Letzte Aktualisierung: 17.04.2014

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EKOenergie: Herkunftsnachweise sollen europäische Energiewende fördern

Ende 2012 schlossen sich 16 europäische Umweltorganisationen zusammen, um das EKOenergie Netzwerk zu gründen. Heute gehören diesem Netzwerk bereits 33 Mitglieder aus 25 europäischen Ländern an. Alle vereint der Wille, die Nachfrage nach Ökostrom so zu gestalten, dass von ihr positive Effekte für die Energiewende in Europa ausgehen. Zentrales Element des EKOenergie Netzwerks ist ein Ökostromlabel, das u.a. durch europäische Herkunftsnachweise den Ökostrommarkt für Verbraucher transparenter machen soll und mit dem Erzeuger einen höheren Marktwertwert ihres Ökostroms erzielen könnten.

Über ein Fondsmodell will EKOenergie lokal erzeugten Ökostrom fördern. Dieses Konzept wird bereits von 33 Mitgliedern aus 25 europäischen Ländern unterstützt. (Foto: Vindenergi Danmark)

Über ein Fondsmodell will EKOenergie lokal erzeugten Ökostrom fördern. Dieses Konzept wird bereits von 33 Mitgliedern aus 25 europäischen Ländern unterstützt. (Foto: Vindenergi Danmark)

Deutschen Ökostromlabel stehen neue Herausforderungen bevor

Die Nachfrage nach grünem Strom ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen und besonders Unternehmen bedienen sich gerne der erneuerbaren Energien, um ihren CO2-Fußabdruck zu senken. Die Kernfrage ist allerdings auch 15 Jahre nach Liberalisierung der Strommärkte die gleiche: Wie können wir den Markt nutzen, um positive Veränderungen herbeizuführen? Diese Frage ist nicht nur in Deutschland wichtig, sondern in ganz Europa. Die deutschen Ökostromlabel haben teilweise 15 Jahre Erfahrung mit dem Markt, doch auch sie haben noch keine endgültige Antwort gefunden und sehen sich nach dem aktuellen Bericht des Umweltbundesamtes "Marktanalyse Ökostrom" neuen Herausforderungen gegenübergestellt.

Europäische Marktanforderungen bestimmten Gründungsprozess

Auf europäischer Ebene formiert sich indes ein kooperativer Marktansatz: Ende 2012 schlossen sich 16 europäische Umweltorganisationen zusammen, um das EKOenergie Netzwerk zu gründen. Im Februar 2013 wurde über den Kriterienkatalog abgestimmt und somit EKOenergie, das erste und einzige europaweite Ökolabel für Elektrizität gegründet. Ein Jahr später gehören diesem Netzwerk bereits 33 Mitglieder aus 25 europäischen Ländern an und die Zahl wächst stetig. Ein wichtiges Element des Gründungsprozesses von EKOenergie war dabei ein europaweites Mitwirken der Branchenteilnehmer. "Wir holten Meinungen von über 400 Stakeholdern aus ganz Europa ein und entwickelten so einen Kriterienkatalog, der die Erwartungen von NGOs in ganz Europa erfüllt und dennoch leicht in allen europäischen Staaten umzusetzen ist", so Tim Reinders von EKOenergie.

EKOenergie setzt auf positive Mitbestimmung statt Antihaltung

Um möglichst direkt am Geschehen in den einzelnen Ländern teilhaben zu können, arbeitet EKOenergie daran, Partnerorganisationen in allen europäischen Mitgliedsstaaten zu involvieren. 16 Versorgungsunternehmen aus 5 europäischen Ländern bieten bereits EKOenergie an. Über 100 Freiwillige haben im letzten Jahr die EKOenergie-Homepage in 25 verschiedene Sprachen übersetzt. Dieser Fokus auf Mitbestimmung und kontinuierliche Verbesserung ist ein wesentlicher Teil der Philosophie von EKOenergie, so Tim Reinders, und lädt alle Interessierten ein, Kritik und Verbesserungsvorschläge zu den EKOenergie-Kriterien einzureichen. EKOenergie gehe es letztlich darum, eine positive Botschaft zu verbreiten und keine Antihaltung durch Kampagnen gegen verschiedene Aspekte des Marktes einzunehmen, betont Reinders.

Verbrauchervertrauen in den Ökostrommarkt muss gestärkt werden

Eines der Hauptanliegen sei es daher, für eine transparente und umfangreiche Kommunikation zu sorgen, um das Vertrauen in den Ökostrommarkt zu stärken. So sei beispielsweise die norwegische Wasserkraft, die vielfach über den Zertifikatehandel zum Greenwashing von Kohlestrom genutzt wird, per se nichts Schlechtes. Der Konsument, so Tim Reinders, müsse nur auch darüber Bescheid wissen, was er dann wirklich konsumiert. Daher müsse verhindert werden, dass Werbung für Stromtarife mit z. B. Windrädern an deutschen Küsten suggeriert der Konsument beziehe lokal erzeugten Ökostrom, obwohl dieser dann aus ausländischen Wasserkraftwerken stammt. So verlieren auch Herkunftsnachweise über lokal erzeugten Solar- und Windstrom an Glaubwürdigkeit und könnten keine höheren Preise mehr am Markt durchsetzen. Das alles wirke sich ungünstig auf einen jungen und relativ komplexen Markt aus.

Fondsmodell soll Beitrag zum Klimaschutz rückverfolgbar machen

Um Verbraucher umfassend über den von ihnen geleisteten Beitrag zum Klimawandel zu informieren, arbeitet EKOenergie mit einem Fondsmodell, welches die Rückverfolgung des zu zahlenden Aufpreises für Ökostrom gewährleisten soll. Pro verkaufte Megawattstunde (MWh) muss ein Mindestbeitrag von 0,10 Euro in den EKOenergie-Klimafonds eingezahlt werden, der dann in den Ausbau erneuerbarer Energien vor allem in Entwicklungsländern investiert wird. So startete EKOenergie im letzten Juni einen ersten Aufruf, um die ersten zu unterstützenden Projekte zu finden. Zwischen Juli und September reichten Bewerber dann Vorschläge zu mehr als 130 Projekten in mehr als 70 Ländern ein.

Dezentrale Energiewende erfordert höhere Preise für Herkunftsnachweise

Das Anbieten eines Fonds zur Unterstützung erneuerbarer Energien ist prinzipiell keine neue Idee, aber der Fonds ist ein wichtiges Werkzeug um einen höheren Preis für lokal erzeugten Ökostrom zu erzielen, so Reinders. Denn während ein normaler Herkunftsnachweis derzeit mit 0,10 Euro pro MWh gehandelt wird, was bei einem durchschnittlichen europäischen Verbrauch von 250 TWh pro Jahr zu einem jährlichen Einkommen von 25 Millionen Euro für Ökostromproduzenten führe, könnten die Einnahmen bei einem Preis eines Herkunftsnachweises von 1 Euro pro MWh durchaus auf jährlich 250 Millionen Euro anwachsen. Laut Reinders würde dieser zusätzliche Anreiz zu erheblichen Neuinvestitionen in Erneuerbare-Energien-Anlagen führen. Das dies nicht unrealistisch ist, zeigen die Niederlande. Hier werden Herkunftsnachweise für niederländische Windkraft für bis zu 2 Euro pro MWh gehandelt.

EKOenergie sucht Unterstützer für Eintritt in deutschen Strommarkt

Tim Reinders: "Wir wissen, dass die Situation in Deutschland eine besondere ist: Hier gibt es bereits eine Menge verschiedener Ökostromlabel. Wir wissen allerdings auch, dass wir ein gutes Produkt haben, das flexibel und verbraucherfreundlich ist. Überdies bekommen wir bereits einige Anfragen aus Deutschland. Daher sind wir davon überzeugt, dass unser europäischer Ansatz auch für den deutschen Markt wertvoll ist. Wir wollen uns dem Markt nicht aggressiv aufdrängen. Aber wir wollen für die Konsumenten verfügbar sein, die einen Mehrwert in uns sehen. Um EKOenergie in Deutschland anbieten zu können, brauchen wir die Unterstützung eines Stromversorgers (das deutsche Gesetz legt fest, dass nur ein deutsches Versorgungsunternehmen das Recht hat, in Deutschland Ökostrom zu verkaufen) und vor allem die von Verbrauchern, die bereit sind, zu EKOenergie zu wechseln."

Wenn Sie sich angesprochen fühlen und EKOenergie unterstützen wollen, schreiben Sie einfach eine Email an tim.reinders(at)sll.fi

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