Letzte Aktualisierung: 18.11.2025

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90 Prozent aller Mehrfamilienhäuser für Wärmepumpen geeignet

Der Techem Atlas 2025 zeigt, dass in deutschen Mehrfamilienhäusern großes Potenzial für Wärmepumpen besteht, da bereits rund die Hälfte des Bestands ohne Heizkörpertausch und bis zu 90 Prozent mit Austausch geeignet sind. Entscheidend ist eine ausreichende Heizleistungsreserve von etwa 40 Prozent, die in vielen Gebäuden vorhanden ist oder durch Austausch gängiger Heizkörpertypen erreicht werden kann.

Rund die Hälfte der deutschen Mehrfamilienhäuser können mit bestehenden Heizkörpern mit einer Wärmepumpe effizient beheizt werden. Werden die Heizkörper-Typen gegen größere ausgetauscht, sind es sogar 90%. (Grafik: Techem)

Der neue Techem Atlas für Energie, Wärme und Wasser 2025 zeigt: Während Einsparpotenziale im Nutzerverhalten nahezu ausgeschöpft sind, bieten technische Maßnahmen enorme Chancen. Besonders Wärmepumpen rücken als Hebel für Energieeffizienz und CO2-Reduktion in den Fokus.

Heizkörper stellen dabei kein Hindernis dar, Wärmepumpen auch im Mehrfamilienhaus effizient einzusetzen: Die Techem-Analyse stellte fest, dass der konventionell beheizte deutsche Mehrfamilienhaus-Bestand bereits heute zur Hälfte für eine Ausstattung mit Wärmepumpen geeignet ist – nach einem Heizkörpertausch sogar zu rund 90 Prozent.

Auf europäischer Ebene ist Deutschland sogar das Land mit dem höchsten Potenzial, Wärmepumpen im Mehrfamilienhausbestand einzusetzen.

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Leistungsreserve von 40% bei 70/50/20 ausreichend

Techem ging dabei davon aus, dass Wärmepumpen auch mit Heizkörpern effizient arbeiten, wenn bei der jeweiligen Normaußentemperatur (tiefstes zu erwartendes Zweitagesmittel, je nach Region zwischen –10°C und –16°C) eine Heizmitteltemperatur von höchstens 55°C genügt.

Für die Beurteilung der wurden die Endenergieverbräuche, die installierten Heizkörperleistungen und weitere Daten von über 200.000 Gebäuden in Deutschland analysiert und die Heizleistungsreserve bezogen auf die verbreitete Heizungsauslegung 70/50/20 mit standortspezifischer Witterungsbereinigung ermittelt.

Aus dem Betriebsverhalten von Heizkörpern (dem „Heizkörperdiagramm“) konnte Techem ableiten, dass eine Heizleistungsreserve von etwa 40 Prozent ausreicht, um den Einsatz von Wärmepumpen mit Heizkörpern mit niedrigen Betriebstemperaturen in der Heizperiode mit einer JAZ von mindestens 3 zu ermöglichen.

Diese Reserve liegt bereits bei 50 Prozent der Bestandsgebäude ohne Heizkörpertausch vor. In diesen Gebäuden sind die Heizkörper so großzügig dimensioniert, dass auch bei den für eine Wärmepumpe notwendigen niedrigen Systemtemperaturen die benötigte Wärme an die Räume übertragen werden kann.

Typen-Tausch erhöht Heizkörper-Leistung um 40 bis 50 Prozent

Liegt die Leistungsreserve darunter, ist für den Einsatz von Wärmepumpen eine Erhöhung der Heizkörpernennleistung erforderlich. Für die meistverbreiteten Heizkörpertypen (Stahlradiatoren nach DIN 4703 sowie Plattenheizkörper) besteht die Möglichkeit, durch Wechsel auf einen anderen Typ bei gleicher Breite und Höhe die Nennleistung um 40 bis 50 Prozent zu vergrößern.

Dies sei beispielsweise der Fall beim Austausch eines Stahlradiators durch einen Plattenheizkörper Typ 22 (zwei Platten, zwei Konvektionsbleche) oder beim Austausch eines Plattenheizkörpers Typ 22 durch einen Typ 33 mit größerer Einbautiefe.

Je nach Leistungsreserve kann es genügen, bestimmte Heizkörper zu tauschen - zum Beispiel im Wohnzimmer oder Kinderzimmer. Die Heizkörper in wenig beheizten und niedrig temperierten Räumen wie dem Schlafzimmer können belassen werden.

Bei etwa 40 Prozent der Gebäude liegt die Heizkörperleistungsreserve (bezogen auf die Auslegung 70/50/20) zwischen 0 und 40 Prozent. Beim größten Teil dieser Gebäude wird also eine Leistungsreserve von mehr als 40 Prozent durch Austausch von Heizkörpern erreichbar sein, sodass diese nach Umrüstung ebenfalls geeignet für den Einsatz von Wärmepumpen wären.

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Wärmepumpen-Eignung auch für niedertemperierte Wärmenetze wichtig

Auch im Hinblick auf die Planung und den Ausbau kommunaler Wärmenetze ist die Niedertemperatureignung eine wichtige Eigenschaft von Heizungsanlagen. Die neu entstehenden Wärmenetze werden Wärmerückgewinnung einsetzen, voraussichtlich betrieben mit Großwärmepumpen, die Abwärme von Rechenzentren oder Abwasser nutzen.

Diese Wärmenetze werden ein deutlich niedrigeres Temperaturniveau (kalte Nahwärme) haben als bisherige Fernwärmenetze. Auch die bestehenden Wärmenetze werden ihre Temperaturen vermutlich senken, um Wärmepumpen und andere regenerative Wärmequellen stärker einzubinden.

Heizleistungsreserve im europäischen Vergleich

Auf europäischer Ebene stellte Techem fest, dass Deutschland von den untersuchten Ländern aktuell das höchste Potenzial hat, Wärmepumpen oder Niedertemperatursysteme im Mehrfamilienhausbestand einzusetzen.

Mit Anteilen zwischen etwa 40 Prozent bis 70 Prozent sind auch zahlreiche bestehende Heizungsanlagen in anderen europäischen Ländern niedertemperaturfähig und Wärmepumpen-geeignet, gegebenenfalls unter Voraussetzung eines Heizkörpertausches.

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