu produzieren (sogenannter thermischer Kurzschluss). Auch die normale Raumluft ist nicht geeignet, da diese im Herbst, Winter und Frühjahr erst durch eine Heizung erhitzt werden muss. Da diese jedoch auch einen Energieeinsatz erfordert, hebt sich der Vorteil der Energieeffizienz wieder auf. In einem solchen Fall ist es besser, nur mit der Zentralheizung zu heizen.

Ein Wärmepumpenboiler erfordert daher immer eine gerade während der Heizsaison verfügbare Luftwärmequelle, die sonst ungenutzt bleiben würde. Dies ist gerade bei kontrollierten Wohnungslüftungssystemen der Fall, die heute in energieeffizienten Energiesparhäusern zum Einsatz kommen, und bei alten Gas- und gerade Ölheizungen in älteren Häusern der Fall. In diesen Fällen kann der Wärmepumpenboiler ganz einfach an die Lüftung angeschlossen oder im Heizungskeller aufgestellt werden.

Gerade die Abwärme alter Ölheizungen kann so sinnvoll wieder nutzbar gemacht werden. Das einzige Manko ist, dass Wärmepumpenboiler die Kellerluft spürbar abkühlt und sich bei hoher Luftfeuchtigkeit dann Kondenswasser bilden kann. Daher sollte man gerade bei sehr feuchten, alten Kellern vorher einen Fachmann fragen, ob die Installation eines Wärmepumpenboilers in diesen Fällen wirklich vertretbar ist.

Was kostet ein Wärmepumpenboiler?

Ein Boiler mit integrierter Wärmepumpe für den Heizungskeller gibt es schon für rund 1.000,00 Euro. Dies sind jedoch häufig No Name-Geräte, was jedoch nicht pauschal gegen die Qualität spricht. Denn da die Technik der Wärmepumpenboiler recht simpel ist und die Komponenten auch in vielen anderen Geräten eingesetzt wird, kann man durchaus auch die billige Variante kaufen.

Anders sieht es aus, wenn man einen Wärmepumpenboiler an eine Lüftung anschließen will. Hier sollte man nur ein Gerät kauf, was auch kompatibel ist. Dabei kommt es vor Allem auf eine adäquate Regelung des Wärmepumpenboilers an, da dieser nur dann "arbeiten" sollte, wenn auch die Lüftung entsprechend die warme Luft aus den Räumen abführt. Diese Geräte sind etwas teurer und werden auch nur als Kombination mit der Lüftung verkauft.

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Lohnt sich ein Wärmepumpenboiler?

Wenn man sich für einen Wärmepumpenboiler interessiert, dann hört man oft, dass sich ein solches Gerät nicht lohnt. Das stimmt jedoch nicht, sondern liegt vor Allem daran, dass bei Vielen der Begriff Wärmepumpe als auch der Begriff Boiler eher negativ belegt ist und mit einem Stromfresser assoziiert wird.

Daher sollte man sich davon nicht abschrecken lassen und wirklich nur Leute fragen, die einen solchen auch bereits nutzen. Und davon gibt es mehr als man denkt. Das liegt daran, dass gerade die Wärmepumpe nach der zweiten Ölkrise in den 80er Jahren einen wahren Boom erlebte und viele Wärmepumpenboiler tatsächlich noch bis heute im Einsatz sind.

Neben der Effizienz der Wärmepumpentechnik ist nämlich auch ihre Langlebigkeit nahezu unschlagbar. Denn der Wärmepumpenboiler arbeitet wie ein Kühlschrank. Und wer kennt nicht die Kühlschränke, die bei der Oma schon seit einer Ewigkeit im Keller stehen.

Experten-Tipp: Das renommierte Wärmepumpen-Testzentrum Buchs (WPZ) testet seit Langem Wärmepumpen. Im März 2017 sind nun neue Testergebnisse erschienen: WTZ-Testergebnisse Wärmepumpenboiler (Stand: März 2017)

Der Energiefreiheit Oekoboiler ist eine 300-Liter-Wärmepumpe und wurde vom Schweizer Unternehmen Makscom entwickelt. In vielen Tests konnte der Oekoboiler als Sieger abschneiden. (Foto: Energiefreiheit GmbH)
Der Energiefreiheit Oekoboiler ist eine 300-Liter-Wärmepumpe und wurde vom Schweizer Unternehmen Makscom entwickelt. In vielen Tests konnte der Oekoboiler als Sieger abschneiden. (Foto: Energiefreiheit GmbH)

Expertentipp: Ölheizung mit Wärmepumpenboiler aufrüsten

Wer neu baut, der setzt bereits vielfach auf ein Abwärmesystem mit Brauchwasserwärmepumpe. Im Altbau sollte man gezielt nach dem Wärmepumpenboiler fragen und sich ein paar Angebote einholen. Sie sind leicht zu montieren und passen in jeden Keller. Daher sind auch keine hohen Montagekosten zu erwarten. Wer sich ein bisschen mit der Elektrik und seinem Warmwassersystem auskennt, der kann einen Wärmepumpenboiler sogar selbst montieren.

Auf jeden Fall lohnt es sich, sich gezielt zu informieren. Fragen Sie einfach unsere Experten und lassen Sie sich kostenlos mehrere Angebote zuschicken.

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"Was ist ein Wärmepumpenboiler?" wurde am 30.03.2017 das letzte Mal aktualisiert.