Letzte Aktualisierung: 28.01.2012

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Bauwirtschaft unzufrieden, aber optimistisch

Der Geschäftsklimaindikator im deutschen Bauhauptgewerbe ist zu Jahresbeginn wieder gestiegen. Zwar waren die am ifo Konjunkturtest teilnehmenden Unternehmen mit ihrer momentanen Geschäftslage unzufriedener als im Dezember, allerdings rechneten sie mit einem spürbaren Anziehen der Geschäfte in der nächsten Zeit.

Bei rückläufiger Bautätigkeit sank die Auslastung der Gerätekapazitäten von 73 auf 70% (saison- und witterungsbereinigt); der vergleichbare Vorjahreswert lag bei 64%. Fast die Hälfte der Testteilnehmer meldete Behinderungen der Bautätigkeit; vor Jahresfrist waren es 88%. Jeder Fünfte klagte über Auftragsmangel, die Beeinträchtigungen durch das Wetter waren erheblich geringer als im Vorjahr (28 nach 80% im Januar 2011). Die Auftragsbestände verharrten im Durchschnitt der Bausparten bei 2,7 Monaten (saison- und witterungsbereinigt); zu Beginn des Jahres 2011 waren sie ähnlich groß. Nach den Firmenmeldungen zu schließen, konnten die Preise angehoben werden. Die Testteilnehmer gingen zudem häufiger davon aus, dass sie in den kommenden Monaten höhere Preise durchsetzen können. Per saldo beabsichtigten erneut mehr Firmen als im Vormonat, ihren Personalbestand in naher Zukunft aufzustocken.

Im Hochbau hat sich das Geschäftsklima leicht verbessert. In allen drei Teilsparten waren die befragten Firmen hinsichtlich der kommenden sechs Monate zuversichtlicher gestimmt. Die derzeitige Geschäftslage wurde dagegen spartenübergreifend ungünstiger beurteilt. Die Auslastung der Gerätekapazitäten verringerte sich auf 70% – nach knapp 74% im Dezember. Vor Jahresfrist wurde der Maschinenpark merklich weniger intensiv genutzt (65%). Damals berichteten 84% der Unternehmen über Produktionsbehinderungen; allein 74% nannten als Grund die ungünstigen Witterungsverhältnisse. Im Januar 2012 betrug dieser Anteil lediglich ein Fünftel. Wie vor einem Jahr klagten etwa 20% der Befragten über Auftragsmangel. Die Reichweite der Auftragsbestände verharrte im gewerblichen Hochbau bei 3,2 Monaten, im Wohnungsbau bei 2,5 Monaten und im öffentlichen Hochbau bei 2,3 Monaten. Im Hochbau insgesamt reichten die Auftragsreserven der Testteilnehmer für 2,8 Produktionsmonate (Januar 2011: 2,7 Monate). Nach den Firmenmeldungen zu schließen, konnten die Preise etwas häufiger heraufgesetzt werden. In den nächsten Monaten dürften sich die Spielräume für Preisanhebungen weiter vergrößern.

Im Tiefbau hellte sich das Geschäftsklima auf. Die befragten Unternehmen waren mit ihrer aktuellen Geschäftslage zwar weniger zufrieden als vor einem Monat; die Geschäftserwartungen ließen jedoch eine merklich erhöhte Zuversicht erkennen. Der Ausnutzungsgrad des Maschinenparks verringerte sich; mit 69% lag er jedoch um sieben Prozentpunkte über dem Vorjahresniveau. Annähernd drei Fünftel der Unternehmen meldete Behinderungen der Bautätigkeit (Januar 2011: 93%), überwiegend wegen ungünstiger Witterungsbedingungen (40 nach 89% im Januar 2011). 22% der Testteilnehmer klagten über Auftragsmangel – nach 18% vor einem Jahr. Die Reichweite der Auftragsbestände stieg im sonstigen Tiefbau von 2,6 auf 2,7 Monate und stagnierte im Straßenbau bei 2,5 Monaten. Im Durchschnitt der Tiefbausparten waren die Auftragsreserven etwas kleiner als vor Jahresfrist (2,6 nach 2,7 Monaten). Die Firmenmeldungen deuten darauf hin, dass sich Preisanhebungen und -senkungen ungefähr die Waage gehalten haben. Daran dürfte sich nach Einschätzung der Testteilnehmer auch in den nächsten Monaten wenig ändern.

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