Letzte Aktualisierung: 01.04.2026

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China zieht PV-Preise an: Solarmodul-Preise steigen um 10%!

Zum 1. April 2026 beendet China die Mehrwertsteuer-Rückerstattung für Photovoltaik-Exporte, was zusammen mit massiv gestiegenen Silberpreisen zu einem sofortigen Preissprung bei Solarmodulen um rund 10 % führt. Da die günstigen Überbestände in europäischen Lagern weitgehend abverkauft sind, schlagen die höheren Produktions- und Steuerkosten nun unmittelbar auf die Endkundenpreise im Handel durch.

Aufgrund gestiegener Rohstoffkosten für Silber und dem Wegfall chinesischer Exportsubventionen zum 1. April 2026 steigen die Preise für Solarmodule aktuell um etwa 10 % bis 15 %. Da die günstigen Lagerbestände in Europa weitgehend abverkauft sind und künftige Preisanpassungen sowie sinkende Einspeisevergütungen drohen, bietet das laufende Jahr 2026 das vorerst letzte attraktive Zeitfenster für PV-Investitionen. (Grafik: energie-experten.org)

Deutschland steht eine neue Energiekrise bevor. Und gerade jetzt steigen die Preise für PV-Komponenten und Solarmodule deutlich an. Während noch letzte Woche die aktuellen Standard-Module mit rund 450 Watt für z.B. 69€ zu haben waren, haben bekannte Online-Shops nun kräftig an der Preisschraube gedreht und bieten dieselben Module jetzt für 79€ an.

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China beendet Mehrwertsteuer-Rückerstattung ab April 2026

Der Hauptgrund für den plötzlichen Preissprung liegt in einer Kehrtwende der chinesischen Fiskalpolitik. Am 9. Januar 2026 kündigten das chinesische Finanzministerium und die staatliche Steuerverwaltung an, die langjährigen Subventionen für Photovoltaik-Exporte zu beenden. Stichtag für die Umsetzung ist der heutige 1. April 2026.

Bisher erhielten chinesische Hersteller beim Export von Solarmodulen, Zellen und Wechselrichtern eine Rückerstattung der Mehrwertsteuer (VAT Rebate). Diese lag zuletzt bei 9% (nachdem sie Ende 2024 bereits von 13% gesenkt wurde).

Ab heute fällt dieser Steuer-Rabatt für PV-Produkte komplett auf 0% weg. Da die Hersteller diese Kosten nicht mehr vom Staat zurückbekommen, müssen sie die Preise für Solarmodule den Weltmarkt anheben, um ihre ohnehin schon hauchdünnen Margen zu schützen.

Experten hatten daher bereits im Vorfeld gewarnt, dass dies die Modulpreise international um etwa 10% bis 15% nach oben treiben wird.

Dass China seine eigenen Exporte verteuert, mag paradox klingen, folgt aber einer klaren Logik:

  1. Marktbereinigung: Die chinesische Regierung möchte den ruinösen Preiswettbewerb stoppen, der viele Hersteller in den Ruin getrieben hat. Die Preise lagen zuletzt oft unter den reinen Herstellungskosten.
  2. Vermeidung von Handelskonflikten: Durch die extrem günstigen, staatlich gestützten Preise sah sich China zunehmend Anti-Dumping-Verfahren (vor allem aus der EU und den USA) gegenüber. Mit dem Ende der Exportrabatte nimmt Peking den Wind aus den Segeln dieser Handelsstreitigkeiten.
  3. Rohstoffdruck: Parallel dazu sind die Kosten für kritische Rohstoffe wie Silber (für die Leiterbahnen) und Polysilizium massiv gestiegen. Die Hersteller können die zusätzliche Steuerlast daher nicht einfach "schlucken", sondern müssen sie eins zu eins an Zwischenhändler und Endkunden in Europa weitergeben.

Silber-Krise: Warum das Edelmetall die Modulpreise treibt

Während die Steueränderung aus China den aktuellen Preissprung erklären hilft, wirkt die Silberknappheit schon seit Monaten wie ein schleichendes Gift für die Kalkulationen der Hersteller.

Denn was viele nicht wissen: Die Photovoltaik-Industrie ist mittlerweile einer der weltweit größten Verbraucher dieses Edelmetalls. Silber wird in Form von Leitpasten auf die Solarzellen aufgetragen, um den erzeugten Strom effizient abzuleiten.

Gerade die modernen n-type-Zellen (insbesondere die aktuell dominierende TOPCon-Technologie) benötigen deutlich mehr Silber als die alten P-Typ/PERC-Zellen: Während eine herkömmliche Zelle mit etwa 10 mg Silber pro Watt auskam, benötigen TOPCon-Zellen oft 30 bis 50 % mehr des Edelmetalls.

Da der Markt fast vollständig auf diese hocheffizienten Module umgestellt hat, ist der Bedarf der Branche sprunghaft angestiegen.

Schon seit 2024 warnt das Silver Institute vor einem massiven strukturellen Defizit auf dem Weltmarkt. Die Nachfrage der Industrie (Solar, E-Mobilität, KI-Server) übersteigt das Angebot aus den Minen bei weitem.

  • In den letzten 12 Monaten hat sich der Silberpreis zeitweise fast verdoppelt.
  • Da Silber bei modernen Modulen bis zu 10 % der gesamten Herstellkosten ausmachen kann, schlägt jede Preissteigerung an der Rohstoffbörse direkt auf den Endpreis durch.

Zwar forscht die Industrie intensiv an Alternativen wie Kupfer-Plattierung, doch diese Verfahren sind technisch komplex und in der Massenfertigung noch nicht marktreif. Für die aktuellen Chargen, die jetzt in den Handel kommen, gibt es kein Vorbeikommen am teuren Silber.

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Wegfall der Einspeisevergütung: Jetzt handeln oder abwarten?

Die Kombination aus der seit heute endenden chinesischen Steuerbegünstigung und der langfristigen Rohstoffverknappung beendet die Ära der „Dumping-Preise“. Wer auf wieder sinkende Preise hofft, könnte enttäuscht werden.

Die aktuellen Entwicklungen deuten darauf hin, dass wir uns am Beginn eines neuen Preiszyklus befinden. Experten von Herstellern wie Yingli Solar warnen bereits vor einem „Jahr der Anpassung“, in dem die Modulpreise kumuliert um bis zu 19 % steigen könnten.

Dass die Preisanpassungen so kurzfristig wirksam werden, liegt auch daran, dass ein Großteil der extrem günstigen Angebote der letzten Monate aus massiven Überbeständen in europäischen Lagern stammte. Diese „alten“ Chargen, die noch zu Dumping-Konditionen eingekauft wurden, sind nun jedoch weitgehend abverkauft.

Jedes Modul, das ab jetzt aus Asien nachkommt, unterliegt bereits den neuen steuerlichen Bedingungen und den gestiegenen Rohstoffkosten für Silber und Polysilizium.

Da auch die Einspeisevergütung für Neuanlagen ab 2027 voraussichtlich weiter sinken oder sogar ganz entfallen wird (wie aktuelle politische Debatten zeigen), ergibt sich ein deutliches Zeitfenster.

Wer 2026 noch zu den aktuellen Konditionen installiert, sichert sich nicht nur die garantierte Vergütung für 20 Jahre, sondern entgeht auch weiteren Preissteigerungen, die für das zweite Halbjahr 2026 prognostiziert werden.

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