Letzte Aktualisierung: 20.09.2021

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So funktionierte das "Solarstrom-Konto" E.ON SolarCloud?

Statt der EON Solarcloud bietet EON Kunden seit September 2021 ein Nachfolgeprodukt namens Eon Solarstrom an. Im Gegensatz zur 2017 eingeführten Solarcloud, die es den Kunden ermöglichte, selbst erzeugten Solarstrom virtuell auf einem Stromkonto („Solarcloud“) anzusparen, um ihn später wieder „abzuheben“, ist dieses Ansparen mit EON Solarstrom nicht mehr möglich. Ein Auslöser für das Einstellen der EON Solarcloud könnte eine Unterlassungsklage der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen sein.

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Mit der SolarCloud bot E.ON einen "virtuellen Stromspeicher" an. Vergleichbar mit einem Bankkonto ließ sich eigens erzeugter PV-Strom anlegen, wenn man den eigenen Solarstrom nicht selbst verbrauchen kann. Bei späterem Bedarf konnte dieser Strom dann wieder mit dem Bezug von dann produziertem Netzstrom wieder abgerufen. Die SolarCloud von E.ON gab es ab 21,99 Euro pro Monat. Nachfolgend finden Sie eine ausführliche Erklärung zur ehemals angebotenen EON Solarcloud.

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Die Rendite der eigenen Solaranlage wird vornehmlich durch die Eigenverbrauchsquote bestimmt. Je mehr Strom selbst verbraucht wird, desto weniger muss man an den Stromversorger für seinen Haushaltsstrom bezahlen. Um den Eigenverbrauch zu optimieren, kann man seinen Verbrauch ohne oder mithilfe von Energiemanagementsystemen anpassen oder auch zusätzlich einen Stromspeicher installieren.

Trotz dieser Hilfsmittel müssen in der Praxis immer rund 30% bis 40% des Stromverbrauchs extern vom Energieversorger gedeckt werden. Diese Lücke konnte man durch die E.ON SolarCloud schließen.

So funktionierte das SolarCloud-Stromkonto

Die E.ON SolarCloud war seit Anfang April 2017 im Komplettpaket mit einer PV-Anlage und dem Batteriespeicher E.ON Aura verfügbar. Das E.ON Aura Komplettpaket kostete ab 14.699 Euro und bestand zunächst aus der Photovoltaikanlage mit Solarmodulen und Wechselrichter, der Aura Speicherbatterie, einem Controller, der Installation und der Inbetriebnahme der Solaranlage.

Durch eine Speicherung im Aura und in der virtuellen SolarCloud ließ sich der selbst erzeugte Sonnenstrom das ganze Jahr selbst an bewölkten und regnerischen Tagen zum Eigenverbrauch nutzen. Die SolarCloud funktionierte dabei wie ein Stromkonto, auf das man Strom "einzahlt" und rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr wieder abrufen konnte. Vor allem in den Sommermonaten ließ sich dadurch mit der E.ON SolarCloud kontinuierlich eine Rücklage an ökologisch erzeugten Kilowattstunden ansparen, um den Strom beispielsweise in den Wintermonaten zu nutzen.

Anstelle von Kontoauszügen ließ sich die Entwicklung des angesparten Strom-Guthabens über den E.ON Aura Manager per App und individuellem Zugang über Smartphone oder Laptop jederzeit nachvollziehen. Der E.ON Aura Manager ist ein intelligentes Messsystem und die Basis für die E.ON Aura App und SolarCloud. Der E.ON Aura Manager misst jederzeit alle Ströme und berechnet alle relevanten Kennzahlen wie z.B. das Guthaben in der SolarCloud.

E.ON bot zunächst die SolarCloud ausschließlich im Komplettpaket aus PV-Anlage und physischem Speicher (E.ON Aura) an, um das bestmögliche Zusammenspiel aus Erzeugung, optimierter Speicherung und möglichst effektiver Nutzung zu gewährleisten. Der physische Solarstromspeicher speichert den Großteil des Stroms der eigenen PV-Anlage dezentral, effizient und kostengünstig vor Ort in der eigenen Wohnung. Der virtuelle SolarCloud-Speicher ergänzte diesen optimal, um bilanziell eine 100%ige Versorgung mit eigenem Solarstrom zu realisieren.

Wieviel Stromkosten ließen sich mit der SolarCloud einsparen?

Soll- oder Habenzinsen gab es beim SolarCloud-Konto nicht. Wer also Strom auf das Konto einspeiste und später abrief, sparte insbesondere PV-Anlagen, die in den letzten vergangen 3 bis 4 Jahren zu der deutlich abgesunkenen Einspeisevergütung errichtet wurden. Die Differenz aus Haushaltsstrompreis und PV-Gestehungskosten überstieg in diesen Fällen deutlich die Vergütung, die man über das EEG bekommen hätte. Lediglich Kontoführungsgebühren wurden fällig. Diese waren gestaffelt nach dem individuellen Jahresstromverbrauch und fingen bei 21,99 Euro pro Monat für eine E.ON SolarCloud für kleinere PV-Anlagen an.

Müsste ein Drei-Personen-Haushalt mit einem Jahresstromverbrauch von 4.000 kWh und einem Eigenverbrauch des Solarstroms (Autarkie) von angenommen 60% bisher noch 40% Strom bzw. rund 1.600 kWh aus dem Netz beziehen, so sparte diese Familie mit Hilfe der SolarCloud bei einem Strompreis von 30 Cent 480 Euro pro Jahr ein. Abzüglich der PV-Gestehungskosten von durchschnittlich rund 12 Cent ergab sich mit der SolarCloud eine Nettoersparnis von 288 Euro. Zog man hiervon noch die monatliche Gebühr für die E.ON SolarCloud ab, so ergab sich letztlich ein Jahresgewinn von 24,12 Euro. Die Einspeisevergütung für den Strom, den man selbst verbraucht, trat der Kunde an E.ON ab.

Wer die SolarCloud nutzte, brauchte aber auch keinen klassischen Stromvertrag mehr, da der SolarCloud-Nutzer ja 100 Prozent seiner selbst erzeugten Energie durch die SolarCloud auch selbst nutzen konnte und in der Regel keinen Strom mehr aus dem Netz beziehen musste. Somit entfiel auch die Grundgebühr von in der Regel mehr als 100 Euro pro Jahr. SolarCloud-Nutzer mit einer kleinen Solaranlage profitierten somit von einer autarken Versorgung mit eigenem Solarstrom auch von einer Stromkostenersparnis von 125 bis 150 Euro pro Jahr.

SolarCloud-Premiumpakete mit weitreichenden Zusatzservices

Die SolarCloud gab es zudem auch als Premium-Paket mit weitreichenden Zusatzservices. Die E.ON SolarCloud Premium-Pakete für 3.000 bis 8.000 kWh Jahresverbrauch kosteten anfänglich 26,99 Euro pro Monat und beinhalteten einen Effizienzcheck, eine Allgefahrenversicherung, die einzeln abgeschlossen bereits den Aufpreis für die SolarCloud-Premium-Pakete überstieg, und eine "Sonnenscheingarantie".

Die Allgefahrenversicherung versicherte die PV-Anlage über 5 Jahre gegen alle Schäden von außen, z. B. Hagel, Sturm, Blitzschlag, Diebstahl usw. und erstattete den dadurch entgangene PV-Ertragsausfall. Bei vorzeitiger Kündigung des E.ON SolarCloud-Vertrages erlischte jedoch der Versicherungsschutz nach Ablauf des laufenden Versicherungsjahres. Der E.ON Online-Anlagenfunktionscheck prüfte über 10 Jahre die Funktionsfähigkeit der Solaranlage. Sollten z. B. der PV-Wechselrichter keine PV-Erzeugung melden, so erhielt der Nutzer eine Push-Nachricht auf das Smartphone. So konnte man sofort reagieren und die Anlage selbst oder durch einen Fachmann überprüfen lassen.

Überdies bot das SolarCloud-Premium-Paket eine Sonnenscheingarantie. Im Gegensatz zu Mitbewerbern, die eine geringe Pauschale zahlen, sollten die durchschnittlichen Jahressonnenstunden nicht erreicht werden, garantierte die am Markt bisher einzigartige Sonnenscheingarantie von E.ON 95% des prognostizierten PV-Gesamtertrages in kWh über einen Zeitraum von mindestens zehn Jahren. Sollte die reale Stromproduktion unter diesen Wert fallen, so wurde dem Kunden die entgangene EEG-Einspeisevergütung zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme der PV-Anlage gutgeschrieben.

Welche Einschränkungen gab es bei der Nutzung der SolarCloud?

Da natürlich das Speichern des Solarstroms im eigenen Batteriespeicher auch Kosten verursacht und diesen auch altern lässt, denkt eventuell der ein oder andere über Schlupflöcher nach, die es ermöglichen, die SolarCloud auch ohne Stromspeicher zu nutzen. Anfänglich empfohl E.ON jedoch aus wirtschaftlichen Gründen die Kombination aus physischem Speicher im Haushalt und virtueller SolarCloud. Grundsätzlich gab es aber keine Vorschriften zum Betrieb des Stromspeichers.

Die SolarCloud-Tarife hingen jedoch von der Mindestgröße der PV-Anlage und des physischen Batteriespeichers ab. Und da für die Nutzung der virtuell gespeicherten Energie Kosten durch die Stromlieferung über die Netze anfallen, waren diese abhängig von dem gewählten SolarCloud-Paket ab einer bestimmten Menge durch den Kunden zu tragen. Daher war in dieser Konstellation die Kombination aus physischem und virtuellem SolarCloud-Speicher am attraktivsten.

Aufgrund energierechtlicher Rahmenbedingungen bestand die SolarCloud zunächst aus verschiedenen Komponenten wie dem Grundpreis, Arbeitspreis und anderen Preisbestandteilen, die man aus seiner bisherigen Stromrechnung kennt. E.ON verrechnete diese Bestandteile so, dass man außer dem Festpreis für die E.ON SolarCloud keine weiteren Stromkosten zahlen musste. Voraussetzung dafür war lediglich, dass man die Einspeisevergütung für den eigenen in das Stromnetz eingespeisten Solarstrom an E.ON abtrat.

Wenn Sie mehr Strom verbrauchten, als anfangs in der gemeinsamen Planung vorgesehen, fielen zusätzliche Kosten für Ökostrom aus dem öffentlichen Netz an. Als SolarCloud-Nutzer genoss man aber immer 100% Versorgungssicherheit, selbst wenn man mehr Strom verbrauchte, als die PV-Anlage produzieren konnte.

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